Review: Orange Crush 10

von wishboneX, 01.08.07.

  1. wishboneX

    wishboneX Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    07.06.07
    Zuletzt hier:
    9.12.09
    Beiträge:
    1.393
    Ort:
    Berlin
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    9.043
    Erstellt: 01.08.07   #1
    Hallo,

    so, hier mein Review zum Orange Crush10.

    Hier die Daten:
    http://www.musik-service.de/Gitarrenverstaerker-Orange-CR-10-Crush-Combo-prx395719321de.aspx

    Ich habe mir den Amp lediglich deswegen gekauft, weil ich meine Richwood Les Paul in die Kanzlei ausgelagert habe, damit ich die Zeit beim Zeittotschlagen sinnvoller nutzen kann als noch mehr zu surfen und eine Notlösung über den PC sich als nicht praktikabel erwies.
    Zuhause spiele ich über einen VOX AD15VT.

    Gründe für den Kauf war die positive Erfahrung, die ich mit dem Orange Rocker gemacht habe und daß er - auf mich - irgendwie einen "amtlichen" Eindruck gemacht hat und eben nur 69.90€ kostet. Ich habe das Teil blind bestellt. In dieser Preislage ist das Angebot relativ dünn, entweder Microamps mit 2W oder Behringer oder eben die Einstiegsmodelle von Peavey, Fender, Marshall, die ich schon kannte (Backstage, Rage158, Frontman15, MG10, Valvestate15) und die in meinen Ohren alle nicht wirklich was taugen, insb. was verzerrte Sounds angeht (am schlimmsten der Fender, wobei ich da ein älteres Modell mal geliehen hatte, wie der neue ist, weiß ich nicht). Zudem klangen die Berichte auf www.harmony-central.com zum Orange recht vielversprechend.

    Um es vorweg zu nehmen: Der Orange hat mich nicht enttäuscht!

    Optik:
    Klein (6" Speaker), fast quadratisch, eben sehr orange ( :-) ), von der Haptik wirklich überzeugend, an dem Teil wirkt nichts billig oder wacklig wie bei manchen anderen Kandidaten aus der Preisklasse.

    Alles was jetzt noch folgt, ist natürlich rein subjektiv und vor dem Hintergrund zu lesen, daß ich weder über jahrelange Erfahrung noch über sehr großes Können verfüge, ich spiele seit knapp über einem Jahr. Und: Es handelt sich um einen günstigen 10W Übungsamp!

    Die Stärken liegen eindeutig im cleanen und leicht angecrunchten Bereich, da klingt er m.E. wirklich fast sensationell gut. Wie viele andere Amps auch hat er 2 Gainregler, die die Vorstufe und Endstufe regulieren, es gibt nicht nur einen Gainregler + Master, sondern Master + 2x Gain (1+2). Insb. die Crunchsounds erfordern dann zunächst mal eine gewisse Beschäftigung mit den einzelnen Reglerstellungen im Zusammenhang mit dem Volumepoti der Gitarre, aber der Aufwand lohnt sich. Mit dem Hals-HB "singt" der Orange richtig schön, von sehr klar bis "cremig" ist alles drin.

    Ach ja, ich kenne bislang keinen Amp, bei dem sich der Mittenregler dermaßen bemerkbar macht wie beim Orange. Die Mitten verändern den Sound - je nach Gitarre, hab´s eben nochmal mit meiner PRS SE probiert - dramatisch, mal gut, mal unbrauchbar, mal wird der Sound "fetter"/voluminöser, mal eher "matschig". Schwer zu beschreiben.


    Bei den Zerrsounds ist ebenfalls nichts für mich zu meckern, aber da ist auch wieder der Geschmack bestimmend, man darf von dem Teil keine moderne, aalglatte Metal-Zerre erwarten, den Sound würde ich eher mit von "dreckig-vintage" bis hin zu dem "gängigen" Punkrocksound a la Bad Religion beschreiben, wobei dreckig/rotzig irgendwie am besten paßt in meiner Nomenklatur, hat auf jeden Fall Charakter. Hat schon eine gewisse Ähnlichkeit mit der Marshall-Zerre des Valvestate 15, soweit ich mich erinnere, gefällt mir aber deutlich besser, weil sie eben auf weiter oben nicht matschig und undifferenziert wird.

    Der Bereich der Zerre ist allerdings - zumindest mit meinen beiden Gitarren - recht eng umrissen, d.h. er fängt bei beiden Gainreglern erst so ca. bei 7/10 an, was die Möglichkeiten ein wenig einschränkt.


    Trotz des kleinen Speakers und er Leistung von nur 10W macht der Orange eine Menge Krach! Bei aufgedrehter Volume an der Gitarre und den Gainreglern im oberen Bereich spiele ich kaum über 2/10, sonst müßte ich mich auf Ärger mit dem Vermieter gefaßt machen.

    Es gibt lediglich einen Kanal, erst der Crush15 hat einen Kanal-Wahlschalter, der Umstieg von Clean auf Zerre ist aber mit 2 Handgriffen zu machen.

    Fazit:
    Also, wer einen "amtlichen" Amp für kleines Geld mit sicher ungewöhnlichem Aussehen, dafür aber mit "Kultbonus" sucht und keinen Metalbedarf hat, dem kann ich den Orange ohne weiteres empfehlen.

    Wer Fragen hat, bitte gern.

    Christian
     
  2. GreatGhost

    GreatGhost Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    28.05.07
    Zuletzt hier:
    2.02.10
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 29.08.07   #2
    Danke für das tolle Review!
    Meiner kommt morgen und ich werde mit jedem Review das ich lese immer aufgeregter ;).

    Grüße.
     
  3. Aufkleber27

    Aufkleber27 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.02.07
    Zuletzt hier:
    8.08.11
    Beiträge:
    1.045
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    720
    Erstellt: 29.08.07   #3
    Hi Chris,

    gutes Review, vorallem weil du auch ein paar Nachteile geschrieben hast und ihn nicht einfach Hochloben tust. ;)
    Aber wie es scheint gefällt er dir sehr gut. Ich werde ihn auch mal anspieln

    greeze
    Aufkleber
     
  4. wishboneX

    wishboneX Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    07.06.07
    Zuletzt hier:
    9.12.09
    Beiträge:
    1.393
    Ort:
    Berlin
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    9.043
    Erstellt: 29.08.07   #4
    Freut mich, daß Dir das Review gefällt (ich nehme auch gern Karma-Punkte :-) )

    Hier ein ganz gutes Review zum Orange Crush 30, der kleine 10er kann das auch alles, hat halt nur kein Reverb, die HiGain-Sound bei 3:43m kommen vielleicht ein klein wenig "schmalbrüstiger" rüber, was sicher am kleinen Speaker liegt, aber er ist nah dran.

    http://www.youtube.com/watch?v=FnTr49UmhZs

    C.
     
Die Seite wird geladen...

mapping