[Sammelthread] Tune-o-Matic, Rollerbridge, Hersteller, Typen und Spezifikationen

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wenn ich derzeit nach T-o-M im Board google, finde ich knapp 1500 Beiträge. Viele Threads sind aber nur kurz (tw. nur 3 - 6 Posts) und die jeweilige Frage sehr speziell.
Ich selber suche nur alle paar Jahre nach einer neuen Bridge und so viele Reviews werden zu diesem Thema ja nicht verfasst, also muss mich dann immer durch die Threads pulen,
ich finde das reichlich müßig, weil da nur wenig über die Brücken selbst sondern mehr über die Grundsätze wie slotten oder nicht diskutiert wird.
Daher rege ich an, der Übersicht halber daraus einen Sammelthread zu machen, in dem Ihr Eure Erfahrungen und Fragen posten könnt,
ohne sofort direkt ein ausführliches Review (<--- das wäre natürlich auch supergut!!!) daraus zu machen.

Ich fange einfach mal mit ein paar Anrisstexten an und hoffe, Ihr ergänzt die und bündelt hier Eure Fragen.


Babicz full contact / FCH Tune-o-matic

Das Ding wirkt erst teuer, der Preis relativiert sich auf den zweiten Blick, da das Tailpiece schon inkludiert ist, und soll, sofern man den US-Forenbeiträge glauben darf, sein Geld Wert sein.
Preis in D rd. 169€, der Eigenimport aus US mit Zoll, Versand und St für rd. 145 - 150€ lohnt sich also nicht wirklich.

Babicz.jpg Quelle: Babicz


Bei dem von Babicz patentierten Mechanismus befinden sich unter der Brücke ein bis drei Metallplatten (auch für gewölbte Decken)
und die TOM wird vollaufliegend auf die Decke geschraubt; die Saitenhöhen können dann anschließend an den Griffbrettradius angepasst werden.

FCH werden aus massiven Aluminium gefertigt, die Oberflächen sind poliert verchromt oder eloxiert. Nach Herstellerangaben sollen die Brücken den Eigenklang
der Gitarre nicht verfärben, das heisst weder Bass noch ungewollte Höhen hinzugefügt oder verbogen werden.

Ich habe so ein Teil bisher nur unausgepackt (durchsichtige Verpackung) in der Hand gehabt, es sieht sehr wertig und die eloxierte Variante richtig knorke aus, falls es nicht gerade auf einem Vintageinstrument verbaut wird.

Auf Eure Berichte bin ich sehr gespannt, bislang gibt es im Forum nur spärliche, aber dafür löbliche, Ansagen aus der Bassecke.

Bringt die Konsruktion wirklich soviel mehr? Wenn ich massive Schrauben und Gewindehülsen in den Block einer ES versenke, schwingt doch auch das ganze System.


Hier noch ein Filmchen: http://www.youtube.com/watch?v=jWtFH0EOj6Y

Euer Input ist willkommen, denn so ein Teil spricht mich zumindest soweit an, als dass mich der Preis nicht abhalten würde, aber ist es das wert?



Rollerbridge Wilkinson/ Wilkinson-Style-Clone

Habe ich erst kürzlich verbaut. Für fast jeden Bigsby-Nutzer kommt irgendwann die Entscheidung Roller- oder Resomax-Brücke.
Willkinson Roller.jpg Quelle: ML Factory

Im Musiker-Board mahnt Rockin´ Daddy fürsorglich davor, dass der Einbau zu Sustainverlust führen kann.
Ich habe das Teil bei der Überholung meines Ibanez-Bigsby-Clones von ´72 verbaut. Am Anfang habe ich mir eingebildet,
dass die Anprache weicher geworden ist aber das Sustain sich nicht verkürzt hat. Ich habe die Rollen ordentlich mit
Grafit geduscht. Ich kann nichts nachteiliges festellen und würde es wieder verbauen, insbesondere weil die Haptik sehr angenehm ist,
wenn man seine Hand darauf parkt.

Hier hat sich einer die Mühe gemacht die Sustainlänge und die Verstimmung zu messen:



Die Teile sind teilweise aus Messing mit kräftigen Chromüberzug gefertigt.
Die Wilkinson-Style-RB liegt so um 20€ (ML), 30 USD Stewmac, 25 USD bei GFS

Sicherlich werden auch Clone aus Zink- / Zamakguss im Umlauf sein. Ich habe meine auf der Unterseite angeritzt, sie ist aus Messing. Sehr gut ist die variable Einstellungsmöglichleiten an der seitlichen Aufnahme gelöst.
Je nach Set gibt es wohl Unterschiede bei den Studs und Hülsen, nicht nur in Dimensionierung sondern vor allen Dingen beim Material.
Bei den Fernostprodukten findet man vom billigsten Dosenblech bis zu Spritzgusshülsen alles, bei dem Austausch sollte man sich m. E. n. gerade darüber Gedanken machen.



Klassische Rollerbridge von Rockinger

Rocking_TUN.jpg Quelle: Rockinger


Dieses Teil habe ich vor rd. 7 - 8 Jahren mal verbaut und die Gitarre inzwischen verkauft.
Immer wenn ich Messing verbaue (hier die Rollen), habe ich erstmal das Gefühl, die Anprache wird weicher,
aber ob das ein dritter hören kann, mag ich tw. bezweifeln.
Das Rockinger Teil kostet 39 €, funktoniert tadellos, die Haptik ist aber bei weitem nicht so schön wie die der Wilkinson,
die Röllchen sind aus nichtverchromten Messing. Zum Vergleich: bei der Standard-TOM (Nashville, ABR ) von Rockinger sind die Böcken aus Stahl.
Da ich jetzt keine im Zugriff habe, unterstelle ich mal, bis jemanden was anderes nachweist, dass die Brückenkonstruktion aus Zink (wahlweise vernickelt od. verchromt)
ist.


Die Tusq-Reiter / Graph tech Resomax

Die 6 Reiter

Tusq Reiter.jpg Quelle: graphtech, Tusq
kosten um 22,50 €

Es gibt unterschiedliche Ausführungen mit und ohne Kerbe,
die Ausführung mit Gewindebohrung ist nicht pauschal kompatibel zu jeder Bridge!! Es gibt wohl auch noch welche ohne Gewinde ich bin mir aber nicht sicher,
wie die auf den Schauben hin und her positioniert werden und ob das beim Saitenwechsel nicht sogar eine Rückschritt bedeutet
Der gesamte Brücken-, Sattel-Kit kostet ab 59.-€

das könnte durchaus ein Preis-Leistungs-Favorit sein.

In den 70ern gab es sowas auch schon aus Hartplastik, allerdings waren die Kerben viel kleiner, weil sonst der Ton noch schneller abgerissen wäre,
durch den recht spitzen Auflagepunkt haben diese Teile im Tremolobetrieb nie so richtig funktioniert, insbesondere bei dem ummantelten Saiten haben sich die Dinger gerne verhakt.
Bei Graph tech fluscht es, angeblich ohne Sustainverlust.


Resomax Ghostloaded
in dieser Brücke ist eine Piezoabnahme integriert, je nach Ausführung schwanken hier die Preise zwischen 99 USD und 240 €.
Bei einem Direktimport kommt man auf rd. 106€, ich habe sie bislang nur virtuell und bei Thomann für > 150€ gesehen.
Bei der nächsten Solidbody mit Bigsby werde ich mich daranwagen, scheint nämlich sich geil anzuhören.


7558581_800.jpg Quelle: Thomann



Hier noch ein Filmchen zum Klang http://www.youtube.com/watch?v=yxdD-NZQif0

>> Bitte mehr Input; evtl. kann ja einer was zum Vgl. über die Fishmanbrücken berichten


Tronepros

es muss allein aus statischen Gründen eine Menge Tonepros-Spieler geben, die hier nachaltige Angaben machen könnten,
ich habe noch keine verbaut.

Bitte schreibt mal was zu den Standardauswechslungsteilen AVR2 / 3

Nach meiner Einschätzung handelt es sich dabei um dieselbe Brückenkonstruktion aus Zinkaluminiumspritzguss
wie die der Gibson-Erstausrüster, in die andere Gewindestangen und Reiter aus verchromten Messing eingesetzt werden, ist das richtig ?

Es ist möglich, dass Tonepros neben dem Urtyp von Schaller die wohl die am häufigsten gewählte Austauschbrücke ist.


Bei den nachfolgenden Herstellern kann man auch Alu- und Stahlkonstruktionen ordern.


ABM Müller und Sohn
liefern massive Teile vorrangig aus Messing oder Alu, die Preise beginnen so um 80/ 83€
Ich denke, dass gerade unsere Gitarrenbauer hier im Board vorrangig auf diese Teile zurückgreifen.
Die werden uns auch hoffentlich was zu den klanglichen Unterschieden liefern können.
Die Herstellung inkl. der Galvanisierung erfolgt komplett in D.

Die Müller-Brücken sind aus massivem Materialblöcken (Messing, Stahl, Alu) gerfertigt, die Fertigungstolleranzen sollen minimiert sein,
damit der Ton an den Übergängen von Brücke auf Studs auf Gewindehülse in den Body möglichst verlustfrei übertragen wird.

Wer schon mal an Böcken rumfeilen musste, wird u. U. auch schon erlebt haben, dass dies ganz schön Einfluss auf den Klang nehmen kann,
daher ist wohl auch nachvollziehbar, wenn deutsche Gitarrenbauer gerne an ABM herantreten.



Callaham, wenn es Stahl sein muss

die ABR1 aus Stahl kosten rd. 150 USD, legt man noch den Hunderter fürs das Tailpiece drauf, hat man damit ein ordentlichen, runden Preis.
Der Selbstimport schlägt ohne Sonderangebote bei rd. 250€ inkl. Zoll, St. und Wechselkurs ein.

Callaham.jpg Quelle: Callaham

Soll einen klanglichen Vorsprung bieten und im Verhältnis zu dem BellBrass von ABM ausgeglichener klingen.
Vielleicht kann mal ein Callaham-Novize was dazu schreiben.




Faber, Germany
Auf den ersten Blick solide Erzeugnisse, wenn es darum geht, möglichst authentisch die klirrende Originalbrücke loszuwerden,
aber auf den zweiten Blick können diese Brücken schön zusammengestellt werden, was die Form und das Material der Reiter angeht.
Aus welchem Material (Messing oder Zink-Alu-Guss) der Rahmen hergestellt wird, konnte ich nicht feststellen; die Oberfläche ist entweder verchromt, vernickelt oder vintage angehübscht.
Es ist z. B. möglich, die Reiter der Bassaiten in Titan- und die für die hohen Saiten in Messingausführung als Kombination zu wählen.
Das geht dann auch noch in Nickel oder natural, geaged oder nicht. Für 40 - 90.-€ finde ich das sehr gut gemacht.

Faber.jpg Bildquelle: Faber

Bezugsquellen: Eastrock Guitars, Guitar24, Tokai

Hierzulande werden Sie als Faber, Germany gelabelt, d. h. nicht, dass sie zwangsläufig hier hergestellt werden. Tokai wird das wahrscheinlich aus marketingstrategischen Gründen aufdrucken lassen.
Das Alustoptail vom selben Hersteller soll schön auflösen.





Gotoh, Schaller, Düsenberg, Allparts u. w. habe ich erstmal unterschlagen, in der Hoffnung, dass ein Anwender was darüber berichten mag.


So, das war die erste Rohversion, jetzt müsste man sich ggf. noch ein System einfallen lassen, wie man nachfolgende Statements da einbettet oder ob mans einfach laufen lässt,
solange es nicht fett genug wird, reicht ja auch das googlen im Thread.

Quellenangaben: Die Bilder sind den jeweiligen Webseiten der Hersteller entnommen.
 
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Zu Babicz kann ich soviel sagen, das die Bridge für den Precision Bass absolut grandios und ihr
Geld mehr als wert ist.


DSC_0322.jpg

aber für eine ES wäre mir persönlich das Babiczkonzept zu modern.
Bei meinem Preci ging ich aber auch nach dem Prinzip "form follows function" vor.
 
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Das Babicz System würde mich auch sehr interessieren!
 
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Moin,

ist zwar nicht mehr der aktuellste Thread, aber hier noch eine positive Erfahrung mit der Wilkinson Rollerbridge (Chrom/Messing).
- sehr weitreichende Verstellmöglichkeiten zur Justierung der Oktavreinheit
- die angenehme Haptik kann ich bestätigen
- passt 1:1 auf den gegebenen Abstand der Bohrlöcher z.B. einer SG (74)
- lässt sich an den Auflagerpunkten zusätzlich justieren (in Richtung Sattel und umgekehrt)
- Sustainverlust ist (ohrenscheinlich) nicht festzustellen
- sehr stimmstabil, wenn die Saiten ausreichend vorgedehnt werden
- sieht (subjektiv) noch dazu sehr schön aus:

Rollerbridge.jpg

Beste Grüße
 
KJS
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Ich gehe davon aus, dass meine Tele mit Düsenberg Tremolo in den nächsten Wochen fertig wird. Darauf wird "die neue" ABM - Rollerbridge (müsste ABM 2400 Roller Bridge MKII sein) verbaut sein.
Ich hoffe, dass ich hier dann auch praktischen Input liefern kann.
 
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