Dazu muss es erstmal eine (!) einzige "Version" oder wie auch immer Linux-Leute das nennen mögen die einfach (!) alles (!) mit sich bringt. Kein ernsthafter Produzent, Mixing-/Mastering-Engineer hat Lust, Zeit und Nerven sich durch den Dschungel an Zeug was Du hier alles in deinem letzten Post genannt hast zu kämpfen und monatelang diverse Konfigurationen zu testen. Eine Installation runterladen, aufspielen und fertig. Nicht ein halbes Dutzend an möglichen Varianten in denen dann man wiederum erst ein halbes Dutzend Einzelanwendungen installieren/kennen/konfigurieren muss, damit DAW-Hardware und -Software zusammenfinden oder Plugins mal laufen.
Nun, die Forderung eines einzigen, einheitlichen Linux ist so alt wie Linux selber.
Linux ist aber durch seine Vernetzheit und Vielfalt so groß geworden und deshalb auch eines der meist genutzten Computerbetriebssysteme der Welt (wenn man den Internet/Server-Bereich, TV-Boxn, etc. mitzuzählt!)
Standardisierung und Vereinheitlichung findet zwar auch exzessiv in der Linux Community statt - sonst würden die vielen Distros und Desktops und Apps gar nicht untereinander kompatibel sein, wenn du aber ein "World-Linux" haben willst, dann guck mal auf dein Smartphone oder benutze doch eine DAW mit Android auf deinem Tablet. da kann man dann auch schön mit Touchscreen rumspielen. ;-)
Was passiert, wenn eine (Monopol-)Firma anfängt, opensource und Linuxkernel interessant zu finden, sehen wir ja bei google, android und chromium. Über das Ergebnis (Datenschutz+Sicherheit) lässt sich dann aber auch streiten.
Schonmal auf die Idee gekommen, das Linux auch nur "überleben" und sich ent-wickeln konnte, eben weil es diese dezentrale Vielfalt schnell gab und es für das kapitalistische System eben nicht einfach so möglich war, "den Laden zu übernehmen", aufzukaufen und dem "freien Markt" zu überführen (oder ganz stillzulegen), wie sie es mit dutzend anderen tollen ideen und Projekten und Firmen zuvor und danach auch gemacht haben?
Aber zurück zur Materie:
Ein "Producer" der sich in die Windows-Materie und sein Cubase/Logic/ProTools/FriutyLoops oder Ableton Live u.v.m. schon eingearbeitet hat, ist technisch mehr als nur versiert, sich auf Linux in 0,nix einzugewöhnen. Mag sein, das ein paar Tage, Wochen und Monate dauert - aber gerade dieser Thread hier, viele Turtorials und Foren im Netz und spezielle A/V-Distros wurden ja gemacht, das Menschen schnell lernen und umstellen können.
Womal die
Foren-/Turtorialqualität der Linuxwelt auch so ein weiterer Pluspunkt wären.
Aber ich will gar kein
Betriebssystembashing betreiben oder daraus eine"religiöse" Diskussion entstehen lassen: Jedem das seine bzw. wer mit Windows glücklich ist bzw. dort Anwendungen und Plugins braucht, die es (noch) nicht unter Linux gibt, dann ist es halt so und recht legitim.
Dein Einwand (s.o.) galt vielleicht vor 5 oder mehr Jahren, in denen Linux vielleicht wirklich noch was für Nerds war und der A/V-Teil ein bisschen kniffelig (s.JACK).
Da du ja meine Ausführungen für "zu kompliziert" hälst mal zur kurzen Erläuterung: JACK ist nur das "ASIO unter Linux"! Bzw. kann noch einiges mehr. Also keine Angst, liebe Producer - das kriegt ihr hin. ;-)
Da ich seit Jahren nicht mehr mit einer anderen Distro als Qiana Studio (Linux Mint) gearbeitet habe, weiss ich natürlich nicht, wie komplex es bei anderen Systemen ist, aber in Qiana Studio
- schliesst du einfach dein (Linux kompatibles) Sound-und Midiinterface an,
- richtest einmal kurz mit wenigen Ḱlicks nach dem Manual im README-Ordner dein System ein!
- Wählst in Cadence (JACK) dein Soundinterface und drückst auf Start!
Jetzt nur noch den Sequenzer deiner Wahl (Ardour, Bitwig Studio, Tracktion/Waveform, Reaper, LMMS, ..) starten, beim ersten Start deine Soundkarte bzw. JACK in den Einstellungen auswählen und aufnehmen/produzieren.
Beim nächsten Start von Ardour/Bitwig Studio muss man noch nicht mals mehr JACK mit Cadence manuell starten, sondern JACK wird automatisch geladen. Bzw. kann man JACK auch als Standard-Soundsystem per Autostart-Option in Cadence mit einem Klick einrichten.
JACK garantiert besten Klang (24/32bit) mit geringsten Latenzen ( < 1-3 ms)!
Plugins und Instrumente sind alle vorinstalliert und können direkt geladen werden!
Für VST-dlls erstellt man einen VST-Ordner im home-Verzeichnis, kopiert alle Dlls dahin (oder installiert sie vorher mit wine) und bindet sie mit CARLA ein, welches einfach nur ein Rack und Patchbay für die VSTs ist und diese als eigenes
LV2-Plugin an Ardour (etc) übergibt!
Sorry, aber einfacher geht's kaum und ist so unter Windows und selbst MAC nicht vorstellbar.
Da muss man nämlich wesentlich mehr konfigurieren und installieren und Treiber einrichten, etc.
Dann noch die Zusatzoption mit dem mobilen
Live-System auf USB-Stick, das besonders für DJs interessant ist: brauchen sie vor Ort doch nur noch einen Laptop und Controller vorzufinden und haben schon ihr eigenes System dabei, auf dem sie sich bestens auskennen. etc.
Wer mit
Traktor oder Serato gearbeitet hat, wird mit
MIXXX 2.x super schnell klar kommen.
Wer mit
Logic, Protools und Cubase und Ableton Live klar kommt, der wird mit
Bitwig Studio und Ardour schnell eingearbeitet sein.
Und wie gesagt:
(youtube)-Turtorials und Foren helfen gerne beim easy Einstieg.
Deine Behauptung kann ich deswegen so echt nicht stehen lassen und hoffe, sie hiermit argumentativ etwas relativieren zu können.
Nebenbei kannst du dir ja gerne mal
Qiana Studio:
http://qianastudio.tumblr.com/ selber auf Live-Stick oder DVD packen und schauen, was unter Linux so einfach alles geht.
Auch bei der
Hardware-Unterstützung hat sich einiges getan: selbst die meisten
Druckerhersteller arbeiten mittlerweile mit Linux zusammen und auch im
Soundkarten und Controller-Bereich werden eine Menge guter und bekannter Hardware (Focusrite, M-Audio, Behringer, Presonus, ESI, Native Instruments, Zoom u.v.m.) bereits vom ALSA-Projekt und KERNEL unterstützt oder lassen sich per Midi-Lern-Modus in den meisten Sequenzern problemlos einrichten!
Für viele gängige Controller gibt es aber auch gute presets!
Ich würde dir sogar widerprechen: Eine
Linux DAW ist mit einer guten A/V-Distro schneller eingerichtet und benutzbar, als jedes Windows oder MAC-System.
Über
Qualität und Benutzerfreundlichkeit kann sich ja jeder individuell (und für jede Distro einzeln) ein eigenes Bild machen.
Vielfalt und Distro-Hopping sind natürlich kein Zwang - sondern nur ein optionales und schönes, freies Angebot der Linux Welt und Community!
Viele finden schnell wonach sie suchen und/oder sind bereits bei der ersten oder zweiten Distro bestens bedient!?
Die
Installation von Qiana Studio dauert übrigens auf einem aktuellen Laptop/PC/MAC ca. 20 Minuten! Danach noch einmal 10- 20 Minuten für die erste Aktualisierung (Updates!) und ca. 20 Minuten für die Systemeinrichtung.
Danach kann man direkt loslegen und aufnehmen, bearbeiten, produzieren und kreativ sein.
Bzw. erstmal alles schön erkunden.
+ 0 Viren
+ keine Bevormundung und nervige automatische Updates
+ keine Monopol-Firma, die deine Daten sammelt und weitergibt (!!!)
+ bessere Latenzen durch RT/Lowlatency-Kernel
+ 0ct/€ Anschaffungskosten
+ eine große (Online-)Community, Foren und Support
Also, wenn das nicht mal schnell und gut ist, dann weiss ich auch nicht...
