Musiktheorie/Gitarre - Verstehe nur sehr wenig - Praktische Beispiele

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Moin :),
habe mich um das Thema Musiktheorie bis jetzt immer rumgedrückt, möchte aber gern mehr darüber wissen, vor allem in Bezug auf die Gitarre, weil einem immer wieder erzählt wird, dass es ohne irgendwann nicht mehr geht.

Ich habe ein paar Bücher dazu (In vivo Guitar, von Reininghaus, Rock Guitar Secrets von Peter Fischer, und ein Buch über Harmonielehre).

Um ganz ehrlich zu sein:
Ich verstehe KAUM :( was da geschrieben steht … .
Es gibt 12 Töne, auf die ich zugreifen kann.
Ich weiß, dass es Skalen gibt, die mir zeigen, wo die richtigen Töne in einer Tonart auf dem Griffbrett sind. Mit diesen Skalen kann ich auch in allen anderen Tonarten solieren. Ok.
Es gibt verschiedene Akkordgruppen, die alle anders klingen. Man kann diese Akkorde auch in verschiedenen Lagen auf dem Griffbrett spielen. OK.
Akkorde und Skalen korrespondieren miteinander, sprich, zu bestimmten Akkorden passen nur bestimmte Solotöne. OK

DAS verstehe ich. Finde ich sehr nützlich, macht auch Spaß.

Aber:
Dann gibt es den Quinten/Quartenzirkel, die Modes, enharmonsiche Verwechelungen etc. etc. etc. .
Ich blicke nicht durch, warum es dass alles gibt, und wie es mir nützen kann.

Reicht mein Wissen über Skalen und Akkorde nicht aus?
Muss ich diese anderen Dinge auch unbedingt wissen?

Und wenn ja: Warum? Welcher Nutzen steckt dahinter?

Ich will das mal so beschreiben:
Wenn einer loslegt was über Musiktheorie zu erzählen, dann klingt das für mich meist wie Kernphysik ;).
Ich weiß vor allem nicht: WORAUF?? wollen die Leute eigentlich hinaus?
WAS genau ist denn der KERN der Musiktheorie, der große Nutzen?

Bei all dem Gerede darum mangelt es mir an einfach praktischen BEISPIELEN bei denen man sagen könnte: AHA!! Dafür ist das gut!! Und deshalb sollte man das lernen!

Meine Frage:
Gibt es wirklich einfach verständlich, praktische Bücher zu diesem Thema, so eine Art Peter Bursch für Musiktheorie? Ich würde da gern ganz vorn vorn, ganz einfach noch mal beginnen.

Ich möchte auch nicht ignorant klingen, aber, Jungs ... Puh ..., ich habe da einen totalen Hänger :confused:, irgendwo fällt bei mir der Groschen nicht. Ich lese Sachen und kann sie nicht anwenden. Kennt Ihr das?



Was ist denn z.B. mit diesem Buch:
http://www.amazon.de/Ganz-Einfach-B...=sr_1_4?ie=UTF8&s=books&qid=1270899960&sr=8-4

Es wäre sehr nett von Euch, wenn Ihr für einen Laien wir mich ein paar leicht verständliche Anregungen hättet!



Besten Dank für Eure Mühe :great:
 
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turko
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Hallo,

also, ich mache mal einen Versuch ... :

Das Harmoniegerde und -Geschreibe dient dazu, immer wiederkehrende musikalische Situationen zu systematisieren, und zu analysieren, und somit zu BESPRECHEN, und daraus zu LERNEN. Die Harmonielehre sind die eingefrorenen und in Worte gefaßten Erfahrungen anderer Musiker. Du kannst diese Erfahrungen auch alle selber machen, aber dazu müßtest Du enorm begabt sein und außerdem 200 Jahre alt werden ... also eignest Du Dir die schon gemachten Erfahrungen anderer durch LESEN und NACHMACHEN an.
Du mußt nicht notwengierweise wissen, daß ein TURNAROUND TURNAROUND heißt, um diese musikalischen Sachverhalt zu erkennen, sobald Du auf ihn triffst. Du mußt nicht notwendigerweise vorher etwas darüber gelesen haben. Aber wenn Du einmal WEISST, was ein Turnaround ist, dann kannst Du, zum Beispiel, nachlesen, wie man den noch anders gestalten kann als I - VIm7 - IIm7 - V7. Und Du kannst es probieren und nachmachen.

Dabei gibt es 2 Zugangsweisen: Entweder Du erkennst beim ausgiebigen Zuhören selbst die "Lerninhalte", und liest DANACH etwas über sie, und lernst aus der Kombination aus Zuhören und Lesen.

Oder Du liest zuerst, und machst Dich dann beim Zuhören erst mal auf die Suche nach den Inhalten (z. B. , "wo ist denn nun so ein Turnaround ... ?".

Jedenfalls sollte die HÖRERFAHRUNG Hand in Hand gehen mit dem WISSENSSTAND im Hirn. Es hat, wie Du offenbar schon erfahren hast, keinen Sinn zu wissen, wie eine lydisch-dominante Skala definiert ist, wenn man diesen Klang dann in freier Wildbahn nicht wiedererkennt, wenn man auf ihn stößt.

Also, der Kern und der NUTZEN ist: Musikalische Zusammenhänge, musikalische Situationen systematisieren, begreifen, sie NACHMACHEN und NACHEMPFINDEN können, und so ein besserer Musiker werden. Ich kann es nur mit dem (alten) Vergleich zur Sprache sagen: Ohne einen passablen Wortschatz wirst Du kein guter Redner werden.

Noch Fragen ? Oder noch MEHR Fragen als zuvor ... ? :)

LG, Thomas
 
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Ah … ok …, danke Dir :great:.

Das bringt mich ja schon weiter.


Es gibt also gewisse Gesetze der Musik, die durch die Musiktheorie abgebildet werden.
Einige wie Skalen und Akkorde kenne ich ja auch schon. Gut.

"sie NACHMACHEN und NACHEMPFINDEN können"
GENAU! Die Beispiele für sinnvolle Anwendungen fehlen mir.



Gibt es da wirklich einfache BÜCHER oder WEBSITES?
 
turko
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Ich glaube fast, Dir fehlen nicht wirklich die Beispiele für sinnvolle Anwendungen, sondern Dir fehlt der Zusammenhang, daß das sinnvolle Beispiele S I N D !!

Ich meine, hör´ Dir doch einfach die Musik, die Du magst, mal bewußt unter dem Aspekt der Musiktheorie/Harmonielehre an. Da wirst Du wahrscheinlich feststellen, daß das schon die gesuchten Beispiele SIND ... je nach Thema ...

Lg, Thomas
 
HaraldS
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Die Beispiele für sinnvolle Anwendungen fehlen mir. Gibt es da wirklich einfache BÜCHER oder WEBSITES?

Sinnvolle Anwendungen von Musiktheorie sind immer mit einem bestimmten Stil verknüpft. Du solltest also eher nach Beispielen suchen, die mit einem Musikstil zu tun haben, den du magst bzw. kennst. Wenn du z.B. Modes kennen- und beherrschen lernen willst, macht die Beschäftigung mit gregorianischen Chorälen zwar in gewisser Weise Sinn, hilft dir aber nicht wirklich direkt wenn du über einen Metalsong solieren willst.

Bücher oder Websites über Musiktheorie gibt es schon, aber sie beziehen sich oft auf einen konkreten Musikstil.

Musiktheorie beschreibt universelle musikalische Sachverhalte (das macht sie so variabel und stark), aber sie beschreibt keine Spezialfälle wie man auf einem Instrument etwas bestimmtes spielt. Dafür ist der Instrumentalunterricht da. Du könntest z.B. Unterricht nehmen, dann lernst du soviel und so spezielle Theorie, wie für dich auf deinem Könnens- und Wissensstand und in deiner Situation hilfreich ist.

IMHO ist es für Hobbymusiker nicht sehr sinnvoll, Musiktheorie als Gegenstand selbst zu erlernen, sondern sie muß aus der Musikpraxis kommen, an der Musikpraxis überprüfbar sein und immer dazu geeignet sein, sie in der Praxis einzusetzen. Dabei kann ein Lehrer sehr helfen.

Harald
 
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Moin Harald, danke Dir :great:
Du, ich übe zur Zeit die Major Patterns, weil ich immer wieder beim nachspielen von Solos falsche Fingersätze hatte und technisch nicht gut genug war.

Jetzt sagte mein Lehrer: Pass mal auf :D!
Und dann erzählte er etwas zur Theorie der Major Patterns.
Das habe ich auch verstanden. Aber er machte es so umständlich, dass meine Birne sich anfühlte als hätte man zwei Capos gleichzeitig drauf gequetscht :D.
Ich habe es dann noch mal einfach, in meinen Worten formuliert und er war zufrieden.


Meinst Du das?
Man ist TECHNISCH an einer Sache dran, und verschafft sich dabei das THEORETISCHE Wissen dazu?

Das macht ja auch mehr Sinn als einfach so alles möglich zu pauken.

Was ich mache:
Ich lerne die Pentatonik, die Major Patterns und danach die 3 Notes per String Skalen.
Dann lerne ich die wichtigsten Akkordgruppen immer in zwei Lagen.
Ich weiß auch ungefähr, wie die Sachen funktionieren.

Ich spiele gern Blues a la Clapton & Rock/Metal.

Bin ich damit erst mal gut aufgestellt?
Oder was sollte ich noch machen?
Ich habe noch nie etwas eigenes geamcht, vielleicht kommt das später noch mal, hätte schon Lust.


Und: Alte Frage!
Viele super Musiker haben wirklich KEINEN SCHIMMER von Musiktheorie??!! Ehrlich?? Wie geht das denn?
Kennst Du ein paar Namen?

Danke Dir :great:
 
turko
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Viele super Musiker haben wirklich KEINEN SCHIMMER von Musiktheorie??!! Ehrlich?? Wie geht das denn?

Meine Meinung dazu ... (zu diesem alten, leidigen Thema):

JEDER gute Musiker hat davon eine Ahnung, sonst WÄRE er kein guter Musiker. Die Frage ist nur, ob diese Ahnung, dieses Wissen intuitiv funktioniert, oder durch gezieltes Studium erworben ist.
Der eine Tennisspieler tastet sich intuitiv und allein an die richtige Bewegung heran (durch Fehlversuche und Analyse dieser), der andere versucht, eine "angelesene" und "beschriebene" Bewegung korrekt nachzuvollziehen: "Richtig zum Ball stehen, zum richtigen Zeitpunkt ausholen, den Ball schön VOR dem Körper treffen, den Schläger nicht zu sehr in eine Richtung kippen, ..."
 
HaraldS
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Jetzt sagte mein Lehrer: [...] Und dann erzählte er etwas zur Theorie der Major Patterns.
Das habe ich auch verstanden. Aber er machte es so umständlich, dass meine Birne sich anfühlte als hätte man zwei Capos gleichzeitig drauf gequetscht :D.
Ich habe es dann noch mal einfach, in meinen Worten formuliert und er war zufrieden.

Das ist ja didkatisch nicht so prickelnd. Erstens sollte der Lehrer dir nur etwas erzählen, wenn dir das hilft, das Unterrichtsziel besser zu erreichen. Wenn das Ziel ist, daß du deine Patterns spielen lernst, ist eine Erläuterung der Theorie dahinter nicht unbedingt zielführend. Zweitens sollte er, wenn er schon was erzählt, es so tun, daß du es auch ohne Kapodastergefühl verstehst. Aber das ist eher ein didaktisches Problem fürs Ausbildungsforum.


Man ist TECHNISCH an einer Sache dran, und verschafft sich dabei das THEORETISCHE Wissen dazu?

Ja, in etwa. Genauer: man lernt soviel Musiktheorie, wie es für das eigene Tun sinnvoll und hilfreich ist. Speziell auf Harmonielehre bezogen (denn darum geht's ja hier im Forum): Wenn du Tonleitern übst, sollte irgendwann die Erweiterung zum Begriff der Skala kommen, also was eine Skala ist, welche es gibt und welche Skala in welcher musikalischen Tradition welche Rolle spielt. Insbesondere den letzten Punkt kann man über Jahre hinweg im Unterricht immer wieder thematisieren, aber eine gewisse Grundübersicht sollte beim Einführen des Skalenbegriffs mit dabei sein.

Was ich mache: Ich lerne die Pentatonik, die Major Patterns und danach die 3 Notes per String Skalen. Dann lerne ich die wichtigsten Akkordgruppen immer in zwei Lagen.

Außer Pentatonik sagt mir das alles überhaupt nix, weil ich keine Ahnung von Gitarre habe. Naja, etwas Ahnung schon, aber eben nur soviel, wie ich als Tastenspieler/Blechbläser/Schlagzeuger brauche. Nämlich: wie die Telefonnummer des besten Gitarristen für den nächsten anstehenden Job ist und welche Gage er haben will :)

Bin ich damit erst mal gut aufgestellt? Oder was sollte ich noch machen?

Musikalische Bandbreite ist immer gut, aber was dir in deiner Situation weiterhilft, kann dir am besten dein Lehrer sagen und am zweitbesten die Kollegen im Gitarrenforum.

Viele super Musiker haben wirklich KEINEN SCHIMMER von Musiktheorie??!! Ehrlich?? Wie geht das denn?

Halt ich für ein Gerücht. Ich sehe das ähnlich wie turko: jeder Musiker arbeitet mit einer Theorie seines Tuns, nur wie diese Theorie zustandegekommen ist und wie durchrationalisiert sie ist, ist sehr unterschiedlich. Und daß z.B. Popmusiker im Profisektor keinen Schimmer von der schulisch vermittelten Musiktheorie haben mag zwar sein, ist aber in keiner Weise ein erstrebenswerter Zustand. Ich höre auch von Profis gelegentlich den Wunsch, besser über Musiktheorie bescheid zu wissen, um das eigene Tun besser zu durchschauen und fundierter zu arbeiten.

Harald
 
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Vielen Dank für Deine Mühe, Harald, wirklich informativ :great:
 
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Ich glaube, mann muss erst "soweit" sein, dass man sich für Harmonielehre interessiert. Man kann als Hobbymusiker auch ohne Theorie Vieles erreichen. Mit der Zeit wird dieses aber langweilig und man sucht nach "mehr". Dann ist man soweit. Und dann sieht man erst, was es alles gibt. Mich hat diese Tatsache sowohl inspiriert als auch frustriert (zeitweise). Also am Anfang würde ich die Theorie nicht forcieren, außer du hast vor ein Profi zu werden.
 

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