Richtiger Draht zum Löten

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ich möchte mein wiring in zukunft selbst löten und hab mir auch so ein schönes löteisen geholt von hakko wo man die temperatur einstellen kann. hab probe gelötet auf pots und das bleibt einfach nicht drauf hab mehrere temp stufen versucht von 300-400 und wollte nun fragen ob ich hier vielleicht falschen draht verwende dafür. in den videos halten die den kolben auf den pot und fügen den draht hinzu und da ensteht ein pool der richtig glänzt, bei mir passiert das zwar auch aber weit nicht so schön und wenn ich versuche etwas anzulöten löst sich alles wieder runter - es hält einfach nicht. ich hab gelesen dass es da verschiedene drähte gibt und es mit einem der anscheinend eu weit verboten ist einfacher geht?

würde mich sehr freuen wenn ihr mir hier helfen könnt dass ich das richtige werkzeug und die richtige temperatur dafür finde - sollte doch nicht so schwer sein! :)

vielleicht bin auch nur ich das problem - ich hab das nie gelernt oder so...

am liebsten wär mir wenn ihr mir einen link teilen könntet wo ich das einfach kaufen kann weils hier soviele verschiedene sachen gibt...
 
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Es gibt Lötzinn mit Flußmittel drin,das solltest du nehmen
 
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auf den Potis die Stelle leicht anrauen, wo das Lötzinn drankommt
Ja.

Anderes Problem: Die Potikappen und große Lötstellen können viel Wärme ableiten. Für sowas habe ich schon "große" Lötkolben verwendet, weil der Feinlötkolben mit seinen 16W das einfach nicht mehr gepackt hat. Und auch der 30W Lötkolben macht das nicht mal eben so.
 
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Wie viel Watt hat denn deine Lötstation?
Wie breit ist deine Lötspitze?
Die wichtigsten Punkte wurden ja schon erwähnt.
Nicht alle Metalle kann man löten.
Der zu lötende Draht sollte selbst schon gut verzinnt sein.
Wenn du die Abschirmung am Poti löten willst, hilft es dir vielleicht, wenn du nicht gerade die größte Metallfläche erhitzen willst, sondern vielleicht mehr am Rand.
Es gibt auch Potis, die extra eine Lasche dafür haben.
Kolophonium, so wie man es z.B. für Geigenbögen verwendet hilft, damit das Lötzinn besser fließt.
Die Lötspitze muss sauber sein, also ohne Zunder etc. Dann kannst du an die Lötspitze etwas Lötzinn schmelzen lassen. Dann den Lötkolben auf das Metall setzen und warten bis zusätztlich an die Spitze gebrachtes Lötzinn auch schmilzt. Währenddessen kannst du mit der Spitze auf dem Metall kratzen. Wenn du den Draht im geschmolzenen Lötzinn hälst, darfst du so lange nicht wackeln, bis das Zinn wieder hart geworden ist.
Für den Heimgebrauch ist bleihaltiges Lötzinn noch erlaubt, das fließt auch besser als bleiloses.
Wenn du aber dein Werk verkaufen willst, solltest du bleiloses verwenden.
 
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Wenn Du an Deinem Hakko Lötkolben die Lötspitze mit 0,5mm Durchmesser drin hast, wird das nichts.

Nimm die breiteste Spitze die Du hast. 3..4mm breite. Stell die Löttemperatur auf 350 Grad C. Nimm einen Lötdraht mit Flussmittelkern. Verzinne erst die Lötspitze und erwärme dann das Potigehäuse und führe dann Lötdraht zu.

Bleibe nicht zu lange am Potigehäuse.

Dann sollte das klappen.

Bei mir dauert das ganze keine 3 Sekunden. Ersa-Lötstation auf 375 Grad C und 4mm-Meisel-Lötspitze.
 
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Poti entfetten, Lötwasser drauf und es sollte klappen. Im Baumarkt gibt's Lötzinn für Elektronik ohne Blei. Hält bei mir gut.
 
Bitte Vorsicht mit Lötwasser. Für Metallflächen, wie meinetwegen das Poti, ist das ok. Aber bitte nicht für elektronische Teile.
In Lötwasser ist meist Salzsäure, die greift die meisten Metalle so lange an, bis sie verbraucht ist.
Dann sind noch Chloride drin, wie Ammoniumchlorid (das ist auch im so genannten Löstein sowie Salmiakpastillen) und Ammoniumchlorid entwickelt beim Erhitzen ebenfalls Salzsäure. Die entstehenden Nebel schlagen sich auch irgendwo nieder und können irgendwann zu Korrosion führen. Besonders in nicht gekapselten Potis will man das nicht haben.

Ich habe mir das weiter oben von mir erwähnte Kolophonium zu Pulver zertrümmert und in einem kleinen verschließbaren Gläschen mit Isopropylalkohol gelöst, so viel, dass es eine Honigfarbe ergab. Diese Lösung streiche ich manchmal mit einem kleinen alten Pinsel auf das zu lötende Objekt. Das hilft sehr beim Löten mit dem Lötkolben.
Zum Löten mit eine Flamme ist Iso eher nicht so zu empfehlen. 💥
 
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Hui, vieles Wilde dabei :rolleyes:
Ein für die Anwendung sinnvoller Elektronik-Lötdraht hat eine Flussmittelseele.
Unterstützend auf Potis einen Flussmittelpen mit No-Clean Flussmittel verwenden, allerdings nur punktuell, da die Lötstelle sonst zu breit fließt. Bitte keine anderen, für Elektronik ungeeigneten Flussmittel o.ä. verwenden.
Herumgekratze auf dem Poti ist unnnötig. Das Flussmittel entfernt neben seiner Funktion die Oberflächenspannung des flüssigen Lots zu senken chemisch die Oxidschichten auf den Verbindungspartnern.
Eine ausreichend hohe und stabil nachgeführte Temperatur der Lötspitze ist ebenso essentiell wie eine Lötspitze mit ausreichend großer Kontaktfläche für einen hohen Wärmeübertrag. Ohne das ist es nur "Geklebe", aber keine Lötverbindung mit korrekten, intermetallischen Zonen...
 
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  • #10
Genau, der gute ERSA 25, 1975 vom Physiklehrer empfohlen, reicht für alles in dem Bereich, mein Test mit "erlaubtem, bleifreien" Lot verlief

so $%&/(, daß ich bei Potibestellung Musikding gleich nochmal 100g ordentliches mitbestellt habe........
 
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  • #11
Danke euch allen, das hilft mir sehr.

Ich hab gerade nochmal nachgeschaut: ich habe bisher bleifreien Lötdraht mit 2% Flussmittel verwendet. Das erklärt vermutlich schon einiges, vor allem beim Löten auf Potigehäusen.

Ich hab auch schon gemerkt, dass es mit einer größeren Spitze besser funktioniert hat – ich hab jetzt auf eine 3,2 mm Hakko-Spitze gewechselt.

Dann werde ich mir wohl den bleihaltigen Lötdraht von Musikding holen, den sixstringfanatic erwähnt hat. Wenn das dort der einzige nicht-bleifreie ist, sollte das ja der richtige sein.

Am Hakko probiere ich dann ca. 370 °C mit breiter Meißelspitze, Potigehäuse vorher sauber machen/leicht anrauen, erst Poti und Draht verzinnen und dann zusammenlöten.

Danke euch!
 
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  • #12
Löttemperatur ist abhängig vom Lötzinn,
Bleifreies Zinn würde ich 350-max. 400°C nehmen
bleihaltig gibts i.d.R. nicht mehr, da kannst du 350°C als Obergrenze der Temperatur nehmen.

Lötspitze wurde oben schon gesagt, großen meisel bei Potis. kannst im Grunde immer die größtmögliche Lötspitze nutzen, da ist die Wärmeübertragung am Besten, weil kleine Lötspitzen durch geringe masse natürlich schneller temperatur verlieren.

Potigehäuse Vorbereitung:
Lötwasser würde ich nicht nutzen, oft haben Potis am gehäuse ne dünne beschichtung, da kannst du einfach mit schmirgelpapier an gewünschter Stelle anschleifen, dann nimmt das auch ordentlich Zinn An

Flussmittel:
sollte bei sowas nicht notwendig sein, im zweifel ist es aber schon praktisch zu haben, z.B. das hier <<<Klick mich>>>
gibt zig andere auch, ich finde die Gelförmigen persönlich besser.

Lötzeiten, bzw. löten:
der lötvorgang sollte möglichst kurz sein, d.H. Lötspitze kurz mit Zinn benetzen, dann an die Lötstelle gehen und sofort zinn zuführen, sobald dies geschmeidig reingeflossen ist sofort den lötkolben wieder weg, beim abkühlen darf sich der draht nicht mehr bewegen.
d.H. im zweifel vorher mit Tabe, gewicht, 3.Hand (Löthilfe) oder sonstwas fixieren


Und ja, bei Leuten die routiniert sind sieht das immer mega einfach aus und kann durchaus frusten wenn es bei einem selber nicht auf anhieb klappt, aber nicht entmutigen lassen, das kommt mit der Übung.
 
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  • #13
@Mr. Pickles

Noch einmal ....

Lötwasser hat beim Löten an elektronischen Schaltungen (dazu zähle ich auch Potentiometer) grundsätzlich nichts zu suchen. Die Dämpfe der darin enthaltenen Säure greifen die Metalle in Leiterbahnen, Leitungen und Bauteilen an.

Das Flussmittel im Lötdraht genügt beim löten von Elektronik.

Löten muss gelernt werden. Also lötet ein Gitter aus 20 gerade gezogenen und als Gitter übereinander gelegten Kupferdrähten. Das sind 100 Lötstellen. Danach könnt Ihr garantiert löten und Potis sind dann kein Problem mehr.
 
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  • #14
Lötwasser hat beim Löten an elektronischen Schaltungen (dazu zähle ich auch Potentiometer) grundsätzlich nichts zu suchen.
ich hatte beim Umformulieren "zwingend" nicht entfernt, danke fürs zitieren, sonst wäre es mir nicht aufgefallen, ich habs gleich mal geändert.

Das Flussmittel im Lötdraht genügt beim löten von Elektronik.
hab ja geschrieen sollte nicht nötig sein, das im Zinn reicht, mit separaten Flussmittel gehts manchmal einfacher, bei Großen lötstellen wie Potis nutze ich hin und wieder welches.
 
  • #15
das oben erwähnte Flussmittel in der 5ml Spritze kostet 18.48€

Aber 500g Kolophonium kosten etwa 13€ (Das eigentliche Flussmittel)
1000ml Isopropanol kosten 16€ (Lösungsmittel, um geringe Mengen Kolophonium auf die Lötstelle zu bekommen)
Adipinsäure 500g auch etwa 15€ (Normalerweise nicht notwendig, außer bei schon etwas oxidierten Kontakten)

Natürlich verlange ich von niemandem, dass er 500g Kolophonium oder 1000ml Iso kauft, aber
das Zeug kriegt man auch in Kleinmengen. Iso braucht man sowieso immer mal wieder, wenn man Elektronik macht.
Und ein Geigenspieler gibt bestimmt auch mal ein paar Krümel Kolophonium ab.
Außer Kolophonium braucht man sowieso nichts von diesen Sachen.
Und selbst extra Flussmittel benötigt man normalerweise nicht, nur wenn man z.B. Abschirm-Bleche verlöten will.

Ich gebe aber nicht mehr als 20€ (mit Versand) für so eine kleine Spritze aus.
 
  • #16
das oben erwähnte Flussmittel in der 5ml Spritze kostet 18.48€

Aber 500g ….

1 Packung Tomatensamen kostet 2€, da bekommt man Kiloweise Tomaten raus.

Mir ist klar, dass die spritze teuer ist und habe daher auch geschrieben, dass das nich notwendig sein sollte.
Btw. Man braucht das so selten, dass die halt auch ewig hält.

Aber ok, dann revidiere ich einfach alles, schmeiss die Lötstation weg, hol dir den billo Lötkolben vom Obi, dazu dann auch das Lötzinn vom Obi, gesamtinvest 15€.

damit geht das alles auch (wenn ich das per Video verifizieren soll bitte die Bescheid geben) macht halt keinen Spaß aber das ist egal 🙄
 
  • #17
...Herumgekratze auf dem Poti ist unnnötig. Das Flussmittel entfernt neben seiner Funktion...

Da nehme aber selbst ich, der gefühlt seit 100 Jahren mit ebenso alten Lötkolben ohne Temperatursteuerung arbeitet, trotzdem einen Glashaarpinsel. Damit lässt es sich auf den Punkt auf der Gehäuseoberfläche arbeiten.

Lötwasser ist tabu, wurde ja schon geschrieben. Wer sich dennoch eine Art "Flussmittel" anschaffen möchte: Kolophonium in Spiritus gelöst. Tupft man mit einem Stück Draht auf die künftige Lötstelle, z.B. das erwähnte Gehäuse und fertig ist die Vorbereitung. Wie war das doch gleich beim Herrn Ben's seinem Reis? "Klebt immer und gelingt nicht", oder so.

Bilder von meinem Lötequipment für Interessierte, schon 'zigmal gezeigt, hier (etwas runterscrollen).
 
  • #18
Wer sich dennoch eine Art "Flussmittel" anschaffen möchte: Kolophonium in Spiritus gelöst.
Danke für die Bestätigung
Genau das, was ich die ganze Zeit schon gesagt habe. Nur nehme ich halt lieber Isopropylalkohol, weil der nicht so stinkig vergällt, ist wie Spiritus.;)
Nur mal so als Preisvergleich:
https://www.amazon.de/Ravensberger-Chemie-Isopropanol-Isopropylalkohol-Reinigungsalkohol/dp/B0GLGBBBV4?th=1


Und ich sehe, du lötest mit den alten Klassikern. Die hat mein Vater in seiner Jugend auch verwendet. Und, oh Wunder, es hat auch ohne Lötstation funktioniert.
Ich habe mir eine Lötstation zugelegt, weil ich manchmal halt doch extrem kleine Sachen löten muss.
 
  • #19
Warum solche Horrorszenarien, man sollte den Poti auch nicht in Lötwasser eintunken. Mit dem Wattestäbchen oben abgerieben reicht auch. Das ist in kürzester Zeit ausgedünstet, da ist bei manchen der Handschweiß aggressiver.
 
  • #20
Rückstände von Lötwasser sind aufgrund von enthaltenen Säuren und Chloriden stark korrosiv und hygroskopisch. Sie müssen nach dem Lötvorgang zwingend entfernt werden, da sie das Metall sonst langfristig angreifen und zerstören.
Kann man sich mit No-Clean Flussmittel locker sparen. Es gibt auch Eddingstift ähnliche Pens, die erschwinglicher sind als die Spritze oben im Thread.
Ich empfehle das ja auch nur additiv als Hilfe. I.d.R. reicht ein Lötdraht mit Seele, wenn fachgerecht gelötet wird.
 
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