P90 oder PAF fetter in Les Paul

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Hallo zusammen.

Ich habe zur Zeit einen ToneRider Alnico4 mit 8,3K DC-R in der Bridge meiner Les Paul. Ich habe allerdings den A4-Magneten gegen einen A5 ausgetauscht.
Der Pickup klingt mir irgendwie etwas zu schlank.

Ich habe ein Auge auf einen ToneRider Rebel 90 P-90 im Humbucker-Format geworfen. Der hat 2 A2-Magnete und 9,3k DC-R.

Kann der P90 fetter klingen als der PAF?
Alnico 2 ist ja schon mal etwas mittiger als A5, und die DC-R ist auch höher, der Output sollte also etwas größer sein.
Die Frage ist halt, ob der SingleCoil trotzdem dünner klingen muss...
Ausprobieren möchte ich den Rebel 90, weil P90s ja immer etwas Rotz mitbringen und für alles mit weniger Gain als Metal gut funktionieren sollen.
In meiner SG kann ich mir den P90 auch gut vorstellen (Pete Townshend, Santana...)

Ich hatte auch schon einen Alnico 2 im Bridge-PAF, das war mir aber zu arm an Höhen.
In der Bridge habe ich immer einen ToneRider Alnico 2, der entspricht da recht gut meinen Wünschen.

LG André
 
Eigenschaft
 
Generell sind P90 im Vergleich zu HB eher etwas schlanker, dafür lebendiger mit mehr Höhen und Betonung in den Mitten. Das ist die pauschale Aussage. Aber natürlich gibt es wieder Unterschiede bei den verschiedenen Modellen der verschiedenen Anbieter. Und dann kommt es ja auch auf die Gitarre an.
Da wirst du probieren müssen
 
Trial and error... Da muss man einfach probieren.
 
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'Fatness' (was auch immer das sein mag) ist von der genauen Konstruktion abhängig, nicht von der Art PU. Zur Konstruktion zählt auch entscheidend die äussere Beschaltung eines PUs.
 
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Wahrscheinlich dürfte ja der Alnico 2 in den Mitten kräftig andicken, während die P90-Bauform für etwas mehr Biss in den Höhen sorgt als beim PAF, vermute ich...
 
Das hängt vom restlichen PU-Konzept ab. Es gibt auch Alnico 2-PUs, die Biss in den Höhen haben. Den Gibson Burstbucker 3 empfand ich immer als etwas harsch in den Höhen und der ist ein leicht überwickelter PAF.

Die DC sagt gar nicht so viel aus, wie man denkt. Die Dicke des Drahtes spielt auch eine Rolle. Bei PAFs nimmt man in der Regel AWG 42, der ist aber ab einer bestimmten Wicklungszahl zu dick, um ihn auf die Spulen zu bekommen. Weiter geht es mit AWG43 (z.B. Duncan Custom-Reihe) und AWG44 (z.B. SH-4 JB).
Zwei Humbucker haben z.B. eine DC von 9K. Einer ist mit AWG42, der andere mit AWG43 gewickelt. Der mit AWG42 wird einem "heißer" vorkommen mit mehr Höhen, der mit AWG 43 sollte etwas rundere Höhen und mehr Mitten haben.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass 8K mit AWG43 in etwa 6,3-6,5K mit AWG 42 entsprechen. Geprüft habe ich das nicht.

Ein gutes Beispiel sind z.B. auch Tonerider TRT-1 und TRT-2. Der TRT-1 hat Alnico 5-Polepieces und eine DC von 6,5K (Bridge). Der TRT-2 Alnico 3-Polepieces und eine DC von 9,2K. Der 1er hat ein Mittenloch und stark ausgeprägte Bässe und Höhen. Der 2er ist etwas runder, wärmer und mittiger. Wenn man jetzt aber denkt, dass er auch "heißer" und lauter ist, ist man auf dem Holzweg. Der 1er ist mit AWG42 und der 2er mit AWG43 gewickelt.

Wenn der Tonerider mit dem Alnico 5 immer noch zu schlank klingt, würde ich einen Alnico 8 testen. Das Mittenloch wird gestopft, die Bässe straffer, die Höhen bleiben schön rund und der Output ist etwas höher und kräftiger (die DC bleibt gleich, da die Länge der Drähte sich ja nicht ändert). Der Vintagecharme bleibt aber erhalten. Die "federnden", "weichen" Bässe der Alnico 2 Variante gehen dann natürlich verloren.

Potis mit höheren Werten bringen auch mehr Höhen. Anstatt 500K kann man auch mal 1M ausprobieren. Das hat schon so manchem PU zu mehr "Frische" verholfen. Alu-Hardware z.B. von Faber bringt auch noch mal etwas Brillianz im Höhenspektrum. Wenn es keine Gibson oder Epiphone ist, sollte man allerdings vorher mal messen und nachschauen, ob die Hardware überhaupt passt.

Der Rebel 90 hat in der Halsposition (für die Bridge gibt es auf der Webseite keine Wertangabe) eine Induktivität von 3,4 Henry, das Halsmodell vom Alnico II Classic 4,1 und am Steg 4,9 Henry.
In der Regel gilt, je höher die Induktivität, desto geringer die Höhen. Hier können die Physiker aber wohl besser weiterhelfen.
Von daher sollte der Rebel 90, wenn man diesen Wert isoliert betrachtet mehr Höhen haben.

Ich würde nicht immer gleich neue PUs kaufen. Oft liegt es nämlich gar nicht an denen, sondern an anderen Bauteilen. Mit "besserer" Hardware klingt die Gitarre auch ohne Amp schon eine ganze Ecke resonanter und lebendiger. Ein PU kann auch nur das verstärken, was schon da ist.
 
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http://www.tonerider.com/rebel-90
Der Rebel 90 ist mit fast 10.000 Wicklungen AWG42.

Faber Hardware(ABR-1, STP, Bolzen, Hülsen) ist schon komplett drauf, die Mechaniken sind Gotoh Magnum Lock.
Das ToneLock-Kit ist auch drauf auf der Harley Benton SC-550.
Unverstärkt klingt die Gitarre toll und schwingt sehr kräftig.

Die Rebel 90 Bridge habe ich eben bestellt.
Wenn sie nicht passen, tut das längst nicht so weh wie beim SH-2 und SH-4, die ich hier noch liegen habe und in keiner meiner Gitarren wirklich passen.

*gelöscht, da gegen Boardregel*
 
Grund: siehe Edit (grün) - C_Lenny
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mach mal einen Alnico 2 in den SH-2 Jazz. Dann hast du einen APH-1 Alnico 2 Pro. Richtig schöner, cremiger Hals-PU, nicht nur für Slash-Fans ;).
 
Trial and error... Da muss man einfach probieren.
Yes test it und da kann ich mich den Vorrednern nur anschließen. Unter den P90 PU's gibt's ja auch ziemliche Unterschiede und viel hängt von der Gitarre ab wie das hinterher klingt. Versuch macht Klu(g)ch :) Neulich hab ich 2 P90's in meine Squier Jagmaster gelötet und bin vom Sound total begeistert. Im Vergleich zu vorher (Dimarzio Super Distortion) sind die Töne nach dem Wechseln differenzierter aber trotzdem schön fett mit viel Schmutz. Bei tieferen Tunings ist ein P90 auch von Vorteil finde ich.
Cinglecoil + Viagra = P90 :hail:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich les immer wieder Alnico II sei in den Bässen "federnder"i in den Höhen weicher etc. Bei meinem Pearly Gates kann ich davon komischerweise nix merken?
 
Für die (etwas fettere) Bridge einer Les Paul passt ein DiMarzio Norton sehr, sehr gut! Ist genau dafür entwickelt worden. Ich spiele den auch.
 
Ich les immer wieder Alnico II sei in den Bässen "federnder"i in den Höhen weicher etc. Bei meinem Pearly Gates kann ich davon komischerweise nix merken?
Hängt auch immer vom restlichen PU-Design ab. Bei vielen Alnico 2-PAFs ist es aber so, dass sie eher wenig Bässe haben, im Vergleich zu Alnico 5 z.B. und diese auch nicht so straff sind.
Der Pearly Gates ist schon eher einer von der bissigen Alnico 2-Sorte, den Burstbucker 3 empfinde ich auch als relativ bissig für einen Alnico 2-PAF. So viel Bässe hat der Pearly Gates aber auch nicht.
Wenn man jetzt aus Spaß mal einen Alnico 8 oder Keramikmagneten in den Pearly Gates einbauen würde, würde man die Bässe beim Alnico 2-Pearly Gates aber nicht mehr so straff empfinden :).
Bei viel Gain und schnellen Riffs merkt man das aber auch eher. Da kann es dann schon ziemlich nervend sein, wenn es im Bassbereich rumlabbert und nicht tight auf den Punkt ist.

Ich habe auch schon direkte Vergleiche mit dem SH-2 gemacht. Mit Alnico 5 ist er sehr Bass- und Höhenbetont. Die Bässe auch relativ straff. Mit Alnico 2 wird er in den Höhen runder, die Mitten sind ein wenig präsenter und die Bässe etwas zurückgenommen. Das Spielgefühl ist auch etwas "weicher". Dafür klingt alles etwas "cremiger" und "runder" mit etwas mehr Wärme. Die Töne fließen mehr ineinander.
So etwas merkt man aber erst richtig, wenn man die PUs selber spielt. Das kann man nicht in Youtube-Videos transportieren.
 
Danke.

Das der Pearly Gates relativ wenig Bässe hat, stimmt schon. Aber im Direktvergleich mit einem SH-1 in Halsposition der gleichen Klampfe "fühle" ich keinen Unterschied in der "tightness". Kann natürlich auch daran liegen, das ich HiGain jenseits von Hardrock 80's Style eher nicht spiele?
 
Der SH-1 sollte aber prominentere Bässe haben. Der kann in einer Les Paul schon mal richtig "bollern", wenn er am Hals steckt.
Richtig merkt man das auch erst, wenn man mal tighte Metalriffs mit viel Zerre spielt. Dann fällt der Sound einfach etwas auseinander. Für Hard Rock ist es aber auch oft von Vorteil, wenn es nicht zu übertrieben straff und trocken ist. Für jeden Zweck gibt es PUs, die passen. Die einen können das Eine besser, andere sind besser auf anderen Gebieten. Den One-For-All-PU gibt es aber nicht.
 
Bei P90ern gibt es große Unterschiede wie auch bei Humbuckern. Ich hatte einen Gibson und Seymour Duncan P90 in einer Mahagonie Tele und für die waren Wärme und Dynamik ein Fremdwort. Für Punkrock bestimmt passende Aggregate, aber für feinere Artikulation einfach zu viel Output.
Ich habe mich dann auch schon mal zum SH2/SH4 Päärchen (in einer Paula) verirrt, und der SH-4 hatte IMO ein ganz ähnliches Verhalten. Bei der Tele habe ich dann Lindy Fralins (humcaceling) P90 (sprich Humbuckern im P90 Look) eingebaut, die wesentlich vielschichtiger klingen. Wegen den engeren Abnahmefeld, klingen sie "cleaner" als normale Humbuckern, aber das sind Nuancen.
In meiner Paula werkeln jetzt ein Häussel 1959er A3 am Steg und ein 1959 A3 Custom am Hals (weil der Custom Neck im Bass schlanker ist, was am Hals Mulm und Dröhn vermeidet).
Was will ich damit eigentlich sagen? Viel Output macht nicht unbedingt "fett" sondern "knallt" bestenfalls mehr. Ein guter PU sollte in der Lage sein ein breites Frequenz Spektrum zu übertragen und idealer Weise den Klangeigenschaften der Gitarre zu entsprechen (Bassstark für Gitarren die eher schlank in den Tiefen sind und brillant bei Modellen die von sich eher bedeckt klingen usw.).
Daher auch mal die Gitarre unverstärkt genau anhören und dann schauen welcher PU die Sache wohl in die gewünscht Richtung schiebt.
 
Der SH-4 hat in Mahagoni einfach zu viele Hochmitten und sonst nicht viel Drumherum. Finde ich in Holz mit Mittenloch besser.

Die Demos zum bestellten Rebel 90 fand ich recht ansprechend
 
Ich les immer wieder Alnico II sei in den Bässen "federnder"i in den Höhen weicher etc. Bei meinem Pearly Gates kann ich davon komischerweise nix merken?

Das liegt daran, dass Alnico 2 nicht gleich Alnico 2 ist. Genauso blödsinnig ist es, den Klangcharakter mit dem Widerstand zu beschreiben.
 
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