Nobody Knows You When You're Down And Out

von Feiron, 27.06.10.

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  1. Feiron

    Feiron Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.10   #1
    Hallo!

    Ich hab mich jetzt mal an besagtes Stück gesetzt und hab einige Fragen dazu.

    Ich hab dabei 2 Versionen vorliegen:

    C E7 | A A7 | Dm A7 | Dm | F H7 | C A7 | D7 | G7 |

    und:

    C E7 | A A7 | Dm A7 | Dm | F F#dim | C/G A7 | D7 | G7 |

    Der unterschied liegt ja lediglich beim 5. Takt. Ich bin noch Anfänger in Sachen Jazz-Theorie, aber ich versteh das bisher so:

    Im 1. Takt (bzw. nur in der ersten Hälfte? Siehe letzte Frage) bleibt das Stück in C und wechselt dann über den Septakkord zu A-Dur im 2. Takt und dann zu Dm im 3. und 4. Takt.

    Im 6. Takt geht die Quintfall-Geschichte dann normal weiter, aber wie ist der Zwischenteil zu verstehen?

    Im 5. und 6. Takt bleibt das Stück doch weiter in Dm und das F wirkt einfach als die III und C als die VII oder?

    Hat das F#dim noch eine andere Bedeutung als für den chromatischen Effekt von F zu C/G?

    Was aber hat H7 in der ersten Version für eine Funktion? Das versteh ich bisher absolut nicht. Die starke Leitwirkung zu C ist mir klar, aber warum klingts nur mit der Septime A dazu wirklich gut und was ist das überhaupt für ein Akkord??

    Wie ist das E7 eigtl. zu verstehen? Das ist mir zwar schon in einigen Songs untergekommen, aber wirklich verstanden hab ich auch das noch nicht.

    Und noch eine allgemeine Frage zur Improvisation: An welcher Stelle wechsel ich nun eigtl. die Tonleiter? Nutz ich beim Improvisieren über einem der Septakkorde dann schon die Skala der neuen Tonika?
    Beispiel zur Verdeutlichung: In der ersten Hälfte des 2. Taktes improvisiere ich über A. In der zweiten auch? Oder wechsel ich dann schon auf die Skala von Dm? Letzteres erscheint mir logischer.

    Ich komm reinen Blues und das sind meine ersten Schritte zu "jazzigeren" Sachen. Über ein paar hilfreiche Antworten wär ich sehr dankbar.

    Grüße
     
  2. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 27.06.10   #2
    Das Stück steht in C-Dur und wechselt auch nicht die Tonart. Alle nichtleitereigenen Dur- oder Dominantseptakkorde sind Zwischendominanten. So, wie die Dominante zur Tonika leitet, leitet eine Zwischendominante zu einer anderen Stufe der Tonart. In einer Analyse schreibt man dann V7/II, V7/III,...
    (V7/II heißt V7 von II, und das heißt Dominante der Stufe II)


    E7
    . . . . . . . Dominante von Am => V7/VI
    A und A7
    . . . . . . . Dominante von Dm => V7/II
    F#dim
    . . . . . . . chomatischer Durchgang, er ersetzt an dieser Stelle D7, die Doppeldominante V7/V
    . . . . . . . Statt der Auflösung G kommt C/G. Aufgrund des Baßtons eine sehr stimmige Fortführung
    D7
    . . . . . . . Doppeldominante => V7/V

    B7
    . . . . . . . Dominante von Em => V7/III

    Auf alle Fälle wirkt B7 C ähnlich wie F#dim C/G. Der Baß bewegt sich im Halbtonschritt aufwärts.
    Der Ton b ist ein Leitton in C-Dur - die Bewegung b-c entspricht der regulären Auflösung des Leittons, in so fern läßt sich die Dominantwirkung erklären. Nimmt man zum B7 ohne Quinte g als Baßton hinzu, entsteht ein G+ (mit None). B7 kann also auch als G+ ohne Grundton aufgefaßt werden.

    Im Prinzip reicht es, wenn du bei der Improvisation die von der Tonart abweichenden Töne der Akkorde berücksichtigst.
    Die Chord Skala kannst du dir genau so ableiten. Du nimmst die Akkordtöne und füllst die Lücken mit Tönen der Tonart auf.

    Gruß