(noch ein) Anfänger (der Jazz spielen will) / Keyboard/Klavier / Lehrer ?

von Jazzmatazz, 18.01.08.

  1. Jazzmatazz

    Jazzmatazz Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.01.08
    Zuletzt hier:
    29.06.12
    Beiträge:
    16
    Ort:
    blinne Hesse
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 18.01.08   #1
    hallo Ihr Musiker...

    der Titel sagts schon aus - ich brauch wohl von allem ein bissel Hilfe & Info und obwohl schon ein paar Beiträge hier sehr intressant und hilfreich waren würde ich gerne auch nochmal meine Situation kurz schilden.

    Ersmal vorab...bin 40 Jahre und habe endlich Zeit das Thema Klavier / Keyboards lernen anzugehen. Ein paar Vorkenntnisse in Form von 1-2 Jahren Orgelunterricht in grauer vorpuberitärer Zeit kann ich zwar vorweisen...aber mein Status ist dev. Anfänger

    Gleich das erste Problem...der Anfänger will nix mit Schlager, Volksmusik, charts oder Schlimmeren zu tun haben...er liebt den Jazz und will zumindest irgendwann auch ein bissel in die Richtung spielen und improvisieren können.

    gut...los gehts. Fang an...ruft das Kleinhirn. Aber zuerst sei da die Frage geklärt Klavier oder Keyboard. - Ich hab bereits viele Stellungsnahmen zu diesem Thema gelesen, und ich kann für mich sagen, das ich keine Begleitautomatik haben will/muss, sondern das
    auch mein linke Hand etwas "bewegen" soll. (wie gesagt...Ich bin Anfanger)...Also sollte man mit dem Klavierunterricht anfangen sollte man meinen...aber.. ich fand für mich pers. das "Hämmern" auf dem Klavier immer zu anstrengend (rührt wohl vom
    Orgelunterricht her) sodass ich lieber auf einem Keyboard auch das Klavierfeeling lernen würde. Geht das ???

    Dann stellt sich mir nat. die Frage...wie lerne ichs am schnellsten, einfachsten und effektivsten ? Eindeutige Antwort im Forum war wohl der "Lehrer"...Gut, das würde dann wohl etwas ich Richtung Abendschule gehen (Hat jemand sowas schon gemacht und in welcher Gruppengröße wird dort unterrichtet...Vermute mal das Einzelzunterricht am effektivsten und auch am teursten ist. Was kostet so eine Stunde ca. ?? (Raum Frankfurt)

    Sodele...datt Keybaord. Welches ? Ich hatte mal nen M1 von Korg irgendwann in den 80ern, und das ist auch mein aktueller Wissenstand bei Keyboards/Synthis. Desweiteren ist zu klären: Keyboard oder muss es zum richtigen erlernen (irgendwann Richtung Jazz) wirklich eine HAmmertastatur sein, also ein Digital-Piano ? Als Preisspanne für den Hardware-Teil hab ich mir 1000 Euro gesetzt. (Es soll halt doch irgendwie auch "fett" klingen.

    Danke erstmal fürs zu-Ende-lesen meines Erstlings im Musiker-Board
    Im Anhang auch noch das ausg. Keyboards-Template
    Gruss
    Thomas


    (1) Welches Budget steht dir zur Verfügung?
    500_ bis 1000_ €
    [x] Gebrauchtkauf möglich

    (2) Ist bereits Equipment vorhanden, das weiterbenutzt werden soll?
    [ ] ja: __________________________
    [x] nein.

    (3) Wie schätzt du dich spieltechnisch ein?
    [x] Anfänger
    [ ] Fortgeschrittener
    [ ] ambitionierter Fortgeschrittener
    [ ] Profi (Berufsmusiker)

    (4) Wo setzt du das Instrument ein? (nur zuhause, auf der Bühne, im Studio...) Wie oft wird es bewegt? Wie viel Gewicht willst du maximal schleppen?
    --ZuHause_________________________________________

    (5) Zu welchem Zweck benötigst du das Instrument (Klavierersatz, als Workstation für die Band/für Musikproduktion, als Alleinunterhalter-Board...)
    --Klavierersatz, Workstation, fürs Seelenleben...___________

    (6) Welche Musik-Stile spielst du und in welchen Besetzungen?
    --z.Z. Keine...Wenn dann NoCharts....____________________

    (7) Welche Sounds benötigst du? Welche davon besonders wichtig? Soll dein Instrument "Spezialist" auf einem bestimmten Soundgebiet sein?
    --Klavier, und von allem Etwas___________________________

    (8) Welche Erwartungen stellst du an die Soundqualität?
    [ ] Naja, man soll schon das Klavier vom Banjo unterscheiden können...
    [x] Gute Sounds
    [x] Nur das Allerbeste!
    [ ] Besonders wichtige Aspekte: ___________________

    (9) Welche Instrumenttypen suchst du / kommen für dich infrage?
    [x] Hardware-Klangerzeuger mit Tastatur
    [ ] Hardware-Klangerzeuger ohne Tastatur (Rack)
    [x] MIDI-Masterkeyboard
    [ ] Software-Klangerzeuger

    (10) Welche Features sind die besonders wichtig?
    [x] Standard-Sounds (Piano, E-Piano, Orgeln, Streicher, Bläser)
    [ ] Synthese / Soundbearbeitung
    [ ] Sampling
    [auch] Sequencing
    [ ] Begleitautomatik
    [u.U.] Masterkeyboardeigenschaften
    [ ] Orgeldrawbars
    [ ] Lesliesimulation
    [u.U.] Eingebaute Lautsprecher
    [ ] Eingebaute Effekte (falls gewünscht, konkret: __________)
    [ ] sonstiges: ________________________________________

    (11) Welche Tastaturgrößen kommen für die infrage?
    [ ] 25
    [ ] 37
    [ ] 49
    [x] 61 (Standardgröße Keyboards/Orgeln)
    [x] 73/76
    [ ] 88 (Standardgröße Klavier)

    (12) Welche Tastaturgewichtungen- und Typen kommen für dich infrage?
    [ ] ungewichtet
    [x] (leicht-)gewichtet
    [was ist das?] Waterfall
    [auch Ahnungslos] Hammermechanik (eher schwer oder leicht gewichtet? [wenn dann leicht])

    (13) Hast du bestimmte Ansprüche an die Optik? (klavierähnliches Aussehen, wohnzimmertauglich, cooles Design...)
    --sollte zu meiner Ado-Gardiene passen....Nein !____

    (14) Sonst noch was? Extrawünsche?
     
  2. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

    Im Board seit:
    03.03.05
    Zuletzt hier:
    10.04.14
    Beiträge:
    4.890
    Ort:
    Recklinghausen
    Zustimmungen:
    750
    Kekse:
    29.296
    Erstellt: 18.01.08   #2
    Du benötigst entweder ein akustisches Klavier oder ein Digitalpiano. Die Standardverdächtigen bei den Digitalpianos ist die Yamaha P-Serie, die Kawai ES-Serie und die Roland FP-Serie. Wenn du Klavier spielen lernen willst, brauchst du unbedingt eine gewichtete Tastatur, alles Keyboard- oder Synthie-typische kannst du von vorneherein ausschließen.

    Es gibt viele Erwachsene, die früher E-Orgel gespielt haben und jetzt auf Klavier umsteigen - ich habe einige als Schüler. Das Tastengewicht ist eine gewisse Umstellung, aber nach ein paar Wochen hat man sich dran gewöhnt. Es ist ja auch gut, wenn ein Instrument einen gewissen Widerstand leistet - umso mehr Kraft kann man in sein Spiel hineinlegen.

    Bezüglich des Unterrichts: meiner Erfahrung nach (als Musikschul- und Privatmusiklehrer) nehmen Erwachsene beim Einstieg bevorzugt Einzelunterricht. Das muß nicht so sein, aber eine kompatible und langfristig sinnvolle Gruppe aus Erwachsenen zusammenzubekommen ist ungleich schwerer als bei Jugendlichen. Mach mal ein paar Probestunden bei Privatlehrern und (wenn möglich) an Musikschulen aus, dann sammelst du Erfahrung, welcher Lehrer dir welche Angebote machen kann. "Anfänger, 40 Jahre, mit Digitalpiano möchte Jazz-Klavierunterricht nehmen" ist eine durchaus gängige Situation, mit der jeder vernünftige Klavierlehrer was anfangen können sollte.

    Harald
     
  3. Distance

    Distance Mod Emeritus Ex-Moderator

    Im Board seit:
    22.07.05
    Zuletzt hier:
    13.03.15
    Beiträge:
    9.007
    Zustimmungen:
    836
    Kekse:
    20.854
    Erstellt: 18.01.08   #3
    Hallo und willkommen an Board :)

    Das sollte kein Problem sein, wenn du einen vernünftigen Lehrer hast. Damit steht und fällt das Ganze nämlich.
    Grundsätzlich ist es so, dass Schlager etc. vor allem im Standard-Keyboardunterricht gemacht werden, während im Standard-Klavierunterricht eher Klassik gemacht wird.
    Ein guter Lehrer ist aber in der Lage, den Unterricht an den Geschmack seines Schülers anzupassen, jedenfalls in weiten Teilen. Allerdings gibt es auch manche Stücke, die vielleicht nicht dein favorisierter Musikstil sind, aber dafür bestimmte Dinge (z.B. in der Technik) gut zeigen, bzw. eine gute Möglichkeit geben, das zu lernen.
    Das trifft natürlich auch eher für die Klassik als für die Schlager zu :D

    Vollste Zustimmung! Alles andere wird dich auf keinen Fall zufriedenstellen.

    Man kann sich an eine Hammermechanik-Tastatur ziemlich schnell gewöhnen, wie HaraldS ja auch schon sagte. Und dass sie Pflicht ist, sagte er ja auch schon, das würde ich auch so sehen.
    Mit einer Klaviertastatur hast du viel mehr Kontrolle über den Klang und kannst eine vernünftige Technik entwickeln, das trifft auf Keyboardtastaturen schlichtweg nicht zu.

    Lehrer ist auf jeden Fall Pflicht, wenn man mehr als "ein bisschen klimpern" will, und das scheint ja bei dir zuzutreffen ;)
    Möglichkeiten gibts da aber einige... Je nachdem wann du von der Arbeit kommst könntest du auch stinknormalen Unterricht durch eine Musikschule nehmen. Oder natürlich Privatunterricht, da ist man ja zeitlich noch etwas flexibler.
    Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, einen Lehrer zu finden, der dir das, was du willst, wirklich beibringen kann und will. Es gibt ja bekanntlich Leute, für die die einzig wahre Musik die Klassik ist und die nichts anderes akzeptieren - sowas wäre für einen Jazz-Begeisterten als Lehrer nicht so günstig ;)

    Kurz gesagt: Ja, außer du nimmst ein richtiges Klavier ;)

    1000€ ist leider garnicht so viel, wie man im ersten Moment denkt.
    Man kriegt da zwar natürlich Geräte für, aber ob die dem Anspruch genügen, sollte man zumindest überprüfen.
    Allgemein ist es eben so, dass ein Digitalpiano kein Klavier ersetzen kann (nichtmal die Digitalpianos für 3000€ können das), also quasi immer ein Kompromiss ist. Ob und in wie weit man diesen Kompromiss eingehen möchte, muss man für sich persönlich entscheiden und dementsprechend dann auch kaufen.

    Jetzt hab ich noch ein paar Kommentare zu deinem Fragebogen:
    Das ist leider unmöglich bei deinem Budget, insbesondere weil du ja nicht bloß Klavier, sondern noch mehr willst.

    Das ist bei deinem Budget nicht mit gutem Klavierklang und guter Tastatur vereinbar, d.h. es gibt in dem Bereich zwar Geräte mit Sequencer, aber die haben dann meist garkeine Hammermechanik-Tastatur und auch keine Klaviersounds, die dem Anspruch gerecht würden...

    Die wirds auf jeden Fall nur in einem Stagepiano geben, nicht in einem Homepiano (mit Holzverkleidung usw.), halte ich aber für durchaus sinnvoll!

    Ein Punkt, an dem sich die Geister scheiden: Ich bin absolut gegen eingebaute Lautsprecher, wenn man nicht vorhat, 3000€ auf den Tisch zu legen.
    Der Grund: Es hat keinen Sinn, Geld dafür auszugeben, wenn es schlecht ist, und das ist es leider im Normalfall. Da kauft man dann ein Gerät mit wirklich guten Sounds etc., die aber garnicht vernünftig rüberkommen, weil die Lautsprecher das mit Abstand schwächste Glied der Kette sind.
    Von daher empfehle ich immer, ein Stagepiano zu kaufen (obwohl es schwachsinnigerweise auch da welche mit eingebauten Lautsprechern gibt - die meine ich natürlich jetzt nicht primär) und das extern zu verstärken. Das kann über Kopfhörer geschehen oder über die Stereoanlage (wenn man vorsichtig mit den Pegeln umgeht), oder aber über eine richtige Abhöre, z.B. günstige Studiomonitore.

    Es gibt fast keine Geräte mit Hammermechanik-Tastatur und weniger als 88 Tasten, und die, die es gibt, kommen für dich eher nicht in Frage.
    Du wirst also wohl 88 Tasten nehmen müssen, was aber auch dringend zu empfehlen ist. 61 ist jedenfalls viel zu wenig, wenn man mit beiden Händen spielt.

    Waterfall ist eine bestimmte Tastenform, die vornehmlich bei Orgeln (Hammond-mäßig) zum Einsatz kommt. Dabei fehlt an den Tasten die kleine "Nase" an der Vorderseite.
    Hammermechanik ist eine Tastaturmechanik, die, wie bei einem echten Klavier, Hämmer bewegt, die ein gewisses Gewicht haben usw. Nur dass sie beim Klavier auf Saiten schlagen und beim Digitalpiano nicht. Hammermechanik-Tastaturen sind die einzige Möglichkeit, ein einigermaßen Klaviernahes Spielgefühl zu vermitteln - und von daher für dich Pflicht ;)

    So, ich hoffe das hilft dir weiter :)
    (Und ich hoffe, es hat nicht in der Zeit wo ich getippt habe schon jemand anders alles gesagt :eek: )
     
  4. Jazzmatazz

    Jazzmatazz Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.01.08
    Zuletzt hier:
    29.06.12
    Beiträge:
    16
    Ort:
    blinne Hesse
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 20.01.08   #4
    hallo HaraldS und Distance...
    vielen Dank erstmal für Eure ausführl. Antworten...Hat mir schonmal sehr geholfen.
    Ich denke auch ich werde mich an den Digital/StagePianos rantasten.
    Beim Studium des Forums findet man ja sehr viele Infos...
    werd berichten, für was ich mich entscheiden werde...
    bis denne
     
  5. Jazzmatazz

    Jazzmatazz Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.01.08
    Zuletzt hier:
    29.06.12
    Beiträge:
    16
    Ort:
    blinne Hesse
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 24.01.08   #5
    hallo...

    will mal kurz zwischenberichten (nachfragen)
    Hab diese Woche ein paar Digitalpianos getestet (bzw. mehr oder weniger die Tasten gedrückt)

    Darunter waren die o.g. Yamaha P`s Rolands und Kawai.
    PErs. fand ich den Kawai KS4 am besten. Zwischendurch hab ich dann auch mal die"normale" Platik-Keyboard-Tastatur getestet, und festgestellt, das es zwar etwas schneller mir der rechten HAnd über die Oktaven geht...aber das Ganze auch Fehleranfälliger ist.
    Es steht fest: 88 Tasten und Hammertechnik muss es schon sein.

    Soweit so gut...Mein Limit von 1000 Euro wäre dabei auch abgedeckt.
    Jetzt gibts da ja aber noch diese Workstations mit 88 gewichteten Hammertasten...

    Zum einen, die Alesis Fusion 8Hd (999,-) und Yamaha Mo8 (1350,-), welche nat. noch mit ein paar Spielereien etc. daherkommen aber auch ne 88er Hammertastatur besitzen.
    Wie gesagt...Leider konnte ich die bisher noch nicht testen, aber reizen würden Sie mich schon.
     
  6. stefan64

    stefan64 HCA Tasten HCA

    Im Board seit:
    05.11.03
    Zuletzt hier:
    11.12.16
    Beiträge:
    2.551
    Ort:
    Stuttgart
    Zustimmungen:
    39
    Kekse:
    2.382
    Erstellt: 24.01.08   #6
    Hi Jazzmatazz -
    gute Idee - und das wird auch klappen mit dem Jazz.
    Wobei - gerade für Jazz solltest Du überlegen Dir ein akustisches Klavier zuzulegen. Denn es hat, gerade beim Anfänger, entscheidende Vorteile in der Soundbildung und dadurch Hörgewohnheiten. Mein Tip: Mietkauf bei einem renommierten Klavierhaus.
    Mit jedem Kompromiss (DigiPi - Workstation - Synth) wirst Du nicht so gut vorankommen und der Wertverlust ist enorm.
    ciao,
    Stefan
     
  7. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    18.09.04
    Zuletzt hier:
    1.09.16
    Beiträge:
    2.486
    Ort:
    Münster
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    1.193
    Erstellt: 24.01.08   #7
    Ich schließ mich meinem Vorredner an. Sofern das deine Wohnsituation zuläßt (Platz, Nachbarn, Treppen) würde ich auch ein Klavier mieten.

    Wenn das nicht möglich ist: Das Kawai ES4 ist ein sehr brauchbares Instrument, da kannst du ruhig zuschlagen, wenn es dir gefällt. Diese Workstations sehe ich eher ein bißchen skeptisch. Den MO find ich vom Klaviersound nicht wirklich prickelnd während ich den Fusion noch nie angespielt hab. Grundsätzlich sind die halt nicht zum Klavierüben zu Hause optimiert, sondern für eine große Soundvielfalt und Durchsetzbarkeit auf der Bühne und im Studio.
     
Die Seite wird geladen...

mapping