[Review] TC-Helicon Perform-V

von reisbrei, 31.03.16.

  1. reisbrei

    reisbrei HCA Vocals / -Equipment HCA

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    Erstellt: 31.03.16   #1
    Heißa, da isser wieder :hat:

    Ein weiteres von reisbrei's Reviews - von Lesern und Herstellern gleichermaßen gefürchtet :eek:

    Diesmal, wer hätte es gedacht, geht es um das niegelnagelneue Perform-V von TC-Helicon. Waaaas? TC hat schon wieder so'n kleines Blinkekästchen gebastelt? Ganz recht. Und damit man nicht den Effektewald vor lauter Effektgerätebäumen aus den Augen verliert (wow, da bin ich ja wieder in Metaphern-Topform... :igitt: ), habe ich kurzerhand das niedliche Klötzchen angefordert und nun liegt es da so vor mir als könnte es kein Wässerchen trüben. Es leuchtet mich fröhlich an und harrt der Dinge, die ich so mit ihm anstellen werde.... :evil:

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    Die kanadischen Recken werden ja nicht müde, immer neuen Kram auf den Markt zu werfen und uns Sänger mit immer neuen Ideen und Entwicklungen zu verzücken. Es gibt mittlerweile schon eine stattliche Menge an Gerätschaften, von eierlegenden Wollmilchsäuen wie den VoiceLives 2, 3 und 3X, über das Touch 2, dann die Mittelklasse mit den verschiedenen VoiceLive Plays, bis hin zu simplen Einzeltretminen. Aber seit einer ganzen Weile versucht sich TC eben auch daran, seinen Hubschrauber abzubezahlen, damit er in aller Ruhe Touristen von einer Insel zur nächst..... Hoppla, falsche Baustelle.... :D Moooment..... Ah, genau: Seit einer ganzen Weile versucht sich TC eben daran, putzige eierlegende Wollmilchferkelchen auszubrüten, um dem technisch unbedarften Sänger, der geradezu panische Angst vor Potis und Displays und jeglichen Einstellungen hat (und Gott bewahre, wenn ein Gerät mehr Funktionen hat als man braucht, ich gehe ja grundsätzlich auch nur in Supermärkte, die genau und ausschließlich die 7 Produkte führen, die ich kaufen möchte, und wehe, da liegt noch irgendwas anderes in den Regalen! :weird: ), ein möglichst simples Helferlein auf den angstbebenden Leib zu schneidern.
    Aber nun gut, TC kommt solchen Leuten gerne entgegen und entwickelt Effektgeräte, die sehr einfach zu bedienen sein sollen, um dem Sänger genau und nur das zu bieten, was dieser auch benötigt. Der erste Versuch dieser Art war der Mic Mechanic, ein rot-weißes Kästchen im Format der Einzeltretminen, mit Klangaufhübschung, Pitch-Correction und Hall. HIER geht es zum Testbericht dazu, der allerdings nicht gerade rosig ausgefallen ist. Somit paßt ja auch die Farbe, der Mic Mechanic schämt sich.... Das Perform-V ist nun der zweite Hieb in diese Kerbe, es soll sehr simpel zu bedienen sein und nur das nötigste bieten. Seit Einführung des Mic Mechanic sind ja doch ein paar Jährchen vergangen und ich bin gespannt, ob das Perform-V seinen Job besser macht und einer Empfehlung würdig ist.

    So kommt das Ding in's Haus (zum Größenvergleich hab ich ein Stimmgerät daneben gelegt):

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    Dann noch ein paar weitere Bilder:

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    Der erste Eindruck

    Zunächst einmal finde ich im doch recht kleinen Karton das Perform-V selbst, dann ein weißes Schächtelchen mit Netzteil und zwei Anclipsteckern für verschiedene Ländersteckdosen. Darüber hinaus gibt es ein USB-Kabel und ein Faltblättchen als Kurzanleitung. Die ausführliche Anleitung bekommt man auf der TC-Website, und dort kann man sein Gerät auch registrieren, sowie die Voice-Support Software herunterladen.

    Das Konzept ist ein anderes als beim Mic Mechanic, das Perform-V ist etwas größer und im Querformat. Es ist kein Bodentreter, sondern wird an den Mikroständer geklemmt, mit den Händen bedient und bietet einiges mehr als sein roter Vorgänger. Ganze 14 Softknöpfe zieren die Oberseite, alle beleuchtet in unterschiedlichen Farben, und in der Mitte prangt ein dicker Drehknopf samt LED-Ring, letzterer ebenfalls bunt beleuchtet. Das Gehäuse selbst ist aus Metall, teilweise mit Kunststoff überzogen und macht einen durchaus wertigen Eindruck. An der Vorderseite findet sich ein Kopfhöreranschluß (3,5mm Stereoklinke), an der Rückseite die weiteren Anschlüsse, als da wären:

    - Buchse für das Netzteil
    - USB-Anschluß
    - AUX-Buchse (3,5mm Stereoklinke)
    - Anschluß für einen Fußschalter (6,3mm Klinke)
    - XLR Ausgang
    - Mikrofon Eingang, ebenfalls XLR

    Alle Anschlüsse sind gut ausgeführt, der Stecker beim Mikrofon Eingang rastet nicht ein, da wurde ein bißchen gespart, aber es wäre wohl ohnehin sinnvoll, das Mikrokabel mit einem Plastikclip am Ständer zu fixieren. An der linken Seite befindet sich die Vorrichtung, um das Perform-V an einen Mikroständer zu hängen. Sie sieht zu klein für einen handelsüblichen Mikroständer aus, man muß schon ein wenig Kraft aufwenden, um das Teil dort einzurasten - und da es sich nur um zwei Plastikhaken handelt, hatte ich ein wenig Angst, daß da was abbricht. Aber, wie auch schon beim VoiceLive Touch 2, hat TC mich überrascht. Einmal eingerastet sitzt es fest und übersteht mit Sicherheit so einige Gigs. Ich traue dem Ding auch zu, so manchen Mikroständer-Umkippsturz zu überstehen. Auf den Drehknopf sollte es nicht gerade fallen, aber das ist ja sowieso kaum möglich.

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    Kommen wir nun zur Bedienoberfläche. Die obere Knopfreihe benutzt man in der Regel wohl nur einmal und läßt dann alles so. Dort findet man:

    - Gain, zur automatischen Einstellung der Eingangsempfindlichkeit je nach Mikrofon (samt Lämpchen direkt daneben)
    - Tone, die TC-übliche Klangverbesserung bestehend aus EQ, Kompressor, NoiseGate und De-Esser
    - Anti-Feedback, ein Feedback-Destroyer, der zunächst einen EQ-Sweep durchführt und dann die Lautstärke verringert (Zielgruppensprech: damit's nicht fiept)
    - Pitch, zum Einschalten der Tonhöhen-Korrektur
    - Phantomspeisung, für Kondensator-Mikros bzw. die hauseigenen MP-Mikros mit Mic-Control, 48V liegen an.

    In der Reihe unten befinden sich dei Knöpfe:

    - Kopfhörer, damit läßt sich die Lautstärke des Kopfhörerausgangs einstellen
    - Tap, zur Eingabe des Tempos für Echoeffekte
    - Talk, mutet alle Effekte, sodaß man mit dem Publikum sprechen kann

    Die Mittelsektion bietet nun den Hauptbrocken. Auf der linken Seite die drei Effektknöpfe: Double, Reverb und Echo und rechts die drei Presetknöpfe (1, 2 & 3). Dazwischen der Drehknopf, mit dem man alle Einstellungen vornimmt.

    Alle Knöpfe (bis auf Gain, Phantomspeisung und Kopfhörer) sind immer beleuchtet, in weiß, wenn sie deaktiviert sind und i.d.R. in grün, sobald man sie aktiviert (Talk ist rot, Anti-Feedback blau). Das ist auch auf der dunkelsten Bühne sehr übersichtlich und man weiß immer, woran man ist bzw. findet jederzeit jeden Knopf.

    Zu guter Letzt bietet TC hier noch ein Schmankerl, nämlich eine Perform-V App, die man auf der TC-Website bzw. in App- und Play-Store kostenlos bekommt.

    Soweit zum ersten Eindruck. Bisher geht der Daumen schonmal senkrecht nach oben*. Mal sehen, ob das auch so bleibt...


    * p.s. kaum will ich mich der Bedienung widmen, kommt doch direkt der erste dicke Wermutstropfen. Die Kopfhörerbuchse funktioniert nicht richig. Beim Einstöpseln hat es sich schon etwas komisch angefühlt, dann war das Signal nur auf dem linken Ohr zu hören. Ich habe drei Kopfhörer mit verschiedenen Kabeln ausprobiert, mit Adapter und ohne - jedes Mal dasselbe. Wenn man den Stecker in die Buchse schiebt, so weit es geht und ihn dann festhält, hat man stereo. Läßt man ihn aber los, ist das eine Ohr sofort stumm...äh...blind. So etwas ist ärgerlich und sollte nicht passieren :mad:. Jaja, ich weiß, Preissegment und so... aber für 200,- kann man schon eine brauchbare Kopfhörerbuchse erwarten. Senkrecht ist der Daumen also nicht mehr...


    Die Bedienung

    Widmen wir uns nun also dem Hauptkaufargument. Ich muß schon sagen, übersichtlich geht es zu auf der Oberfläche. Man findet sich schnell zurecht, da es nur wenige Möglichkeiten gibt. Wie schon angedeutet, etliche der Knöpfchen funktionieren nach dem "set and forget" Prinzip, einmal eingestellt und aus dem Sinn. Man stöpselt sein Mikrofon ein und schaltet - falls benötigt - die Phantomspeisung an. Danach braucht man diesen Knopf, zumindest für diese Performance, nicht mehr. Dann hält man den Gain-Knopf gedrückt und singt ein paar Sekunden recht laut, damit die Empfindlichkeit eingestellt werden kann. Direkt daneben ist ein Lämpchen, das den Pegel anzeigt. Auch diesen Knopf kann man danach vergessen. Dasselbe gilt für "Tone" und "Anti-Feedback", beide würde ich einschalten und nicht mehr antasten. Die Klangverbesserung macht gute Arbeit, eine One-Size-Fits-All-Lösung kann natürlich keinen guten FOH esetzen, und je nach Mikro, Stimme und Raum....... aber hier geht es ja um eine Art Schweizer Taschenmesser, und dafür gibt es nichts zu meckern. Anti-Feedback ist nicht hörbar, solange es nicht eingreift. Und es greift nur ein, wenn es auch notwendig ist, also einfach immer anlassen.
    Wer die Pitch-Correction nutzen möchte, kann damit ebenso verfahren, anschalten und fertig. Ich persönlich würde sie bei diesem Gerät nicht benutzen, sie ist mir zu hörbar. Bei einigen anderen TCs kann man sie in der Stärke einstellen (ich habe sie z.B. beim VL2 auf 10% gestellt, wegen der erzeugten Harmoniestimmen), aber hier ist es ein Friß-oder-Stirb-Feature. Wer's mag, für mich isses nix. Übrigens, wenn man den Pitch Knopf lange drückt, schaltet man so eine Art Stimmgerät ein, der LED-Ring um den Drehknopf zeigt dann an, ob man zu tief, zu hoch oder korrekt singt - Spielerei, aber man kann's ja mal erwähnen...

    Den Kopfhörer Knopf braucht man auch nur sehr selten, auf der Bühne gar nicht, zumal die zugehörige Buchse ohnehin untauglich ist... :engel:

    Den Tap Knopf braucht man nur für Echos, die tatsächlich im Songtempo stattfinden sollen, also auch nicht allzu oft.

    Bliebe noch der Talk Knopf, den kann man für jegliche Ansagen verwenden, die Klangverbesserung bleibt, aber ansonsten ist die Stimme trocken. Er leuchtet bei Benutzung übrigens rot, damit man nicht vergißt, ihn wieder abzuschalten. Drückt man ihn länger, schaltet man damit das ganze Gerät auf Mute, z.B. für Pausen im Live Set (dann blinkt er rot) - gut gelöst.

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    Nun der Hauptbatzen. Die eigentliche Bedienung funktioniert folgendermaßen: man wählt ein Preset. Es gibt deren nur drei, aber eigentlich genügt das auch. Wer eine ausgefeilte Performance mit allem Firlefanz zurechtbastelt, wird sich ohnehin für ein anderes Gerät entscheiden. Dem normalen Sänger können drei Presets durchaus genügen, zumal sie sich ratzfatz im Eifer des Gefechts ändern lassen. Also man wählt ein Preset, es leuchtet grün. So auch die verwendeten Effekte. Auch hier gibt es drei (Double, Reverb und Echo). Man kann auf einen Effektknopf drücken und somit einfach z.B. Doubling ein- oder ausschalten. Drückt man länger auf einen der Effektknöpfe, dann pulsiert er grün (sieht cool aus :D) und man kann mit dem Drehknopf den Effekt einstellen. Jeder der drei Effekte hat vier Variationen, erkennbar an vier unterschiedlichen Farben im LED-Ring. Dreht man den Drehknopf im Uhrzeigersinn, wird der Effekt lauter und der LED-Ring füllt sich. Ist dieser voll, springt es auf die nächste Effektvariante (und Farbe) um, und der Spaß geht von vorne los.

    Beim Doubling steht hellblau für eine Kopie der eigenen Stimme; dunkelblau für dasselbe, aber weniger tight; rot ist die Oktave drunter; grün die Oktave drüber.
    Beim Reverb hat man einfach vier verschiedene Räume, und Echo ist zweimal im Tap-Tempo, einmal doppelt so schnell und einmal als Slapback ausgeführt.
    Drückt man den Effektknopf noch einmal gilt die Einstellung als gespeichert. Dasselbe passiert auch, wenn man ein paar Sekunden gar nix macht. Man braucht also nichts zu programmieren etc., alles wird direkt nach der Einstellung automatisch abgespeichert. Ich kann mir also ein normales Preset, eins für Balladen und eins für was härteres anlegen, und sollte ich in der Bridge Doubling wollen und im Refrain Delay, schalte ich das einfach passend ein oder aus. Als Hausaufgabe muß ich also lediglich für jedes Preset die passende Effektvariante und -stärke aussuchen und einmal einstellen. Auf der Bühne schalte ich dann nur noch an oder aus. Das reduziert die Knopfparty live auf 3 Knöpfe zwischen den Songs (Auswahl des Presets) bzw. 3 Knöpfe während des Songs - und das auch nur, falls man Effekte zu- oder wegschalten möchte. Solange man nicht im "Einstellungsmodus" ist, macht der Drehknopf gar nix, es kann also nichts passieren, wenn man mal versehentlich drankommt. Das Ein- und Ausschalten der Effekte, sowie das Umschalten der Presets ist nicht weiter hörbar, das Perform-V ist live also ziemlich idiotensicher, und durch die hellen und stark unterschiedlichen Farben sieht man jederzeit, was los ist oder was man grade verdummbeutelt hat.

    Hier füge ich noch zwei Bilder an, die ich in völliger Dunkelheit gemacht habe, damit man die Lightshow sieht :D Das ist übrigens auch der Grund, weshalb die letzten Bilder eher dunkel waren, das Perform-V schmeißt soviel Licht, daß das Handy verwirrt war :tongue:

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    Soweit ist die Bedienung richtig gut - simpel, übersichtlich und ohne unnützes Gefummel. Für den Sänger, der nicht viel Gedöns braucht und keine Lust hat, sich mit Menüs herumzuschlagen auf jeden Fall ein dickes Argument.


    wo es richtig lustig wird

    Wem das alles genügt, der kann hier aufhören und hat ein funktionierendes Effektgerät, quasi das Schweizer Taschenmesser mit großer und kleiner Klinge und einem Flaschenöffner. Aber sind wir ehrlich, ein bißchen mehr wäre schon cool...:cool: Ha! Genau das hat TC sich offensichtlich auch gedacht und hat nicht gekleckert, sondern ein weiteres Feature mit dazugepackt, welches mir doch direkt die Langeweile beim Test ausgetrieben hat - den Effekt-Beam! :eek: (ein Raunen geht durch den Saal...)
    Fügen wir unserem Victorinox also noch eine Pinzette, ein Scherchen (sind wir ehrlich, das sind und bleiben die besten Scheren wo gibt!), einen 3D-Hologramm-Projektor und die Fernbedienung für den, die Erde bereits umkreisenden, Todeslaser-Satelliten hinzu :evil:.
    Was ist der Effekt-Beam denn nun eigentlich :confused:?
    Man lädt sich die kostenlose "Perform-V"-App auf sein Geschicktfon (Android und iOS). Das ist einfach ein großes Verzeichnis an Presets, die man auf unterschiedliche Weise sortieren und auffinden kann (z.B. nach Genre oder Songname). Hat man ein Preset ausgewählt, kann man dieses auf das Perform-V übertragen. Hmm, per Blauzahn? NFC, Infrarot, morphogenetische Felder oder was? Kann mein Handy das überhaupt :gruebel:? Die Antwort ist sehr simpel und putzig: über Töne. Man wählt in der App ein Preset aus, bekommt dann angezeigt, woraus es besteht und drückt dann die Schaltfläche "Beam". Daraufhin folgt eine kurze Anleitung: Handy laut machen, nahe an's RoomSense Mikro des Perform-V halten (hä? Wofür braucht das Ding denn ein RoomSense Mikro?? Hihihi, kommt gleich...) und weiter drücken. Dann kommt ein winziger Countdown und ein langer Ton, der in etwa so klingt als rufe man mit dem Telefon ein Faxgerät an. Daraufhin blinkt der Knopf des zuvor ausgewählten Zielpresets kurz - et voilà :)

    Hier ein paar Screenshots von der App

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    Pfffrrrrzzzz, wozu das Ganze? Wegen ein bißchen Hall und Kram :weird: ? Mitnichten, über das Beam-Feature sind ganze 4 weitere Effekte verfügbar :rock::

    - Harmony (erzeugt eine oder mehrere Backgroundstimmen)
    - Megaphone (darunter fallen alle Verzerreffekte)
    - HardTune (hip, aber kacke)
    - µMod (Modulationseffekte wie Flanger & Co.)

    Und plötzlich wird auch klar, wofür der Aux Eingang und das RoomSense Mikro benötigt werden. Verwendet man Harmony bzw. HardTune wird ein am Aux-Eingang anliegendes Signal (z.B. von einem mp3-Player) verwendet, um die Harmonien zu berechnen. Ist dieser Anschluß frei, verwendet das Perform-V das eingebaute Mikrofon. Es ist notwendig, Akkorde mit einem Instrument zu spielen, damit die Tonarterkennung funktionieren kann. Einzeltöne genügen nicht, wer sich also beim Singen selbst mit der Trompete begleitet (...), hat Pech gehabt - das gilt aber logischerweise für alle Geräte und ist keine Schwäche des Perform-V.

    Übrigens wird der Aux Eingang zum Mikrofoneingang dazugemischt, man kann also Playbacks einspielen und dazu singen. Das RoomSense Mikro läßt sich auch als normales Mikro verwenden, wenn man kein externes anschließt und einen Kopfhörer anstöpselt (haha), kann man direkt in's Gerät reinsingen - für's Üben zu Hause.

    Wird nun ein solches Preset in's Perform-V hineingebeamt, läßt sich jeweils nur ein Parameter der Zusatzeffekte einstellen. Dafür drückt man den Preset Knopf länger, er blinkt und mit dem Drehknopf läßt sich der Pegel des Effekts einstellen. Da gibt es auch keine Variationen o.ä., nur den Pegel. Für die internen drei Effekte gilt natürlich der normale Vorgang.

    Damit aber noch nicht genug, TC verzichtet auch beim Perform-V nicht auf die HIT-Funktion. Die gibt es allerdings nur bei gebeamten Presets. Drückt man auf den Knopf des gewählten Presets, wechselt er von grün zu blau, HIT ist aktiviert. HIT ist einfach eine Variation des Presets, hat man z.B. normalerweise Reverb und Delay an, wird bei HIT dann Delay aus- und Harmony eingeschaltet - oder in welcher Kombination auch immer.

    Alles in allem ein stimmiges Konzept, das - wieder einmal - komplizierter klingt als es ist. Ich habe ca. 5 Minuten gebraucht, um das Perform-V (ohne Anleitung) zu kapieren. Für die Beam-Funktion und die damit verbundenen Möglichkeiten kamen nochmal gute 5 Minuten dazu. Das war's. Noch einfacher geht es nun wirklich nicht mehr, und dennoch hat man ein ansehnliches Arsenal an Effektkram für jedweden Gig :great:.

    Kleine Anmerkung: Wer kein Geschicktfon besitzt, kann das Beamen auch über den Rechner machen, einfach das Perform-V per USB anstöpseln (PC und Mac).


    Der Klang

    Da gibt es nicht viel zu schreiben, das Ding klingt amtlich. Anders als beim Mic Mechanic hat man hier tatsächlich gute Effekte aus dem gewaltigen TC-Fundus herausstibitzt. Alle lassen sich hören, sofern man den Pegel nicht übertreibt. Bis auf Extremfälle sollte der LED Ring sich irgendwo zwischen der 10- und 11-Uhr-Position befinden, dann klingt alles gut. Die automatische Klangverbesserung mag einem zunächst etwas dünn vorkommen, aber im Kontext mit Band bzw. Playback paßt das gut, ist durchsetzungsfähig und löst vernünftig auf. Ich besitze leider kein höhenlastiges Livemikro, da wäre evtl. Vorsicht geboten, das muß man ausprobieren - aber das gilt ja sowieso immer.
    Man hat natürlich viel, viel weniger Möglichkeiten als bei den größeren Geschwistern, insofern muß man eben mit dem Vorlieb nehmen, was man kriegt und kann nix mehr verschönern. Eines der großen VoiceLives ist da vom Sound her schon noch eine andere Hausnummer, aber man kann halt nicht alles haben.

    Ich habe mal ein paar Beispiele aufgenommen. Einfach immer dieselbe Zeile gesungen und die eingebauten Effekte durchprobiert. Und dann noch einmal mit Gitarre ein paar Akkorde geschrammelt und ein paar Töne dazu gesungen (man beachte den sozialkritischen Text :D), damit man sich ein Bild vom Harmonizer und der Funktion des RoomSense Mikros machen kann.

    https://soundcloud.com/reisbrei/gebabbelwav?in=reisbrei/sets/perform-v-review
    https://soundcloud.com/reisbrei/harmonywav?in=reisbrei/sets/perform-v-review



    Fazit

    Kurz und knapp: Kaufen!!
    Wer es einfach mag, kommt am Perform-V nicht vorbei. Das Ding ist sehr gut gelungen und überzeugt auf der ganzen Linie. Die Kopfhörerbuchse stellt da leider ein lästiges Manko dar, das hätte nicht sein müssen - vielleicht habe ich ein Montagsgerät bekommen? Falls nicht, sollte TC da nachbessern. Dennoch gibt es eine dicke Kaufempfehlung, das Teil rockt und die Beam-Funktion ist einfach nur geil! Alles ist sehr simpel, übersichtlich und legt die Meßlatte in puncto Benutzerfreundlichkeit ein ganzes Stück nach oben. Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß es den Vocalisten-Markt ordentlich durcheinanderwürfelt... :)



    In diesem Sinne :hat:
     
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