Rhythmik bei schnellen Läufen

von lucjesuistonpere, 18.04.05.

  1. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.04.05   #1
    Hi!

    Hab das Problem, daß ich bei schnellen Läufen immer recht unrhytmisch und ungenau, "labberig", wie mein Theaterlehrer sagt, spiele (z.B. bei Schumanns Aufbruch oder Debussys Deux Arabesques). Das ist besonders heikel bei schweren Klaviaturen wie der vom P120 und dann, wenn der kleine Finger ins Spiel kommt. Auch Probleme gibt's dann, wenn in ne weiße Taste mal "hinten" greifen muß, also auf der engen Fläche dahinten, auf Höhe der schwarzen Tasten. (Ich hoffe, ihr wißt, was ich meine)

    Was kann ich machen?

    Thx
    Lloyd
     
  2. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.04.05   #2
    Das klingt nach mangelnder Kraft in den Fingern. Da ist man froh, wenn man die Taste überhaupt im Timing runterbekommt, geschweige denn betont. Eine Lösung kann ich dir nicht anbieten, mein Lehrer meinte zu mir (beim selben Problem) nur lapidar: "Mangelnde Technik, aber das bessert sich mit der Zeit von selbst." Nun ja, recht hat er, ich spiel ja noch nicht so lange ...
     
  3. bluebox

    bluebox HCA Keyboard HCA

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    Erstellt: 19.04.05   #3
    Hallo !


    Es gibt Übungshefte namens "Fingerkraft" die gehen von ganz leicht bis schwierig
    und bieten reine Übungen für linke und rechte Hand. Ich würde das mal Versuchen. Vor jedem Üben ca. 10 min Fingerkraft - das sollte schon nach einiger Zeit wesentliche Verbesserungen bringen.

    Micha
     
  4. onedevotee75

    onedevotee75 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.04.05   #4
    Hi,

    es gibt da auch zwei Arten, wie man seine Finger trainieren kann. Einmal indem du deine Finger während der Übung so wie einen "Hammer" auf die Taste schlagen lässt. Dabei bewegt sich natürlich immer nur der Finger, der gerade dran ist. Alle anderen bleiben ruhig auf den Tasten liegen, ohne "in der Luft" umher zu wedeln.Die zweite Variante ist, alle Finger bleiben auf den Tasten liegen und drücken die jeweilige Taste mit dem geringsten AUfwand an Kraft und Bewegung. Also nicht wie die "Hammer"-Technik der ersten Variante. Die erste Variante trainiert die Fingerkraft, die zweite die Schnelligkeit. Achte beim üben aber darauf, nicht mit einem zu schnellen Tempo zu spielen. Du musst immer dartauf achten, die Übungen sauber und kontrolliert zu spielen und dabei nicht in Stress gerätst, selbst wenn du anfangs z.B. Sechzehntel mit Tempo 50 oder weniger spielen musst, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Steigere erst das Tempo, wenn du sauber, locker kontrolliert die Übung spielen kannst. Und steigere langsam das Tempo, also nicht von 50 direkt auf 100, sondern z.B. auf 60 usw.

    Nach einiger Zeit wirst du bemerken, wie sich deine gesamte Fingertechnik verbessert und du auch bei schnellen Tempis nicht die Kontrolle verlierst. Das geht zwar nicht von heute auf morgen, aber es wird.....
     
  5. Sticks

    Sticks Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.04.05   #5
  6. Limited

    Limited Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.04.05   #6
    Ein Tipp wäre, am besten beim üben immer so langsam spielen, dass man es wirklich 100% richtig spielt. Wenn du das diszipliniert durchhälst, wird eine Art "Muskelgedächtnis" aufgebaut, und es fällt einfacher, korrekt zu spielen.

    Außerdem kann ich empfehlen, mit Metronom zu spielen, die betonten Noten bewusst übertrieben fest anzuschlagen, allgemein wie schon empfohlen die Finger wie Hämmer zu benutzen, und das ganze auch mal punktiert oder in kleinen Notengruppen zu spielen. Für den Aufbau von Fingerkraft gibt es einen Haufen Möglichkeiten; ich schlag hier einfach mal diverse russische Fingerübungen vor, deren kyrillischen Namen ich leider nicht mehr weiß. ;) Da gibt's aber einen Haufen Bände, und im Notengeschäft kann mir dir da mehr sagen. Du kannst die Läufe auch einfach mal ohne Tastatur auf die Tischplatte oder so trommeln, da hört man auch raus, obs rhytmisch passt.

    Viel Erfolg auf jeden Fall.
     
  7. [Micha]

    [Micha] Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.04.05   #7
    Wenn du gut spielen möchtest besonders bei schnellen Läufen, dann solltest du darauf auchten dass du:

    1. die Finger beim spielen schön gerundet hast, die tasten mit der fingerspitze von oben triffst und nicht die Finger steif und gerade lassen. Schön gekrümmte die Finger!

    2. nur die Finger bewegst und die Hand ruhig hältst. Das heißt mit den Fingern spielen und nicht aus dem Handgelenk (vorraussetzteng runde Fingerhaltung siehe 1.)

    Dies sind jetzt Anfänger Tips. Aber Grundlage zum spielen. Wahrscheinlich kannst du schon gut genug spielen. Ich wollte nur die Sachen nochmal betonen.

    Ansonsten hilft natürlich immer viel Übung ;)
    Wenn du die Läufe übst als Ganzes, solltest du aber immer den darauf volgenden Takt mitspielen.
    Also wenn du Abschnittweise übst immer den ersten Takt vom nächsten Abschnitt mit üben damit der Übergang nachher einfach klappt und du nicht nochmal den übergang zwischen 2 geübten Passagen üben musst.

    In dem Sinne viel Spaß und viel Erfolg. Vielleicht konnt ich ein wenig helfen... oder auch nicht ^^

    Freundlicher Gruß Michael
     
  8. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.12.05   #8
    Hi!

    Ich möchte das Thema noch mal aufrollen, weil davon wohl abhängt, ob ich mein P120, das ich mittlerweile fast nur noch für Bandgeschichten benutze, behalte oder auf ein anderes Key umsteige. In jedem Falle habe ich den begründeten Eindruck, daß ich schnelle Läufe auf dem P120 absolut verpatze, während diese auf Klavieren oder anderen Tastaturen meist problemlos hinkriege. Die entscheidende Frage ist allerdings, ob das P120 daran schuld ist oder ich es bin (falsche Technik, zu wenig Fingerkraft), denn die meisten schwärmen ja regelrecht von den Yamaha-Tastaturen.
    Ich habe noch mal den Anfang der ersten Arabeske von Debussy getestet und dabei ist mir folgendes aufgefallen: Ich habe es im Originaltempo einmal mit Vollschmackes in ff gespielt und das andere mal, so wie es notiert ist, in p. In ff waren die Takte kein Problem, in p wurde es arhythmisch und labberig.
    Auch aus anderen Anwendungsbereichen kann ich ähnliche Beispiele beisteuern. Beim Bebop-Stück Tune Up schaffe ich es auf dem P120 partout nicht, ordnungsgemäß zu swingen, da höre ich mich so an wie damals, als ich überhaupt mit Jazz angefangen hab. Auf dem Yamaha-Klavier bei meiner Aufnahmeprüfung für die Dortmunder Jazzakademie (für welche ich das Stück geübt und schon Panik bekommen hatte) hat's hingegen alles gepaßt und richtig gefetzt. Auch habe ich mich seit jeher schon immer gewundert, wieso ich in meiner Band nie wirklich ein virtuoses Solo hinbekomme und mich der mir musikalisch in etwa ebenbürtige Gittarrist immer unter den Tisch frickelt. :rolleyes:
    Wie gesagt - die Frage ist, ob daran meine Technik schuld ist, die sich nicht so mit dem P120 vertragen will, oder ob dessen Tastatur einfach generell zu schwer für schnelles Zeug ist.
     
  9. cordesavide

    cordesavide Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.12.05   #9
    Das Problem mit den Yamaha-Tastaturen ist ja bekannt. Ich empfinde die Tastaturen so, dass am Anfang des Taste-Niederdrückens zu viel Widerstand überwunden werden muss und damit der Ton entweder ganz ausbleibt oder die Taste durch die nötige Kraft so viel Schwung kriegt dass es zu laut wird - pp spielen ist de facto nur sehr schwer möglich. Und schnellen Läufen ist diese Schwergängigkeit natürlich auch nicht gerade förderlich.

    Ich sag's wie's ist: Ich würde mir kein Yamaha SP kaufen (da mir im allgemeinen der Klang auch nicht sympathisch ist). Und wenn ich auf einem spielen müsste, wäre ich auch sicher unter meinem Wert geschlagen.

    Aber natürlich kann man die Schuld an deinem Problem nicht nur bei der Tastatur suchen, denn unmöglich ist es ja auch nicht, auf dem P120 schnell zu spielen. Ideal wäre es wohl, sowohl deine Klaviertechnik zu verbessern als auch bei Bedarf das Stagepiano zu wechseln (Für mich ist z.B. die Mechanik des Roland Rd700sx die absolut angenehmste am momentanen Stagepiano-Markt).

    Und von wegen virtuoses Solo: Es geht einem oft so dass man denkt: "jetzt muss ich unbedingt ein saugeiles Solo spielen" und man ist dadurch schon so verkrampft, dass man kaum noch was gescheites spielen kann. Versuch vor allem, entspannt zu sein und dein eigenes musikalisches Statement zu geben. Die Virtuosität kommt dann mit der Zeit von selber.
     
  10. andi85

    andi85 Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 27.12.05   #10
    hm. ich versuche jetzt auch noch, meine ungeordneten gedanken niederzuschreiben.

    also. genau, schnelle soli kommen offenbar tatsächlich von selbst. ich hab das auch nie geglaubt und war niemals besonders schnell mit läufen etc. und dann hat sich plötzlich diesen sommer ein bisschen was getan. ein wahnsinniger virtuose bin ich mit sicherheit nicht, aber so bissl was geht - was ja sehr viel spaß machen kann :)

    dann: die notwendigkeit von virtuosen soli ist ja auch so was...ich hab mir mal eine zeit lang angewöhnt, nur ganz wenig zu spielen und "unnötige" töne wegzulassen. man sollte das natürlich nicht übertreiben, sonst spielt man irgendwann garnix mehr :), aber ich fand diesen gedanken zumindest im hinterkopf ganz nützlich. und als ich mir mal neuere aufnahmen von horace silver angehört hab (" a prescription for the blues", "jazz has a sense for humor" und "the hardbop, grandpop" aus den 90ern), wurde mir erst wieder bewusst, wie wenige töne man für ein cooles solo braucht :)

    die andere sache wird vielleicht auf dich nicht so gut passen, da du ja offenbar auch mit klassik aktiv bist. ich hab klassik irgendwann aufgegeben und mir einen etwas härteren anschlag angewöhnt, der auch einen anderen bewegungsablauf mit sich bringt.
    so verlieren z.b. auch sehr schlappe klaviere im probenraum ein wenig ihren schrecken, die begleitung kommt perkussiver, ich muss nur aufpassen, dass ich vor lauter krafteinsatz :) nicht zu spät komme.

    grundsätzlich ist es aber mit sicherheit normal, dass man auf leichteren tastaturen eine höhere "maximalgeschwindigkeit" hat, als auf schwereren.
     
  11. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.12.05   #11
    Das beruhigt mich. Dann bin ich nicht der einzige, der diese Empfindung hat. Übrigens finde ich auch, daß das Roland RD700SX eine der besten Mechaniken überhaupt hat. Dafür ist es natürlich preislich ein Highend-Modell und kostet mir für ein reines Bandgerät schlichtweg zu viel Heu.
    Hast du schon mal eine der Doepfer-Leisten ausprobiert? Wie sind die?

    Was genau kann ich denn meine Technik verbessern, damit das diesen Umstand erleichtert?

    Thema virtuoses Solo - bei einem Rhodes-Fusion-Solo in Tempo 140 ist es schon fast Pflicht, entsprechend schnell zu spielen, sonst gibt's Gegähne. Hilfreich ist aber wohl, erst mal etwas minimalistischer anzufangen. Verkrampft wird man mE gerade dadurch, daß man ja immer so feste reinkloppen muß, um überhaupt rhythmisch zu sein.
     
  12. pille

    pille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.12.05   #12
    also, diese Statement scheint mir von all den hier abgegebenen noch das vernünftigste zu sein! Ansonsten wäre ich mit solchen Ratschlägen, die eher das Muckitraining der Finger betreffen SEHR SEHR vorsichtig. Ruckzuk hat man sich da einen Schaden eingefangen. Ich kenne etliche Leute, die sich durch Üben mit falscher Technik Sehenscheidenentzündungen und schlimmeres zugezogen haben. (sag ich jetzt mal, auch auf die Gefahr hin, daß gleich wieder einer der Autodidaktengilde mit dem Argument kommt, daß man das nicht braucht, weil Klavierpielen ja wohl nicht sooo schwer sein kann :screwy: und sich "Technik" schon irgendwie selbst im Gehirn formt :screwy: ). Schumann selbst, mit seinem gelähmten 4. Finger ist das berühmteste traurige Beispiel solcher anatomischer Torturen.
    Wenn ein schneller Lauf "holprig" klingt, kann das die unterschiedlichsten Ursachen haben, das kann nie pauschal beantwortet werden: jede Hand ist anders, jede Armmuskulatur verschieden und jeder hat andere motorische Fähigkeiten, die sich auf unterschiedlichen Tastaturen verschieden auswirken. Einen sinnvollen Tip kann man eigentlich nur abgeben, wenn man das selbst vor Ort sieht und hört und etwas von Technik versteht. Hinter dem Begriff "Klaviertechnik" verbirgt sich allerdings keine einfache Anleitung zum Klavierspielen, so wie etwa bei einer Gebrauchsanleitung für einen Kühlschrank. Verallgemeinernd kann man vielleicht sagen, daß es dabei erreicht werden soll maximal ökonomisch zu spielen. Eigentlich versucht ein Pianist die Verwendung reiner Muskelkraft möglichst zu vermeiden, da das auch immer mit Verkrampfung verbunden ist. Muß Kraft auf die Tastatur übertragen werden, dann wird er immer bestrebt sein "Impuls" (oder einfacher Schwung) aus der Bewegung zu gewinnen oder auch sein Körpergewicht einsetzen, um möglichst locker zu bleiben. Es ist ein großes Problem, daß viele versuchen bei schnellen und evtl. noch lauten Läufen ausschließlich aus den Fingern zu spielen. Tatsächlich muß aber eine Symbiose gefunden werden zwischen Bewegung des Unterams, des Handgelengs und dem Laufen der Finger (vorallem beim Unter- oder Übersetzen), so daß die Muskulatur insgesamt möglichst entspannt bleibt. Veilleicht verdeutlicht das die hier angesprochene Problematik ein wenig und läßt erahnen, was ich vom Autodidaktentum oder Lernangeboten aus dem Internet halte :twisted: !!

    @Luc:
    von welche Läufen sprichst Du jetzt eignetlich genau? Ich denke mal, Du meinst die Läufe am Ende der ersten Arabeske (E-Dur), oder? Hab' das Teil selber noch nie gespielt, nur eben mal in dei Noten geschaut. Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich auch nicht weiß, was Du mit Schumanns "Aufbruch" meinst. (und das, wo ich doch schon so viel Schumann gepielt habe :o). Warum gehst Du nicht einfach mal zu Deinem (früheren oder noch immer :confused: ) Lehrer und zeigst ihm/ihr das Problem.

    Zu den Yamaha Tastaturen: Ich fand die eigentlich zunächst sehr gut, wahrscheinlich, weil sie etwas gewichtiger sind als die meisten anderen Digipi-Tastaturen. Dann hat mich mal ein Hänlder darauf aufmerksam gemacht, daß es bei Yamaha keinen echten "Druckpunkt" gäbe. Das Gefühl eines Druckpunktes würde ausschließlich durch die Anstiegskurve des Tons suggeriert. Hm, ich weiß nicht ober da Recht hatte, denn nach wie vor finde ich die Tastaturen nicht so übel, oder ich falle auch auf den Trick rein :o.
    Hab mich dann auch nicht mehr drum gekümmert, da ich ja jetzt mein MP9500 zun nächtlichen Üben habe :D und dessen Tastatur der echten einzig wahren Flügelmechanik schon ein wenig nahe kommt.

    Greetings,
    Wolf
     
  13. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.12.05   #13
    Hi pille!

    Wie gesagt, das Problem liegt wohl bei den Yamaha-Tastaturen (oder bzw. daß meine Technik mit Yamaha-Tastaturen inkompatibel ist). Auf Klavieren geht's in der Regel gut, auch auf schwerer gewichteten. Es ist genau so wie cordesavide es ausdrückt, man braucht eine sehr starke Mindestkraft bei Yamaha, um überhaupt die Taste runterzudrücken und der Schwung danach ist so groß, daß es zu laut wird. Das ist natürlich fatal für jemanden wie mich, der sehr gerne auf den Tasten "tänzelt", anstatt sie zu "bearbeiten".

    Bei Debussy's Arebeske (der Begriff "Läufe" ist vielleicht falsch gewählt) sind es die Triolen direkt in den ersten Takten. Sollten für einen geübten Pianisten kein Problem darstellen - in der Tat, auf Klavieren klappt's fast makellos, aber auf dem Yamaha denke ich jedesmal, ich wäre 4 Jahre in meinem technischen Lernstand zurückgefallen. :rolleyes: Besonders hakelig wird's an den Stellen, wo die Läufe ihre Richtung wechseln, also genau da, wo ich mit dem vierten und fünften Finger am hintersten Ende der Tasten greifen muß.

    Von Schumann's Aufschwung gibt's ein Beispiel hier: http://www.magnatune.com/artists/albums/mccawley-schumann2/hifi.m3u (Track Nr. 4)
    Da ist die Problemstelle der Mittelteil in Cis-Dur. Wobei ich die mittlerweile ganz gut hinkriege - auch wenn da nach wie vor Qualitätsunterschiede zwischen meinem Spiel auf dem Yamaha und auf einem Klavier hörbar sind. Denn diese Passage muß eher verhalten gespielt werden. Außerdem schaffe ich es auf dem P120 nicht, die Melodiestimme innerhalb der Sextolen deutlich zu betonen.

    Die alles entscheidende Preisfrage ist, ob ich meine Technik dahingehend verbessern kann, daß ich gut mit dem P120 zurande komme. Dann wäre es sinnvoll, es zu behalten. Wenn nicht, muß ich es deutlich abwägen, ob das P120 dennoch die beste Alternative ist, oder ob ich auf irgendwas anderes umsteigen soll (leider kriegt kein Key in dieser Preisklasse einen so ordentlichen Rhodes-Sound hin, der für den Bandeinsatz als Hauptsound lebenswichtig ist). Wer die letzen 1,5 Jahre meine Threads in diesem Forum gelesen hat, weiß daß ich mich mit dem Abwägen nicht so leicht tue... :rolleyes:;)
     
  14. pille

    pille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.12.05   #14
    Hi Luc,
    werde mir die beschriebenen Stellen mal anschauen, vielleicht fällt mir ja noch was auf. Melde mich dann.
    Was die Tastaturen angeht: DAs gibt es schon, daß man auf betimmten Modellen bestimmte Dinge einfach nicht so hinbekommt. Ich denke da an einen alten KAWAI in unserer Musikschule, der einem regelrecht Muskelkater in den Fingern verursacht. das kann es nicht sein :mad: da geht es mir immer genauso wie Du es beschreibst.
    Die Yamaha-Tastaturen fand ich -wie gesagt -nicht so grausig. Habe damals aber nicht zu viel drauf gespielt, sonder mich eher einem KAWAI CA5 zugewandt :rolleyes: . Ich erinnere mich nur noch, daß ich u.a. das Chopin Fanatasie-Impromptu einigermaßen hinbekam (konnte ich noch einigermaßen auswendig). Mit den Läufen das klappte ganz gut (allerdings war der Klang in diesem Fall fürchterlich künstlich (womit ich jetzt nix prinzipielles gegen die Yamahas gesagt haben will :rolleyes: ) , die sind schon ganz o.k. :D )
    also wie gesagt, jetzt schau ich mal in die Noten und melde mich dann beizeiten.
    Greetings,
    Wolf
     
  15. cordesavide

    cordesavide Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.12.05   #15
    Natürlich ist ein kompetenter Lehrer bei technischen Dingen sehr wichtig und wenn man es wirklich zu etwas bringen will, unumgänglich. Aber egal ob mit Lehrer oder ohne kann man sich wohl Schäden ersparen indem man, sobald es schmerzhaft oder unangenehm wird sofort aufhört und analysiert was man da vielleicht besser machen könnte. Aber eine Sehnenentscheidung oder so muss ein vernünftiger Mensch am Klavier, egal wie er es erlernt, wirklich nicht bekommen.

    Auf irgendwelche klaviertechnischen Detailfragen möchte ich garnicht eingehen, da sie wirklich ziemlich individuell sind und das hier im Forum sicher nicht die beste Art ist, sie zu erörtern.
     
  16. pille

    pille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.12.05   #16
    Hallo Luc,
    habe mir die Sachen jetzt mal angeschaut und verstehe jetzt Dein Problem. Wie es aussieht hast Du wohl schlicht und einfach Recht, was die P120 Tastatur angeht, obwohl ich das jetzt nicht auprobieren kann (habe halt keines). Sowohl in er Arabeske als auch beim Schumann muß man wegen der vielen Kreuze bei den Triolen (und Sextolen) sehr weit in die Tasten, d.h. nach vorne gehen. Das Problem taucht dann dort auf, wo man den vierten Finger benutzen muß, also das schwächste Glied in der Fingerfamilie. Der arme Kerl muß dann auch noch mit kleiner Hebelwirkung arbeiten :( als seine kräftigeren Brüder. Also, auf meinem Klavier und auf dem MP9500 habe ich keine Probleme, Du, wie Du sagst, ja auch nicht. Dann ist es vielleicht wirklich so, wie ich oben schrieb, daß die Yamaha Tastaturen einfach "nur" schwer gewichtet sind und keinen eigentlichen Druckpunkt besitzen, das könnte das Problem vielleicht erklären. Kann das hier nicht mal ein anderer ausprobieren, der auch ein Yamaha SP hat? Wäre doch mal interessant, sowas zu klären. Könnte auch vielen hier helfen, die viel Klassik spielen und dies auch auf einem Stagepiano tun wollen (so wie ich :rolleyes: )
    Greetings,
    Wolf
     
  17. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.12.05   #17
    Hi pille!

    Danke für deine Mühe! Ja, wäre mal interessant. Wir könnten mal den fetz fragen, der hat auch ein P120.

    Wobei ich mein SP mittlerweile bewußt nicht mehr für Klassik, sondern nur noch für Bandgeschichten nutze. Bei flotten Soli tritt da aber dasselbe Problem auf.

    Btw: Was bedeutet eigentlich der "Druckpunkt"? Ist das der Punkt, wo der Hammer auf die Saite trifft?
     
  18. pille

    pille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.06   #18
    Hi Luc,
    sorry, daß ich so spät antworte, aber über Silvester war ich weg (und zeitweise auch nicht gut ansprechbar :o )
    Der "Druckpunkt"? Nun, ich muß gestehen, daß das vielleicht eine etwas unglückliche Formulierung ist, für das, was ich eigentlich meinte. Das klingt so, als sei da ein scharfer zu überwindender Widerstand (so wie beim Abzug einer Knarre). Ganz so isses ja nun nicht. Aber wenn man mal genau drauf achtet, dann merkt man, daß die Taste etwas leichter heruntergedrückt werden kann, sobald das Hämmerchen frei fliegt. Es hängt also eher damit zusammen, wann das Hämmerchen die Taste nicht mehr "belastet". Wie groß der Effekt ist hängt auch davon ab wie man anschlägt. In Wirklichkeit ist die Sache aber noch viel komplizierter und hängt von vielen Faktoren ab, die ich im Detail auch nicht verstehe. da müßte man sich wohl mal länger mit einem Klavierbauer hinsetzen. Hab Dir mal eine Skizze angehängt, die ich mal im Netz gefunden hatte (auch auf Anregung von jemandem aus einem Forum, glaube ich). Da kannst Du ungefähr erkennen, was da abgeht (falls ich das mit dem Upload hinbekomme): zunächst hebt die Taste das "Hebeglied" an welches wiederum die "Stoßzunge" nach oben drückt, die dann über eine Rundung an der "Hammernuß" das Hämmerchen nach vorne beschleunigt. Wie genau sich der Druck während des Anschlags verändert hängt verständlicherweise von vielen Faktoren ab: "Hammernußleder", "Hammernußpolster"....und ganz wichtig beim Klavier: die Stoßzungenspiralfeder. An der Hammernuß kannst Du diese kleine Rundung erkennen, über die die Stoßzunge beim Anschlagen hinwegrutscht. Ich denke mir, daß das genaue Anschlagverhalten besonders davon beeinflußt sein wird. Wenn Du auf dem Klavier mal ganz vorsichtig anchlägst, ohne einen Ton zu erzeugen, dann kannst Du das Hinwegrutschen der Stoßzunge über diese Rundung spüren.
    Und beim Flügel ist das ganze nochmal komplizierter. Sinn der ganzen Mechanik ist es natürlich, gut und schnell repetieren zu können. Und das alles ist halt einfach recht schwierig bei einer Fatar-Tastatur zu simulieren.
    Tatsache ist einfach, daß der Tastenwiderstand nicht immer entlang der gesamten Strecke gleich ist. Inwieweit das gewollt ist oder nicht, weiß ich auch nicht. Vielleicht ist es ja anzustrebendes Ziel der Klavierbauer, den konstanten Druck zu erzeugen, aber ich glaube das nicht. Bei billigen Fatar-Tastaturen ist der Druck ziemlich konstant. Ich schätze mal, daß daher dieses "matschige" Gefühl beim Anschlagen kommt.
    Allein deswegen wird ein einfches Digipi niemals ein richtiges Klavier. Bis halt die paar Modelle, die richtige Klaviermechniken besitzen, aber die sind sogar noch teurer als richtige Klaviere :screwy:
    Kurz und Gut: Bisher dachte ich immer, daß die Yamaha SPs das ganz gut im Griff hätten, bin mir aber jetzt nicht mehr sicher.
    Greetings,
    Wolf
     

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  19. cordesavide

    cordesavide Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.06   #19
    Gibt's die wirklich? Bis auf vielleicht die Yamaha Silent-Pianos bin ich noch nie auf sowas gestoßen. Kannst du vielleicht Modelle nennen?
     
  20. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.06   #20
    Hey, danke pille, das klingt interessant! :great:
    Ich habe das auch schon bemerkt, daß normale Klaviere im letzten Abschnitt der Strecke einen leichteren Widerstand haben als am Anfang. Denke, das ist beabsichtigt - man will wahrscheinlich einen gewissen Anfangswiderstand erzeugen, damit zum einen die Taste nicht versehentlich heruntergedrückt wird, und zum anderen damit die Dynamik richtig "erzeugt" werden kann, der dann aber nachher verschwindet, um die Fingerkraft nicht weiter zu belasten.

    Aber das scheint mir erschreckende Konsequenzen zu haben: Das bedeutet, daß ein Kind, das auf einem P120 spielt, eine ganz andere Technik erlernt, als dasjenige, daß ein Klavier oder ein MP8 zur Verfügung hat. Das erste wird dadurch automatisch die Tasten mit Maximalkraft bis zum Ende des Anschlagwegs "bearbeiten", während das zweite intuitiv um den Umstand des ungleichmäßigen Widerstandes weiß und sich somit auch eher den "tänzelnden" Stil aneignet. Die Frage stellt sich, ob erstere Angewohnheit für das spätere Spiel am Klavier schädlich ist.

    Die Frage ist auch, ob sich dieses Problem durch eine leichtere Klaviatur einfach erledigt, oder ob man dafür tatsächlich eine freischwingende Hammermechanik wie am MP8 braucht. Freischwingende Hämmer hat übrigens wohl auch das RD700SX, wie ich rausgefunden habe. Und die Doepfer-Tastaturen sollen die angeblich auch haben.

    @cordesavide:
    Auf jeden Fall Kawai MP9000/9500/8, CA7/8/9 und wahrscheinlich Roland RD700(SX) sowie Doepfer PK88/LMK2/LMK4. Achja, von Yamaha gibt es noch die GranTouch-Modelle, die habe ich aber noch nicht spielen können.
     
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