Review | UAD Neve 88RS PlugIn

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Review UAD plugin: Neve 88RS Channel Strip

Da gibt es ja interessante Neuigkeiten bei Universal Audio!
Pünktlich zum Frühjahr beschert uns UA ein Bundle an spannenden Plugins.

Eins davon ist die Neuauflage des Neve 88RS Channel Strip. Das habe ich mir mal etwas genauer angesehen und möchte hier ein kleines Review dazu schreiben.

Zur Historie:
Das Neve 88RS PlugIn gab es bislang schon im Portfolio der UA Plugins. Hier handelt es sich um eine komplette Neuauflage mit erweiterter Funktionalität, sozusagen MkII.
Die Vorgängerversion steht weiterhin als "Legacy" zur Verfügung.

Die Collection bringt die Low- und Hicut Filter, Compressor/Limiter, ein Gate, den 4-Band Equalizer und den Ausgangsverstärker der legendären Console mit.
Und den berühmten Mikrofon- und Line Preamp - für mich besonders reizvoll wird das Plugin durch die Unterstützung der Unison – Technologie.
Der Preamp kann also direkt auf die Eingänge des Apollo gelegt werden und simuliert dort die Hardwarevariante.
Sehr interessant für die Anwendung im kleinen Homestudio.

Ich habe aus nahe liegenden Gründen leider keine Vergleichsmöglichkeit zur originalen Hardware – Console, kann von daher nur subjektiv beschreiben, was die Nachbildung für mich tun kann.

Die Oberfläche

Die Neve-Teile sind nach meinem Geschmack immer etwas speziell zu bedienen. So auch hier.
Das ist sicherlich Gewöhnungssache und auch nicht unbedingt negativ zu sehen. Speziell halt. Und es ist sehr an die echte Hardware angelehnt (siehe Foto).
Der eingefleischte Vollzeit-Tech kommt sicher spielend damit klar.
Ich als Gelegenheits-Tontechniker erwische mich immer noch dabei, wie meine Augen den richtigen "Pfad" suchen.
Welcher Poti gehört nochmal zu welchem EQ-Band?

used_neve_88r_007_channels3.jpg



Dagegen wirkt die Oberfläche des Plugins ja regelrecht aufgeräumt :)
Es ist sehr hilfreich, auf die Farben der Knöpfe zu achten. Die haben hier ihre Berechtigung. Am Hardware - Gerät würde man das intuitiv ja auch machen.


neve_88rs_plus_hq2.jpg


Im Detail

Preamps

Die Preamp - Sektion besteht aus den bekannten Komponenten.
Der Line/Mic - Selektor schaltet sich automatisch je nach gewähltem Eingang des (Apollo-) Interfaces.
Eine Mikrofonvorverstärkung von 20 - 70dB bringt genug Reserven, um auch ein nach Gain lechzendes Mikrofon wie das Shure SM7 zum Leben zu erwecken.
Die OL (Overload) - LED zeigt an, wenn das Eingangssignal übersteuert.
Obligatorisch sind Phasenumkehr - und -20dB Padschalter.

Preamp.jpg


Was macht der Preamp soundtechnisch mit dem Signal?

Ich konnte ihn bis jetzt nur an meinem Shure SM7 testen, dort macht er aber eine sehr gute Figur.

Vergleichsweise habe ich hier noch einen Golden Age Project Preamp, der ja ebenfalls eine Neve - Kopie darstellt.
Direkt miteinander verglichen, wirkt der Preamp des Neve 88RS Plugins klarer und feiner auflösend.
Er gibt dem Signal eine gewisse, sanfte Körnigkeit, "Grip" in einer modernen, offeneren Form.

Das sage ich ganz wertfrei, beides hat seinen Charakter.

Vielleicht ist es aber auch unfair, beide Teile miteinander vergleichen zu wollen.
Der Preamp des Golden Age ist ja dem Neve 1073 nachempfunden, hat also schon von vorn herein eine etwas andere Charakteristik, die für mich etwas mittiger/mehr "vintage" klingt.
Außerdem ist der 1073 in der Lage, den Eingang deutlich heißer zu fahren, wodurch eine viel stärkere Verzerrung und Färbung des Signals möglich ist.
Der Preamp des 88RS ist zivilisierter und von vornherein auf möglichst cleane Wiedergabe ausgelegt.

Ich persönlich würde und werde für Aufnahmen, die mehrere Instrumente und Spuren enthalten, den Preamp des Plugin bevorzugen.
Es bringt zwar ebenfalls seinen eigenen Charakter mit, ist aber damit zurückhaltender und offener für den Mix.
Und es hat etwas mehr von den seidigen Höhen, etwas mehr "Glanz", für die man landläufig die Neves kennt.
Dafür ist es nicht so ein Mittenmonster, also ideal für zeitgemäße Vocalrecordings.

Low- und Hicut

LoHiCut.jpg


Das Neve Plugin bringt sowohl Low- als auch Hicut - Filter mit. Die Bedienung ist simpel und nachvollziehbar.
Am hellblauen Poti stellt man die Frequenz ein, an der der Hicut (7,5 - 18 kHz) greifen soll.
Durch Drücken auf die darunter liegende LED wird der Filter aktiviert.
Analog geht man mit dem dunkelblauen Lowcut (31,5 bis 315 Hz) auf der rechten Seite vor.

Die unterschiedlichen Farben der Knöpfe sind schon mal hilfreich, wenn man nicht gerade eine Blau/Grau-Schwäche hat.
Denn eigentlich würde ich intuitiv den LowCut auf der linken Seite erwarten. Geschenkt.

Der Filter greift mit 12 dB pro Oktave.

Gut durchdacht auch hier wieder die Unison - Einbindung:
Betätige ich den Lowcut - Knopf am Apollo wird automatisch der Lowcut im Plugin aktiviert, dabei wird die zuletzt eingestellte Grenzfrequenz verwendet.
Das sind so die Kleinigkeiten, die mich persönlich erfreuen: Da hat sich jemand Gedanken gemacht.

Die Dynamik-Abteilung

Dynamik.jpg


Hier wird es dann schon etwas kniffliger.
Die kleinen bunten Plugin - Knöpfchen sehen ja so harmlos aus und laden mit ihrer relativ großzügigen Skalierung zum Spielen ein.
Wir haben es hier aber mit einem ausgewachsenem Gate/Expander und Limter/Compressor zu tun, die ordentlich ins Klanggeschehen eingreifen.
Etwas Fingerspitzengefühl und Aufmerksamkeit ist also gefragt.

Zum groben Überblick:

Beide Dynamikprozessoren können über die gelben Knöpfe "G/E" und "L/C" separat und unabhängig voneinander geschaltet werden.
Ihre zugehörigen Controls befinden sich jeweils vertikal darunter.
Die Einstellungen von Gate und Compressor beeinflussen sich nicht untereinander.
Beide Effektprozessoren arbeiten über einen VCA.


Gate


Auf die grundlegende Arbeitsweise eines Gates möchte ich hier nicht eingehen.

Ein paar Besonderheiten finde ich jedoch erwähnenswert.
Interessant und sehr nutzbar am Gate finde ich den "Fast" - Mode.
Damit bekommt man ein sehr schnelles Gate (50 microsec.), was sich sehr gut auf perkussiven Instrumenten macht.

Das Gate tut was ich davon erwarte, es arbeitet sehr schnell und lässt sich sehr variabel einstellen.

Die für Gates üblichen Flattereien in der sensiblen Zone treten auch hier auf, nicht sehr vordergründig aber doch wahrnehmbar.
Instrumente mit größerem Dynamikumfang, bei denen es auch auf den Ausklang ankommt, wie z.B. die Stimme, würde ich normalerweise nicht gaten.

Ich hatte damit rein aus Neugier gespielt, um störende Raumeinflüsse an der Stimme zu eliminieren.
Im Einzeltrack waren bei sensiblen Einstellungen immer noch Flattereien zu verzeichnen.

Hier spielt der Hyteresis (HYST) - Regler eine wichtige Rolle. In meiner relativen Unbedarftheit musste ich erst einmal im Manual nachlesen, was damit genau gesteuert wird.
"..macht das Gate weniger anfällig für 'stuttering'..."
Aha, hier gibt also noch Raum für Experimente.

Die gelben LED's im rechten Bereich des PlugIns zeigen den Wert der Dämpfung des Gates/Expander an.


Compressor


Der im PlugIn enthaltene Compressor/Limiter bietet eine stufenlose Kompressionrate zwischen 1:1 (keine Kompression) und unendlich:1 (Limiter).
Es gibt zwei Attack - Zeitbereiche: 3 - 7 ms im Normalmodus, 1 - 7 ms im Fast - Mode.
Die Release - Zeit ist stufenlos von 10ms bis zu 3s einstellbar oder alternativ per Release - Automatik.
Der Compressor arbeitet mit Softknee - Chrakteristik, kann aber per Schalter (HN) auf Hardknee umgeschaltet werden.

Eine Besonderheit des Compressor ist der "doppelte" Threshold.
Der erste, per Regler einstellbare Threshold arbeitet, wie man es von einem Compressor erwartet: Fällt die Signalstärke unter den eingestellten Threshold - Wert, wird der Compresor inaktiv und released das Signal.
Im Plugin gibt es einen zweiten, nicht regelbaren Threshold:

Bei Erreichen einer Signalstärke ca. 40dB unterhalb des eingestellten Threshold, wird die Release - Zeit drastisch verlangsamt.
Die Idee dahinter ist, dass der Compressor bei einer plötzlich auftretenden Signalstille nicht zu schnell aufmacht.
Der Grad der Kompression wird länger auf dem selben Level gehalten.

Zum Beispiel zwischen zwei Snare-Anschlägen wird der Compressor so in einem (niedrigen) Level aktiv gehalten.
Dadurch werden Zu- und Abschaltverzerrungen des Compressors minimiert.

Der Grad der Compression wird in der roten L/C - Anzeige im rechten Bereich des PlugIns angezeigt.

Für mein Empfinden arbeitet der Compressor sehr sauber und angenehm weich. Ob das (auch) ein Ergebnis des doppelten Threshold ist, kann ich nur vermuten.
Mir gefällt, was ich höre.
Auch hier ist wieder zu sagen, das er wenig färbt.

Der EQ

EQ.jpg


Ja, soviel zum Thema Übersichtlichkeit :)
Hatte ich empfohlen, auf die Farben zu achten?
UA scheint sich der Schwierigkeiten beim visuellen Zuordnen bewusst zu sein und legt eine entsprechende Grafik dem Manual bei.

sections.JPG


Aha! Mit Kenntnis der zugrunde liegenden Geometrie arbeitet sich doch schon deutlich zielsicherer als nur mit den (nicht so sehr) unterschiedlichen Farben.

Der EQ arbeitet post-dynamics, das Signal durchläuft also zuerst die Dynamikbearbeitung. Mittels des Schalters "P-DYN" kann der EQ auf pre-dynamics umgeschaltet werden.
Interessant, dass der post-Modus als default gewählt wurde.
Ich persönlich packe mir fast immer erst einen EQ und dann einen Compressor in den Signalweg, einfach um mit "sauberen"
Signalen zu komprimieren.

Aber die "richtige" Reihenfolge ist sicher eine Philosophie für sich, über die man ausschweifend diskutieren kann.

Über den EQ gibt es nicht viel zu sagen, er macht technisch was er soll. Klanglich macht er das ganz vorzüglich! Sauber und klar, aber ohne klinische Kälte (ach wie ich diese Klangbeschreibungen mag :) ).
Er passt qualitativ vollkommen in das Gesamtkonzept.

LEDs/Gain und "Master"

Master.jpg


Auf der rechten Seite des PlugIns befinden sich die wichtigen Regler und Anzeigen in sehr beruhigender weil sparsamer und aufgeräumter(!) Form.
Neben den bereits erwähnten Anzeigen für Gate und Compressor gibt es noch die Anzeige der Stärke des Ausgangssignals.
Der Level-Fader bedient den Ausgangsverstärker. Der kann bis ins Clipping getrieben werden.

Auch wenn die 88RS - Console per se ein kultivierter Zeitgenosse ist, hat man hier nochmal die Möglichkeit, das Signal in die Sättigung zu treiben und mit mehr Farbe zu versorgen.
Wie gesagt, alles sehr kultiviert und hochwertig.
Um dabei das Ausgangssignal vor dem Clipping zu bewahren, hat man dem PlugIn noch einen Masterregler (Output) spendiert.
Der ändert nichts mehr am Klangcharakter des Signal, sondern sorgt nur für dessen Mäßigung, wenn nötig.

Klangbeispiele

Auf den Seiten von UA gibt es ein paar sehr aussagekräftige Audiobeispiele zum PlugIn, die ich in der Kürze der Zeit nicht so hinbekommen hätte, deshalb möchte ich hier darauf verweisen:

http://www.uaudio.com/store/unison/neve-88rs-collection.html dort unter "Listen"

Mein persönliches Fazit

Mir macht das Plugin schlicht Spass. Es ist vielseitig und bringt viele Facetten und Möglichkeiten ins Spiel - sowohl als Preamp als auch im Mixbus. Der Equalizer klingt einfach klasse, ebenso die Dynamik - Abteilung. Letztere könnte vielleicht noch etwas kräftiger färben, aber hier fehlt mir der direkte Vergleich zur Hardware.

Insgesamt bringt es "Druck" und "Glanz" ins Geschehen und wertet die ausgezeichnete Qualität der Apollo - Eingänge noch einmal merklich auf.
Die Neve 88RS - Console ist kein "vintage" - Teil, soll es aber auch im Original nicht sein, sondern zeichnet sich vielmehr durch eine sehr detaillierte Wiedergabe aus.

Beim Einsatz des Plugins sollte man ein Auge auf die Ressourcenauslastung haben. Es ist ziemlich hungrig und nimmt pro Instanz gute 25% in Anspruch. Da kommt man schnell an die Grenzen zumindest des Apollo Twin.

Danke für die Aufmerksamkeit an alle, die sich bis hierher durchgekämpft haben.

Kleine Aussicht:
Ich habe vor, demnächst noch die beiden anderen neuen PlugIns aus dem Bundle etwas näher zu untersuchen: Marshall Plexi (Oho, spannend) und das Tube-Tech CL 1B Compressor PlugIn (was ich persönlich als sehr gelungen empfinde).

Viele Grüße
Frank

PS: Ich kann im Moment nicht auf etwaige Fragen eingehen, da nach Diktat verreist :)
Bin aber trotzdem an Austausch interessiert, wenn ich bald wieder da bin.
 
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Hallo Frank

ein schönes Review und Beschreibung zum neuen Neve88RS Plugin von UAD, es freut mich zu lesen das dich das Plugin inspiriert und es dir Spass macht es zu benutzen,
Ich bin gerade am siebten Tag der Demophase angelangt, aber mit dem Plugin noch nicht überhaupt nicht warm geworden. im Gegenteil sogar, ich tu mir sehr schwer vernünftige Einstellungen zu tätigen und weit entfernt von intuitiv am Regler schrauben und vorzugeben man wüsste was man tut, lol
Nun gut, mit der Legacy Version habe ich auch keine Erfahrung gesammelt, meine Lieblings-Channel-strip auf UAD ist die API Vision, falls du die noch nicht getestet hast, rate ich dir sie einfach mal auszuprobieren. Das einzige was mich an der API Vision etwas stört ist das der EQ gestepped ist und feinfühlige Änderungen so nur schwer möglich ist, man muß ihnen aber zugute halten das das ja in der Hardwareversion genauso ist und sie das eben penibelst genau nachmodellieren.

Ich freue mich schon auf weitere Reviews von dir in Sachen UAD Plugins

lg
Chris
 
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Hey Chris,

danke für die netten Worte. Ich lege dir ans Herz, dir mal das Handbuch runter zu laden. Ist in der Beziehung wirklich sehr hilfreich. Mir hat es geholfen, denn ich stand auch erst mal wie der Ochs vorm Scheunentor :)
Ich finde, nach etwas Beschäftigung mit dem PlugIn kommt man doch ganz gut rein und wird dafür mit einem soundmäßig wirklich erstklassigem Teil belohnt.
Aber ich gebe dir recht, es ist eins von den Dingen, von denen man meint, man könnte sich einfach mal so durchklicken. Das ist leider nicht so, wie gesagt - Neve-like halt.

Ja, die API Vision hatte ich auch schonmal im (kurzen) Test. Wie das so ist, wenn man Sachen nicht wirklich besitzt und deren Muss-Haben-Faktor eher gering ausfällt, nimmt man sich nicht so viel Zeit. Aber danke für den Tipp, bei Gelegenheit werde ich mir das auch mal zur Genüge führen. Bin halt weniger Techniker und will auch nur einen Teil meiner Zeit dafür hergeben, deshalb bleibe ich meist lange Zeit bei Sachen, die ich einmal für gut befunden habe :)
Und ich denke, mit dem Neve werde ich warm werden.


lg
Frank
 
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Klasse Review!
Obwohl ich den Sound des 88RS (Legacy, also ohne Preamp) wirklich gut finde, erwische ich mich selbst immer wieder dabei, dass ich mich dabei zuerst nur auf die mitgelieferten Presets fokussiere. D.h. ,ist ein Preset dabei, welches mich in die grobe Soundrichtung bringt, in die gehen möchte, dann nutze ich es und beginne mit dem Fine Tuning. Wenn nicht, dann benutzte ich ein anderes Plugin/Channelstrip. Und der Grund dafür liegt wahrscheinlich in der Unübersichtlichkeit der Bedienung bei dem 88RS.
Ich weiß aus vielen Gesprächen mit anderen UAD Anwendern, dass ich da nicht ganz alleine bin.

Weiterhin lege ich inzwischen in der Insert Kette hinter jeden 88RS einen Analyser bzw. EQ mit Analyser, um nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen, was man da im 88RS einstellt bzw. verändert. Also wenn ich z.B. einen Low Cut bei/ab 80 Hz möchte/brauche, dann kann ich das grob einstellen. Allerdings ob ich dann bei 75 oder 92 Hz liege, höre ich nicht wirklich so raus.
Da hilft mir dann der Anaylser.
Mein Fazit (Legacy):
  • Sound sehr gut bis richtig geil
  • Bedienkonzept total überholt

Wenn ich das richtig gelesen habe, dann ist in der "neuen" Version eigentlich nur die Preamp Sektion dazugekommen?

Topo :cool:
 
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Klasse Review!

Wenn ich das richtig gelesen habe, dann ist in der "neuen" Version eigentlich nur die Preamp Sektion dazugekommen?

Topo :cool:

ja, wirklich Klasse Review.

Und deine Frage interessiert mich ebenfalls. Das Legacy ist eines meiner Standard Plugs. Wenn mal Zeit da ist, werde ich mal die Demo aktivieren. Wenn es wirklich nur die Preamp Sektion ist, ist es für mich eher weniger interessant

Edit : Die Bedienung ist in der Tat so eine Sache. Ich konnte mal 2 Tage an der Hardware arbeiten...Übersicht ist anders..das Ding ist "riesig"

Gruss
 
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Wenn ich das richtig gelesen habe, dann ist in der "neuen" Version eigentlich nur die Preamp Sektion dazugekommen?

Topo

meines Wissens nach wurde die neue Version komplett mit dem aktuellen Stand der aktuellen State of Art UAD Modelling Technologie, wenn man das so sagen kann, aufgebaut und neuentwickelt. also eigentlich ein komplett neues Plugin, die Legacy Version ist schon 8 Jahre alt und gerade in den letzten Jahren hat sich da eine Menge in Technik die im Hintergrund werkelt, getan.

Was überhaupt nicht heissen muß das die Legacy Versionen nun schlecht sind, ich zb nehme ich immer noch für gewisse Sachen lieber die Legacy Versionen vom Pultec EQ oder dem Fairchild her, weil sie anders klingen, etwas mehr Biss haben und weniger Transparent klingen.. zb bei aggressiven High Gain Gitarren greife ich nur zur Legacy Version des Pultec, weil mir die MKII Version zu sauber und smooth klingt, um mal ein Beispiel zu nennen

Da ihr die Legacy Version gewohnt seit und schon gut kennt, werdet ihr bestimmt Unterschiede im Klangbild ausmachen können, vielleicht mehr oder weniger dezent., völlig wertfrei ob das nun besser oder schlechter ist.

Ein Beispiel wäre hier auch der 1073er, die Legacy Version klingt auch super, und wenn ich die MKII EQ gleich einstelle, kann ich kaum einen Unterschied ausmachen. aber DSP zieht bei der MKII Version ganz mehr schön an..also wenn ich nur 1073er EQ verwenden möchte, greife ich gerne zum Legacy, aber am Unison Slot bzw wenn ich die Preamp Sektion auch im Signal haben will, finde ich die MKII wirklich sehr geil und die DSP Last Wert

ja, das Handbuch zum 88RS werde ich mir auf alle Fälle zu Gemüte führen, nun steht ja zum Glück das Wochenende vor der Tür und da werde ich mir auch wieder die Zeit nehmen mich damit zu spielen.

Presets sind für mich ein heikles Thema geworden.. früher habe ich sehr gerne Presets verwendet und abgeändert. heute versuche ich den Zugang anders zu finden.. wirklich von Null an das Plugin einstellen, mit einem Zielgedanken WAS soll das Plugin den auch machen und mit dem Signal anstellen?
Aber ich schmökere immer noch sehr gerne durch Presets durch, einfach um mich inspirieren zu lassen und zu schauen was die Profis da so an Einstellungen vornehmen.. manchmal brauchst einfach aus technischer Sicht das Plugin XY nicht, aber durchs Preset durchstöbern findet man dann doch irgendeinen Sound der dann cool klingt und die Spur irgendwie aufwertet, total zufällig und völlig unabsichtlich gefunden., macht dann auch Spass

lg
chris
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Bin halt weniger Techniker und will auch nur einen Teil meiner Zeit dafür hergeben, deshalb bleibe ich meist lange Zeit bei Sachen, die ich einmal für gut befunden habe 
Und ich denke, mit dem Neve werde ich warm werden.
lg
Frank
und das ist schon ein super Zugang zur Materie. taugt mir!!
 
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Bei dem Thema Presets bin ich ganz bei dir, Chris.
Ich habe einfach kein gutes Gefühl dabei, Sachen zu machen, die ich nicht nachvollziehen kann. Und es ist für mein Empfinden auch so, dass viele Presets irgendwie immer zuviel des Guten wollen. Ich bau mir das lieber von Null auf selbst und mache Fehler, die ich dann (hoffentlich) irgendwann bemerke und daraus lerne :)

Soweit ich das verstanden habe, ist die aktuelle Version des Plugins eine Neuentwicklung der funktionalen Bestandteile. Man müsste tatsächlich mal alt vs. neu vergleichen auf klanglicher Ebene. Am besten könnten das wahrscheinlich die Leute, die das Legacy Plugin schon lange einsetzen. In internationalen Foren wird dem neuen Plugin durch die Bank eine merkliche Klangverbesserung zugeschrieben (neben dem oft geäußerten Unmut, dass die Leute es quasi nochmal neu kaufen müssen, anstelle einen vergünstigen Upgradepreis zu bekommen). Da ich selbst in der Softwarebranche arbeite, sag ich da besser nichts zu ;)
 
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stimmt, die Diskussion um den Upgradepreis.. naja.. jeder wie er meint, wer bei UAD Gedult hat, macht Schnäppchen und zahlt in der Regel doch vernüftige Preise, wenn es jemand nicht aushalten kann und gleich immer das neueste vom neuen haben muß, dann muß er halt auch dafür entsprechend die 149$ upgradepreis, wie in diesem Fall für die neue Neve CS bezahlen. Ich habe einmal den "Fehler" gemacht, ein UAD Plugin zum vollen Preis zu kaufen, das Ocean Way Studio Plugin.. das fand ich in dem Moment wirklich so geil und gut das ich es sofort nach dem Ende der 14Tage Demo gekauft habe, aber ich habs auch seitdem ständig verwendet, das zählt natürlich auch und darf man ruhig wertschätzen auch wenn es ein paar Monate später gab es das Plugin dann eben an so einem Special Sale für 100$ oder 150$ reduziert gab.

ich bin mir sicher, die Besitzer der Legacy Version können beim nächsten Holiday Sale, Black Friday, Dezember Sale oder wie auch immer die heissen, das Update auf die neue Version schon um 99$ erweben, kommt dann noch ein Coupon ist man vielleicht bei 74 oder 49USD runter,. ich hab für meine updates auf die MKII Version nie mehr als 99$ bezahlt, oft sogar etwas weniger, und das finde ich vom Preis her wirklich in Ordnung.. wobei in der Vergangenheit auch noch ein attraktiverer EUR/USD Wechselkurs dazugekommen ist.. bei 1.5 Wechselkurs hat sich das schon ausgezahlt, heute natürlich bei 1.09 weitaus weniger attraktiv.

nochwas zum Thema Presets, also ich verwende schon auch Presets, aber welche die ich mir selber angelegt habe, die in jedem Projekt mehr oder weniger gleich ähnlich gebraucht werden und auch die Rahmenbedingungen ziemlich gleich sind (selbe Vocal Chain, selbe Gitarrensounds..etc) dafür verwende ich die gerne, ich denke mir man muß nicht immer das Rad neu erfinden, wenn man mal eine gute Konstellation gefunden hat die funktioniert, die lade ich rein und muß nur noch ganz wenig finetunen und weiter gehts.

Es wird ja gemunkelt das es wieder einen Juni Sale geben wird.. momentan gase ich UAD technisch auf rein gar nichts, aber ich habe noch 75$ in Coupons, wobei 50$ erst mitte Juni auslaufen, das Distortion Pedal Bundle hat mir im Test sehr sehr gut gefallen, gerade der Tubescreamer macht sich fantastisch finde, wenn es also dieses Bundle günstig zum upgraden im Sale gibt, und dann noch abzüglich des 50$ Coupons, leiste ich es mir.

ein schönes Wochenende euch :)

lg
Chris
 
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Ich hab das Teil mal in ein paar Sessions eingearbeitet und bin in manchen Teilbereichen sehr überzeugt, in anderen nicht so sehr. Heißt; für mich hat der Strip ganz klare Einsatzbereiche in denen er sehr gut funktioniert, in anderen nicht so gut. An Bassdrums und Toms finde ich ihn stark, an Snares z.b. gar nicht mal so sehr. Auch bei Gitarren gibts EQs die mir deutlich mehr bringen bzw. wo der EQ die "kritischen" Frequenzen von verzerrten Rockgitarren besser greift. Waves API sei hier genannt.

In den Bereichen, wo er glänzt, tut er das aber meiner Meinung nach sehr gut. Die Preamp Sektion mit dem Comp bei einer Bassdrum ist meiner Meinung nach sick. ;) Die Presets verwende ich nicht, deswegen kann ich dazu nichts sagen. Im großen und ganzen ist der Strip für mich aber keine Allzweckwaffe, aber genau sowas will ich eigentlich, wenn ich ein Plugin lade, das Pre/Dynamics/EQ in einem hat. Dann wiederum ist das bei UA sowieso fast nicht möglich, weil sämtliche neuen Plugins so viel DSP ziehen, dass ein Belegen von 10+ Tracks eh nicht möglich ist, es sei denn man fährt den Octo auf. Bestes Beispiel ist hier der API Vision Channel Strip: Ich LIEBE das Teil. Aber wer zur Hölle kann das denn im Mix benutzen... Mit 40% DSP usage... Deswegen kann ich mir an dieser Stelle den Kommentar mit Querverweis nicht verkneifen: Da haben die Native Plugins von anderen Firmen irgendwie für mich speziell im Bezug auf die Idee eines "Channel Strips" mehr Sinn - Die SSL Geschichten von Waves sind meiner Meinung nach fantastisch und können bei genug Rechenpower (dann aber auch nicht so viel wie man meinen möchte) universell eingesetzt werden - und ich finde, die funktionieren beispielsweise fast überall super.

Ich gebe dem Plugin insgesamt also eine 7/10. In den richtigen Bereichen ein sehr gut funktionierendes Tool.

ch habe vor, demnächst noch die beiden anderen neuen PlugIns aus dem Bundle etwas näher zu untersuchen: Marshall Plexi (Oho, spannend)

Ich habe den Plexi hier.. wenn du einen Kauf in Betracht ziehst kann ich dir vorher gerne noch ein paar Infos geben bzw. auch Soundsamples trocken, falls du interessiert bist.. Habe das Teil schon auf Herz und Nieren getestet, können wir ja per PN mal bequatschen, da hier OT. :)
 
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schön geschriebne Lonestar.
ja, ich bin total deiner Meinung, gerade die neuen Plugins ziehen unheimlich viel DSP Leistung, es wäre wirklich toll wenn sie die noch etwas optimieren könnten das sie weniger DSP brauchen
aber die Frage ist, ob UA das auch wirklich möchte bzw ob es auch technisch möglich ist noch weiter zu optimieren.

Ich bin jedenfalls der Meinung, würden die Plugins weniger DSP Leistung brauchen würde mehr Leute ihre Plugins kaufen, nämlich auch welche die auch nur ein recht minimalistisches UAD Setup fahren (eine Duo, oder Quad).
denn wer bitte kauft sich schon ein Plugin das zum einen nicht gerade günstig ist, und er dann vielleicht nur einmal in der Session laden kann und dann ist schluss mit Lustig?
auf der anderen Seite scheint es ja genug zu geben die eine Octo DSP oder 2 Quad oder mehr in ihrem System verwenden.

aber das bringt mich zum nächsten Punkt, wenn man wirklich die Plugins so gut findet das man sie kauft, und auch gleich überlegt sich eine Octo zu kaufen, dann macht das Sinn wieder die Angebote abzuwarten, ich glaube vor kurzem gab es einen Deal das man bei Kauf eines Octos Coupons oder Plugins im Wert von 985$ dazu erhält, das in Kombination mit dem Holiday Sale kann einem eine schöne Ausbeute geben, bzw kostet einem dann die Octo vergleichsweise sehr wenig

so eine Aktion habe ich auch letzes Jahr im Dezember genutzt als ich mir mein Apollo Quad gekauft habe, dazu gab es 985€ Plugins, die ich als Coupons bekomme haben da ich die von UA angebotenen Plugins schon hatte, in Verbindung mit dem Holiday Sale im Dezember damals war die Plugin Ausbeute enorm. also gegengerechnet das Apollo sehr günstig ;)

Ich habe den Plexi hier.. wenn du einen Kauf in Betracht ziehst kann ich dir vorher gerne noch ein paar Infos geben bzw. auch Soundsamples trocken, falls du interessiert bist.. Habe das Teil schon auf Herz und Nieren getestet, können wir ja per PN mal bequatschen, da hier OT. 
oder macht doch ein eigenes Thema auf, hier im Plugin Bereich ist ohnehin so wenig los und das Thema interessiert vielleicht auch noch anderen und lädt zum diskutieren ein 

lg
chris
 
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Ich bin jedenfalls der Meinung, würden die Plugins weniger DSP Leistung brauchen würde mehr Leute ihre Plugins kaufen, nämlich auch welche die auch nur ein recht minimalistisches UAD Setup fahren (eine Duo, oder Quad).
vergisses - das hat bei Creamware nicht geklappt und funktioniert auch bei SonicCore (Nachfolger) nicht wirklich
die Leute kaufen es nicht, weil sie nicht kaufen wollen...
(und es verbreitet sich nicht wirklich, weil 'verbreitung' bei Hardware Bindung eben schlecht funktioniert)

daher auch die Octo etc Kunden: das ist die Minderheit, die für das was sie nutzt tatsächlich bereit ist zu zahlen
dass auf Seiten der potentiellen Kundschaft heute (ökonomisch) geradezu abstruse Vorstellungen überwiegen...
ist halt so - und hier neben dem Thema

das Problem bei Hardware DSPs ist das Synchronisieren des Datenstroms wenn mehrere Chips beteiligt sind
die reine Rechenleistung lässt sich sehr gut parallelisieren - das 'Zusammenfügen' kann tricky sein
bei Creamware/SoniCore versucht der Ladeprozess die Chips optimal auszulasten - ggf auf Kosten der Sample-Genauigkeit
(aus der Perspektive eines Analogsystems ist das meist belanglos, bei digitalen Mastern wird es aber schnell Thema)

UAD (und früher auch Digidesign) haben aus dem Grund viel restriktivere Verteilung des auszuführenden Codes auf die Chips
(vereinfacht) wird so geladen, dass kein Sample-Versatz entstehen kann - dadurch aber im Prinzip Resourcen nicht genutzt
optimiertes Laden incl. 100% timing entsprechen der Quadratur des Kreises...

cheers, Tom
 

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