[REVIEW] Soundcraft Signature 12

von Mfk0815, 29.12.16.

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  1. Mfk0815

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    Erstellt: 29.12.16   #1
    Ausgangslage

    Ich spiele mit meiner Band immer wieder so ganz kleine Gigs wo es ausreicht den Gesang, eine Bassdrum und die Akustikgitarre anzunehmen.
    Daher suchte ich eine unkomplizierte Alternative zum XR18+X-Touch/Tablet. Da dachte ich dass ein Soundcraft Signature gerade richtig sein könnte. das Siganture 10 würde zwar gerade so die Anforderungen abdecken, allerdings habe ich ein flaues Gefühl im Magen wenn genau kein Anschluss frei bleiben würde. Also ist es doch wieder etwas größer geworden mit dem Signature 12.

    Übersicht und Produktvariationen

    Das Auspacken aus dem Karton, der das Gerät hinreichend beim Transport schützt, ist nicht der Rede wert. Der Inhalt beschränkt isch auf Gerät, Netzkabel und einem Heftchen mit Sicherheitshinweisen, einem Zettel mit der Information wie man das gerät registrieren kann und einem mit einem Freischaltcode für Abelton Live. Den Rest (Software und Handbuch) muss man sich von den Websites von Soundcraft und Abelton runter laden. Willkommen in der neuen, vernetzten Welt. Erfreulich ist allerdings dass man bei Soundcraft neben einer englischen auch eine deutsche Version des Handbuchs (das 54 Seiten umfasst) runter laden kann.

    Die Signature Serie umfasst eine Reihe von Pulten die sich aber nicht nur bezüglich der Anzahl von Eingangskanälen unterscheiden. Es gibt das Signature 10 bzw 12 und das Signature 16 bzw. 22. Wichtigste Unterschiede sind dass die beiden größeren über zwei semiparametrischen Mitten verfügen und einen zusätzlichen Auxweg haben.
    Zusätzlich gibt es das 12er und 22er Modell auch in einer Version die Mehrspur-Aufnahmen erlaubt. die trägt den Zusatz MTK im Namen. Die anderen verfügen nur über ein Stereo-USB Interface.

    Ich will mich jetzt aber auf das zweit kleinste Modell mit 12 Eingängen konzentrieren.
    Übersicht


    Mechanische Ausführung

    Das Pult hat ein Stahlgehäuse das einen recht robusten Eindruck hinterlässt. Da dürfte länger nichts passieren. Es kommt übrigens mit zwei Kunststoffblenden links und rechts daher, die habe ich aber aus Gründen der Platzreduktion aber gleich mal entfernt und eingelagert. Es hat so jetzt eine Größe von 34x38x10cm, ist also sicher nicht der kleinste Mixer in dieser Kategorie. Das Gewicht ist bei ca 5,5 Kilogramm, das die solide Ausführung des Geräts unterstreicht.
    Die Fader sind angenehm zu bedienen, da wackelt nix und sie haben auch das gewisse Maß an Widerstand um zu gewährleisten dass da im Betrieb die Position des Faders nicht unabsichtlich verändert werden kann.
    Die Potis haben Kunststoffachsen wie sie auch bei vielen anderen Klein-Mischpulten üblich sind.
    Poti Detail

    Das mag jetzt weniger vertrauenerweckend sein. Ich gebe aber zu bedenken das auch bei meinem Mackie 1202VLZ aus dem Jahre Schnee nichts anderes zu finden ist. Und da gab es nie ein Problem. bei einem A&H ZED schaut das z.T so aus, also ob da jeder Poti extra verschraubt ist. Allerdings kosten die in vergleichbarer Konfiguration um 50% mehr;-)

    Die Schalter hinterlassen bei mir einen durchwachsenen Eindruck. Zum einen sind sie hinreichend stabil ausgeführt. Allerdings ist der Hub und die Farbgebung, vor allem im Faderbereich, suboptimal. Bei weißen Schalter auf weißem Hintergrund und geringem Schalthub ist bei schlechter Beleuchtung nicht gut erkennbar ob der Schalter gedrückt ist oder nicht. Gut, da wird sich während eines Auftritts nicht viel ändern und die Mute-Taster sind rot und der Schaltzustand ist zusätzlich mit einem LED hervorgehoben. Nun gut, es gibt bessere Lösungen aber damit kann ich schon noch leben.
    Im übrigen ist dei Farbgebung des Pults schon recht gut gewählt. Die Kappen mmit den kräftigen Farben sind schon recht gut für schlechte Beleuchtungen ausgeführt. Schade nur, dass sich da nicht auch bei den Schaltern weiter fortgesetzt hat.

    Über die Buchsen, die alle auf der Oberseite angebracht sind, lässt sich nicht viel sagen. Sie sind da und sie schauen robust aus. Einzig ein paar Inserts hätten es noch sein können. Für mich und die geplante Anwendung ist das nicht so wichtig.

    Eingangskanäle
    Eingänge
    Jeder Kanal verfügt über einen XLR- (Mic) und Klinken-(Line)Eingang.
    Kanal 7/8 und 9/10 haben zwei Klinkeneingänge und sind somit auch als Stereo-Kanäle verwendbar.
    Kanal 11/12 (ist auf einem Bild weiter unten einzusehen) verfügt über zwei Chinch-Buchsen und alternativ den USB Eingang.
    Die Klinkenbuchsen sind symmetrisch ausgeführt, eine Umschalter zwischen XLR und Klinke gibt es nicht. Das ist über eine Prioritätsschaltung gelöst. bei den Mono-Kanälen hat der XLR Anschluß Vorrang. Das heißt wenn der belegt ist, wir der Klinkeneingang deaktiviert. Anders ist es bei den Stereo-Kanälen. Da 'ziehen' die Klinkenbuchsen. Für die Microfoneingänge gibt es auch eine Phantomspeisung. Allerdings nicht individuell sondern nur global. Das sollte mit herkömmlichen Mikrofonen kein Problem darstellen. Submixer, Keyboards oder ähnliches sollten an den Klinkeneingängen angeschlossen werden.
    jeder Kanal mit Mikroeingang verfügt neben dem obligatorischen Gain auch einen 100Hz LocCut. Zum Gaiun sei angemerkt dass es da eine Spezialität bei dem Pult gibt, zumindest bei meinem Gerät. Obwohl ich im Handbuch nichts disbezüglich gefunden habe, ist es so dass die beiden Stereokanäle einen höheren Pegel haben als die anderen sechs. Will heissen wenn ich das selbe Mikro am 1. und am 7. Kanal anstecke so muss ich den Gain vom 7. um ca 15dB zurück nehmen um letztendlich den gleichen Signalpegel zu erreichen. Das sieht man übrigens auch am Foto, denn ich hatte das Pult einmal routinemäßig durchgecheckt. Aber gut, ich kann damit leben.

    So, die ersten beiden Kanäle verfügen über einen zuschaltbaren Limiter. Der Schalter hat eine LED eingebaut die immer dann leuchtet wenn der Limiter aktiv ist. Der Limiter greift ab ca +3dB ein, also schon bevor das Peak-LED aktiv werden würde und damit der mögliche Headroom ausgereizt wird.
    Zwei weitere Kanäle kann man auf Hi-Z umschalten um z.B. passive Gitarren oder ein auch ein Fender Rhodes direkt am Pult anzuschließen.
    Alles in allem eine recht vielseitige Konfiguration auf wenig Platz untergebracht.

    (den letzten Kanal behalte ich mir für später auf, wenn es um die USB Funktion geht)


    Filter



    Für alle acht Kanälen mit XLR Anschluß gibt es einen dreiband Filter mit semiparameterischen Mitten. Die Frequenzen sind, wie man sehen kann, mit 12 KHz in den Höhen und 60Hz in den Bässen recht vernünftig gewählt. Auch der Mittenfilter ist gut ausgelegt. Interessant ist dass der Q-Faktor bei Anhebungen weiter ist als bei Absenkungen. Das finde ich vernünftig gelöst. Soundcraft redet bezüglich der Filter von einem Sapphyre Filter. Details was da so genau passiert steht an sich im Handbuch. ich kann nur sagen dass man damit recht leicht musikalisch gute Ergebnisse erzielen kann. :great:

    Aux Sends
    Es gibt zwei Aux Sends und einen dritten der entweder fürs interne Effekt-Gerät oder auch extern benutzt werden kann. Sie können global im Master-Bereich von zwischen Pre- und Postfader umgeschaltet werden.
    Dass man neben dem Effektweg auch zwei Monitorwege hat ist für mich wichtig gewesen. Denn wir haben zwei Leadsänger (einen an der Gitarre, der andere am Schlagzeug). Da sin dzwei Monitore unumgänglich.
    Pfiffig ist dass man den Kanal 11/12 (das ist der mit dem Chinch bzw. USB EIngang) separat auf Postfader schalten kann. Denn hin und wieder kommt es vor dass man ein Playback am Monitor mit dem Master ausfaden will. Das geht damit ganz einfach. Auch hier :great: fürs Detail.

    Der dritte Aux/FX Bus ist etwas anders ausgeführt. Es werden gleichzeitig das interne Effektgerät gespeist und das Signal dann auch nach dem Aux Master am Aux 3 Ausgang ausgegeben. Dabei wird das interne Effektgerät immer Postfader angesteuert und es gibt für das Effektgerät auch keienn Masterregler. Der Auxmaster hingegen wird wie die beiden anderen Pre- oder Postfader angesteuert, je nach dem ob der Schalter gedrückt ist oder nicht. Somit kann man auch mal auf die schnelle einen dritten Monitorweg basteln wenn man keine Effekte braucht. Und wieder :great:

    Kanal Fader Sektion


    Im Faderbereich gibts nichts aufregendes. Erwähnenswert ist dass beim Signature 10 kein Routing zu Master bzw Gruppen möglich ist, einfach weil da keine Subgruppen vorghanden sind.
    Die Schalterstellung von Mute wird auch über die Peak-Anzeige dargestellt. Wenn die Peak-LED leuchtet ist gemutet. Trotzdem sieht man durch Helligkeitsänderungen wenn dr Pegel im Kinal zu hoch wird.
    Wie ich oben schon geschrieben habe ist hier der Kontrast der weißen Schalter zur weißen Lackierung schlecht gewählt. Während man beim MST- und Gruppen-Schalter recht schnell draufkommt ob der gedrückt ist, vergisst man viel zu einfach dass mehr als ein PFL gedrückt ist. Da sucht man selbst bei so einem Winzpult um den Tick zu lange. Da wären mir die konischen Schalter von den alten Studiomaster-Pulten dreimal lieber auch wenn sie nicht so stylisch waren. Na gut. Ist so auch wenn es besser sein könnte.
    Der Pan macht auch was er soll, obwohl ich bei meiner Anwendung den eher selten bewegen werde;-)

    Ausgänge

    Ausgänge

    Wie man sieht sind die Master Out als XLR Buchsen, die beiden Gruppenausgänge und die drei Aux-Ausgänge als symmetrische Klinkenbuchsen ausgeführt. Dazu kommt der Kopfhörerausgang und, wichtig, ein Fußschalter-Anschluß um den Effekt muten zu können.
    Schließt man einen Taster anstelle eines Fußschalters an, dann sollte es ein Schließer sein. Wenn man da den Taster drückt wird der Effekt gemutet.
    Aux Master
    Die Auxmaster verfügen neben eines Pegel-Poti noch über die globale Pre/Post Umschaltung und he einem AFL Schalter.
    Auf dem Bild sieht man auch gut das Soundcraft es beherrscht den Benutzer vor Bedienfehler zu schützen. Denn der FX-Return (des internen Effektes) kann zwar auch auf Aux 1 und Aux 2 aber nicht auf Aux 3 gesendet werden. Somit kann man da kein Feedback erzeugen. Die Jungs in England designen wohl nicht erst seit gestern Pulte.:engel:
    Group und Master
    Was soll man dazu viel schreiben? Es gibt jeweils einen Fader für den Master und die beiden Subgruppen. Die Subgruppen kann man auch auf den Master senden. Wenn man die Mono-Taste drückt werden beide als Monosignal zum Master gesendet, wenn nicht dann wird Gruppe 1 an Links und Gruppe 2 an Rechts gesendet.
    Interessant und ebenfalls pfiffig ist der 'Interval Mute' Schalter. Damit mutet man alle Eingangskanäle außer Kanal 11/12. Damit kann man schnell in den Pausenmodus umschalten. Und wieder ein :great:

    Effektsektion

    Effekt Sektion

    Das Pult verfügt ja über ein eingebautes Effektgerät. Zum Steuern gibt es einen Regler zur Auswahl des Effekt Typs und zwei Regler zum Einstellen von Parametern die abhängig vom eingestellten Effekt sind. Mein persönlicher Favorit bislang ist Hall&Delay. Da ist der erste Parameter dann die Nachhallzeit und der zweite die Delay-Zeit. Schade dass es keinen Tap-Taster gibt. Das hätte der Delayfunktion sicher gut getan. Auch finde ich es als nicht gut dass der Effekttyp immer auf den ersten (Room) gestellt ist wenn man das gerät "einschaltet". Besser wäre es wenn immer der zuletzt verwendete Effekt wieder ausgewählt wäre.
    Noch besser wäre es allerdings wenn Soundcraft nicht bei der Effektqualität gespart hätte. Denn dass sie es besser können beweisen Pulte der MFX- oder auch der EFX-Serien. Anscheinend git es da den Zwang nach Einsparungen um jeden Preis. Die im Signature verbauten klingen bestenfalls gerade mal akzeptabel. Da noch Lexicon drauf zu schreiben ist fast schon eine Modelpackung. Ok, für die kleinen Sachen reicht's aber mehr auch nicht.

    USB Funktionen

    Das Pult besitzt zwei USB-Buchsen eine im Kanal 11/12 und eine direkt über dem LED Meter.
    Die zweite dient ausschließlich zum Laden von AHndies oder speisen einer USB-Lampe. Sie besitzt keinerlei Audio-Funktion.
    Die andere ist ein zwei-Kanal Audiointerface für Computer. Damit man unter Windows das Interface benutzen kann muss man den Treiber dazu von Soundcraft runter laden. Für den Mac braucht man keine speziellen Treiber.
    Der Windows Treiber präsentiert sich überraschen ähnlich wie der von Behringer. Die Anwendung für Asio-Einstellungen sieht exakt gleich aus. Nur die Bezeichnugen sind anders. Hmm ein Schelm, wer böses denkt....
    Der USB Audio Eingang ist parallel mit dem Chinch-Eingang zu verwenden. D.h. man kann auf beiden Eingängen soignale senden, die beide über den Trim-Regler zu steuern sind. Das ist ungewöhnlich, kann aber eventuell auch hilfreich sein.

    Für Stereo-Aufnahmen kann man entweder die Master Summe abgreifen oder aber einen Recording Mix über Aux 1 und 2 erstellen und den aufnehmen. Auch hier hat Soundcraft mit wenig Aufwand eine gute Option zur reinen Master-Aufnahme geschaffen.


    So, das war's mit der Beschreibung was das Ding so kann. Damit kommen wir zum....


    Fazit

    Im großen und ganzen finde ich das es ein gelungenes Produkt ist, das meine Anforderung ganz gut erfüllt. Es könnte eventuell noch etwas kompakter sein, aber so wie es ist passt es schon.
    Mir ist klar dass ein Gerät zu dem ausgerufenen Preis schon recht genau geplant sein muss. Da muss man dann halt auf Kleinigkeiten wie Inserts usw. verzichten. Dafür hat man an vielen stellen kleine aber sinnvolle Gimmicks eingebaut die nicht viel kosten und trotzdem extrem hilfreich sein können. der 'Interval Mute' oder dass man alternativ auch die Aux1/2 Summe aufnehmen kann. Auch dass man bis zu drei Auxwege hat ist nicht so oft in dem Preisbereich zu finden.
    So wird das Pult vielseitiger als man es beim ersten Blick sehen würde.

    Bis auf die Effekt-Qualität ist das Pult klanglich top. Da rausch nichts, der Grundsound ist angenehm unauffällig (Was man rein schickt, kommt auch wieder raus). Die Filter arbeiten gut und musikalisch. Auch die Gainstrukturen stimmen. Alles wirklich ganz top gelungen.
    Was die Effekte betrifft werde ich mal damit auskommen und enn es mich zu sehr stört sicher ein externe Lösung finden.

    Praktisch hatte ich mal ein Signature 10 beim letzten Klein-Gig im Einsatz und da ging alles ganz easy. der Soundcheck war nach dem Aufbau in weniger als 10 Minuten erledigt. Es klang wie es sollte auch ohne die ganze Armada mit EQs usw. Gegen Ende der VEranstaltung "brannten wir das Haus ab" und der Wirt legte nich einen Hunni auf die Gage drauf. So solls sein. Noch zwei so Jobs und das Pult ist bezahlt;-)

    An sich bin ich ja mit dem XR18 und dem X-Touch auch fix unterwegs. Allerdings schlägt bei mir da immer wieder der Tontechniker durch und ich will da noch was rum drehen und dort noch an den letzten 5% schrauben. Einfach weil es geht. Da lenkt aber vom Job als Musiker ab. Und da bin ich nicht so versiert, dass ich das so neben der Soundoptimierung krisenfrei rüber bringe. Da ist so ein extrem reduziertes Pult super. Da gibt's nicht so viel zum schrauben und letztendlich lässt man es dann so wies ist, denn es passt ja eh. Und hast du's nicht gesehen stimmst auch musikalisch besser;-)

    Ach und noch was, dem Sparstift ist offenbar auch der Netzschalter zum Opfer gefallen. Der Stromanschluß ist auf der Unterseite des Pultes zu finden. Da sNetzteil ist eingebaut. Gefällt mir besser als das Gefummel mit externen Netzteilen. Und wenn man das mal nicht eingepackt hat....


    Damit bin ich durch und mein Beurteilung ist bei :great::great::great::great::great::great::great: mit einem :bad:wegen der Effekte. Danke für die Aufmerksamkeit
     
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