Produktion von Akkordeon-Ventilen

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Balg
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Vielleicht ist es noch nicht bekannt geworden dass der Hersteller von Akkordeon-Ventilen, ha-vent, verstorben ist.

Ich habe es zum Anlaß genommen, mir Gedanken zu machen, wie es mit der Herstellung und damit Versorgung von Ventilen weiter gehen wird.

Ich wurde von der Firma ha-vent mit Ventilen bisher versorgt. Dies ist ja nun nicht mehr der Fall.

Aus diesen Gründen habe ich den Entschluß gefaßt, mir eine eigene Versorgung aufzubauen. Die ersten Schritte sind gemacht, eine Produktionsmaschine habe ich schon entwickelt und dann erfolgreich gebaut. An den weiteren Notwendigkeiten um Ventile zu fertigen bin ich derzeit am Arbeiten.

Gruß
Manfred
 
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RIP. Toll das es nun an dieser Stelle -trotz dieses herben Verlustes für die Akkordeonwelt- weitergeht. Daumen hoch für diese Initiative und den Mut in die Produktionsmittel zu investieren!
 
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der balg kann es nicht lassen! - ich bin schwer beeindruckt - bitte mal ein bild senden. danke
 
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Testlauf war schon sehr gut. Ich möchte aber noch verbesserte Materialien ausprobieren. Man sollte dem Fortschritt auch eine Chance geben wenn dadurch Erleichterungen in der Herstellung und auch im Gebrauch möglich sind. Könnte sich dann auch im Preis niederschlagen wenn kostengünstiger produziert werden kann.
 
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War dieser Hersteller der einzige der Ventile produziert?
 
War dieser Hersteller der einzige der Ventile produziert?
in Klingenthal gibts auf jeden Fall noch fa. Grimm die aber hauptsächlich Lederventile herstellt (so zumindest mein Wissensstand)

Die Hohner Sorten sind m.W. überwiegend oder sogar ausschließlich von Hader hergestellt worden.. aber es gibt auf jeden Fall in Italien auch noch Hersteller... aber die kenn ich nicht.
 
Die Frage ist was versteht ihr unter Ventile? Das komplette Stück mit dem Belag oder auch noch das Gestänge daran?
Ihr meint sicher diese Blechstreifen.
 
Ihr meint sicher diese Blechstreifen.
nein - genau die nicht!

Eine Stimmplatte besteht aus einem Rahmen - meist aus Aluminium.
Da sind in aller Regel zwei Schlitze reingestanzt und über jedem Schlitz sitzt ein Streifen aus Federstahl - das ist die Stimmzunge . Und die ist auf Spalt in den Schlitz in der Platte eingepasst
Und die Stimmzunge macht zusammen mit der Platte insgesamt den Ton.

Und weil eine Stimzunge nur in eine Richtung funktioniert, brauchts zwei - für Druck und für Zug jeweils eine eigene mit eigenem Zungenkanal in der Platte.

Und damit nicht zuviel Luft durch die nicht benötigte Zunge durchpfeift, werden die in den allermeisten Tonlagen durch einen nachgiebigen Streifen aus Kunststoff oder dünnem Leder abgedeckt. Diese Streifen sind oft auch mehrlagig aufgebaut - je nach Größe und Anforderungen

-> ... und diese Streifen sind die "Ventile"


hier kann man z.B. Stimmplatten mit un d Ohne Ventile sehen:

https://www.musiker-board.de/thread...timmplattendefekte.566694/page-3#post-8356488
 
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Soweit ich es überblicken kann, sind die Produkte von Ha-Vent -im Gegensatz zu denen von anderen Herstellern- für Bastler/Privatpersonen oder für "kleine Fische" im Reparatursektor am einfachsten käuflich zu erwerben.

[...]Ich möchte aber noch verbesserte Materialien ausprobieren [...]
@Balg Gibt es dazu bereits aktuellere Erkenntnisse oder wann wäre grob damit zu rechnen?
 
Wie gesagt, Schneidemaschine ist fertig und schneidet präzise. Alles Weitere kannst Du aus Seite 1 entnehmen.

Gruß
Balg
 
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Es ist ja hinreichend bekannt, welche Anforderungen Ventile erfüllen sollen. Stellt sich die Frage, ob noch Verbesserungen möglich sind. Das sind so meine Überlegungen . Das betrifft nicht nur die Herstellung ,sondern auch die Funktion der Ventile.
Auf dieser Grundlage sind erste Muster gefertigt. Es sind aber noch einige Schwierigkeiten zu bewältigen ,das geeignete Material zu beschaffen.
Das Material das auf dem Markt verfügbar ist, ist ungefärbt, durchsichtig klar. Ventile daraus zu fertigen ist möglich, diese sind jedoch in der Verarbeitung und Anwendung problematisch da sie nicht erkennbar sind. Sie müssen eingefärbt werden. Die Problematik liegt nun darin, dass farbiges Material nur in Sonderanfertigung erhältlich ist und nur in sehr großen Mengen (1 Tonne pro Farbe) gefertigt werden würde.

Hat Jemand im Forum eine Idee wer in kleineren Mengen gefärbte Folien herstellen würde?

Das ist nun die nächste Aufgabe in welchen Mengen Ventile verkauft werden könnten.

Gibt es Firmen, die dieses ungefärbte Material im Druckverfahren kenntlich machen könnte, das nicht abwaschbar beim Reinigen der Stimmplatten nach dem Einwachsen bleibt?

Gruß
Balg
 
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Ich (sehr persönlich) würde die Fragestellung umkehren und danach schauen, wer schon gefärbtes Material bezieht/verarbeitet und dann versuchen bei denen zu partizipieren.
Wenn ich in meiner Firma Sondermaterialien gebraucht habe, habe ich diesen Weg gewählt. Die "Mitbewerber" sind umso eher bereit, was abzugegeben, wenn Deine Anwendung weit außerhalb ihres eigenen Produkts liegt.

Im Umkehrschluß heißt das, eher nicht bei Akkordeonbauern anfragen...
 
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Hallo,
habe ich auch schon probiert. Man wurde mir gesagt, dass nur noch klare Folie produziert wird weil die Anwender dann ihren eigenen Werbedruck aufbringen lassen.

Gruß
Manfred
 
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Es gibt in der Veranstaltungstechnik für Bühnenscheinwerfer hitzefeste Farbfolien in Bögen oder als auch als Rollen.
Ich hatte da einen Rest von in Rot und daraus Ventile gefertigt. Ich denke das geht damit.
Im Vergleich schien mir das Material von der Steiffigkeit passend ähnlich.
Die müssen ja auch ca 10x10cm eingeschoben unter Hitze stehen bleiben.
Die Folien sind nicht durchgefärbt. Eher farblich beschichtet aber die Farbe kriegt man so leicht nicht ab.
Auch könnte man die gefärbte Seite nach unten nehmen.
 
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Kommt auf den Kunststoff an. Manche kann man mit einer Farbstofflösung färben, verfärben. Denkbar wäre mit Orasolfarbstoffen die fast alles einfärben.
 
Ich habe transparente Druckerfolie für den Tintenstrahldrucker von einer Seite bedruckbar oder sicher auch manuell gut einfärbbar.
Für den Laserdrucker gibts die auch aber vielleicht schlechter manuell einfärbbar.
Von der Steiffigkeit könnte die beide auch passen.
 
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Völlig ahnungslos dahergefragt: Wäre es praktikabel, statt der Folie den Klebstoff, mit dem die Lagen verbunden werden, zu färben?
 
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Hallo,
Das Material das auf dem Markt verfügbar ist, ist ungefärbt, durchsichtig klar. Ventile daraus zu fertigen ist möglich, diese sind jedoch in der Verarbeitung und Anwendung problematisch da sie nicht erkennbar sind.
Mir gefällt diese Transparenz, weil ich so den Zustand der Stimmzungen (z.B. Korrosion) darunter überprüfen kann, ohne das Ventil berühren zu müssen:
1767646988089.png
1767647035192.png


Aber ich verstehe, dass transparenter Kunststoff schwieriger zu verarbeiten ist...

Gruß, Vladimir
 
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Farbiges Material im 0,10mm Bereich ist lieferbar. Ich brauche aber Material im einhundertstell mm Bereich. Die Ventillagen werden nicht wie üblich mit Klebstoff verbunden, sondern unlösbar verschweist.
Da geklebte Ventile oft nicht einmal die Wachserneuerung überleben, habe ich nach Möglichkeiten gesucht, dieses Problem durch Verschweißen zu lösen. Ist mir auch gelungen.

15 Jahre alte Ventile kann ich nicht mehr benutzen, da teilweise die Verklebung keine Verbindung mehr hat.

Gruß
Balg
 
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Was für ein Kunststoff sind diese Ventilbeläge oder wie man das nennt?

Diese lassen sich nachträglich gut färben.
  • ABS (am besten, nimmt Farbe tief auf)
  • Nylon / Polyamid (PA) – besonders lasergesintertes PA (SLS-Druck)
  • PLA (3D-Druck)
  • TPU / Flexible Polyurethane
    Spezielle Kunststoff-Farbstoffe (z. B. GTC/GTD von TCN, Rit DyeMore) in heißem Wasserbad (80–100 °C) 10–60 Min. tauchen


    Diese schlecht
  • Polypropylen (PP)
  • Polyethylen (PE / HDPE / LDPE)
  • PTFE (Teflon)
  • POM (Polyoxymethylen / Delrin)
  • Plexiglas / Acrylglas (PMMA) – meist nur Lack oder Folie
 

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