Platzierung und Montage einer Brücke - Lösungsweg gesucht

von -do_john_86-, 17.04.08.

  1. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 17.04.08   #1
    Hallo zusammen,

    ich bastle in meiner Mittagspause seit einiger Zeit an einer Gitarre und bestelle mir nach und nach die Teile, die ich brauche.

    Jetzt bin ich soweit, dass heute meine feste Brücke von Schaller gekommen ist und ich diese gerne auf den Korpus bringen möchte, an dem bereits der Hals montiert ist.

    Nun stellt sich mir die Frage, wie ich den korrekten Abstand auslote, da die vom Halshersteller angegebene Mensur sich i.d.R. auf die Saitenstärke 0 bezieht und die Brücke ja eventuell schräg montiert werden muss, um Faktoren wie Steifheit der Saite - abhängig von der Saitenstärke - auszugleichen.

    Beruflich bin ich es gewohnt, mir alle Maße selber zu errechnen und mit Zahlen zu arbeiten. Leider konnte ich in der Suche des Musiker-Board nur Aussagen finden wie "Wenn man keine Serienfertigung macht, braucht man keine Schablone und man muss es einfach probieren"...doch das reicht mir nicht.

    Die Ausgangsdaten lauten wie folgt:

    Mensur: 628 mm
    Brücke: Schaller GTM
    Zukünftige Saitenstärke: 010er Standard-Satz

    Wie muss ich jetzt vorgehen, um 1. den Abstand des Halses zur Brücke zu bekommen und 2. den Winkel der Brücke zu erhalten?

    Die einzig konkrete Aussage die ich im Kopf habe ist, dass man zu der Mensur generell 2 mm hinzurechnen muss, da durch das Greifen der frei schwingende Teil einer Saite um ca. 2 mm gekürzt wird. Jedoch berücksichtigen diese 2 mm nicht die Steifheit einer Saite. Es müssten also noch je nach Saite der eine oder andere Millimeter dazukommen...

    Mag ungern aus meinem Korpus einen Schweizer Käse machen und falsche Bohrungen setzen :) Hat jemand einen Tip für mich?

    Erklärungen zur Mensur gibt es sehr viele in der Sufu. Aber eine Schritt für Schritt-Checkliste mit konkreten Zahlen habe ich nicht finden können.
     
  2. Han die Blume

    Han die Blume Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.08   #2
    Also ich hab gerade mal nachgemessen bei mir - ich hab die gleiche Mensur wie Du.

    vom 12. Bund, an dem Punkt, wo die tiefe E-Saite den Bund berührt bis zur mitte der Schraube des Steges auf der gleichen Seite sind es 32,1 cm. (ich hab Jumbobünde und hab am Mitte Bund gemessen).

    die gleiche Entfernung von 12. Bund hohe e-Saite bis zur entsprechenden Bridgeschraube sind 31,8 cm.

    Ich spiele auch 10er Saiten. Und die Böckchen haben bei mir auch noch so viel Spielraum, dass es ersten nicht auf einen Millimeter ankommt und zweitens man die Brücke auch gerade einbauen könnte..

    Du brauchst jetzt also nur eine Mittellinie auf dem Korpus zu ziehen... aber ich glaub soviel Mathe kannst Du, oder?

    Hoffe ich konnte Dir etwas weiter helfen..

    LG!

    Han
     
  3. Eggi

    Eggi Inaktiv Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 17.04.08   #3
    Du könntest es doch so machen, dass du die Brücke mit einer Unterlage in passender Stärke einfach auf den Body auflegst, die Saiten aufspannst, und dir so die richtige Position suchst.

    Meine Logik sagt mir, dass es auch so gehen müßte (wenn du das Tailpiece schon montiert hast)
     
  4. The Dude

    The Dude HCA Bassbau HCA HFU

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    Erstellt: 17.04.08   #4
    Martin Koch beschreibt das in seinem Buch "E-Gitarrenbau" in etwa wie folgt:

    Die Mensur wird von der Sattelvorderkante aus gemessen und dort, wo die Mensur am Korpus endet mittels waagrechter Linie markiert.

    Die Saitenreiter der Brücke werden komplett nach vorn geschraubt (Richtung Hals). Dann werden die Saitenauflagen der Saitenreiter exakt an der zuvor aufgezeichneten Linie ausgerichtet.
    Dort wird die Brücke letztendlich befestigt.

    Die Reiter werden dann etwas nach hinten gedreht um die Länge der frei schwingenden Saite etwas länger als die tatsächliche Mensur einzustellen.
    Dies deshalb, um die zusätzliche Erhöhung eines gegriffenen Tons, verursacht durch das Niederdrücken der Saite auszugleichen.

    Ich hoffe, es ist einigermaßen verständlich, wenn nicht sag einfach, wo noch Erklärungsbedarf besteht.:)
     
  5. -do_john_86-

    -do_john_86- Threadersteller HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 19.04.08   #5
    Mit allen 3 Antworten kann ich etwas anfangen - das hilft mir schon sehr.

    Danke euch!
     
  6. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.04.08   #6
    Vom Sattel bis zum 12. Bund messen, dann genau die selbe Länge vom 12. Bund zu dem Punkt wo die Saite am Stegreiterchen aufhört, also wo der Intonationspunkt ist. Vorher die Reiterchen in etwa in die Mittelstellung bringen, damit Du nachher für die Intonation genug spielraum hast.
     
  7. Werwolf

    Werwolf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.04.08   #7
    So sollte man's auf keinen Fall machen... da fehlt die Kompensation! Schon eher die Reiterchen ganz nach vorne schrauben und dort den Intonationspunkt (die Mensur) setzen.
    Man kann das nachmesen... die Mensurhälfte vom 12. Bund zum Steg ist immer länger.

    Vielleicht helfen dir die Les Paul Originalmaße (von http://www.piller.at/music/downloads/lp_measures.zip)
     

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  8. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.08   #8
    Reiterchen in Mittelstellung habe ich gerade deswegen betont damit es genug Spielraum gibt, mehr Kompensation braucht es nicht wenn der Sattel auf die richtige Tiefe gekerbt ist.

    Dass die untere hälfte oft länger ist, liegt nur an einem schlecht gekerbten Sattel (Saitenlage am 1. Bund zu hoch, dadurch beim Greifen unerwünschte Tonerhöhung die kompensiert werden muss).
     
  9. Werwolf

    Werwolf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.08   #9
    Reiterchen in Mittelstellung reicht NICHT aus für die normale Kompensation! Lies mal das Buch Martin Koch E Gitarrenbau, oder miss einfach mal an diversen Gitarren nach!
    Jede Gitarre braucht Kompensation (manche mehr, manche weniger) und die geht immer nach hinten. Wieso sollte man also die Reiter
    in die Mittelstellung bringen? Damit man sie nachher erstmal nach hinten schrauben muss für die Kompensation? Logisch ist es sie nach vorne zu bringen, dann nach hinten zu kompensieren, damit sie etwa in der Mitte stehen => dann hast du Spielraum!
     
  10. the flix

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    Erstellt: 21.04.08   #10
    Frank Deimel schreibt zu dem Thema in der G&B 4/08:
     
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