Schmerzen beim Geigespielen

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Alurab
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Guten Abend,

ich bin 26 Jahre alt und spiele seit 3 Jahren Geige. Ich hatte von Anfang an ein Problem, was sich bis heute immernoch hinzieht und ich bin so langsam aber sicher am verzweifeln und denke wirklich ans aufgeben, da es wirklich kräftezehrend ist und niemand eine Antwort weiß. Ich würde es gerne hier noch einmal versuchen und hoffe, dass evtl. hier jemand einen Tipp, eine Vermutung oder vielleicht sogar ein ähnliches Problem hat.

Es geht um meinen linken Arm. Nach kurzer Zeit beim spielen fängt ein unangenehmer Schmerz in Höhe des Schulterblattes an geht dann weiter durch meinen ganzen Arm als eine Art "taubheitsgefühl". Ich achte penibel darauf dass alles entspannt ist, wenn ich den linkem Arm dann jedoch runter nehme fühlt es sich so an als wäre er die ganze Zeit angespannt gewesen, es ist so ein "entlastendes" Gefühl beim runternehmen.

Kann mir dazu evtl. jemand was sagen? Kann es an einer "Grundverspannung" im Rücken- und Nackenbereich liegen?

Ich freue mich über jede Hilfe.

Viele Grüße
Louis
 
Hallo Louise,

willkommen hier im Musiker-Board.

Hast Du denn Unterricht bei einem qualifizierten Lehrer? Was sagt der?
Wenn nein: Ich denke, das könnte sich lohnen, zu einem solchen zu gehen.

Warst Du schon beim Arzt?

Auch ein Physiotherapeut oder Osteopath könnte eine lohnenswerte Anlaufstelle sein. Am allerbesten einer, der selber Geige spielt, wenn sich da jemand findet.

Alles Gute!
 
Hallo @Alurab und erstmal herzlich willkommen im Musiker-Board!
Ich könnte mir vorstellen, dass deine Schulterstütze auf deine Schulter an einer ungünstigen Stelle drückt und in Kombination mit deiner Haltung des linken Armes damit die Blutzirkulation im Arm gehemmt wird. Ich hatte das manchmal beim Spielen meiner A-Gitarre durch das Gitarrenband auf der linken Schulter und kenne das Gefühl gut.
Schon eine leichte Haltungsänderung und eine leichte Positionsänderung der Schulterstütze unter der Geige kann da Wunder wirken.
Welche Schulterstütze hast du? Kannst du sie etwas weiter rausdrehen und etwas in Richtung Gegienmitte verschieben? Hat sie eine ausreichende Polsterung? Kannst du ihre Grundform deiner Schulterform besser anpassen?
Kannst du eventuell von dir ein Bild machen lassen wie du die Geige beim streichen hällst?
 
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Wenn Du als junger, gesunder Mensch eine Aktivität wie das Geigenspiel neu anfängst, und sie führt zu Schmerz, würde ich dazu raten, den Schmerz sofort als Stoppsignal aufzufassen, und nicht erst Jahre später. Das möchte ich vorausschicken.

Falls Du autodidaktisch lernst, wirst Du spätestens bei Lagenspiel und Vibrato eine Haltung des linken Arms überdenken müssen, bei der dieser das Instrument trägt, denn der linke Arm muss für die genannten Techniken frei sein. Vielmehr muss die Geometrie aus Kopfhaltung und Schulterstütze in der Lage sein, das Instrument zu halten.

Die starke Supination (Einwärtsdrehung) der linken Hand ist eine dem Menschen ungewohnte, und völlig unergonomische Haltung. Es gab bzw. gibt in anderen Zeiten und Musikstilen abweichende Arten, eine Geige zu halten - die heutige Standardhaltung ist durch technische Anforderung und Klangerwartung entstanden, nicht durch orthopädische Erkenntnisse.

Es gilt also, dem linken Arm Freiheit und Beweglichkeit für seine Aufgabe in unnatürlich verdrehter Haltung zu verschaffen. Deshalb haben moderne Geigen einen Kinnhalter und verwenden eine Schulterstütze.

Davon abgesehen, würde ich auch das Tempo des Lernens einer Prüfung unterziehen. Ich würde einer gewissen Schönheit, Leichtigkeit und Musikalität bei eher einfachen Stücken zunächst den Vorrang geben, bevor ich an Dinge wie Geschwindigkeit und Hochleistung auch nur denke. Stattdessen an Haltung, Bogenführung, Intonation, Ausdruck und Klang arbeiten - wer länger langsam spielt, spielt schneller schnell.

Auch die Frequenz und Intensität des Übens spielt (wie bei jedem Instrument) eine Rolle. Täglich, aber wirklich täglich, auch wenn draußen die Sonne lockt oder der Abwasch wartet, zehn Minuten üben, bringt mehr als einmal die Woche eine Gewaltsitzung von zwei Stunden.

Wer erst mit Anfang zwanzig das Geigen anfängt, wird es aller Voraussicht nach nicht mehr zu den Berliner Philharmonikern schaffen. So gesehen, hat man alle Zeit der Welt, es langsam, und hoffentlich schmerzfrei, angehen zu lassen.

Meine Ausführungen basieren auf dem, was ich aus EP und eigener Erfahrung schließe. Ich hoffe, dass es hilfreich ist.
 
Die richtige Haltung sollte dir ein Lehrer beibringen. Mit ihm kannst du auch besprechen, was dein Körper aus den "Spannungen" macht ...

Bitte bedenkt, das Themen rund um die Gesundheit, in Foren mit besonderer Vorsicht zu bewerten sind! Arzt, Lehrer und Physio sind der richtige Ansprechpartner.

Gruß
Martin
 
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