Posaunenmundstücke

von cyril, 13.06.07.

  1. cyril

    cyril Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.07   #1
    Hallo Posaunisten
    Ich habe hier im Forum nach dem Thema Mundstück durchsucht und bin ein wenig unsicher geworden. Ich spiele ein Vincent Bach 6 1/2 AL und bin zufrieden. Aber das ist einfach das Mundstück, was bei der damals vor 20 - 30 Jahren gekauften Tröte drauf war.Vielleicht habe ich mich einfach nur an das AL gewöhnt und ein anderes wäre besser für mich. Hätte ich mich irgendwie besonders um Mundstücke kümmern müssen, entgeht mit vielleicht was, könnte ich vielleicht mit einer großangelegten Mundstücksuche eins finden, was meinen Ton deutlich verbessert? Einfach gefragt: Hab ich was verpaßt?
    Wer hat sich schon mal ernsthaft um Mundstücke gekümmert und was hat der erlebt?
     
  2. oggimatt

    oggimatt HCA Posaune HCA

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    Erstellt: 13.06.07   #2
    Hi Cyrril,

    wenn Du den Sound aus dem Mundstück und der Kanne kriegst, den Du haben willst, ist doch alles prima.
    Dann bleib dabei.
    Ich spiel momentan ein Schilcke 50 auf der King 3B und ein Schilke 51D auf der großen Tenor. Damit bin ich ganz zufrieden.
    Bis denne

    Matt
     
  3. tantrix

    tantrix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.07   #3
    hi C.

    eigentlich hast du nichts verpasst.
    Es kann natürlich sein, das der Wunsch nach einem anderen Modell auftritt, weil man älter wird und dementsprechend sich die Physiologie des Gesichtes ändert. Oder weil man sensibler wird, oder das Instrument wechselt und merkt, da könnte etwas mehr drin sein. Oder einen anderen Geschmack entwickelt, das Genre wechselt usw.

    Mundstücke sind eine sehr komplexe Angelegenheit. Ich drehe seit 30 Jahren meine Mundstücke und bin da wohl ein wenig Spezialist, wenn es darum geht das möglichste aus dem Instrument herauszuholen. Aber wer braucht das schon? Ferndiagnosen sind unmöglich.
    Die standard Bachdinger sind im allg. schon o.K. Sie haben auch eine gewisse Schärfe. Andere Firmen haben andere Berater und daher andere Soundvorstellungen. Kompromisse sind zwangsläufig. Ich kenne jetzt nicht alle Firmen, weil ich selber drehe. Aber da habe ich noch ein Dennis Wick 2 Al hier, das sehr weich ausgelegt ist und daher in der Höhe mangelt. Gut für romantische 2. Posaune. Nur mal so als Beispiel.
    Ich weiß, die meisten schreien nach Höhe und noch mehr Höhe, was überwiegend ansatzbedingt ist. Eine Prozentzahl kann ich jetzt nicht nennen. Sie hören, fixiert wie sie sind, gar nicht hin, wie es um den viel wichtigeren Bassbereich bestellt ist. Mal so unzulässig pauschal behauptet. Tiefe Töne sind nicht Bassbereich, sie haben nur Bassbereich - oder nicht (Uff, wie erkläre ichs meinem Kinde?). Nur weil man die tiefen Töne ohnehin leicht bekommt, ist damit nicht gesagt, ob der Mittel-Tieftonbereich schön vollmundig, sonor kommt oder quäkt. Ein Mundstück sollte daher zuerst im Bassbereich optimal ausgelegt werden bzw. sein. Hier wird der Sound geformt, auch für die Höhe. (Frag mal einen Sänger, wie wichtig das "Rohr" im Hals bis zur "Stütze" ist) So plädiere ich mal für eine andere Hörweise.

    Ich habe aus der Erfahrung heraus und aus meiner "Lehrzeit" bei Prof. Eyer der Mundstückspezialist war und einiges an Forschung betrieben hatte, einige Details beschrieben um die "Geheimnisse" auch für andere etwas zu lüften. (Es gab auch andere die bei ihm gelernt haben oder hätten können). Warum sollte ich das mit in´s Grab nehmen. Das irgendjemand sonst schon mal sowas veröffentlicht hätte, wüßt ich nicht. Ich schätze, mein Beitrag dürfte viell. einzigartig sein. (Habe ich jetzt zu dick aufgetragen? Hinweis: ich nix verkaufen!) Viell. hilft das ein wenig bei der Entscheidung.
    Guckst du auf meiner Hp Baustelle unter Technik.
    www.dietmar-trombone.de
     
  4. oggimatt

    oggimatt HCA Posaune HCA

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    Erstellt: 14.06.07   #4
    Hi Tantrix,

    Du Glücklicher mit deinen selbstgedrehten Mundstücken.
    Bei den Teilen von der Stange gibts halt meist immer pro und contra.
    Ich habe leider noch nicht das perfekte Teil für mich entdecken können, aber ich habe auch noch 'ne Menge an mir zu arbeiten.
    Vielleicht kann ich mir irgendwann auch mal eins nach Maß anfertigen lassen, wenn ich selber alles gegeben habe und genau weiß,was ich will.
    Bis denne

    Matt
     
  5. tantrix

    tantrix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.07   #5
    Wenne dat mit deinen Schlabberlappen wieder hinne hast, kannste dich ja ma bei mir melden, wenne inne Chegend bist.
    Dann drehn wa ma ´n Ding.

    Allerdings würde ich dann schon meine Soundvorstellung mit einarbeiten.
    Meine Argumentation hat etwas mit Vokalisation zu tun - a, e, i, o, u. (Kann man das so nennen?)
    Ich ziehe ein "A" vor. die Hamburger können kein A, da klingt es "frische Oaalä" oder so.
    Früher wurde ein dunkler, etwas gestopfter warmer Ton als romantisch oder schön empfunden und findet sich heute noch bei so manchen Posaunenchören. Im Rahmen der Suche nach mehr Brillanz, z.B. durch Erhöhung der Frequenz, wird dieser Sound heute eher als dumpf, muffig empfunden. Es hilft nichts, da müssen wohl neue Instrumente her. Die alten waren zu ihrer Zeit nicht unbedingt schlecht, aber es passt nicht mehr zu den gegenwärtigen Hörerwartungen und Prägungen. Deshalb beschwert sich ja mancher.
    Also ein A ohne hUh. Noch schlimmer empfinde ich ein Ö.
    Als Arrangeur würde ich da ein gestopftes Horn/Euphonium vorschreiben wenn ein tutiger oder tubiger Sound sein soll.
    Desweiteren tendiere ich zu einem großen Ton. Durch die Favorisierung der Brillanz tendiert mancher zu einer kleinen Mensur mit kleinem Sturz und einem kleinem flachen Mundstück. Was dabei rauskommt ist ein kleiner Ton. Wer sowas sucht, wird auf dem Markt fündig, da muss man nichts dran drehen. Mir kommt das aber eher vor wie ein Rückbau einer Vollgeige zur Kindergeige. Eben ein Geschmacksurteil.

    Ich denke, dass mancher Oldtime Jazzer sich das auch mal überlegen sollte, ob nicht ein größerer Ton der Band mehr Groove (neudeutsch für mehr dunkleren Saft, richtig? - so ganz komme ich mit der Sprache da nicht so zurecht.) verleihen könnte. Der Sound der RhythmusSklaven ist ja auch fetter geworden und da bildet eine dünne Posaune ein Loch und es ergibt kein harmonischer Aufbau des gesamten Klangvolumens. Der Anschluss zur Trompete ist zwar da, aber nicht der zum Bass. Die kleinen Ensembles haben keine 2. 3. Posaune, die das übernehmen könnte. Die Solos kämen auch machtvoller. Jack Teagarden in Ehren, aber er hatte nicht die PA Technik und die Rhythmusgruppe von heute.

    Meine Bemühungen zielen auf einen großen Ton. Also würde ich das herausarbeiten. Das Ganze soll natürlich harmonisch klingen, nicht abgesetzt oben scharf und unten muffig. Das Bild einer frei gewachsenen Tanne erklärt es viell. Mundstück und Horn arbeiten ja zusammen und das Mundstück soll die Fähigkeit des Horns unterstützen. Eine zu kleine Druckkammer, das ist das Mundstück, auf einem großen Horn macht wenig Sinn.
    Das Mundstück wird etwas größer und bekäme einen größeren Topf der harmonisch zum Sattel verläuft.
    Somit tendiert das Mundstück zur "U" Form, allenfalls ein sehr mildes "C". Kein so strenges "C" wie das Bach. Das "U" bietet etwas mehr Flexibilität, weil es weniger Widerstand hat, und ich finde es für erfahrene Bläser und Solisten etwas besser. Gelegenheits Blasmusiker müssten mit den Standards eigentlich gut zurecht kommen.
    Du müsstest also überlegen, ob dir das zusagt!!
     
  6. cyril

    cyril Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.07   #6
    Hallo Oggimatt , Hallo Tantrix
    Danke für die Antwort, Das hat mir schon geholfen, weil ich glaube, daß, sollte ich etwas verpaßt haben, es nicht so besonders schwerwiegend ist. Eigentlich hatte ich befürchtet, daß jetzt besorgte und empörte Aufschreie kommen wie: "Wie kann man sich Posaunist schimpfen und sich nicht dediziert um Mundstücke kümmern!!!" usw.

    Der Satz von Tantrix: "Ich weiß, die meisten schreien nach Höhe und noch mehr Höhe, was überwiegend ansatzbedingt ist" gefällt mir besonders gut. Ich selbst habe zwar keine Schwierigkeiten mit den Höhen, lege aber mehr Wert auf "Fettigkeit". Bei mir muß alles fett, satt, voll und breit klingen. Ich möchte die Tröte hören, wie sie den Raum anregt und wie der Raum sich dafür bedankt.
    Bis denne
    Hi Tantrix
    Jetzt habe ich auch den zweiten Teil deiner Antwort bekommen. Das mit der U- Form stimmt ja so in etwa bei meinem AL. Aber ich glaube, daß ich mir ab jetzt keine besonderen Gedanken mehr über Mundstücke machen brauche.
     
  7. oggimatt

    oggimatt HCA Posaune HCA

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    Erstellt: 14.06.07   #7
    Hi Tantrix,

    das ist ja ein tolles Angebot.
    Vielleicht komme ich auch mal darauf zurück.
    Einen großen Ton finde ich auch prima und das Mundstück muß unbedingt zur Tröte passen. Halt nicht zu groß und nicht zu klein.
    Ich fahr gleich erstmal zum Unterricht und dann geht alles wieder fast von vorne los. Ich muß halt erstmal mit dem druckarmen Ansatz weiterkommen.
    Bis denne erstmal

    Matt
     
  8. tantrix

    tantrix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.07   #8
    Du hast nichts verpaßt!

    Hätte mich nicht der Zufall oder Glück, wie man will, verfolgt und mein Prof., der wohl einen Narren an mir gefressen hatte und mich immer mit in seinen Keller mitnahm, hätte ich auch nicht anders reagiert als die vielen Musiker sonst und mich um nichts gekümmert.

    Ich bin auch der Meinung, das eine Posaune auch nach Posaune klingen sollte. Wenn die Kanne das auch noch pp kann, umso besser. Sie hat ja auch die Aufgabe den Raum zwischen Trompete und Bass zu füllen - ohne Lücke. Im Solo sollte sich der Raum bedanken (gut formuliert) und das Herz auch.

    Nein, Bach ist C Form. Spielt aber keine große Rolle.
    Wenn der Ansatz stimmt, dann stimmts!
    Wenn der Ton stimmt, dann stimmts!
    Ich habe noch mal nachgeguckt. Dein Mundstück hat einen Basskessel und ist für "Teutonic" ausgelegt, schreibt Bach (ich nix spiek gutt inglish). Klingt doch irgendwie gut und kommt deinen Vorstellungen entgegen und wenn alles andere eben stimmt,- dann stimmts. Wozu also was ändern?
    Höchstens aus Neugier mal gucken und statt der Perle den Verkäufer nerven.

    @Matt
    besorg dir beizeiten einen billigen Rohling (Auktion?). Sollte schon so einigermaßen passend sein. Aber mit nicht zu tiefem Kessel, denn ich brauch ein wenig Fleisch um was ausdrehen zu können.
     
  9. cyril

    cyril Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.07   #9
    Hi Tantrix
    Ich glaube, ich habe die Sache mit der C- Form (usw) nicht so ganz kapiert
     
  10. tantrix

    tantrix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.07   #10
    Macht nix.
    Das ist so ne Art Kurvendiskussion. Man stelle sich ein Schnittbild vor. Man könnte auch auf ein bauchiges Weinglas im Unterschied zum Kelch hinweisen.
    Die C Form bietet etwas mehr Widerstand (und die Töne "rasten leichter" ein). Aber das darf man nicht so isoliert betrachten.
    Es gibt so Fälle, wo einer ein Problem damit hat. Insbesondere wenn sich die Parameter häufen. Bei:
    www.Bassposaunen.de unter Hilfe findest du so ein Fallbeispiel.
    Da beklagt sich einer, dass er ein Flattern bei bestimmten Tönen hat. Für einen Jazzer ist so ein wenig Soul in der Stimme viell. schön, ein Klassiker kriegt die Krise, rennt zur Uni um eine Frequenzanalyse zu machen. Die Beseitigung des Problems kann immens aufwendig werden. Thein hat in dem Artikel eine für mich nachvollziehbare Ausführung gemacht. Die dickwandigen amerikanischen Posaunen haben mehr Widerstand als die leichten dünnwandigen Deutschen. Dazu, würde ich anführen, eine U Mundstück und weiter Maßnahmen um Widerstand rauszunehmen. War´s des Guten zuviel, sind es eben 20,-€ Schrott. Das muss man hinnehmen. Soweit technisch. Das verwischt sich aber schon bei einem tiefen Kessel mit langem Topf. Wird der Topf zylindrisch ausgeführt haben wir ein U. Andere sind bauchig. Je nach Wunsch und Empfinden läßt sich da noch etwas gestalten.
    Eine Mundstückfirma muss sich festlegen, die Werkzeugherstellung ist sicher aufwendig und teuer. Die können nicht hergehen wie ich und fragen "hättens gern noch ein bißchen mehr? oder soll ich wieder etwas wegnehmen?"
    Andererseits lasse ich die Kirche im Dorf. Wenn´s funktioniert ist ja gut.
    Denn was ich ärgerlich finde ist die Beutelschneiderei. Da las ich gerade, das einer ein Mundstück für sage und schreiben 325,-$ anbietet. Der findet auch Leute mit hohem Selbstanspruch und Problemchen. Die Leute stellen drei Monate später fest, dass der Rand nicht so richtig passt und können sich natürlich nicht helfen. 325,- $$$??? Nää Ne?
     
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