[Review] Maton M125/12

von Disgracer, 06.07.08.

  1. Disgracer

    Disgracer A-Gitarren-Mod Moderator

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    Erstellt: 06.07.08   #1
    Maton M125/12

    Zu meiner Neuerwerbung hier ein kleines Review (weil’s grad so viel Spaß macht Reviews zu schreiben ;-).

    Mein erster Gebrauchtkauf, mein erstes Schnäppchen.
    Ich war schon länger auf der Suche nach einer ordentlichen 12-String als „Drittgitarre“. Wollte dementsprechend nicht viel Geld ausgeben und der Aufwand sollte sich auch in Grenzen halten. 12-Strings testen ist eh ne einfache Sache, die meisten Läden hier in der Gegend hatte keine 5 Stück da ;-)
    Im Internet gab es interessante Angebote wo ich nahe dran war auch mal blind zu kaufen (ne Lakewood D32-12 für 1k€ kann soo schlecht nicht sein), aber im Endeffekt griff doch mein Misstrauen im Sinne von „Hey du überweist irgendwem ne menge Geld und wer weiß was du dafür kriegst?“.. davon abgesehen wollte ich ja eher weniger Geld ausgeben.
    Das Problem bei 12-Strings ist für mich das Stimmen. Bei 12 Saiten eben aufwändiger und wehe wenn eine Saite ihre Stimmung nicht ordentlich hält. deswegen musste was hochwertiges, aber günstiges her.
    Naja, jedenfalls hatte ich bisher nix Spannendes gefunden was mich überzeugen konnte, bis ich dann vor gut einer Woche auf dem Musikerflohmarkt bei Beyers Bochum war. Ich war schon auf dem Weg nach Hause, weil alles was drinnen stand zu mies oder zu teuer war, da fiel beim rausgehen mein Blick auf eine (gebrauchte) Maton 12-String im Musikerflohmarkt. Das Tommy-Emmanuel-Fieber packte mich, die musste natürlich angespielt werden! Brav gestimmt. Mechaniken drehten sich gut. Ein Akkord gespielt.. und das John-Butler-Fieber packte mich noch dazu. Mein Blick schweifte zum Preisschild: 690€ standen da, aber im Flohmarkt auf 350€ reduziert. 5 Sekunden und 3 Akkorde später war die Entscheidung gefallen. Erstmal die Gitarre zurücklegen lassen, denn ich hatte ja kein Geld dabei. Also ab zur nächsten Sparkasse und dann war sie mein! ;-)


    Specs:
    Ja jetzt tu ich mich schwer..
    Hölzer:
    Ich hab keine Ahnung. Der Maton Support hat mir nicht geantwortet, daher kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen was für Hölzer verwendet wurden. Auch das große allwissende Internet schweigt sich dazu ein wenig aus. Ich tippe auf irgendwelche hierzulande unbekannteren Australischen Hölzer. (Irgendwer auf Harmony Central schrieb die Hölzer wären die gleichen wie bei der M225, was dann eine massive Sitkafichtendecke und „Queensland Maple“ Back&Sides bedeuten würde. Wenn ich mir allerdings die fotos auf der Maton Seite angucke müsste das Queensland maple ziemlich heftig nachgedunkelt sein. Könnte man nach den Fotos gehen, wäre das Holz am ehesten „Blackwood“, wie bei der Australien Series. (Im Grunde sieht meine Gitarre genau so aus, nur ohne Binding und Loch im Headstock))
    Die Decke scheint mir aber auf jeden falls massiv zu sein. Und wenn nicht: das australische Sperrholz lebe hoch! ;-)

    Drumrum/Verzierungen:
    Die M125-Serie wurde ab 1997 gebaut, also ist sie jünger als 11 Jahre.
    Es ist eine Dreadnought ohne Cutaway, Griffbrett ist 50 mm breit, der Hals ist recht flach, ähnelt einer klassischen Gitarre.
    Da das wohl die Einsteiger Serie war, ist die Gitarre ganz schlicht gehalten: Keine Verzierungen, einfache Rosette, kein Binding, perlmuttartige Plastikdots zur orientierung. Zu erwähnen ist, dass noch die Schutzfolie auf dem Pickguard klebt und zuerstgenannte kaum ne Schramme hat.

    Steg und Sattel:
    Sind schwarz, könnte so was Tusk-ähnliches sein, oder einfach schwarzer Kunststoff. Der Sattel ist für die beiden H-Saiten kompensiert.

    Mechaniken:
    Die Mechaniken sind aus Metall und von Maton und sehen genauso aus, wie die an meiner Lakewood, nur dass da Lakewood anstatt von Maton draufsteht. Und ich hab das Gefühl die sind neu. Die glänzen noch wie Sau, kein Fitzelchen Rost, drehen wunderbar gleichmäßig und nicht so leichgängig. Optimal eigentlich.

    Bridgepins:
    Ja hat sie: Schwarzer Kunststoff mit weißen Punkten.

    Zustand:
    Da ja ein Gebrauchtkauf, sind schon ein paar Macken dran, aber nix Weltbewegendes. Die beiden größten Makel waren zum Ersten die total runtergespielten Saiten die draufwaren. Die wurden durch Elixirs ersetzt.
    Zum Zweiten hat irgendwer die Gitarre nicht soo super behandelt und wohl mal länger in nem trockenen Raum oder unter Sonnenschein aufbewahrt. Der Hals+Griffbrett war ein wenig Spröde. (fiel mir aber erst im Vergleich auf) Und ebenso war der gesamte Korpus ein wenig „trocken“.
    Beim Saitenwechsel hab ich ihr die „letzte Ölung“ per Lemon Oil verpasst: Nicht nur den Hals und das Griffbrett, sondern komplett den ganzen Korpus (der offenbar überhaupt nicht lackiert ist..), was ihr sehr gut getan hat. Sieht wieder frisch aus. Alle Poren wieder zu ;-)


    Sound:
    Na, wenn man schon ne 12-saitige kauft will man natürlich vor allem VIEL Sound. Hat sie. Viel Volumen ist da, das kommt wohl durch die Oktavsaiten ..
    Lautstärketechnisch jetzt gar nicht mal soo übertrieben. (Meine kleine Lakewood ist subjektiv lauter)
    Insgesamt klingt die Gitarre eher weich, nicht so knackig, aber ohne aufdringliche Bässe. Sie hat dieses sustainreiche Surren, wenn man nen Akkord länger klingen lässt, was ich bei vielen günstigen 12-Strings vermisst habe. So ein *zwuuusch*.
    Und hier seh ich auch den Haupteinsatzbereich: Akkorde schrammeln. Das macht einfach Spaß, und mit dem Rest (nämlich dem Picken von einzelnen Tönen) tu ich mich aufgrund der Doppelsaiten noch schwer. Ebenjenes möchte gelernt sein.
    Aber zum Liederbegleiten ist sie wunderbar geeignet, und wer weiß, John Butler ist auch nur ein Mensch und mit etwas Üben... das große Ziel namens „Ocean“ rückt näher *grins* ...


    Kritik:
    Gibt es nicht viel. Preis/ Leistung empfinde ich als „mehr als okay“. Die Bridgepins, Stegeinlage, Sattel könnten hochwertiger sein, aber die werde ich dann ggfs ersetzen. Ein paar mehr Bässe täten dem Ganzen sicherlich auch nicht schlecht, aber da muss ich einfach mal rumprobieren mit verschiedenen Saiten. Die Elixirs brauchen ja eh auch ne Zeit bis sie eingespielt sind.
    Bleibt noch zu hoffen, dass die Ölkur das Ding gerettet hat, ohne irgendwelche Schäden zu verursachen.
    Und natürlich ist sie etwas kopflastig, was sich aber bei 12-Saitern kaum vermeiden lassen wird.
    Klanglich sicherlich keine Lakewood M32-12, aber für mich besser als so manche 1200€ 12-String, und vor allem günstiger. Für 700€ hätte ich sie mit Sicherheit nicht gekauft, aber so.. ein Schnäppchen.

    Hier folgt dann noch ein nettes Soundsample. Bilder gibt es, wenn ich das Digicam-Problem gelöst habe:
    http://www.file-upload.net/download-960397/Maton-M125_12.mp3.html
     
  2. I_am_not_Neo

    I_am_not_Neo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.08   #2
    Tolles Review, muss ich sagen. Leider kann ich deinen Beitrag gerade nicht bewerten:o

    Ich glaube, ich bin nicht der einzige, der auf die Fotos wartet. Da läuft einem ja so schon das Wasser im Munde zusammen und es tut sich fast ein kleiner Funken Neid auf. Iiiirgendwann kauf ich mir auch eine 12-Saitige Gitarre, da lässt mir mein GAS keinen Ausweg. :D
     
  3. Johann1

    Johann1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.10   #3
    Ist es schwer Barrésakkorde auf `ner 12-Saiter zu greifen?Und gibt `s `n 12-Saiter Forum?Tolles Review!!!
     
  4. Disgracer

    Disgracer Threadersteller A-Gitarren-Mod Moderator

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    Erstellt: 04.07.10   #4
    Also ich tu mich schon schwerer mit Barrès auf der 12-Saitigen. Nach 3-5 Liedern merkt man das schon in den Fingern.
    Ne ganze Stunde wollt ich da nicht drauf spielen. (hab aber auch 12er Saiten drauf, was vmtl auch etwas übertrieben ist)
    Es ist aber vllt auch eine Gewähnungssache. Die Maton ist für mich nach wie vor eine Drittgitarre (eher Viertgitarre), die ich nichtmals jede Woche in der Hand hab.

    Ein 12-Saiter-Forum gibt es hier nicht. Dazu gibt es daran zuwenig Interesse. Themen dazu sollten sich aber hier im Steelstringbereich finden, wenn auch eher vereinzelt.
     
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