Pech mit Neugeräten

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Bastiab
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Hallo,
seit Mitte der 80er kaufe ich ladenneue Synthesizer, Zubehör und andere Hardware. Immer wieder habe ich "defekte" oder fehlerhafte Geräte dabei erhalten.
Beispiele:
1990 ein Roland E-20 Keyboard: 2 Tasten ohne Anschlagdynamik
1990 ein Dynacord ADS: noch in Garantiezeit Netzteil und Display kaputt
1989 ein Roland MKS-70: MIDI-Hänger und Abstürze
1988: ein Kawai R-50: Software-Fehler (anderes Gerät erhalten)
2002 ein Solton Ketron SD-1 Keyboard (2800,-Euro!): mehrere Bedien-Tipptaster defekt; nach Umtausch (anderes SD-1) das gleiche mit anderenTastern; habe Geld zurück erhalten
2007: ein GEM GM-X Sound-Expander: mit Brumm-Schleife (Dauerbrummenan Ausgängen); neuen GM-X erhalten; daran: Bedientaster "matschig"/ ohne Druckpunkt/Funktion; das 3. Gerät funktioniert, riecht aber "verbrannt"
2011 TL Audio 5013 Ivory 2 EQ: mehrere Drehregler / "Potis" super-leichtgängig ("billig") im Gegensatz zu deren Nachbar-Reglern (=stramm und wertig)
2006 Behringer Tube Ultrafex 1954: Klebstoff-Fäden quer über Bedien-Regler
1991 Kawai K1 II: Wackelkontakt an Line-Ausgänge
2008 Edirol PC-50: Batteriefach defekt
1990 Boss DR-550: Brummen durch falsches mitgeliefertes Netzteil in OVP
1990 Yamaha FB-01: ein Bedientaster "eingedrückt"; das gleiche mit einem Ensoniq TS-10 (über 4500 DM damals)
1996 Ensoniq ASR-10R: Systemabstürze. Das sind die Dinge, die mir einfallen. Wohlgemerkt, alles Neuware (unterschiedliche Musikhäuser im Raum Köln und Bochum).
Am schlimmsten waren der Dynacord ADS-Sampler, das GEM GM-X,das Roland E-20 und das Solton SD-1 Keyboard. Jeweils wochenlange Odysseen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen / Erlebnisse ?
Viele Grüße Bastiab
 
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noch nie etwas derartiges erlebt
 
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Bei Gitarren ist es ja meistens so, dass man auch wirklich das Exemplar kauft, dass man auch im Laden angetestet hat. Da weiß man dann auch, ob es funktioniert. Warum ist das bei Keyboards eigentlich nicht so? Liegt das an der technischen Komplexität der Geräte, so dass der Support-Aufwand zu hoch wäre, weil die User nicht mit verstellten Factory-Settings zurecht kämen? Oder sind Keyboards viel empfindlicher als Gitarren und bereits benutzte Geräte so viel minderwertiger? Oder liegt es daran, das akustische Instrumente aufgrund der Bauweise (Holz, etc.) einfach viel individueller sind?
 
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Neue Elektronik neigt dazu, in den ersten 3 Monaten auszufallen - danach sinkt die Fehlerrate dramatisch ;)
Ich habe immer gern Geräte gekauft, die im Laden längere Zeit gelaufen haben.
Das Boss RC50 was nagelneu bestellt werden musste hatte auch prompt nach 3 Tagen Totalausfall des Displays.
(bei einem Plasma-Fernseher sollte man da allerdings eine Ausnahme machen...) :D

der Kostendruck der Fertigung schlägt sich natürlich auch irgendwo nieder.

cheers, Tom
 
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Hatte bisher noch nie vergleichbare Probleme.
 
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Hatte ebenfalls noch keine derartigen Probleme...

Neue Elektronik neigt dazu, in den ersten 3 Monaten auszufallen - danach sinkt die Fehlerrate dramatisch ;)
Und steigt wieder. Das ist die sogenannte Badewannenkurve.

Die Ausfallrate ist zu Anfang hoch, das sind die sogenannten Frühausfälle. Dann fällt sie ab und ist über einen langen Zeitraum konstant, das sind die normalen Ausfälle. Gegen Ende steigt sie wieder, da kein Gerät ewig lebt - das wären dann die Spätausfälle. Interessanter Punkt in diesem Zusammenhang, mit jeder Wartung / Reparatur wird die Kurve etwas nach unten gedrückt, aber nie wieder auf das Niveau wie es vorher war. Das heißt ein Gerät wird über kurz oder lang definitiv ausfallen, es sei denn man ersetzt jede Komponente. Was dann allerdings einem Neukauf gleichkommt. :D
 
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in der Liste oben sind ja recht verschiedene Geräte und 'Fehler' aufgeführt...
die Ensoniq Software war wohl immer etwas wackelig, andererseits hatten die Geräte aber auch erlesene Klangprogramme...
Netzteile (oder ihre Komponenten) dürften mit zu den Spitzenreitern zählen.
Hatte ich beim Kabelreceiver voriges Jahr, und sicher 5 Stück im Bereich Netzwerk/Router/Switch
bei meinem K4 ist mal der Elko an der Lautstärkergelung ausgefallen, dito beim Casio Midi Sax (bekannter Design Fehler)
Eine meiner Creamware Karten hier seit 10 Jahren nonstop, das Intellifex ist ist von 91, Preamps samt Stromversorgung
stammen aus 60/70er Jahre Rundfunktechnik.

Mir scheint es so, dass die 'Badewannensenke' neuerer Produkte deutlich knapper als 'früher' gestaltet ist.

cheers, Tom
 
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Neukauf war bei mir eher selten, aber der erste Digitalsynthi hatte ein etwas wackeliges OS - ein Ensoniq SQ-R. Mit der Firmware 1.2 lief er dann Bestens.

Die Sache mit der Firmware ist ja heute eher schlimmer, weil man durch Flashspeicher und Benutzerupdatebarkeit nichts mehr vollständig ausentwickeln muß. Zu Zeiten, wo Geräte wie Pro One, Polysix/MonoPoly und Poly 61 auf Prozessoren mit OS im maskenprogrammiertem ROM basierten (da wurde das OS bei der Herstellung des Prozessors fest reingegossen) und solche Masken nur bei entsprechenden Stückzahlen lohnten, konnte man sich sowas nicht leisten.

Geräte aus amerikanischer Fertigung, die prozessorgesteuert sind, haben komischerweise immer wieder mit Problemen bei den Steckkontakten zu kämpfen. Ensoniq leider ziemlich vorneweg, erschwerend kamen besonders beim damals neuen VFX noch die Firmwareprobleme hinzu, die der Umstellung vom bisherigen 6809 zum dann genutzten 68000 zustandekamen - dieser weist halt doch grundlegende Unterschiede auf, die man berücksichtigen muß. Wer zu den Erstkäufern eines VFX gehörte, wird die Odyssee kennen. Dessen OS befand sich ja auch noch in EPROMs, die man tauschen mußte. Daß der davon abgleieitete SQ-1/2/R auch darunter litt, war leider unausweichlich.

Ensoniq hat sich dann beim Fizmo in letzter Minute quasi auch noch einen Klopper geleistet und dort einen Hardware-Fehler ab Werk reingebaut: Der Spannungsregler des Netzteils war eine Nummer zu klein und schmorte recht schnell durch.

Oberheim OB-X und OB-Xa sind auch solche Kandidaten, alleine schon durch deren steckbare Voiceboards. Der Prophet-5 und der spätere OB-8 kennen solche Probleme nicht, denn die haben alle Stimmen auf einem einzigen Board bzw auf 2 Platinen verteilt, aber ohne Steckkarten.

Die übelsten Vertreter allerdings stammen leider von Moog und sind auch noch deren polyphone Hoffnungsträger gewesen: Polymoog und Memorymoog. Der Polymoog krankte bis zu einer Hardware-Revision an den vielen Steckkontakten, der Memorymoog war leider derart schlampig gefertigt und fehlerhaft programmiert, daß erst der Generalumbau von Rudi Linhard (lintronics) ihn zu dem machte, was er eigentlich hätte sein sollen: ein hervorragender, polyphoner Analogsynthi mit dem berühmten Moog-Sound.

Wackelig sind auch PPG Wave 2 und 2.2 durch deren Voiceboards. Wer noch einen hat, läßt ihn zu Hause stehen und schleppt ihn nicht mit rum. Gleiches gilt für einen Elka Synthex.

Die meisten Macken zeigen sich eher im Alter. Bei sämtlichen Geräten aus den 90ern konnte ich bisher trockene Elkos beklagen, bei älteren Geräten fast nie. Ensoniqs haben immer wieder Ärger mit ihren Steckkontakten, bei Oberheim Matrix-Geräten sind die billigen Chipfassungen sehr oft ein Problem - äußert sich deutlich duch pro Stimme andere Timbres. Klebende Tastaturen haben recht viele Geräte und schwächelnde Displaybeleuchtungen sind auch inzwischen nichts Neues mehr, die entsprechenden Kandidaten kenn ich inzwischen und tue mir das Gefummel mit einer neuen Folie erst garnicht an, sondern tausche gleich das Display gegen eins mit LED-Beleuchtung aus. Erstens hält das länger und zweitens spart das den Inverter für die Hochspannung der Folie, der gerne rumstört/sirrt und auch gerne ausfällt, wie zB beim Kawai K5. Glücklicherweise wurde gerade in den 90ern sehr oft ein Grafikdisplay mit 240*64 Zeichen und dem Toshiba T6961-Controller verwendet, welches sich durch LED-beleuchtete Austauschtypen mit einem T6963 ersetzen läßt. Dieses Display steckt zB in Yamaha SY77/99 und TG77, aber auch EX5/7, Kawai K5000, Kurzweil K2000/2500/2600 sowie den Korg Wavestations und EMU-Samplern der EIV-Serie. Bei den Yamahas ist ein solcher Tausch richtig Arbeit (außer TG77), bei den EMUs gehts dagegen recht einfach.
 
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Man sollte jetzt aber nicht vieles, was hier gesagt worden ist, verallgemeineren. Wir reden hier schließlich über Fließbandprodukte, und da ist schon eine gehörige Portion Glück oder meinetwegen auch Pech im Spiel, ob ein Gerät fehlerhaft ist, oder nicht. Klar ist schon was dran, dass sich Fehler wohl gleich am anfang zeigen, wenn sie denn da sind. Man sollte aber auch die Qualitätskontrolle sehen, die sicherlich bei keinem Hersteller eine untergeordnete Rolle spielen dürfte. Niemand kann es sich leisten, Schrott auf den Markt zu werfen, und sich damit sein Image zu versauen. But shit happens ...
Ich weiß nicht, wie viele Geräte ich in meinen über 30 Jahren aktiver Musikerzeit gekauft habe, aber die Probleme hielten sich eigentlich in Grenzen, mir fallen da gerade mal zwei Ausfälle ein, und die passierten außerhalb der Garantiezeit. Nur mit einem Behringer Mischpult hatte ich von Anfang an Stress, weil immer wieder mal ein Kanal ausgesetzt hat, und zum Schluss noch eine komplette Seite. Dreimal hatte ich es wieder eingeschickt, bis es endlich lief. Dafür hatte ich bei anderen Behringer Geräten keinerlei Probleme, auch wenn ich trotzdem heute von dieser Marke gänzlich absehe, aber das hat eher generelle Qualitätsgründe, weniger auf Defekte bezogen.

Ich will jetzt aber lieber nicht hervorbeschwören...
 
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... Man sollte aber auch die Qualitätskontrolle sehen, die sicherlich bei keinem Hersteller eine untergeordnete Rolle spielen dürfte. Niemand kann es sich leisten, Schrott auf den Markt zu werfen, und sich damit sein Image zu versauen...
die Qualitätskontrolle ist schon wichtig, aber (oft) in einem etwas anderen Sinn ;)
es werden tatsächlich bewusst Produkte mit hoher Fehlerrate in den Markt gebracht, wenn abzusehen ist, dass ein Grossteil der potentiellen Kundschaft bestimmte Kriterien erfüllt (unerfahren, anspruchslos, Gelegenheitsanwender, etc...).
Speziell bei der Belieferung von grossen Ketten wird dieser Weg sehr gern eingeschlagen.
Im Grunde eine reine Statistikfrage und 'was sich besser rechnet'.

cheers, Tom
 
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Jo. Noch dazu gibts Firmen, die Produkte für Investoren bauen, nicht für Kunden. Der Kunde hat zum entsprechenden Produkt meist keine Alternative, es muß aber grundsätzlich funktionieren. Erkennt man schon an deren Webseite, wenn "Investor relations" ganz vorne steht und die Produkte unter Ferner liefen oder gar versteckt zu finden sind :D
 
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Und steigt wieder. Das ist die sogenannte Badewannenkurve.

Die Ausfallrate ist zu Anfang hoch, das sind die sogenannten Frühausfälle. Dann fällt sie ab und ist über einen langen Zeitraum konstant, das sind die normalen Ausfälle. Gegen Ende steigt sie wieder, da kein Gerät ewig lebt - das wären dann die Spätausfälle. Interessanter Punkt in diesem Zusammenhang, mit jeder Wartung / Reparatur wird die Kurve etwas nach unten gedrückt, aber nie wieder auf das Niveau wie es vorher war. Das heißt ein Gerät wird über kurz oder lang definitiv ausfallen, es sei denn man ersetzt jede Komponente. Was dann allerdings einem Neukauf gleichkommt. :D
Es gibt auch Geräte, die gleichsam "vorprogrammierte" Fehler haben. Ich will keinem Hersteller was unterstellen, sondern vermute, daß teils die Hersteller es bei der Entwicklung selbst nicht abgesehen haben.
Ich habe z.B. einen Panasonic DVD-RAM (ja RAM!) Recorder. Den brauche ich nur selten und er läuft meist nur auf Standby. Irgendwann - so nach rund 3 Jahren - blieb er nach Einlegen einer DVD immer im Self-Check hängen. Da ich lieber selbst an sowas rumfummel, als so ein Teil gleich wegzuwerfen oder teuer in Reparatur zu geben, habe ich im Netz gesucht. Da stellte sich raus, daß dieser Fehler bei einem großen Teil der Geräte auftritt. Überltäter ist ein Regel-IC, der im Primär-Zweig des Netzteil verbaut ist und somit immer mit Netzspannung betrieben wird. Wenn man den austauscht läuft das Gerät wieder (für 3 Jahre).
Das scheint mir ein klassischer Konstruktionsfehler zu sein. - Ob man ihm bei der Entwicklung absehen konnte, vermag ich nicht zu sagen.

Bei den heutigen Preisen für Neugeräte (im Bereich Elektronik) ist es natürlich die Frage, wieviele das Gerät reparieren (lassen) und wieviele sich gleich was Neues kaufen. - So ein Regel-IC kostet nicht die Welt, aber wenn man ihn austauschen läßt, kann man natürlich leicht über den Tisch gezogen werden und ist eine größere Summe los, die dann doch zum Neukauf animiert.
 
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Interessant. Ich hab hier auch DVD-RAM, nach der ZIP-Misere und als Nachfolge von PD damals noch zu SCSI-Zeiten angeschafft. Das Ding, was da ausfällt, ist also der Regler für die Standbyspannung? Nett. Weißt Du noch die Typbezeichnung von diesem Regler? So rein aus Neugier.

Erinnert mich an den letzten echten Ensoniq-Synthi (Fizmo), der hatte auch so einen Fehler ab Werk: Längsregler auf dem Board in der zu schwachen Version verbaut (die gibts in 3 verschiedenen Leistungsklassen), rauchten natürlich regelmäßig ab. Tauscht man gegen den Richtigen aus und gut ist.
 
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Böhmorgler
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STR-G6353
http://www.ebay.de/itm/Panasonic-DVD-REPARATUR-DMR-E55H-E85H-E95H-STR-G6353-/400101127595
Der STRG6353 ist ein integrierter Schaltreglerbaustein, der auf der Primärseite als Schalttransistor fungiert. Vereinfacht gesagt hängt er an der gleichgerichteten Netzspannung (typ. 350 Vdc) und zerhackt diese mit etwa 100kHz (vgl. Netz: 50Hz). Dabei Treten am STRG6353 Spannungsspitzen bis zu 600V auf.
Die hochfrequente 100kHz-Wechselspannung wird mit einem kleinen Trafo auf die Sekundärseite übertragen und dort wieder gleichgerichtet. Dieses ist nun galvanisch getrennt und dient dem Panasonic als interne Versorgungsspannung.
Der STRG6353 ist aber nicht nur der Schalttransistor, sondern in ihm befindet sich zusätzlich der komplette Controller (PWM-Erzeugung, Regler, Temperaturschutz).

Leider sind die Bausteine aber so komplex, dass sie nicht ohne weiteres gegen ein fremdes Fabrikat getauscht werden können. Die Ansteuerung inkl. Trafo müsste ebenfalls geändert werden.
Der STRG6353 ist ein Kundenspezifischer Baustein, der in Europa eher unbekannten "Sanken Electric" und direkt für Panasonic gefertigt.
 
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ah, danke, ein Schaltregler also, dachte ich mir schon.

Lustiger Text, von wegen Sanken und in Europa unbekannt - frag mal Hifi-DIY-Leute. Sanken hat sich auf die Herstellung von integrierten Verstärkerbausteinen und Transitoren für Audioschaltungen spezialisiert, und nicht wenige dieser Chips sind die Basis für die Hifi-Endstufen diverser Hersteller (in den 90ern steckte in fast allen Consumer-Verstärkern aus Japan ein solcher Chip) - leider gabs auch da Sonderherstellungen, zB für Akai. Wenn so ein Ding hin ist, wars das dann.
 
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...und wieder zurück zum Thema...
Ich muss mich schon wundern, was hier einige an Meinungen haben:
es werden tatsächlich bewusst Produkte mit hoher Fehlerrate in den Markt gebracht, wenn abzusehen ist, dass ein Grossteil der potentiellen Kundschaft bestimmte Kriterien erfüllt (unerfahren, anspruchslos, Gelegenheitsanwender, etc...).
Speziell bei der Belieferung von grossen Ketten wird dieser Weg sehr gern eingeschlagen.
Im Grunde eine reine Statistikfrage und 'was sich besser rechnet'.
Nein, Tom, das ist keine Statistikfrage, das sind böswillige Unterstellungen, die keine Basis haben. Selbst oder gerade Zulieferer von Discountern können es sich nicht leisten, schlechte oder vielleicht eingeschränkter beschrieben: anfällige Produkte herzustellen. Gerade Aldi, Lidl und Co. sind nicht gestafft, um eine hohe Anzahl von Reklamationen zu bewältigen, würden daher zeitig auf die Bremse treten udn solche Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Und die "Billig"-Produkte, die von den Musikgeschäften vertrieben werden, wie Stagg, Fame, Dimavery, Hemingway (um nicht immer gleich wieder Behringer nennen zu wollen) können sich auch keine schlechte Qualität leisten.
Allerdings sollte man sich auch als Verbraucher darüber im Klaren sein, dass solche Produkte meistens nicht für einen professionellen Einsatz geeignet sind. Hier zeigt sich dann doch, dass Einschränkungen aufgrund von Haltbarkeit durch Vielnutzung zwangsweise da sind. Und das fängt schon bei Kabeln an. Ich hab mir einmal einen ganzen Sack Billig-Klinkenkabel gekauft. Von 10 konnte ich 3 gleich zurückschicken, zwei haben dann beim Gig ihren Dienst versagt. Danach hab ich sie alle wieder gegen hochwertigere ausgetauscht, und meine Lektion gelernt. Der Vertrieb, von dem ich die Kabel hatte, hat diese übrigens nicht mehr im Sortiment. Auch Hardware wie Mikro-, Noten, oder Instrumentenständer sind ein gutes Beispiel für Qualitätsunterschiede. Die Billigen tun ihren Dienst, aber spätestens beim 10. Mal Auf- und Abbau sowie zwischenzeitlichem Transport in einer Hardwarekiste zeigt sich, dass der 3-4mal teurere K&M sein Geld wert ist, denn er hält deutlich länger als 3-4mal. Ich hab K&M Mikroständer, die 30 Jahre alt sind, und bis auf ein paar Kratzer und Flugrost immer noch ihren Dienst verrichten.
Trotzdem kann man nicht behaupten, dass Produkte bewusst fehlerhaft produziert auf den Markt geworfen werden, daran könnten nur die Marken-Hersteller ein Interesse haben, weil dadurch die Qualität ihrer Produkte unterstrichen würde.

Ich verstehe die Leute nicht - und davon gibt's auch hier reichlich - die sich für 2000-3000 EUR ein Keyboard kaufen, und dann hier im Forum fragen, ob das Stativ von XXX für 19,90 ausreicht, oder denen dann eine Ausgabe von 200-300 EUR für ein vernünftiges Case zu viel ist, sich daher lieber für 20EUR eine billige Tasche dafür kaufen.
 
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...und wieder zurück zum Thema...
Ich muss mich schon wundern, was hier einige an Meinungen haben:

Nein, Tom, das ist keine Statistikfrage, das sind böswillige Unterstellungen, die keine Basis haben. Selbst oder gerade Zulieferer von Discountern können es sich nicht leisten, schlechte oder vielleicht eingeschränkter beschrieben: anfällige Produkte herzustellen.
es ist leider schon einige Jahre her, so dass ich die Quelle nicht parat habe (sorry), aber ich weiss es mit absoluter Sicherheit, dass man speziell bei TFT Monitoren exakt nach der Methode vorgegangen ist. Da wurden dann statt mit maximal 5 eben solche mit 8 defekten Pixeln ausgeliefert.
Ich habe selbst mal einen sehr günstigen Fernseher gekauft (Sonderpreis), der tadellos lief. Als dann eine zusätzliche dritte Komponente angeschlossen werden sollte, stellte sich heraus, dass eine Buchse nicht beschaltet war (Produktionsfehler).
Nachtrag weil beim Quatschen über 'alte Zeiten' wieder eingefallen...
Der ehemalige Technik-Kollege war gelernter Radio/Fernseh Techniker... und wusste wohl aus erster Hand, dass beim Bauteiledesign bewusst am unteren Rand der Toleranz selektiert wurde, damit ein bestimmter Prozentsatz auch ausfällt. 'Sonst würden die ewig halten...' war sein Kommentar.

Der Musikzubehör-Markt ist da sicher näher am Fachhandels-Konzept, aber auch dort kommen diese Dinge vor.
Behringer weist das C1 als GMK Mikro aus, bei 0,5" Membrandurchmesser, ABER einer 1" grossen fake-Konstruktion, die das Teil grösser erscheinen lässt. Die gleiche Firma hat einst ein hervorragendes Reverb (2496) zum Kampfpreis offeriert, dass dann permanente Defekte der Stomversorgung(?) hatte. Die 'Budgetschiene' der früheren Digidesign Palette wies misarable Wandler/Vorverstärker auf, obwohl mit professionellem Anspruch beworben... etc etc ;)

cheers, Tom
 
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Ergänzend kann ich aus dem Fotosektor noch hinzufügen, daß es dort Speicherkartenvertriebe gab, die gezielt die C-Ware der Hersteller kauften (das sind die, die beim Test gerade so am Rande der Specs lagen) und das Ganze dann mit deren Label auf dem Markt brachten. Mit dem Ergebnis, daß bei seriellen Karten diese nach 1 Jahr nimmer lesbar waren, natürlich wenn sich gerade wichtige Bilder drauf befanden.

Was mich dann auch zum Punkt von dr_rollos letzten Abschnitts bringt: im Fotosektor sind die Leuts da keinen Deut besser. Kaufen sich ne Kamera, die vielleicht ein Monatsgehalt kostet, setzen aber dann irgendwelche Billigscherben dran, kaufen ein Wackeliv statt Stativ und, als Krönung: einen 10€-Billigstnachbauakku (Li-Ion), bei denen die Sollbruchstellen für den Überdruck teils keine mehr sind und der Controller für den Entladestrom nur aus Bauteilen besteht, die die Kameraelektronik austricksen, aber im Ernstfall übelste Schäden verursachen. Will aber keiner hören, ist ja noch keinem passiert, alles nur Urban legend. Jaja ...
Dieser Kram jedenfalls IST auf Ex-und Hopp gebaut. Hauptsache Billich.
 
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... Und die "Billig"-Produkte, die von den Musikgeschäften vertrieben werden, wie Stagg, Fame, Dimavery, Hemingway (um nicht immer gleich wieder Behringer nennen zu wollen) können sich auch keine schlechte Qualität leisten...
wo ich es gerade sehe und oben von 'Unterstellungen ohne Basis' die Rede war...
Ich war selbst dabei, als ein Händler mit einem Schwung LAG Gitarren beliefert wurde, die als 2.-3. Wahl deklariert waren.
Wohl grösstenteils Rückläufer und Reklamationen.
Die wurden natürlich im Preis reduziert, aber längst nicht soweit, wie es dem Schrott entsprochen hätte.
Und man hat bewusst auf unwissende Kundschaft gesetzt, wie die Oma, die dem Enkel eine Gitarre schenken will etc.

cheers, Tom
 
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Ergänzend kann ich aus dem Fotosektor noch hinzufügen, daß es dort Speicherkartenvertriebe gab, die gezielt die C-Ware der Hersteller kauften (das sind die, die beim Test gerade so am Rande der Specs lagen) und das Ganze dann mit deren Label auf dem Markt brachten.

[...]

im Fotosektor sind die Leuts da keinen Deut besser. Kaufen sich ne Kamera, die vielleicht ein Monatsgehalt kostet, setzen aber dann irgendwelche Billigscherben dran, kaufen ein Wackeliv statt Stativ und, als Krönung: einen 10€-Billigstnachbauakku (Li-Ion), [...]Dieser Kram jedenfalls IST auf Ex-und Hopp gebaut. Hauptsache Billich.

Moeglicherweise richtig, hat aber nichts mit Telefunkys Aussage des absichtlichen Verkaufs mangelhafter Geraete zu tun. Wer Billigstzubehoer kauft, kann nicht erwarten, dass Qualitaet und Lebensdauer den teureren - weil oftmals aus anderem Material bestehenden oder aufwaendiger produzierten und getesteten - Alternativprodukten entsprechen. Aber das ist zu 100 Prozent die Entscheidung der Kaeufer und keinesfalls eine hinterlistige Taktik des Herstellers, wenn er diesbezueglich keine irrefuehrenden Verkausaussagen trifft.

Ich war selbst dabei, als ein Händler mit einem Schwung LAG Gitarren beliefert wurde, die als 2.-3. Wahl deklariert. [...]
Die wurden natürlich im Preis reduziert, aber längst nicht soweit, wie es dem Schrott entsprochen hätte.

Hat ebenfalls nichts mit deiner Ursprungsthese zu tun und ist zudem voellig subjektiv. Was eine solche Gitarre kosten darf bestimmt also zukuenftig nicht mehr der Haendler, sondern der schlaue Kunde, der zufaellig daneben steht?

Ein Artikel darf so viel kosten, wie ein anderer bereit ist, dafuer zu zahlen. So einfach ist das, ob dein Preisempfinden dadurch gestoert wird, ist nicht relevant. Erst, wenn sich keine einzige Gitarre verkauft sollte der Haendler reagieren, denn dann entspricht der Preis wohl nicht der Erwartung der Kunden bzw. der Marktsituation.

Nimms mir nicht uebel, aber deine Aussage hinsichtlich des bewussten Vertriebs von Produkten mit hoher Fehlerrate ist weder beweisbar noch logisch nachvollziehbar und hat den Charme von "Ich weiss, wie der Hase laeuft und bin zu clever, um drauf reinzufallen". Hattest du wirklich Ahnung von oder Einblick in die Vertriebsstruktur, wuesstest du aber, dass sich dies kein Hersteller bewusst leisten kann, sofern er einen laengeren Verbleib auf dem Markt plant.

Der Prozess hinter jeder Reklamation kostet ein Vielfaches dessen, was sich durch das absichtliche Einbringen grenzwertiger Geraete verdienen liesse. Viel zu gross ist die Gefahr, aus den Sortimenten der von dir erwaehnten grossen Ketten rauszufliegen. Oder glaubst du, diese haben Lust auf Reklamationen, veraergerte Kunden und ein beschaedigtes Image?

Und bitte verwechsel das nicht mit explizit ausgezeichneter B- oder C-Ware, die dann oftmals vom Umtausch ausgeschlossen ist und mir die dann nur die gesetzlichen Gewaehrleistungsansprueche gelten. Wer das kauft, sollte auch wissen, dass er ein gewisses Risiko eingeht und muss entscheiden, ob ihm das Risiko die Ersparnis wert ist.

Stell bitte deine persoenlichen Mutmassungen nicht als gesichtertes Wissen dar, schon gar nicht wenn die Infos aus "erster Hand" kommen. Ein Unkaputtbar-image ist viel mehr wert, als sich durch 1000 zusaetzlich verkaufte Ferseher durch absichtliche Defekte verdienen laesst, das hintergraebt kein Hersteller freiwillig.
 

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