[Saiten] Verschiedene Wicklungsrichtungen des Wickeldrahts?

von -Silence-, 22.01.08.

  1. -Silence-

    -Silence- Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 22.01.08   #1
    Komische Frage, aber ich stelle sie trotzdem mal :D;): Ich habe sonst noch nie darauf geachtet, aber... In einem Text in dem es um Gitarrensaiten ging, bin ich auf den Begriff Wicklungsrichtung gestoßen und jetzt möchte ich gerne in Erfahrung bringen, was es genau damit auf sich hat. Denn weiter wurde darauf nicht eingegangen. Eigentlich sind die meisten Seiten über Saiten nicht gerade tiefgründig und vom Inhalt her eher dünn. Wo ich Bilder verglichen habe, konnte man es auch sehen. Es gibt ja gerade (|||||) und eine schräge (\\\\\) Wicklung. Ist das jetzt einfach nur von Hersteller zu Hersteller verschieden oder hat es vielleicht noch Auswirkungen auf den Sound, Elastizität oder Griffigkeit einer Saite?

    Vielleicht kann mir jemand etwas dazu sagen.

    Grüße

    Kay
     
  2. loud but lovely

    loud but lovely Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.01.08   #2
    Hi,
    Stimmt, die Frage ist komisch, kaum jemand wird wissen, was du damit meinst^^. Die Wicklungsrichtung ist, wenn du eine Saite aufspannst, gegen den Uhrzeigersinn.
    Nur was meinst du mit den geraden und schrägen Wicklungen? Meinst du, dass die Saiten hinter dem Steg entweder gerade oder schräg zur Mechanik zulaufen? Wenn du das meinst: Das ist einfach nur baubeding. Ist von Gitarre zu Gitarre unterschiedlich. Hat aber keine Auswirkung auf Sound, Elastizität oder Griffigkeit. Die Saite fühlt sich genauso an. Es ist relativ egal, wie die Saite hinter dem Steg verläuft, denn es geht ja nur darum, dass die Saite zwischen Steg und Tremolo gespannt ist. Was hinter dem Steg ist, ist fast egal.

    Hoffe, das war das, was du gemeint hast.

    mfg
     
  3. Uli

    Uli Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.01.08   #3
    Was du damit meinst, ist mir allerdings auch nicht ganz klar.:confused:

    Um einen Kerndraht fortlaufend bewickeln zu können, muß die Umwicklung zwangsläufig eine gewisse Steigung haben, wie man das in der Mechanik zB bei Gewinden nennt, vllt meintest du das. Ist die Steigung groß, wirken die einzelnen Windungen schräger als wenn sie gering ist. Insofern ist mir ehrlich gesagt nicht ganz klar, wie die von dir erwähnte gerade (|||) Wicklung zustande komen soll. :confused: Ohne jegliche Steigung würde die zweite Windung zwangsläufig auf der ersten landen.

    Verschiedene Wicklungsrichtungen hingegen findet man zB bei Bass-Saiten, wie man hier in einem Saiten Workshop sehen kann, bei dem es allerdings um etwas anderes ging. Der wesentliche Grund ist hier die mechanische Festigkeit, da die einzelnen Drahtlagen bei gleicher Wicklungsrichtung wesentlich instabiler wären. So verhindert man durch die unterschiedlichen Wicklungsrichtungen der einzelnen Lagen zB, daß äußere Windungen in untere Lagen rutschen können, weil durch die entgegengesetzte Steigung das 'Tal' der darunterliegenden Lage dafür 'nicht paßt'.

    Ganz grob gesagt ist für den Grundklang der Saite bei einer E-Gitarre materialmäßig hauptsächlich der Kerndraht verantwortlich. Über die Art (und Menge) der Umspinnung beeinflußt man das Schwingungsverhalten. Erhöht man die Masse zB durch die magnetisch unwirksame Bronze der Umwicklung, schwingt die Saite langsamer, muß also stärker gespannt werden, um den Kerndraht mit gleicher Frequenz vor dem Magneten schwingen zu lassen, was dann wiederum Einfluß auf den Klang hat.

    Im Grunde stellt sich die Steigung der Umwicklung mit Runddraht durch die Durchmesser von Kern- und Umwicklungsdraht praktisch von selbst ein, ist also im Prinzip nicht beeinflußbar. Das kann man selbst nachprüfen, wenn man zB einen Besenstil mit einem Installationsdraht so umwickelt, daß keine Abstände zwischen den einzelnen Windungen sind. Wenn man bei Runddraht-Umwicklung die Steigung erhöhen will, muß man mit mehreren parallelen Drähten umwickeln, bei Gewinden nennt man das 'Gänge'.
    Daß sich eine größere Steigung in der Umwicklung klanglich auswirkt, könnte ich mir schon vorstellen, kann es aber leider nicht physikalisch herleiten. Vllt können das die Hersteller ja auch nicht und das ganze ist das Ergebnis empirischer Versuche (oder der Versuch, sich auf dem Markt irgendwie von der Konkurrenz abzuheben).:rolleyes:
     
  4. -Silence-

    -Silence- Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #4
    @loud but lovley: Nein, die Wicklungen beim Saitenaufziehen auf Mechaniken habe ich nicht gemeint. ;)

    @500/1: Wie Du in Deinem zweiten Absatz das mit den Basssaiten erwähnst, genau das meinte ich mit einer geraden Wicklung. Gibt es das auch bei Gitarrensaiten? Schön das Du noch das mit den mehren Wicklungsschichten erzählst, das wusste ich auch noch nicht. Auf diesem Bild sieht es aber so aus als wären alle Wicklungsschichten gerade. Nur das man mit dem Wickeldraht je von der entgegengesetzten Seite anfängt. Okay.

    Dankeschön für Deine Antwort. :)

    Grüße

    Kay
     
  5. Uli

    Uli Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.01.08   #5
    Das sieht in der Tat nur so aus. In der Vergrößerung wird klar, daß die einzelnen Windungen einer Umwicklung immer schräg sein müssen, was durch die Stärke des Umwicklungsdrahtes bestimmt wird. Je dünner dieser Draht, desto weniger fällt die Steigung auf, insofern im verlinkten Bild an einer Klaviersaite sehr deutlich. ;)
     
  6. -Silence-

    -Silence- Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #6
    Hi 500/1,

    ja, da sieht man das sehr gut, schöne Makroaufnahme. Das liegt dann praktisch nur an der Dicke des Drahtes, ob es weniger oder mehr auffällt.

    Grüße

    Kay
     
  7. Uli

    Uli Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.01.08   #7
    Fast richtig! :) Insofern muß ich meine obige Aussage (Je dünner dieser Draht...) relativieren, die sich nur auf unsere Klaviersaite bezog. Genau genommen liegt es am Durchmesser-Verhältnis des Umwicklungsdrahtes zum Kerndraht.

    Extrembeispiel: würdest du den Umwicklungsdraht der abgebildeten Klaviersaite um ein Wasserrohr wickeln, würden die Windungen wieder gerade wirken.;)

    Je dicker also der Umwicklungsdraht gegenüber dem Kerndraht ist, desto mehr fällt die Steigung auf, bzw je dünner der Umwicklungsdraht im Vergleich zur Saitenseele ist, desto weniger fällt die 'Schrägung' auf.
     
  8. -Silence-

    -Silence- Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #8
    Das hast Du jetzt wirklich gut erklärt. :)
     
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