Review Peavey Valveking Royal 8

von xanthine, 22.02.08.

  1. xanthine

    xanthine Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.08   #1
    Review Peavey Valking Royal 8

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    Ein paar Worte vorneweg:
    Dies ist mein erstes Review. Ich würde mich als fortgeschrittenen Anfänger bezeichnen, meine technischen und muskikalischen Fähigkeiten halten sich in Grenzen. Deshalb hoffe, ich, dass ich zumindest verständlich ausdrücken kann, was ich meine. Allerdings bin ich sicher, dass meine Ohren, Eindrücke und Ansprüche einigen gestandenen Experten hier im Forum nicht gewachsen sind. Die Laufrichtung des Gitarrenkabels und den Einfluss von Fabriken auf das Stromnetz interessieren mich nicht (Trotzdem einen schönen gruß an Udo Pipper).

    Erwartungen an den Amp:

    Liest sich ja auf dem Papier nicht schlecht! 5 W Röhrenübungscombo, im Gegensatz zu einigen Kollegen der Preisklasse versehen mit zwei Inputs, Master-Regler und Kopfhörerausgang - das macht den Amp ein wenig flexibler als seine Kollegen von Epiphone, Harley Benton und Konsorten.
    Klanglich möchte ich einen Übungsamp, der zum Bluesen und Riffen animiert. Und das bitte bei einem vernünftigen Sound in Zimmerlautstärke, damit nicht gleich die Abmahnung vom Vermieter reinflattert. Und wenns geht mit einer direkten Anprache, die einem gleich sagt, ob man sauber spielt, phrasiert und anschlägt. Schließlich will man ja besser werden. Zugegeben - eierlegende Wollmilchsäue will jeder.

    Getestet mit:

    Gordon Smith Graduate Slimline mit 2 x splitbaren Humbuckern

    Danelectro Daddy O. Overdrive Pedal
    Danelectro T.Bone Distortion (dazu später mehr)
    Ibanez Soundtank Compressor

    Allererster Eindruck:

    Ich war ernüchtert. Allerdings waren die Startvorraussetzungen denkbar schlecht: Nach vier Stunden mehrfach unterbrochenem Schlaf weckt mich die Klingel durch den Mann von der Firma mit dem Mindestlohn. Schnell hinrennen, bevor die Oma über mir das Paket mit dem großen T entgegennimmt und sich denkt, dass der Student von nun an nur noch Krach macht. Das Gegenteil ist schließlich die Intention. Aber erklär das mal der Oma...
    Völlig verpennt, ohne Frühstück etc... wird das Paket aufgerissen und verkabelt. Nach einer Vorglühphase von einer geschätzten Zigarettenlänge (kein Tabak mehr im Haus...) gehts dann los. Und das war nicht schön! Sofort kommt ein unglaublicher Nebengeräuschpegel aus dem Amp, dass es mir die Sprache verschlägt. Ich dachte zuerst, der Amp hätte beim Transport etwas abgekriegt. Dann dachte ich, es liegt an der Gitarre. Aber das Gerausche war mir vorher an meinen anderen Amps (Fender Frontman Reverb, Hughes & Kettner Edition Tube) nicht aufgefallen. Naja, was solls erst mal ein Stündchen gespielt und rumprobiert, anschließend gefrühstückt. Nach dem Frühstück (zwei Tassen Kaffee und ein paar Zigaretten...) habe ich dann mal den ebenfalls mitbestellten Danelectro T.Bone Distortion aus dem Signalweg genommen, um ein Netzteil für den Kompressor freizumachen - siehe da, das Rauschen war weg! Der Danelectro T.Bone wars also! Neben einer unterirdischen Zerre hat das Ding also einen Bypass, den man kaum so nennen kann - geht sofort zurück. Das Pedal hatte ich eigentlich mitbestellt, um den Amp ein wenig anzublasen - Pustekuchen.

    Eigentlicher Test:

    Nachdem das Desaster mit dem T.Bone erkannt und gebannt war, konnte es also losgehen. Diesmal unter wesentlich besseren Vorraussetzungen. Die beiden Inputs stellen tatsächlich zwei verschiedene Grundcharakteristiken da, was bei Input 1 schon schwer cruncht, liegt bei Input 2 und ansonsten gleichen Settings noch weit im Cleanen. Headroom ist genügend vorhanden, um die Oma oben in Verzweiflung zu bringen, aber es gibt ja zum Glück den Master-Regler. Den reiße ich nach einigen Testriffs nicht allzu weit auf - der Amp ist laut (was zeigt, dass Watt ungleich Lautstärke ist). Master auf acht Uhr reicht locker für Zimmerlautstärke.

    Folgendes gilt für Master auf acht Uhr, Gitarre: Les Paul Typ, auch vom Output her

    Input 1:

    - Gain: Der Gain Regler beginnt ab etwa 10 Uhr zu Übersteuern und steigert sich in eine gute, saftige Zerre hinein, die allerdings bei Rechtsanschlag nach meinem Geschmack irgendwie unangenehm wird...ich finde keine gescheiten Worte. Irgendwo zwischen 12 und 3 Uhr erhält man aber schöne, angezerrte Sounds, die zum Bluesen animieren. Drahtiger wirds im Single Coil Mode - auch sehr schön. Der Amp reagiert gut auf das Volumepoti an der Gitarre, nimmt man das ein wenig zurück, erhält man schöne, klare Cleansounds, die allerdings im Single Coil Mode ein wenig an Schärfe vermissen lassen - kann aber auch an den Pickups liegen.

    - Tone: Arbeitet sehr effektiv, allerdings finde ich Links- und Rechtsausschlag zu extrem. Linksausschlag erzeugt sehr muffige Sounds, im Bassbreich matscht es etwas. Ausserdem gehen Lautstärke und Zerre runter. Im Rechtsausschlag werden sehr Höhenbetonte Sounds erhalten, die mir persönlich zu sägend sind. Geschmackssache. Das Signal wird lauter. Ich bin mit der Stellung auf 12 Uhr bis jetzt am Besten gefahren.

    Input 2:

    - Gain: ab etwa 12 Uhr werden die ersten Übersteurungen bemerkbar. Allerdings geht dies nicht so weit wie bei Input 1, auch bei Vollausschlag wird keine echte Zerre erhalten, sondern, je nach Anschlag ein schöner Crunch. Insgesamt etwas zurückhaltender als Input 1.

    - Tone: arbeitet ebenfalls effektiv, mit zunehmendem Ausschlag wird ein Lautstärkeanstieg festgestellt. Da der Eingang eine eher dumpfere Grundcharakteristik hat, darfs hier auch gerne ein bisschen mehr nach rechts gehen. Der Linksausschlag matscht.

    Master:

    reißt man den Master-Regler voll auf, hält aber dafür die Vorstufe ein bisschen zurück (~9 Uhr), so erhält man auch in Zimmerlautstärke schöne, perlige Crunch-Sounds.

    Kopfhörerausgang:

    da ich nicht das Budget für einen richtig guten Kopfhörer hatte, nur eine mit Vorsicht zu genießende Aussage: Klingt wie durch eine Gieskanne. Sägt und übersteuert, der Kopfhörer schrebbelt. Kann aber durchaus am Kopfhörer liegen. Kann man zur Not aber machen. Der Amp harmoniert ganz gut mit vorgeschalteten Pedalen (ausser dem T.Bone), keine Beanstandung.

    Fazit:

    Nach etwas unglücklichem Start bin ich zufrieden. Der Amp reagiert sensibel auf den Anschlag und das Input-Signal, schärft den Sinn für Anschlag, Phrasierung und Ausdruck im Allgemeinen, genau das, was ich von einem Übungsamp erwarte. Die Zerre bei Vollausschlag des Gainreglers ist nicht mein Fall, der Kopfhörerausgang ist so naja (was bei einem guten Kopfhörer alelrdings auch wieder ganz anders aussehen könnte).
    Kann ich Fortgeschrittenen (Anfängern), die wissen, was sie wollen empfehlen. Zeigt gnadenlos spielerische Schwächen auf und zwingt zur Selbstreflexion. Einem blutigen Anfänger nicht zu empfehlen, da doch etwas speziell. In gewisser Weise auch limitierend. Ein Profi wird wahrscheinlich auch nicht zufrieden sein. Ich bin zufrieden, denn ich glaube, dass ich mit diesem Amp mein Spiel verbessern kann, da ich gezwungen werde, darauf zu achten, was ich tue. Kann von der Lautstärke her wahrscheinlich keine Bandprobe bestreiten. Soundbeispiele gibts mangels Aufnahmetechnik leider nicht.
     
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  2. jakob the ripper

    jakob the ripper Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.08   #2
    Schönes Review!!! (die Gitarre&Bass-Einflüsse sind lesbar ;-)
     
  3. xanthine

    xanthine Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.08   #3
    danke!
     
  4. Götterfunke

    Götterfunke Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.08   #4
    Auch von mir:great:
     
  5. T-Rex

    T-Rex Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.08   #5
    Nett gemacht und angenehm zu lesen:).

    SoLong
    T-Rex
     
  6. bluesbetty

    bluesbetty Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.03.08   #6
    Danke für das Review. Habe ihn auch im Musikgeschäft angehört und er hat mir dort vom Sound gut gefallen. Deine Erfahrung bestärkt mich deshalb in meinem Wunsch nach diesem Amp.;)
     
  7. Purist

    Purist Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.03.08   #7
    hallo xanthine..hast dich ja in der einleitung selbst ewas "runtergemacht" :-)

    warum nur? dein review ist gelungen und du sprichst mit den worten und der erfahrung genau der leute, die wohl auch einen großen teil der zielgruppe ausmachen!

    prima gemacht!
     
  8. Timbale

    Timbale Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.09   #8
    hey,

    finde das sollte man hier nicht vorenthalten
    klick

    klingt bombastisch!

    gruß
     
  9. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 15.04.10   #9
    Hier sind noch ein Video, das ich ganz hilfreich fand, denn der Valveking 8 ist durch Volume, Master, Tone und die beiden Inputs ganz schön variabel:
    http://www.youtube.com/watch?v=IEu0NzSZ7RE&feature=related

    Bislang konnte ich ihn meinen Peavy nur zu Hause und damit nicht voll ausspielen - am Samstag hat er vermutlich seinen ersten Live-Gig-Einsatz. Bin schon ganz gespannt.
     
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