schmerzen nach längerem singen

von littlecat, 22.11.07.

  1. littlecat

    littlecat Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.07   #1
    hallo! ich bin 22, singe schon mein leben lang eigentlich jeden tag und habe normalerweise auch keine probleme mit meiner stimme, einen gesangslehrer kann ich mir leider nicht leisten- bin in zwei bandprojekten und singe dort im pop/rock bereich - wenn wir aber länger proben, tut mir nach einiger zeit der hals wirklich so weh, dass das singen eher eine quälerei wird....erst dachte ich an mangelndes aufwärmen, aber in einem gospelchord in dem ich ein jahr gesungen habe und wo wir uns immer gründlich aufwärmten, hatte ich das selbe problem - schätze es liegt wohl eher daran, dass ich innerhalb der letzten jahre (dummerweise) mir angewöhnt habe, töne, die ich eigentlich mit der kopfstimme singen müsste, mit der bruststimme rauszupressen, was zwar noch gut klingt aber eben sehr anstrengend ist - fand das zwar immer schöner als die ( schwache, weil daher kaum benutzte) kopfstimme, weil es irgendwie eher rauh und rockig klang, vermute aber dass mir diese angewohnheit zum verhängnis wird - denkt ihr das auch? oder gibts noch andre sachen, die ich beachten muss? wie kann ich meine kopfstimme stärken?
    wäre toll, wenn ihr mir helfen könnt und ich bald schmerzfrei auch länger singen kann :) danke!!!!
     
  2. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 22.11.07   #2
    Hast du schon die Workshops&FAQ entdeckt?
    Ja, ich glaube auch, dass das mit der Bruststimme hochpressen gut sein kann, dass Du damit der Stimme schadest. Kopfstimme ist auch wirklich nichts schlimmes, ehrlich ;) Die staerkst Du, indem Du druckfrei(!) uebst. Laut wird's mit Resonanz; Druck wirkt kontraproduktiv, der nimmt Resonanz.

    Besser waer's halt schon mit jemandem, der/die draufhoert, aber lies mal die FAQ durch, vielleicht hilft das auch schon.
     
  3. Sephris

    Sephris Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.07   #3
    Ich würd's mit Belten (*klick*) probieren.
    Du erreichst dabei einen heftigen, lauten, kraftvollen Ton, nicht durch schreien, sondern durch Rufen.
     
  4. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 23.11.07   #4
    Ich dachte, Belting sei das selbe wie Bruststimme hochziehen, wovon ja moniwasser gerade abgeraten hat...

    Ich hab mal letzte Woche mit unserer Backing-Sängerin gesprochen, die auch Logopädin und Dr. Dipl.Päd. an der Uni für Spracherziehung ist (ganz nebenbei auch Schwester von Mrs. Tagesthemen... aber das ist eine andere Geschichte.) ...

    Jedenfalls hab ich die ganzen Definitions-Themen, die hier immer wieder zur Verwirrung führen zu den Kopfstimme/Falsett/Bruststimme/Belting mal durchgesprochen und Interessantes erfahren.

    Was die Schwingungsarten des Stimmapparates angeht, gibt es eigentlich nur zwei Unterscheidungen aus logopädischer Sicht: Bruststimme und Kopfstimme.

    Auch wenn es hier immer unterschieden wird (auch von mir): Kopfstimme und Falsett ist anatomisch gesehen das selbe. Wenn es so nach "Mädchen/Kind nachmachen" klingt, ist es halt "ungestützt"....

    Alles andere sei Bruststimme/hoch gezogene Bruststimme. Auch Belting ist nichts anderes als hoch gezogene Bruststimme.

    Alles andere sind nur Variationen der Resonanzräume oder Luftzufuhr. Also nichts anderes "Stimme verstellen" oder Artikulation variieren. Das es immer wieder zu Verwirrung kommt, liegt dann wohl daran, dass von vielen Vocal-Coaches zu häufig das Wort "Technik" benutzt wird, auch wenn es sich nicht um eine Technik handelt, sondern nur um eine stilistische Sache. Wir hatten das auch gerade mehrfach wieder zum Thema CVT.

    .. mich hat das ein bißchen beruhigt.:)

    ....
     
  5. IcePrincess

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    Erstellt: 23.11.07   #5
    Wo der Kollege Recht hat, hat er Recht. Allerdings gibt es da noch was drittes ;) Die Pfeifstimme. Da schwingen nur noch ein paar Fitzelchen Knorpel :p
    Nicht dass irgendwer im normalen Pop die Pfeifstimme bräuchte. (West Side Story ist eklich hoch, aber ein g'' sollte ein Sopran noch gesungen bekommen. Ich komme ohne zu pfeifen locker bis zum a'' und das brauch'ste echt nicht mehr.)

    Jaein. Belting kann die im Rufmodus hochgezogene Bruststimme sein, und das ist auch die Definition von Belt, die ich meine wenn ich davon rede.
    Durch den Rufmodus bleibt der Hals eben *relativ* entspannt...
    Genau die Tatsache dass es sich um eine Vollstimmfunktion handelt (Bruststimm...) setzt dem Belt nach oben scharfe Grenzen. Der exakte Punkt dieser Grenze allerdings hängt von der eigenen Anatomie ab.

    Man kann aber auch einen Misch-Klang "anbelten" - ihm also durch eine bestimmte Resonanztechnik mehr Schärfe verleihen. Das allerdings ist als Technik-Thema so komplex, das nur ein sehr begabter Natursänger diesen Trick ohne Unterricht findet.

    @Threadersteller: Da Du Dich offensichtlich "verschreist" kann ich dem Rat meiner Vorredner, dass Du lernst die Kopfstimme zu benutzen nur zustimmen.
     
  6. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.11.07   #6
    Das heisst, die einfache Einteilung Bruststimme, Kopfstimme und Mischbereich, die die Speech-Level-Trainer wohl anwenden (und mein klassischer GL nebenbei auch :) ) ist doch sinnvoll? Wie schoen :)

    Ich rate uebrigens nicht generell davon ab, die Bruststimme hochzuziehen, die Frage ist halt, wie weit ;) Littlecat macht es wohl zu weit.
     
  7. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 23.11.07   #7
    Stimmphysiologisch (also mal ganz ohne "Magie", "Technik" undsoweiter), nur mit der Kamera geguckt, gibt es drei Möglichkeiten:
    - Die Vollstimmfunktion (das gesammte Stimmband schwingt) - das ist Brustregister, auch als Modalregister bekannt.
    Der Strohbass ist eine Abart der Vollstimmfunktion, bei dem die ganzen, entspannten Stimmbänder in Pulsen schwingen.
    - Die Randstimmfunktion (nur noch der Rand der Stimmbänder schwingt) - das ist das Kopfregister, auch als Falsett bezeichnet.
    - Die Pfeifstimmfunktion (Nur noch einige Knorpelansätze im Stimmbereich schwingen) - sie wird in der Oper v. a. für hohe Koloraturen eingesetzt.

    Strohbass und Pfeifstimme sind allerdings zwei Stimmregister, die nicht jeder Sänger besitzt. Strohbässe kommen hauptsächlich bei Männern vor, selten bei tiefen Altstimmen.
    Pfeifstimmen haben hauptsächlich Soprane, seltener Mezzi oder hohe Tenöre.
     
  8. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 23.11.07   #8
    Aber klar . je einfacher, desto besser.... weniger ist mehr.... das passt immer wieder. Sonst macht man sich ja verrückt.
     
  9. littlecat

    littlecat Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.11.07   #9
    @ MONIAQUA - danke für die tips, da werd ich mich nochmal durchlesen!!! hoffe, dann krieg ich das allmählich in den griff:) ansonsten, gut zuwissen,bin stimm-theorie-und-technik-mäßig ein absoluter laie;)
     
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