Noch eine Gate-Frage... Hilfe!

von MP_Cap, 17.07.08.

  1. MP_Cap

    MP_Cap Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.08   #1
    Hallo zusammen!

    Ich brauch mal Hilfe von erfahrenen Live-Mischern. Kurze Schilderung des Problems:

    Der Live-Sound meines Drumsets gefällt mir nicht wirklich. Vor allem bei der Bassdrum fehlt der Druck und die übrigen Trommeln schwingen recht lange nach, sodass ein eher undefinierter Klangteppich entsteht. Das Schlagzeug ist ein Basix Custom, welches über ein Soundcraft LX7 an eine HK Projector geht. Also im Internet schlau gemacht und in logischer Konsequenz auf ein Noisegate gestoßen. Die Theorie klingt soweit schlüssig: Mit dem regelbaren Treshold wird das Nachschwingen des Felles abgeschnitten, sodass nur der eigentliche Attack der BD verstärkt wird. Idealerweise sollte man dann zu dem Sound kommen, wie ich ihn eigentlich schon immer haben wollte: ein kurzer Rumms aus den Subs, den man nicht nur hört, sondern auch spürt, bis ans andere Ende vom Zelt.

    Also das Behringer Multigate besorgt und beim letzten Gig ausprobiert. Aber ich war eigentlich eher enttäuscht, denn das Gate brachte auch nicht ganz den gewünschten Effekt. Das liegt aber daran, das ich von der Praxis eher weniger Ahnung habe. Der Ton der aus der Anlage kam, war ja soweit ok. Das einzige Problem war, dass sofort ein Peak am Mixer angezeigt wurde. Wenn das Gate runtergestellt wurde, war auch der super sound weg. Hier deshalb meine Fragen:

    1. Kann mir jemand bitte mal sagen, wie ich vorgehen muss, wenn ich ein solches Gate einstellen will? Also was muss ich als erstes tun, als zweites... Im Manual von Behringer steht nicht so sehr viel zur Schlagzeugabnahme, auch in der SuFu kam ich nicht wirklich weiter. Auch wie ich den Ton in der Gesamtheit einstellen muss (also ob zuerst EQ, Gate, Comp oder zuerst Gate,Comp dann EQ). Worauf muss ich hören?

    2. Wir haben auch noch einen Kompressor für die BD verwendet. Welches der Geräte muss in der Reihenfolge zuerst kommen? Erst das Signal komprimieren und dann gaten oder erst gaten und dann komprimieren?

    3. Wie kritisch ist dabei die Stimmung und Dämpfung der Trommel und vor allem die Position des Mikros?



    Bevor die Fragen kommen: Die Trommeln sind alle gut gestimmt und mit Dämpfungsringen gedämpft bzw. in der BD liegt ne akustische Dämmmatte. Das BD-Mikro ist zwar kein Markenprodukt, aber es ist wenigstens ein dynamisches Großmembranmikro (Beta 52a-Kopie von Stagg).
    Ich weiss echt keinen Rat mehr. Aber das kann doch eigentlich so schwer nicht sein. Denn da kann ich mich gut an einen Auftritt erinnern, als wir bei einem Bandcontest auf der Anlage einer größeren Band spielten (Dynacord V-System). Die Bassdrum des von einer anderen Band gestellten Schlagzeugs klang ohne Abnahme als ich davor saß einfach nur grausam (matschig und mit vielen Obertönen). Sie wurde nicht abgedämpft. Lediglich das verwendete Beta 91 lag auf einem kleinen Stück Schaumstoff. Wenig später fing die erste Band an zu spielen und ich dachte mir: "Haben die die BD ausgetaucht???" Aus der Anlage kam ein wahnsinns Druck, trotz der schlecht klingenden Bassdrum.
    Noch ein Beispiel: Ich war beim Soundcheck einer Band, die gestellte Technik bekommen hatten. Das Mikro in der BD war ein Beta 52a, die Anlage konnte ich leider nicht genauer identifizieren (aber die hatte 6 15" Subs). Wieder eine Überraschung. Obwohl die Bassdrum im Vergleich zu den anderen Instrumenten zeimlich leise gepegelt wurde, konnte ich sie in einer Entfernung von etwa 5m zum Bühnenrand eindeutig fühlen! Es war einfach nur ein kurzer, knackiger "Rumms", der aber keinen eindeutigen Ton hatte, sondern irgendwie ungerichtet aus den Boxen kam. Als ob die Membranen einfach nur auslenken würden... Leider hab ich es verpasst den Techniker zu fragen...

    Das ist doch alles keine Zauberei!? Haben die etwa noch irgendwelche Effektgeräte (Subharmonics oder so)? Das muss doch alles mit den Geräten Gate und Comp gehen?
    Was ist das Geheimnis? :confused: :confused: :confused:

    Ich bin dankbar für jede hilfreiche Antwort!


    Mfg Martin
     
  2. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.07.08   #2
    Weder noch.
    es hat vorallem mit der Qualität der Trommeln, der Stimmung, der Abnahme und dem EQing zu tun.

    Ein Gate oder Kompressor macht da nur den letzten Schliff.
     
  3. MP_Cap

    MP_Cap Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.08   #3
    Hi

    danke erstmal für die Antwort! Aber dann verstehe ich trotzdem nicht, wie die es geschafft haben, aus einer schlecht klingenden Bassdrum einen Monster Bums rauszubekommen...
    Ich denke, das mein kit gut gestimmt ist und alles was die Quali der Kessel angeht kann ich ja eh nichts beeinflussen.
    Deswegen: Wie geht man vor beim Abmischen der Bassdrum? Erst EQ und dann Gate/Comp oder andersrum? Und hat es einen Einfluss ob ich zuerst mit dem Gate ins Insert gehe oder mit dem Comp?
    Wie machen die Live-Techniker das?

    Martin
     
  4. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.07.08   #4
    Ich kann das von hier nicht analysieren dafür bin ich zuweit weg. Aber was ohne Gate nicht klingt, klingt auch nicht mit Gate besser.


    Vielleicht hast du auch einfach nur die eine Bass-Drum als schlecht klingend empfunden. Und dann kommt es auch immer noch auf den an der das Teil bedient.
     
  5. der onk

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    Erstellt: 17.07.08   #5
    Dieser Aussage würde ich nicht wiedersprechen, wenn es nicht gerade um eine BD ginge...

    Da haben wir mal den typischen Vertreter eines Instruments, dessen Natursound (zumindest im Heavy-Rock-Pop-Bereich) relativ wenig mit dem zu tun hat, was man unter gutem BD-Sound versteht bzw. via potenter PA erwartet. Dieser Sound entsteht ja erst durch Mikrofonierung an einer Position, wo "das Ohr nicht hinkommt" mehr oder minder kräftiges EQing und Veränderung Hauptsächlich des Ausschwingverhaltens.

    Man kann da schon einiges tricksen und zur Not kommt halt der Transient-Designer zum Einsatz. Außerdem hat wohl jeder Musiker die Tendenz, eigenes Instrumentarium als wertiger zu erachten, und sei's nur aufgrund der Vertrautheit. So kann man auch mal einer als schlecht empfundene BD Unrecht tun. Gerade kleine Kessel werden da meist unterschätzt, obwohl live oft echte Waffen...


    domg
     
  6. RaumKlang

    RaumKlang Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 18.07.08   #6
    Ich fühle mich mal angesprochen...


    1. Kleine Bassdrum kaufen. 18-20" ist hübsch.
    2. Kiste stimmen
    3. Korrektes Mikro verwenden.
    4. Bude stimmen
    5. Ausreichend Membranfläche (PA) hinstellen
    6. Set stimmen
    7. EQ sinnvoll einsetzen

    Außer bei total verkorsten Sets - wo es zusätzlich auch noch schnell gehen muß - oder üblen Räumen brauche ich so gut wie nie ein Gate auf der Bassdrum.
    Eher schon mal auf schwingenden Toms.


    Erst gaten, dann komprimieren. Wobei ich letzteres für keine gute Idee halte. Zumindest dann nicht, wenn man keinen Plan hat, was man da gerade tut.
    In dem Fall wird durch die Kompression alles nur noch schlimmer.
    Versuch erstmal, mittels Mikro, Position, Master-EQ und Kanal-EQ einen brauchbaren Sound zu bekommen. Dann reden wir über Gates und Kompressoren.


    Du hast soeben die wichtigesten Punkte für einen brauchbaren Bassdrumsound gefunden. Herzlichen Glückwunsch.

    Dämpfung: Möglichst wenig. In den meisten Fällen reicht eine _kleine_ zusammengelegte Decke im unteren Viertel des Kessels, die geradeso eben die Felle berührt vollkommen aus.
    Die sorgt dafür, dass die Felle ein wenig gedämpft werden.
    Zu viel Dämpfung macht jeglichen Attack kaputt.
    Manchmal machen sich auch ein paar Ziegelsteine in der BD ganz gut...
    Spielst Du mit der Filzseite oder der Plastikseite des Klöppels?
    Falls Filz: umdrehen!


    Die Dinger mochte ich noch nie - auch nicht das Original oder D112.
    Da ich mir mit den Dingern regelmäßig einen Wolf schraube, habe ich sie in die Ausschlußliste aufgenommen.
    Lieblinge: Audix D6 und Shure Beta 91. AUch gerne gesehen: Sennheiser oder Astatic Grenzfläche.
    Nein, die Thomann-Grenzfläche taugt nicht :-)


    Deshalb benutze ich in 99% der Fälle ein Beta 91. Allerdings brauchts da wirklich Membranfläche und potentes Amping, sonst bringt auch das nichts.
    Grober EQ dafür:
    Low-Shelf +6...10dB
    Low Mids (ca. 250Hz) -6dB
    High Mids (ca. 5kHz): +3dB
    High Shelf: +3dB

    Das funktioniert bei halbwegs gestimmter Trommel mit Beta 91 fast immer, mit kleinen Variationen.


    Gutes Mikro, passendes EQing, potente PA.
    That's it.
     
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