Röhren-Mic/Line-Preamp nach Effektsession

von guitardoc, 18.09.06.

  1. guitardoc

    guitardoc Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.06   #1
    Moinmoin!

    Bin wieder mal am "gedanklichen Rumexperimentieren". Was denkt ihr - macht es Sinn nach Zerre und Effektsection noch einen Röhren-Mic/Line Preamp vor den Verstärker ins Rack zu hängen? Der Gedanke war den Ton noch röhriger einzufärben bevor er an die Endstufe geht. Hab mal nachgesehen - Presonus TubePre bzw. Bluetube oder SM Pro Audio TB 101 werden da immer hoch gelobt, allerdings vorrangig bei Gesang. Hmm, hat da jemand Erfahrung ob das den gewünschten Effekt bringt?

    Grüße,

    Mirko
     
  2. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.09.06   #2
    Hi,

    rumexperimentieren ist immer gut. Dabei kommen meist recht interessante Ergebnisse raus :). Aber in meinen Augen macht es keinen Sinn um Deinen Wunschsound zu erreichen. Denn:

    1. Am Ende der Signalkette (wenn schon alles durch die Zerre und FX durch ist) kann man nichtsmehr erreichen, ohne das Signal zu beschädigen oder zu vermatschen. Das einzige was Du dort tun kannst, ist den Pegel zu erhöhen, was jedoch keinen Sinn ergibt.
    2. Du schreibst, Du möchtest den Sound "röhriger" haben. Nun, was verstehst Du unter Röhre? Lautere Wahrnehmung, wärmere Zerre? Du würdest in diesem Fall 2 verschiedene Distortions miteinander mischen. Es müsste ein großer Glückstreffer sein, wenn sich das gut anhören würde.

    Lösungen die mir einfallen würden:

    -Du boostest Deine Zerre die Du schon hast und setzt einen Booster direkt vor diese.
    -Du probierst es mit einem Kompressor oder einem Equalizer vor der momentanen Zerre um diverse Charakteristiken zu beeinflussen.
    -Du schickst die momentane Zerre in den Ruhestand und ersetzt sie durch etwas, was sich in Deinen Ohren röhriger anhört.

    Bei solchen Dingen kann man nur sehr schwer nachbessern, da eine Menge Dynamik der Komponenten untereinander vorhanden ist. Du müsstest schon direkt an der Stelle ansetzen, wo Dir etwas nicht gefällt und das wäre die Zerre selber. Ganz am Ende, wenn es schon zu spät ist, noch Schadensbegrenzung zu machen, funktioniert nicht.

    Grüße,

    Jens
     
  3. pat.lane

    pat.lane Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 18.09.06   #3
    ich hab den mic100 von behringer verwendet um den vamp bzw. vampire etwas wärmer und röhriger klingen zu lassen. meine empfehlung hierbei...

    häng das teil hinter den preamp, aber vor die effektsektion
    der sound wird dadurch wärmer, aber die effekte vertragen sich mitunter nicht
    mit dem preamp und das soundergebnis wird dadurch negativ beeinflusst...
    und das wollen wir ja nicht...:great:

    obs nun son behringer teil ist (wäre wahrscheinlich die preisgünstigere variante zum ausprobieren) oder eins der von dir angesprochenen geräte musst du selbst entscheiden.
    der kleine behringer hat auf jeden fall äusserst positiv zum klangergebnis beigetragen (was aber bei vamp/vampire auch nicht wirklich schwer ist)

    keep on rockin´:rock:


    PS: JUHUUUU mein 1.111ster Thread:D :D
     
  4. guitardoc

    guitardoc Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.06   #4
    Hallo Jens,

    Hmm, das würde ja quasi bedeuten dass man einen solchen Preamp lieber noch vor die Zerre direkt hinter die Gitarre hängt (oder evtl. auch einen EQ zum Hervorheben der entsprechenden Charakteristik)?

    LG, Mirko
     
  5. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.09.06   #5
    Das ist richtig. Allerdings sollte der Preamp/EQ durch die zusätzliche Power nur die normale Zerre anpusten, damit sie mehr "Futter" hat und nach Möglichkeit nicht selber zerren. Er würde dann eine optimale Vorlage für Deine Zerre liefern und eventuell kommst Du Deinen Wünschen dann einen Schritt näher.

    Bei Zerren, die auf Röhren basieren, funktioniert das Boosten in den meisten Fällen wunderbar. Bei Transistor-Zerren muss man es ausprobieren. Es gibt tolle Erfolge, aber eben auch hoffnungslose Fälle.

    Meine Ansatzpunkte wären also:

    -zwischen Gitarre und Zerre (Preamp/Booster oder EQ)

    oder

    -die Zerre selber (eine andere nehmen)

    mfg. Jens
     
  6. guitardoc

    guitardoc Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.06   #6
    Was für ein Preamp/EQ/Booster wäre denn für eine Röhrenzerre empfehlenswert?
     
  7. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.09.06   #7
    Wenn es um Equalizer geht, schau einmal hier:
    https://www.musiker-board.de/vb/faq-workshop/154609-sound-charakterlose-signalbearbeitung.html

    Bei "Grafischer Equalizer" siehst Du unten Beispielgeräte. Alle kursiv geschriebenen sind speziell für die Gitarrenfrequenzen ausgelegt und man zahlt für das, was man auch bekommt. Die kann man - obwohl es Tretminen sind - auch ohne Bedenken bei sich im Rack platzieren, falls man denn eines hat.

    Ein linearer Booster hebt im Endeffekt den Gesamtpegel an. Dafür kannst Du entweder einen grafischen Equalizer nehmen (und alle Regler gleichstark nach oben schieben), kaufst Dir ein spezielles Booster-Gerät, oder nimmst ein regelbares Overdrive-Pedal (BOSS SD-1 z.B.).

    Einen klassischen Gitarren-Preamp würde ich nur nehmen, wenn Du die Zerre von Dir komplett ersetzen möchtest. Da findest Du in diesem Foren-Bereich ganz oben einen gepinnten Thread mit Links zu diversen Geräten.

    mfg. Jens

    PS. Ein grafischer EQ, ein Booster und ein Gitarren-Preamp beinhalten alle einen Preamp :). Aber eben mit verschiedenen Schwerpunkten und Regelmöglichkeiten - damit es zu keinen Missverständnissen kommt.
     
  8. guitardoc

    guitardoc Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.06   #8
    Der Artikel ist wirklich Klasse. Da ich eine Reihe verschiedener Gitarren Live benutze wäre es nicht schlecht wenn der EQ midi-fähig wäre. Hab mir mal ein paar angesehen die du angegeben hast (der Behringer T1951 wäre ja was...) aber die sind leider nicht midi-fähig... Kannst du da was empfehlen, was für kleines Geld midi mitmacht?
     
  9. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.09.06   #9
    Danke für das Feedback :).

    Zu dem MIDI-Problem:
    Mir sind nur digitale EQs bekannt, die das volle Frequenzspektrum abdecken. Das heißt, man würde zwangsläufig für etwas zahlen, was man mit der Gitarre nicht nutzen kann. Aber da wäre zum Beispiel der hier:
    Alesis DEQ Serie - Digitale Equalizer

    Oder zu verzichtest auf das Umschalten verschiedener Presets und schaltest ihn nur an und aus. Das kannst Du mit dem Looper Alex von Nobels machen (Nobels ALEX-1 - Analoger Loop Expander) in Kombination mit dem MIDI-Switcher von Nobels (Nobels MS-4 - Midi Switch Controller ).

    Eine andere Lösung fällt mir spontan nicht ein. Und man müsste ja auch erst herausfinden, ob ein Equalizer überhaupt Dein Problem lösen kann.

    mfg. Jens

    PS. eventuell hast Du Glück und findest ein digitales MultiFX welches Presets per MIDI schalten kann und als "Effekt" einen grafischen EQ drin hat. Der Behringer Virtualizer fällt mir da recht preisgünstig ein (ca 100 EUR) - wobei ich noch nie mit dessen EQ gearbeitet habe.
     
  10. guitardoc

    guitardoc Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.06   #10
    Uhhh, der Alesis ist schon heftig teuer... :( Aber bei dem sieht man wenigstens was er macht... ;)
    Der Virtualizer klingt recht interessant: Muss mich mal damit beschäftigen. Behringer ist ja immer verschrien dass die Geräte rauschen, hast du da Erfahrungen?

    Was hältst du von dem Teil hier: BEHRINGER Ultragain Pro MIC-2200 Mikrofonvorverstärker
     
  11. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.09.06   #11
    Zu Behringer allgemein:

    Gute Audio-Qualität, jedoch nicht immer gutes Material/Verarbeitung. Entgegen jeglicher Vorurteile, gibt es aber wirklich Top-Geräte aus deren Produktpalette. Allerdings darf man dieses Attirbut eben auf nicht jedes Produkt von ihnen anwenden. Man muss sich selbst überzeugen und dann urteilen.


    Zum Virtualizer:

    Ich habe ihn. Nutze ihn aber nur für "charakterlose" Dinge, wie Gate oder wenn ich etwas bastle. Der EQ gehört zu den Dingen, mit denen ich aus diesem Gerät noch nicht gearbeitet habe. Da ein EQ aber relativ einfach arbeitet, dürfte mit keinen Verzögerungen zu rechnen sein und eine Qualität in dem Sinne gibt es nicht, da er ja nur filtert oder boostet.


    Zum MIC-2200 Mikrofonvorverstärker:

    Ich kenne das Gerät nicht. Anhand dessen, was ich schon alles zum Boosten ausprobiert habe und was man an Erfahrungsberichten hier im Forum ließt, behaupte ich, dass es elegantere Lösungen gibt, die auch speziell für Gitarre zugeschnitten sind. Da würde ich mir wirklich einmal das Boss SD-1 angucken.

    Jens
     
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