Piano (Jazz) korrekte Technik + Arthrose

K
Keybud
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
06.01.26
Registriert
05.09.25
Beiträge
16
Kekse
0
Hallo,

ich suche nach Quellen mit denen ich mir außerhalb eines Lehrers die korrekten und schonenden Techniken beim Klavierspielen aneignen kann. Gerade im Hinblick auf eine beginnende Heberden-Arthrose (Finger-Endgelenke).

Mir macht Klassik keinen Spaß, weshalb ich Jazz autodidaktisch lerne. Nun sind dort viele große Intervallsprünge und die vielen Artikulationen des Swings, die meine Finger schon ziemlich belasten. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass die meisten Jazzer ihre eigene Technik entwickeln. In den Vergleichsvideos von Jazzmusikern zu klassischen Pianisten ist auch eindeutig die Tendenz da, dass die Jazzer eher aus den Fingern raus spielen als über die fließenden Bewegungen mit vollem Körpereinsatz eines klassischen Pianisten.

Kann man Jazz auch mit sauberer und vor allem schonender Technik spielen?
Falls ja, bitte Literatur und/oder Videohinweise, dafür wäre ich dankbar.
 
Mir macht Klassik keinen Spaß, weshalb ich Jazz autodidaktisch lerne.
Die Begründung verstehe ich nicht und halte sie ehrlich gesagt für kontraproduktiv. Was hat der mangelnde Spaß an der Klassik mit den Jazzlehrern zu tun?

Nun sind dort viele große Intervallsprünge
Ich würde mal behaupten, die Klassik hat mindestens genauso viele große Intervalle... Im Jazz kannst Du es eher vermeiden, bzw selbst entscheiden

Kann man Jazz auch mit sauberer und vor allem schonender Technik spielen?
Warum sollte das nicht gehen? 🤔
Ich wüsste nicht, welche Literaturhinweise ich da geben sollte. Hat Oscar Peterson oder Jacques Loussier Deiner Meinung nach eine unsaubere Technik?

Ich glaube, Du hast eine falsche Vorstellung von der ganzen Sache.

ist auch eindeutig die Tendenz da, dass die Jazzer eher aus den Fingern raus spielen als über die fließenden Bewegungen mit vollem Körpereinsatz eines klassischen Pianisten.
Wer behauptet denn sowas? Schau Dir mal Andras Schiff an.
Es kommt eher darauf an, was für ein Stück Du spielst, ob das ff Akkorde und stacc enthält oder nicht. Egal ob Jazz oder Klassik.

Meine Empfehlung --> Lehrer. Warum nicht?

Ansonsten hatte ich ja schon in dem anderen Thread geschrieben, ein Epiano mit leichtem Anschlag und weichem Tastengrund, und vielleicht eher Balladen als Boogie Woogie spielen.
 
Kann man Jazz auch mit sauberer und vor allem schonender Technik spielen?
Ich habe jetzt alle bisherigen Beiträge von dir gelesen, aber mir fiel nichts auf zu deiner Ausbildung, ggf. Unterricht und zu deiner Spielpraxis.
Kennst Du die deutsche Ausbildungsstufen oder die englischen oder die kanadisch/amerikanischen und kannnst dich da irgendwie einordnen, um uns einen Anhaltspunkt zu geben?
Ansonsten erzähle einfach, was Du am Instrument konkret tust, seit wann und in welchem Umfang. Wie gut Du Noten lesen kannst, ob Du auch nach richtigen, gut gesetzten Noten oder nur den Nonsense aus Apps spielst, ob Du Tonleitern und Dreiklänge (Vierklänge?) in allen Dur- und Molltonarten spielen kannst usw.
Mein Eindruck ist dank Youtube, ist, dass sich auch genügend sehr, sehr bekannte Klaviervirtuosen des klassischen Klavierspiels ihre technischen Freiheiten gönnen, selbst wenn man Glenn Gould außen vor lässt.

Ein denkbares Problem würde ich eher bei "ungesunden" Stilmerkmalen sehen, wie Du sie im Beitrag schon angesprochen hast.
Es wird also auf eine entsprechende Auswahl der Stücke und auf deine Spielweise ankommen.

Was ich allgemein unter Tips für das Erlernen einer (auch gesundheitlich guten) Spieltechnik verstehe, hast Du sicher schon mitbekommen. Falls Du dir bereits das erste der Videos aufmerksam angesehen hast, wird dir der Name "Taubman" aufgefallen sein.
Zu dem gibt es einen ganzen Thread bei uns im Board, aber wenn Du bei deinen Recherchen immer kleinteiliger wirst, bedeutet das auch einen mehrjährigen Zeitaufwand.
Wichtiger fände ich einen niederschwelligen Einstieg in die Praxis, wie den meines Erachtens nach die "Hanon Reborn" Playlist auf dem Silbertablett serviert.

Die YT-Videos in Sachen Jazz zeigen zwangsläufig, wie ein konkreter Musiker das eine oder Andere spielt, Spieltechnik (für Anfänger?) ist da eher selten ein Thema und dann auch nur kurzen Hinweis wert.
Wenn Du das über das Einspielen hinaus vertieft üben willst, dann geht das am besten mit klassischer Musik, weil seit Jahrhunderten ganz wunderbare Stücke für die Ausbildung geschrieben wurden. Ich meine damit vor allem die sog. Kinder- und Jugenalben und vergleichbar angelegte Veröffentlichungen von Bach, Schumann, Tschaikowski, Kabalewski oder Bartok.
Das gibt es aber auch von Autoren, die der Gegenwart näher sind und stilistisch freier geschrieben haben. Einige davon habe ich im Board schon mit Hinweisen zu konkreten Ausgaben erwähnt, unter anderem Elissa Milne, William Gillock oder die neue Chefdirgentin der NDR Big Band, Nikki Iles (and Friends...).

Aus Lehrbüchern Spieltechnik zu lernen würde ich für den Anfang nicht empfehlen. So hat z.B. Hanon schon einigen Autodidakten zu schmerzhaften Erkenntnissen, aber auch persönlichen Fehlschlüssen verholfen.

Ich denke schon, dass gute Jazzmusiker auch mit guter Technik spielen, nur geht es sowohl bei klassischer Musik wie dem Jazz bei einer Performance um den musikalischen Ausdruck, nicht um A&B-Noten wie beim Eiskunstlauf.
Aber grundsätzlich, ein Lehrer mit richtig Ahnung von Spieltechnik wäre schon gut. Soweit ich weiß, unterrichtet auch unser @McCoy als praktizierender Jazzpianist und Lehrer seine Anfänger erst einmal zu Grundlagen anhand der klassischen Musik, da müsstest Du dann durch. :D

Gruß Claus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Kann man Jazz auch mit sauberer und vor allem schonender Technik spielen?
Falls ja, bitte Literatur und/oder Videohinweise, dafür wäre ich dankbar.

Bei Jazz schreibt dir niemand vor, was du zu spielen hast. Von daher kannst du (und zwar nur du und kein anderer, solange du Lehrer ablehnst) spielen was du willst, und zwar mit so wenig Fingern oder so wenig Bewegungen, wie dein Gesundheitszustand zulässt. Und auf die Gesundheit zu achten ist in der Tat wichtig.

Wenn du dagegen etwas lernen möchtest, aber gleichzeitig auf deine speziellen gesundheitlichen Einschränkungen Rücksicht genommen werden soll, müsste ja jemand anders dafür Vorschläge machen oder ein Konzept entwickeln. Das wäre aber Job eines Lehrers 🤷‍♂️ . Den möchtest du aber nicht. Von daher ist vielleicht Jazzpiano ein ganz gutes Feld, denn eben weil dir niemand irgendwelche Leitlinien oder Hilfestellungen vorgibt, kannst du frei das lernen, was dich interessiert und dir möglich ist.
 
Soweit ich weiß, unterrichtet auch unser @McCoy als praktizierender Jazzpianist und Lehrer seine Anfänger erst einmal zu Grundlagen anhand der klassischen Musik, da müsstest Du dann durch. :D
Das stimmt sozusagen und auch wieder nicht. Am Anfang muß man überhaupt erst mal Klavier spielen lernen. Dafür gibt es gedrucktes und selbst erstelltes Unterrichtsmaterial, bei dem ich jetzt nicht direkt eine Genrezuordnung unternehmen würde.

Mir macht Klassik keinen Spaß, weshalb ich Jazz autodidaktisch lerne.
Ich erinnere mich an J.E. Behrendt: "Was ist Jazz?" Da müßte man zuerst wissen, was Du unter Jazz verstehst.
Jazz kann sein:
  • Stücke, die mit Swingphrasierung gespielt werden
  • Improvisieren über Akkordfolgen sog. Jazzstandards
  • Wildes oder weniger wildes, freies Improvisieren
  • Dixieland oder Boogie Woogie
  • alles, was nicht Klassik ist
  • ...
Sind die Stücke von Matha Mier Jazz? Ist Daniel Hellbach schon Jazz? Ist improvisieren mit der Bluestonleiter Jazz? Oder ist Jazz erst dann Jazz, wenn man alle alterierten Tonleitern, HTGT, Mixo#11, HM5 etc. über solche Akkorde wie Cb7(b9 13 #11) u.a. spielen kann?

Was willst Du machen und was kannst Du schon? Ohne mehr Infos kann man da keine Antwort geben.

In den Vergleichsvideos von Jazzmusikern zu klassischen Pianisten ist auch eindeutig die Tendenz da, dass die Jazzer eher aus den Fingern raus spielen als über die fließenden Bewegungen mit vollem Körpereinsatz eines klassischen Pianisten.
Das halte ich mit Verlaub für Unsinn. Voller Körpereinsatz im Jazz: Keith Jarrett. Kaum Körpereinsatz in der Klassik: Anton Rubinstein. :nix:

Wenn ich Arthrose hätte, würde ich mir zuallererst einen Bassisten suchen, der mir die Arbeit der linken Hand erleichtert. Dann würde ich eher Balladen spielen und vor allem so Dinge wie Boogie Woogie vermeiden. Beim Improvisieren, würde ich versuchen, eher wenig, aber dafür wohlgeformt zu spielen. Pausen lassen, reduzieren, ausdünnen. Mehr Jobim/John Lewis, weniger Oscar Peterson/Hiromi.

Viele Grüße,
McCoy
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Jazzpiano ein ganz gutes Feld, denn eben weil dir niemand irgendwelche Leitlinien oder Hilfestellungen vorgibt, kannst du frei das lernen, was dich interessiert
Gutes Feld definitiv, aber ob man Jazz so ganz ohne Hilfestellung besser lernen kann, da habe ich so meine Zweifel.
Und wo sehr Ihr den grundsätzlichen Unterschied zur Klassik, Romantik, Barock, Pop, Blues?
Das ist doch harmonisch deutlich einfacher, und improvisieren oder Liedspiel geht da genauso gut, wenn nicht besser für einen Einsteiger. Und auch da kann er überall spielen, was ihn interessiert, das ist ja das wichtigste.

Das wäre aber Job eines Lehrers 🤷‍♂️ . Den möchtest du aber nicht.
Ist das wirklich so, dass das nicht gewünscht ist? Und die Begründung wurde mich interessieren ... Gerade in den Fall wie hier hielte ich eine gute angepasste Spielweise für günstig. Und da könnte ein Lehrer definitiv helfen. Muss ja nicht jede Woche sein.

Ansonsten stimme ich Euch natürlich zu, gute Hinweise.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

eindeutig die Tendenz da, dass die Jazzer eher aus den Fingern raus spielen
Horst Jankowski :nix: :cool: ☝️

View: https://youtu.be/H30w9s8bI6g?t=84

Im Übrigen - ich probiere gerade rum - könnte man bei Schmerzen mit etwas gestreckteren (aber nicht geraden!) Fingern spielen, um die natürliche "Polsterung" der Fingerkuppen zu nutzen. Wie auf Katzenpfoten. Und eng an den Tasten bleiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wo sehr Ihr den grundsätzlichen Unterschied zur Klassik, Romantik, Barock, Pop, Blues?
Es gab zwar mehrere Steilvorlagen, aber die sicher interessante Genrediskussion müssten wir in einem neuen, eigenen Thread führen.
Naheliegend dafür wäre natürlich "Genre" wie im nachfolgenden Link, der sich gedanklich passend anschließende Sub als Ausgangspunkt dort vermutlich "Jazz":

Oder auch hier, was ich mir bei musikgeschichtlichen und musiktheoretischen Aspekten und den bereits Beteiligten ebenso gut vorstellen kann:

Was unsere augenblickliche Diskussion angeht, so bin ich aber eher gespannt auf die von @Keybud erhofften Informationen. :D

Gruß Claus
 
Grund: kl Umfomulierung zum Genre-Link
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
aber die sicher interessante Genrediskussion müssten wir in einem neuen, eigenen Thread führen.
Ich meine natürlich keine Genrediskussion, sondern warum ganz praktisch Jazz für den TE einfacher sein sollte. Die Definitionsfrage hat mccoy ja auch schon angesprochen. Aber Du hast schon Recht, das führt hier zu weit, er fragt ja eh schon in mehreren Threads, wenn ich da auch noch mit Nebenthemen anfange, werden wir dieses Jahr nicht mehr fertig 🙂
 
Prinzipiell würde ich die Thematik "Jazz lernen" und Finger Arthrose trennen. Denn einen gemeinsamen Ansatz in Buchform oder online wird es wohl nicht geben. Und auch ein Jazz-Klavierlehrer wird meistens kein tiefergehendes Wissen über Fingerarthrosen haben, genauso wie die wenigsten Orthopäden diesbezügliches Wissen zum Klavierspiel haben. Also solltest Du meiner Meinung nach Dir eine schriftliche/online Anfänger-Jazz-Schule kaufen (ich habe z.B. Tim Richards Jazzpiano 1+2) und dich da so durcharbeiten, dass Du RÜCKSICHT auf Deine Finger nimmst, also nur soviel und das üben, was objektiv keine starken Beschwerden macht und ansonsten ALLES tun, was zur Krankheitsbesserung beiträgt (das über den Orthopäden UND ggf. Physiotherapeuten, angefangen von Ernährung über Übungen bis zu Medikamenten). Ein komplett "falsches" Spielen, was schlechter für die Finger ist, kann ich mir nicht vorstellen, eher Probleme für das Handgelenk. Spiel so, dass es möglichst wenig weh tut. Wenn Du damit evtl. nicht konzertreif wirst, was soll's... ist ja momentan wohl (noch) nicht Dein Anspruch. Ich habe schon die krassesten Unterschiede bei Hand-/Fingertechnik von Pianisten gesehen/gehört und auch mit "einfacher" Technik können gut klingende Sachen rauskommen (Extrembeispiel Stride-Piano Stil mit üblen Sprüngen in der linken Hand versus teils einfache aber klanglich interessante Onenote Bassbegleitungen wie Pintop Perkins, Meade Lux Lewis, Otis Spann...). LG, Frank
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Medizinische Tips sind hier eh schwierig. Ich nehme an, der TE ist da in Behandlung bzw kann sich bei einem entsprechenden Arzt (Handchirurgie?) oder bei der Physio Beratung holen.
Dort einfach fragen, was gut tut und was nicht, Bewegung, Belastung, Wärme/Kälte, zeitliche Gestaltung usw. und selbst halt aufpassen, wie die Gelenke auf die Belastung reagieren.

Ich drücke die Daumen, dass es so gut wie möglich funktioniert - und dass die Musik Spaß macht!
 
...(ich habe z.B. Tim Richards Jazzpiano 1+2)...
Hatte ich auch, heute finde ich aber die Bände von Jeremy Siskind im Besitz von Keybud schon mehr auf den Punkt, zumal in Verbindung mit seinen YT-Videos.
Für das Lernen braucht man gerade anfangs meines Erachtens eher eine Strategie als ein Buch. Einen sofort ins Üben umsetzbaren Anfang hatte ich oben vorgeschlagen.
Wenn es Keybud interessiert, lässt sich das weiter vertiefen.

Üben würde ich z.B. in den ersten Monaten nach einem Rahmenplan, damit die Grundlagen geschaffen und erweitert werden.
Die Themen der folgenden Übersicht wären für die tägliche Praxis natürlich noch detaillierter auszuführen bis hin zu konkreten Übungen am Instrument.

Dur-/Moll-System
Tonleitern
Stufenakkorde (Dreiklänge)
häufige Akkordverbindungen (Dreiklänge)
Tonleitern als Akkordskalen über Akkordverbindungen spielen
Septakkorde
Durseptakkorde
Dominantseptakkorde
Mollseptakkorde
Verminderte & halbverminderte Septakkorde
II- V - I Verbindung in Dur
II- V - I Verbindung in Moll
Formteile aus einfachen Standards
Blues

Chord Shells & Guide Tone Voicings
Leadsheets einfacher Standards
Dominantseptakkorde
Tensions (Erweiterungen)
Alterierungen
Upper Structures
usw.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
@Claus @opa_albin @McCoy

Zu meinen Voraussetzungen:
  • Musikalische Ausbildung habe ich, aber kein Klavier und daher auch jahrelange Erfahrung mit dem Spielen von Klassik - und ich mag es einfach nicht - ich mag es eher modern
  • Noten lesen habe ich entsprechend mal gelernt, kann ich prinzipiell auch noch, aber nicht mehr flüssig - wobei das auch wieder dem Jazz entgegenkommt (Leadsheets)
  • Piano habe ich immer nur das gespielt was ich brauchte für meine eigenen Sachen, daher war mir das sture Lernen in meinem freiwilligen halben Jahr Klavierunterricht damals auch nicht gelegen - der Freigeist wollte nicht mitspielen - heute bin ich da williger und übe einfach erstmal Technik
  • ich spiele prinzipiell auf "Anfängerniveau", kann aber Akkorde in allen Tonleitern inkl. Umkehrungen (auch 4 Klänge in jeder Hand), kann mich selbst mit einfachen Pattern begleiten (z.B. diese Standardbegleitung in der Popmusik mit Oktavgriff + Quinte und daraus dann Arpeggien usw. - ich weiß nicht wie man das einordnet, zumindest ist es über dem Niveau von einfachen Kinderliedern

Was möchte ich spielen?
  • Ich möchte weiterhin eigene Sachen schreiben, bzw. bestehende Sachen reharmonisieren und "neu erfinden", gerne auch Stücke die mir gefallen in leichten Variationen spielen

Im Jazz war ich bisher nicht zu Hause aber habe mich bewusst dafür entschieden und mag ihn mittlerweile auch sehr. Ich kann deshalb nicht mit großen Namen oder Stilen um mich werfen,
Titel die ich sehr mag sind


Das ist nur ein Auszug in welche Richtung es gehen soll, wobei ich dort auch nicht festgelegt bin,

Es gibt so viele schöne Sachen mit diesen schönen Jazz Harmonien.

Ich finde die Ideen mit dem Spielen Balladen auch gut, würde mir auch reichen erstmal dahin zu kommen. Aktuell ist es noch Kapitel 2 von Buch 1 von Jeremy und die neue Jazz Harmonielehre + Tonleitern mit Akzentuierung und Charleston rauf und runter leiern plus erst Gehversuche in langsamen Titeln aus dem Real Book.

Einen Lehrer habe ich auch nirgendwo ausgeschlossen, es sind allerdings Voraussetzungen an einen Lehrer gebunden die durch diverse Gründe nicht leicht zu erfüllen sind - deshalb wollte ich einfach autodidaktisch so gut wie möglich ausgestattet sein und trotzdem eine schonende Technik lernen.
Hatte ich auch, heute finde ich aber die Bände von Jeremy Siskind im Besitz von Keybud schon mehr auf den Punkt, zumal in Verbindung mit seinen YT-Videos.
Für das Lernen braucht man gerade anfangs meines Erachtens eher eine Strategie als ein Buch. Einen sofort ins Üben umsetzbaren Anfang hatte ich oben vorgeschlagen.
Wenn es Keybud interessiert, lässt sich das weiter vertiefen.

Ich bin sehr interessiert daran.
Bei den Hanon Faber Übungen habe ich mir z.B. die Frage gestellt, ob man mit diesen Bewegungen die Finger entlasten und gleichzeitig die Impros spielen kann. Für mich wirkt es so, als ob man damit ziemlich eingeschränkt ist in den Akzentuierungen und beim Unter- und Übersetzen. Aber genau deswegen dieser Thread, saubere Technik mit der man gewisse Dinge dann auch spielen kann ohne die Gelenke weiter kaputt zu machen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Aber genau deswegen dieser Thread, saubere Technik mit der man gewisse Dinge dann auch spielen kann ohne die Gelenke weiter kaputt zu machen.
Da muss ich dann ehrlich gesagt passen. Dazu Tipps zu geben kann ich mir nur vorstellen, wenn der Betroffene vor mir sitzt und ich die ganze Situation irgendwie beurteilen kann. Normalerweise unterrichte ich Armgewichtstechnik, Unterarmrotation, Handgelenkskreise, Blitzentspannung, weniger aus den Fingern spielen, mehr mit Hebelwirkungen etc. Ob aber das bei Fingergelenksarthrose auch das Richtige ist, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Das kann man nur durch Ausprobieren erfahren.

Viele Grüße,
McCoy
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Stand ursrünglich in Geeignetes Digitalpiano bei Fingergelenks-Arthrose nach Beitrag 22

Es kommt bei Arthrose ja nicht darauf an Gelenke zu entlasten sondern sie zu bewegen! Und wenn man dabei wenig Belastung will spielt man eben auf einer ungewichteten leichtgängigen Tastatur wie z. Bsp Korg Liano. Die Spieltechnik passt man darauf an. Im Übrigen muß man einfach mal losspielen, es gibt nen bekannten Pianisten (kann mich nicht an den Namen erinnern, vlt Tete Montolio, weiß aber nicht mehr) hab ich mal im Jazzclub Frankfurt gesehen, der hatte 2 steife Finger an der rechten Hand und hat gespielt ein ein Gott. Beim Zuhören ist das nicht aufgefallen, nur wenn man ihn dabei gesehen hat konnte mans kaum glauben. Oder Lionel Hampton, wenn der Klavier gespielt hat hat er's mit 2 Fingern gespielt wie sein Vibrafon, und das in einer Affengeschwindigkeit. Soviel zur Technik :)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer
Es kommt bei Arthrose ja nicht darauf an Gelenke zu entlasten sondern sie zu bewegen!
Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Mit "Entlastung" ist hier eine möglichst geringe Stoßbelastung der Gelenke gemeint. Da wäre zB eine Klaviertechnik a la Lionel Hampton kontraproduktiv. ;)

Ähnlich wie Gehen und Springen. Da würde man Kniepatienten auch weiche Schuhe und einen schonenden Laufstil empfehlen, aber eher keinen Bergwanderweg, wo man beim Abstieg alle paar Schritte einen Meter runterspringen muss.
 
Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Mit "Entlastung" ist hier eine möglichst geringe Stoßbelastung der Gelenke gemeint. Da wäre zB eine Klaviertechnik a la Lionel Hampton kontraproduktiv. ;)

Ähnlich wie Gehen und Springen. Da würde man Kniepatienten auch weiche Schuhe und einen schonenden Laufstil empfehlen, aber eher keinen Bergwanderweg, wo man beim Abstieg alle paar Schritte einen Meter runterspringen muss.
war ja nur ein Beispiel dafür, das man mit der geeigneten Technik viele Habycaps ausgleichen kann. Die passende Technik zum Handycap halt! Und jetzt aber bitte nicht wieder die Frage was ist denn die richtige Technik bei Arthrose. Ist individuell. Muß man selbst für sich rausfinden!
 
Und jetzt aber bitte nicht wieder die Frage was ist denn die richtige Technik bei Arthrose.
Ich denke nicht, dass man solche Fragen verbieten sollte. Der Fragesteller hat ein ernstes Problem, und es ist kann schon sinnvoll sein, sich darüber auszutauschen.
Muß man selbst für sich rausfinden!
Ich würde da wie gesagt Arzt, Physio-/Ergotherapeuten als Ansprechpartner empfehlen. Warum nicht?

Ich kenne natürlich Deinen Hintergrund nicht, wenn Du medizinisch auf solche Dinge spezialisiert bist, hast Du gern das Wort.
 
Ich kenne das mit der Arthrose. Habe ich schon seit Jahren. Weshalb mir gewisse Dinge im Klavierspielen auch immer schwergefallen sind bzw. einfach nicht gingen.

Wenn ich aber lese, dass du, @Keybud, sogar über Reharmonisierungen nachdenkst, weil du anscheinend die Ausbildung dafür hast, dann löst das dein Problem doch schon fast. Nimm eine leichte Tastatur (wie schon mehrfach empfohlen) und harmonisiere oder reharmonisiere die Stücke so, dass du nur Griffe hast, die nicht in Schmerzen ausarten.

Spiel mit flachen Fingern (guck dir mal Horowitz an. Der hatte sich seine Tastatur an seinem Flügel so leicht einstellen lassen, dass ihn kein anderer spielen konnte) und lass sie nur so über die Tasten huschen, statt die Tasten richtig runterdrücken zu müssen. Die Bewegung der Finger an sich ist gut für die Arthrose und macht die Finger insgesamt beweglicher, kann der Arthrose entgegenwirken bzw. sie ein wenig aufhalten.

Hanon oder so etwas würde ich mit Vorsicht genießen. Mach lieber freie Akkordübungen und spiel nicht mit zu vielen Fingern auf einmal. Links und rechts erstmal immer nur einen Finger gleichzeitig, nicht gleich dicke Akkorde mit bis zu vier Tasten, die man gleichzeitig runterdrücken muss mit einer Hand. So etwas vermeide ich generell.

Was aber nicht heißt, dass es deshalb schlecht klingen muss. Es klingt trotzdem gut. Finde ich jedenfalls. Dafür hat man ja zwei Hände, mit denen man auf dem Klavier zumindest zwei Töne gleichzeitig spielen kann. Nur eher Arpeggios als Blockakkorde.

Du kannst deinen Fingern und deiner Arthrose mit dem Klavierspiel nur Gutes tun. Denn so bewegst du die Finger mehr, als du es normalerweise tun würdest, und du wirst den Unterschied merken.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Zum gefühlt x-ten Mal wäre mein Tip, sich doch mal fachlichen Rat zu holen - Arzt, Physiotherapeut/in ...

Was sind "zu viele Finger auf einmal"? Warum soll Hanon .-. richtig gespielt - anders sein als musikalische Klavierstücke? oder vielleicht ist er sogar sinnvoller?
 

Ähnliche Themen

J
Antworten
4
Aufrufe
2K
Julian Urabl
J
Musiker-Board
Antworten
24
Aufrufe
60K
Unixlover
Unixlover
DerZauberer
Antworten
273
Aufrufe
62K
36Gollum
36Gollum

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben