Sammelthread zur Gitarrenidentifikation

gidarr
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Applause Fender Strat Nachbau

Diese Gitarre hat sehr wahrscheinlich nichts mit der Firma Ovation zu tun, Ovation hat nur akustische bzw. elektroakustische Gitarren unter diesem Namen verkauft. Mit elektrischen Gitarren mit Solidbody hatte Ovation nicht so viel Erfolg. Da gab es mal Modelle wie die Breadwinnner und später die Ultra GP Series und Ultra GS Series. Auch mit den GTX-Modellen der Ovation-Mutterfirma Kaman werden diese Applause-Gitarren oft verwechselt. Da steht aber immer Ovation oder GTX drauf!
Ich vermute, dass Applause einmal die Marke für Einsteigergitarren des GEWA-Vertriebs war, weil GEWA schon MItte der Siebzigerjahre in den USA die Rechte für diesen Namen angemeldet hatte - vor Ovation! Nach meinem Eindruck werden solche Handelsmarken nicht sehr lange genutzt.
GEWA-Music hat inzwischen Ovation übernommen, vielleicht eine Ironie des Schicksals.
Der Wert dürfte sich im zweistelligen Bereich bewegen.
 
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Vlad
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Auch mit den GTX-Modellen der Ovation-Mutterfirma Kaman werden diese Applause-Gitarren oft verwechselt. Da steht aber immer Ovation oder GTX drauf!
Nicht ganz :) Im 89er Katalog steht noch GTX Applause drauf, im 90er nur noch GTX. Man wollte Solid Bodies anscheinend in eine eigene Marke auslagern.
Applause GTX Catalog 6.jpg

Noch ein Beispiel. Hier ist auch eine sehr schöne Seite für Ovation Gitarren, wo Applause Kataloge seit den 70ern gelistet werden: http://www.ovationtribute.com/Catalogs & Brochures.html
Scheint, als wäre es schon immer eine Kaman Marke gewesen. Die Strat wird zwischen '85 und '89 gebaut worden sein. Tremolos mit nach hinten abgewinkelten Grundplatten sind auch so ein typisches 80er Jahre Korea-Kopie-Ding.
 
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eine sehr schöne Seite für Ovation Gitarren

Die ich mir vorher alle angesehen hatte. Aber ich konnte keine Ähnlichkeiten entdecken. Ich habe jetzt aber meinen Fehler entdeckt: Die Marke Applause ist an anderer Stelle noch auf Drum Workshop, Inc. eingetragen, den vorigen Besitzer, von dem GEWA sie übernommen hat. Anscheinend sind die Behörden in solchen Dingen unterschiedlich schnell. In anderen Ländern wird noch die KAMAN MUSIC CORPORATION KMC. angegeben, die ursprüngliche Markeninhaberin. 😳
 
soundmunich
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OT und "Klugscheißer"-Modus ein: Marken sind in jeder nationalen/regionalen Jurisdiktion individuelle Rechte, die getrennt verlängert und/oder veräußert werden können. Im letzteren Fall erfolgt nicht von Amtswegen automatisch eine Umschreibung, sondern nur auf Antrag. Also kann eine Marke in einzelnen Ländern existieren oder nicht (mehr) existieren und u.U. für unterschiedliche Inhaber eingetragen sein, ohne dass das über tatsächliche Rechtsverhältnisse etwas aussagt. Aufrechterhaltung und Umschreibung kosten Geld (und das in jedem Land extra), das man nur aufwenden wird, wenn es sich für Wettbewerb und/oder Markt rentiert. Unabhängig davon kann das Eigentum einzelner nationaler oder aller existierenden Marken rechtskräftig per Vertrag auf wen auch immer übergegangen sein, der dann eben über Aufrechterhaltung und/oder Umschreibung entscheidet. "Klugscheißer"-Modus aus und BTT

PS: @gidarr : "Professionelle" Arbeit, die Markensituation zu prüfen und zu berücksichtigen!
 
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frankpaush
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Hals hat kein curved board Bullet-Position stimmt nicht, die Micro-Tilt-Scheibe ist zu klein, keine Bohrlochspuren für dritte große Schraube im Korpus zu sehen
Ja. Bei solchen Angeboten darfst du sowieso nichts glauben. Der Hals könnte von einer japanischen ST-72 Reissue stammen - dort sehen die Halsfüße genau so aus und einige davon hatten ein Slabboard Griffbrett.
fender_japan_stratocaster_st-72 (10).JPG
Aber ohne so eine verbastelte Gitarre persönlich zu begutachten, kann man nichts mit Sicherheit sagen. Normalerweise überleben Hälse auch keine Brände, wenn schon "ein Großteil der Originalteile verbrannt ist". Da löst und verzieht sich das Griffbrett, die Inlays bröckeln raus, der Lack schmilzt... das geht schon ab 150° los.
 
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Aber ohne so eine verbastelte Gitarre persönlich zu begutachten, kann man nichts mit Sicherheit sagen.
...ja, klar. Aber die Preisvorstellung, die da begründet durch "Experten" zugrundegelegt wird, hält mich davon doch eher ab. Der Anbieter hegt aber, um das kurz klarzustellen, offensichtlich keine betrügerischen Absichten, ich habe den kontaktet, sehr freundlich und einsichtig. Vermutlich ist er da, wie so häufig, eher selbst etwas über's Ohr gehauen worden ...
 
Jacksonslxfmg
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Kann mir jemand sagen, was der Kollege (Doug Scarratt, Gitarrist von Saxon)
hier für eine Gitarre spielt? Ist auf jeden Fall ne Strat mit EMG HSS Tonabnehmeranordnung. Aber die Marke und das Modell würden mich interessieren.
 

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Ja, sieht v.a. wegen Kopfplatte sehr nach Valley Arts aus. Hatte mal eine, eigentlich der einzige Verkauf, den ich bereue...
 
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Bei Valley Arts muss man wirklich Spezialist sein, da kennen sich nur Wenige wirklich aus.
Ich habe mal versucht, den Überblick zu bekommen, leider hat es nicht geklappt.
Faustregel für nicht ganz alte Modelle: Sicher made in USA sind m.E. wohl (nur?) die Custom Pro, bei anderen Serien sieht es nur so aus, als wären sie das. Für den Sammler interessant sind aber gerade die ganz alten Modelle. Über die findet man aber sehr wenige Infos im Netz, allenfalls über das Lukather-Modell (das wiederum seinerzeit sehr schön von ESP Deutschland kopiert wurde).
 
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Du hast recht, Valley Arts ist etwas tricky,v.a. weil die Werkstatt mal abgebrannt ist, Samick übernommen hat (gute "Billiggitarren"), dann Gibson (ich würde sagen auf "Custom Shop Niveau"). Das schwierige sind wohl insbesondere die "Transition-Modelle", angebliche Originalparts wurden nach dem Brand und irgendwann unter Samick fertig gestellt.
Dass nur die Custom Pro made in USA ist, stimmt mMn aber nicht. USA waren auch die Standard Pro, das Carlton-Modell und paar andere, auch Bässe waren dabei. Es gab gute MiJs, die man idR gut identifizieren kann.
Custom Pros sind zumindest auf den gängigen Plattformen mittlerweile extrem teuer... Die Standard Pro ist aber eigentlich genauso "gut", man verzichtet auf spektakuläre Maserungen.
Viele VAs haben ein ungewöhnliches Konzept, viele sind 7/8 und haben die kurze "Gibson-Mensur" 24,75. Damals die erste Wahl der LA-Studioszene (mir großen Racks!!! ;-)), heute ggf. etwas aus der Zeit gefallen...
Hier die beste Quelle die ich kenne mit einer sehr schönen Registry, die auch anhand der Seriennummern bei der Identifizierung einzelner VAs helfen kann:
http://valleyarts.guitars/
 
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DirkS
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Interessante Info! :great:

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass nicht alle Standard Pros aus den USA kämen, wenn mal Zeit ist suche ich das nochmal, kann aber auch gut sein, dass mich meine Erinnerung da täuscht.
 
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MusicSick
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Hey Musiker,
ich bin auf der Suche nach Infos zu meiner Gitarre. Ich habe das schöne Teil geschenkt bekommen und würde gern mehr darüber erfahren. Die Google-Suche sagt dass es wohl ne Framus Les Paul sein soll. Leider ist außer „Framus“ kein weiterer Aufdruck von Modell- oder Seriennummer zu finden (auch nicht unter dem Deckel).
Es wäre echt super wenn ihr mir weiterhelfen könnt da ich selbst leider keinerlei Ahnung von Gitarren hab :(
Alter ca. 1970
Funktion ungeprüft
Den optischen Zustand würde ich für das Alter als gut bis sehr gut bezeichnen
Danke ☺️
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Minor Tom
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Auf der Höhe
https://www.framus-vintage.de/10600-Les-Paul-Typ/1060010600-Les-Paul-Typ/

Das war wohl ein eher preiswertes Modell, erkennbar an dem geschraubten Hals und den 3 + 3 Mechaniken auf einem Streifen.
Der Koffer wirkt fast zu nobel für die Gitarre :D

Schöner Zustand, bis auf die Tonabnehmer sieht das alles original aus.
Selbst wenn die Gitarre im Original Humbucker hatte und nicht die im Link abgebildeten Pickups, die eingebauten sehen nicht wie 70er Originalausstattung aus.

Nur die Saiten sind absolut grausam aufgezogen, da würd' ich mal neue kaufen und aufziehen (oder durch einen Freund mit Kenntnissen oder im Notfall auch das Musikgeschäft aufziehen lassen, wenn du dich nicht auskennen solltest). Vor dem Saitenwechsel die Mechaniken leicht ölen.
 
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gitarrero!
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oder im Notfall auch das Musikgeschäft aufziehen lassen
Leider ist das mitunter kein Garant - das Musikgeschäft muss auch Ahnung von Gitarren haben, sonst kommt sowas dabei heraus:

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Angeblich hat der Auftraggeber dafür EUR 30,- bezahlt. o_O Da wundert es mich nicht, dass die Gitarre anschließend nie wieder benutzt wurde!

(Sorry für OT)
 
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