oldshool keramik vs. Neodym

von dodl, 04.07.08.

  1. dodl

    dodl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.07.08   #1
    So extra fuer scully....

    Ja, warum hab ich teilweise Chassis mit Keramikmagnet im Einsatz, obwohl es soviele ND Chassis gibt?

    Beim Hochtoener wars einfach so, dass ich einen bewaehrten, belastbaren, und vor allem Dingen sehr haltbaren treiber suchte.
    Favorit war lange Zeit der 1480 von 18sound. Dass es trotzdem der DE750 wurde liegt in erster Linie daran, dass mich die paar Resonanzen >12k nicht stören, dass ich sicher wusste, dass der Treiber richtig was an Misshandlungen aushaelt und dass ich einen äusserst guten Draht zum B&C Vertrieb habe. Besonders wichtig war mir dabei immer ein möglichst heftiges Brett im bereich 2-4k und eine eher tiefe Trennfrequenz. Das ganze musste mit 2 recht effektiven 12" mithalten und da gibts dann garnicht soviel Auswahl. Am wichtigsten dabei immer die Stimmwiedergabe bei Livebands.
    Wir haben dann lang hin und her ueberlegt ob wir das hightech Ding nehmen (1480) oder den "Traktor" (DE750) und da meine Anlage meist an der Grenze zum Clipping der Amps läuft wurde es halt aus rein pragmatischen Gruenden der Traktor :)
    Dass der noch fast 100€ billiger war als der NSD1480 war durchaus ein angenehmer Nebeneffekt.

    Bei den Bässen gabs garkeine Alternative. Möglichst leichte Membran, viel Nutzbass, hohe Effektivitaet. Ich brauch live nix unter 40Hz. Aber ich brauch nen flotten Antritt bis deutlich ueber 100Hz. Und da gibts fast nichts mehr. Alle ND Chassis mit Mms im bereich 200g, Trennfrequenzen >100Hz eher nicht ratsam. Eventuell der Obertöner, aber den verweigere ich wegen dem seltsamen Vertrieb. Ich brauch eine 100% zuverlässige Quelle und ordentlichen Support wenn was anliegt. Da blieb dann auch nurmehr der 18LW800 oder der 18PS76. Da ich sowieso eine gewisse B&C Affinitaet habe wurde es dann der PS76. Und ja, der kann aber ganz ordentlich zulangen. man muss nur die T/S selber nachmessen, oder man orientiert sich an den Messungen auf prodance.cz, sonst faellt man mit dem Gehäuse auf die Nase.

    Mittelton ist eh ND geworden, da tut sich ja doch einiges aber im bass gibts das was ich brauche eigentlich nirgends mehr, ausser die beiden genannten Chassis.
    Im Hochton koennte man durchaus diskutieren. Die RCF 1,4" die ich so gehoert habe, haben mich aber weniger begeistert, der 1480 kostet nicht gerade wenig um ihn mal auf Verdacht einzukaufen, Beyma hat sich nie bei mir gemeldet, Oberton faellt bei mir wieder wegen dem vertrieb durch - viel Auswahl gibts dann nimmer.

    Das ganze lief halt immer unter der Devise eine möglichst laute und hier vor allem im Mitteltonbereich potente Anlage mit ordentlichem Tiefmittenbrett zu bauen. Und ja, das hat auch ganz gut geklappt :)
    Ist tatsaechlich etwas oldshool, die VT212 laesst gruessen, im Bass am ehesten mit dem C7 Sub zu vergleichen, das Top sicher besser als C7. Auch hier wieder wegen der Mitteltonwiedergabe. Und gerade der 750er langt ab 1,2k richtig zu, wenn wir uns dem Maximalpegel naehern muss ich am EQ dezent bei etwa 5-5,5k mit Q1,4 was rausziehen. Dann spielt das wunderbar und fuer einen alten Blech 2" ueberraschend unaufdringlich. Beim bass musste es einfach ein Leichtfuss sein, denn ich muss recht hoch trennen zu den 12" in CB.

    Alternative im HT also eventuell ein aktueller 18Sound, den ich aber fuer viel geld auf Verdacht kaufen haette muessen, im Bass seh ich garkeine bei meinen Anforderungen. Immerhin macht der 18" schon bei 600W Maximalhub (und damit entsprechenden Pegel) und er läuft akustisch bis 160Hz rauf. Und das krieg ich mit keinem aktuellem ND Bass hin. Und die ganzen 15" Bassschassis haben dann zwar eine leichtere membran, aber dafuer weniger Antrieb. So hab ich dann auch nix gewonnen.

    cu
    martin
     
  2. Scully

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    Erstellt: 07.07.08   #2
    Moinmoin,

    ich denke, du hast da nen guten weg gewählt, eins der, zumindest für mich, schlagendsten argumente siehst du ja ähnlich wie ich: guter draht zum lieferanten => im falle des falles guter, schneller und unkomplizierter support.
    ich habe für mich da allerdings ein grundlegend anderes konzept gewählt.
    ein bass mit recht hoher mms, niedrig resonierend, weil ich es schon toll finde, wenn auch die angespielte h-seite meines bassisten noch präsent im raum steht und irgendwo knapp unter der magengegend grummelt. dazu nen hochbelastbaren bass mit 100er coil, der zwar bei niedrigeren leistungen unter 500-600watt definitive nachteile hat, dann bei etwas mehr schub aber mangels powercompression richtig vorwärts geht. da gibts das neodymprogramm einiger hersteller doch durchaus nette möglichkeiten her... ordenlich antritt im im kickbereich und eine präzise als zwei schläge empfundene double-base gehen mit den woofern allerdings auch sehr gut... also vom antritt habe ich da zumindest keine probleme.
    aus meinen persönlichen erfahrungen kann ich sagen, dass meinem akustischen empfinden nach eine möglichst niedrige trennfrequenz am angenehmsten ist, daher versuche ich die topteile immer möglichst niedrig anzukoppeln, meistens so bei 80-90 hz, den rest dürfen gerne die topteile machen... sehe bzw. höre ich einen klaren akustischen vorteil drin. daher hab sind meine topteile auch alle auf ungefähr diesen bereich getunt, was auch bei den 12"1,4" und doppel 12"coaxen wunderbar funktioniert.
    das mit dem mitteltonbrett, grade knapp über 2k habe ich bei mir eher als problem identifiziert, da das gehör grade in dem bereich doch sehr empfindlich auf überhöhungen reagiert und ich lautsprecher, die einen schmalen filter bei 2,5k sehen als erheblich weniger aufdringlich empfinde und das meistens auch so im weichensetup berücksichtigt ist... speaker mit starkem überhang in dem bereich habe ich immer als zwar sehr präsent aber häufig auch unangenehm empfunden.
    was den ht-bereich anbetrifft, habe ich einiges rumprobiert und bin zu dem schluss gekommen, das der 1480 grade mit der nsd membrane der bisher angenehmste und unkomplizierteste zeitgenosse ist, keine probleme und auch von dem noch keiner kaputtgespielt.
    meine zielsetzung war, systeme zu benutzen, die keine aufwendiges eq-ing erfordern und in 97% aller fälle mit der bandbegrenzung zwischen 30 und 80hz beim bass und dem hp bei 80hz fürs topping als einzigem controllereingriff schon super laufen. grade weil doch häufig die operator wechseln und verschiedenste erfahrungsstände haben, auf deutsch gesagt, einigen traue ich nicht zu die richtigen filter zu betätigen... und halt der von mir ja mitlerweile echt liebgewonnene vorteil der leichten speaker, für den ich zugeben muss, ich wahrscheinlich sogar bereit wäre nen kompromiss einzugehen, was aber bisher nicht nötig war.
    das war so der hintergedanke anhand dessen ich meine komponenten selektiert habe und mit dem ich im moment eigentlich ganz gut fahre.
    allerdings wie immer der alte aber doch irgendwie ware spruch mit den vielen wegen nach rom und so ...

    MfG,

    Scully
     
  3. Rockopa

    Rockopa Globaler Moderator Moderator

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    Erstellt: 07.07.08   #3
    Genau das ist es was ich auch liebe und auch ich habe bisher noch keinen Nachteile bemerkt.
    Seid dem ich die PS15 Bässe habe mit dem 15 ND930(der im Party-PA-Forum kaum Freunde findet) möchte ich nichts anderes mehr mitnehmen.
    Der eine 15" Achenbach (15 LW 1401) den ich habe wird wohl keinen Bruder mehr bekommen.
    18" sind angedacht leider kann ich mich noch für kein Chassis so richtig durchringen.
    In der engeren Auswahl sind RCF LF 18 N401 oder z.B auch das PDN 18 SB40 leider habe ich da noch keine Bezugsquelle für die 4 Ohm Version gefunden die es aber laut Hersteller geben soll.
    Eigentlich bin ich ja ein Freund von 18 sound Chassis(gute Erfahrungen gemacht)aber die Preise(VK) halten mich da meistens von ab.
    Richtig
     
  4. dodl

    dodl Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #4
    Hallo,

    2 Anmerkungen dazu nur....

    Mitteltonbrett meinte ich nicht, dass dort Überhöhungen waeren. Aber klirrarm uebertragen muss es der Treiber, auch bei Extrempegeln. Und da hab ich eine Weile rumprobieren muessen, bis ich was passendes hatte. Gerade die 1" fielen alle komplett durch. Obwohl immer runtergebetet wird, dass sie das packen. Tun sie fuer mich nicht.
    Die Box muss mich schon anspringen, sonst gehen Saenger im Gitarrenmatsch unter.
    Ansonsten hab ich die Anlage flat, nur dem HT helf ich >12k ein bissl. Bzw zieh an der Resonanz dezent raus.

    Die hohe Trennfrequenz zu den Tops muss ich so fahren, weil mir die 12er in CB nicht unter 120Hz spielen, besser noch 140Hz. BR im Top verweigere ich. Und da wir eh meistens Buehnen haben, wo ich die Tops nicht fliegen wuerde, passts im Groundstack mit den hohen Trennfreuqnzen. Mit schweren pappen geht das natuerlich nicht. Das war dann auch der Grund warum ein flotter Leichtfuss hermusste :)
    Wobei ich fuer Konserve auch ein eigenes Setup mit einer Trennfrequenz um die 100Hz hab. Live nutz ich die Tiefmitten aber ganz gern mit.

    cu
    martin
     
  5. Scully

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    Erstellt: 07.07.08   #5
    Moinmoin,

    @ rockopa:

    ein auch in 4 ohm lieferbarer echt netter 18"er aus dem 18-sound programm wäre der 18ND9310/4, der ist zwar mit einem aktuellen marktpreis von um 350,- euro etwas teurer, kann aber auch einiges.

    müsste man mal gegen den rcf testen, könnte mir beim überfliegen der parameter aber vorstellen, da durchaus was mit reissen zu können.

    @ dodl:

    nur so aus interesse, warum kein br im topping? ich sehe die nachteile da irgendwie noch nicht. das in einem konventionellen stack die trennfreuquenz von 130hz auch klar geht ist vollkommen richtig, aber was spricht gegen ventilation eines speakers und der damit etwas weniger stark tragenden powercompression und dem daraus folgenden dynamikvorteil?

    MfG,

    Scully
     
  6. dodl

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    Erstellt: 07.07.08   #6
    Na das muss ich jetzt vorsichtig formulieren, sonst wirds ein Popcorn Thread :)

    Also ich wusste eine Zeitlang nicht richtig, was mich an den Tops stört. Nicht nur an meinen, auch viele gekaufte. Bis mir der Bernd aus dem paforum sagte ich soll mal CB versuchen. Und siehe da - beim Probehoeren mit CD war ich erstmal enttäuscht, weil eigentlich fehlte jetzt was. Aber dann, bei den live acts und hohem Pegel. Das was ich vorher mit "anspringen" meinte. Was bei den BR Tops eher verhalten kam, oder wenn bei den Vocals im grundtonbereich "etwas nicht stimmte", das war plötzlich weg.
    Ich hör das mittlerweile stark raus und es stört mich wahnsinnig.

    Oft liest man von "Müll" aus den Ports. Ich weiss garnicht obs das ist. Fast tippe ich aufs veraenderte Verhalten der Membran beim Einschwingen. Da vergehen bei BR schon ein paar Halbwellen mehr bis die eingeschwungen ist. Bei CB nehm ich deutlich mehr von der ersten Wellenfront mit. Und drum hauts einem in CB viel unvermittelter eins auf die nase.
    Man kann auch Vocals und Instrumente in unmittelbar benachbarten Frequenzbereichen deutlich differenzierter rausstellen.
    Von daher hab ich mit der CB eher mehr Dynamik. Zumindest subjektiv. PC kuemmert mich live nicht viel, da sind die Crestfaktoren so hoch, dass ich diesbezueglich noch nie Probleme hatte.

    BR vs CB vergleich ich immer gern mit den Hüllkurven auf Synthesizern. Einmal hab ich eine eher langsam ansteigende (lange Attackzeit), in CB eine wesentlich steiler ansteigende.
    Das lässt sich auch optisch zeigen, wenn man einen Audioeditor hernimmt (ich nehm immer Soundforge), dann schickt man Sinusbursts aufs Chassis und nimmt im Editor auf. Da sieht man dann recht eindrucksvoll an der Kurvenform was ich meine.
    Zwar koennte man jetzt die BR so tief tunen, dass der Port nicht mehr ins Gewicht faellt, dann ist aber im relevanten Bereich die Response gleich einer CB und man hat nix gewonnen.

    cu
    martin
     
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