Probleme beim Gesangs Recording - Stimme klingt total dünn

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Jerry77
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Hallo liebe Gemeinde,

wir nehmen gerade unser erstes Album in Eigenregie auf.

Drums, Bass, Gitarre, alles passt... nur der Gesang (female) klingt sehr dünn...

Nun muss ich zugeben: Unsere Sängerin hat wirklich ein recht geringes Volumen in der Stimme, aber selbst live war es nicht so dünn, wie auf der Aufnahme...

Welche Effekte, Aufnahmetechniken können wir nutzen, um den Gesang mit etwas Volumen satter zu gestalten?

Ich möchte hier jetzt keine Aufnahme veröffentlichen, wer allerdings Ahnung von Gesangsrecording hat, bekommt gerne ein Sample von mir per Email.

Momentan haben wir nur nen hall und kompressor draufgelegt. Aber mit dem Hall wirkt es noch mehr wie in einer Kirche 10 Meter vom Mikro entfernt eingesungen.
 
Eigenschaft
 
zum stimme anfetten gibt's viele kniffe, die je nach situation mehr oder weniger gut funktionieren. ggf führt auch erst eine kombination von mehreren techniken zum ziel. die top 5:

1)erstmal ein passendes mikro für die stimme: ein mikro das bei meiner stimme toll funktioniert, kann bei jemand anderem total abstinken, und umgekehrt. ist halt oft blöd, dass "mein" mikro komischerweise immer irgend ein sauteures neumann ding is ;)

2) nahbesprechungseffekt: jedes mikro hat eine art "bassradius", d.h: je näher ich ans mikro gehe, desto bassiger wird das signal, die stimme wird also verdammt sexy und füllig. dieser effekt ist je nach mikro mal mehr mal weniger stark ausgeprägt und tritt meist ab so 2-3cm abstand zur membran ein. das standard live-mikro sm58 hat einen sehr starken "proximity effect", und der fällt nochmal stärker ins gewicht weil man in der regel sehr nah ans mirko ran geht.. einfach mal probiern. aufpassen wegen Plopp-geräuschen!!!

3) deppenmethode - einfach mit nem EQ ne schöne frequenz im bass suchen und reindrehn. so wirklich fett kriegt man die stimme damit aber vermutlich nicht, weil extreme EQ einstellungen (6db oder mehr reindrehn) meistens ziemlich scheisse klingen.

4) fett komprimieren - ruhig mit 5:1 oder noch mehr, und danach nochmal nen limiter drauf. vielleicht auch mal nen multiband kompressor versuchen, wenn gar nix anderes hilft.

5) new york style /parallel compression oder wie auch immer man das gerade nennt: spur duplizieren, höhen irgendwo bei 2kHz (bitte nicht beim wort nehmen!!!) abschneiden und nen richtig richtig richtig harten kompressor drauf (10:1 plattwalzen, bisses zerrt) und das signal dann dem trockenen signal nach geschmack beimischen.


hall is wieder ne ganz andere sache... kathedralenähnliche räume sind aber gaaaanz lang her. zur zeit stehn alle auf kurzen spring reverb. versuch da mal was ;)
 
+ Wenn die Sängerin es kann... die Stimme doppeln (links/rechts).
+ Einsatz von Delays
 
Neben dem was paulsen schon geschrieben hat ist Doppeln in der Tat eine sehr wirkungsvolle Methode. Dabei darauf achten, dass Du die Dopplungen deutlich leiser der Leadstimme zumischst und stärker komprimierst, außerdem sollte Eure Sängerin versuchen diese Dopplungen mit möglichst wenig explosiven und zischenden Lauten einzusingen UND möglichst exakt in time mit der Leadstimme. Dann würde ich die Dopplungen auch nicht hart nach li und re pannen, sondern eher so 10-20. Dann sollte das was werden.

btw: Ich weiß nicht ob das für dich selbstverständlich ist, aber Hall verwendet man als Send-Effekt und nicht als Insert, sonst führt das nämlich genau zu dem von Dir beschriebenen Effekt.

Viel Erfolg!
 
Nun muss ich zugeben: Unsere Sängerin hat wirklich ein recht geringes Volumen in der Stimme, aber selbst live war es nicht so dünn, wie auf der Aufnahme...

Hi das Problem kenne ich.
Versucht mal ne Kugel oder ne Acht als Mikro zu nehmen hilft oft.

Und ja kein Close-Micing auch wenn Ihr schlechten Raum mit drauf bekommt.
Du musst mit dem Mic ne Position finden an dem die Stimme dann halt weniger Dünn klingt.

Kopfhörer auf und mit der Mikrofonposition experimentieren, erlaubt ist was am Ende gut klingt.

Hier mal als Inspiration weil alle heute Close-Micing machen und glauben das würde so gemacht...das führt leider oft zu einem nicht gut klingenden Bild.

Weiter weg Mikrofonieren führt oft auch zu besseren Ergebnissen.

images
 
Die Tipps sind über jeden Zewifel erhaben. Da dies aber nicht der erste Post dieser Art ist, möchte doch mal ganz schlaumeierisch kundtun, dass es natürlich nicht nur eine Frage der Produktion ist. Singen ist nicht gleich Singen und Stimme nicht gleich Stimme. Also die gute Madame Präsidenten-Gattin Carla Bruni (mir fällt gerade kein anderes Beispiel ein) singt ihre verschlafenen, intimen Chansons wunderbar, wäre aber in einer Soul-Band völlig fehl am Platze. Pink dagegen könnte diese Chansons nicht interpretieren. Beide können aber singen. Ich will nun nicht euer Band-Gefüge auseinanderreißen, aber Stimme und Musik-Stil müssen auch passen, sonst kann man da mit der besten Produktion nix machen.
 
Die Tipps sind über jeden Zewifel erhaben. Da dies aber nicht der erste Post dieser Art ist, möchte doch mal ganz schlaumeierisch kundtun, dass es natürlich nicht nur eine Frage der Produktion ist. Singen ist nicht gleich Singen und Stimme nicht gleich Stimme. Also die gute Madame Präsidenten-Gattin Carla Bruni (mir fällt gerade kein anderes Beispiel ein) singt ihre verschlafenen, intimen Chansons wunderbar, wäre aber in einer Soul-Band völlig fehl am Platze. Pink dagegen könnte diese Chansons nicht interpretieren. Beide können aber singen. Ich will nun nicht euer Band-Gefüge auseinanderreißen, aber Stimme und Musik-Stil müssen auch passen, sonst kann man da mit der besten Produktion nix machen.

Oh ja das stimmt gut gesungen werden muss schon.
Das ist ja auch erst dann der Moment an dem es beginnt SPASS zu machen.

Ab und an erlebe ich auch noch das Kunden dabei sind die glauebn ich kann das alles richten.....

Aber wie hat mal eine bekannte Pop Diva zu einem Freund von mir gesagt:

Tonmensch:

"Which Microphone do you prefer"

Pop Diva:

"Mr. Miller it does not matter it will sound good any way"

Tja die Frau wusste es klingt gut ob mit U47 oder sonst was....was vorne rein geht kommt auch hinten wieder raus. Vorne schlecht gesungen kommt hinten schlecht wieder raus. Vorne gut gesungen hinten gut raus.

Technik ist halt kein Wundermittel gegen schlechte Performance.
 

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