Hallo,
ich spiele jetzt schon drei Monate und kann immer noch keine Septolen bei 120 bpm sauber über 30 min halten.
Was mache ich falsch? Bin ich blöd oder einfach nur unfähig?
Im Übrigen: ich studiere seit einem halben Semester Medizin und bin noch kein ausgefuchster Herzchirurg.
Oder: ich angle jetzt seit fünf Minuten und es hat noch immer kein Fisch angebissen.
Oder: meine Oma spielt seit 30 Jahren Lotto und hatte immer noch keine sechs Richtige. Wird sie vom Pech verfolgt?
Man kann es drehen und wenden wie man will. Üben wird unterschätzt und die Zeit noch viel mehr.
Bei Interviews sollte man immer vorsichtig sein, viele Interviewte sind vergesslich oder machen gerne böse Späße ("ich übe eigentlich nie", "ich hatte nie wirklich Unterricht", "ich nahm einfach die Stöcke und der Rest kam von alleine" ... da muss man schon schwer zwischen den Zeilen lesen: "eigentlich", "wirklich", "einfach", da stecken lange Geschichten dahinter, manchmal so lange, dass sie in einem Interview keinen Platz haben oder einfach (!) langweilig wären. Wer will schon hören "ich habe jahrelang jeden Tag das Alphabet vorwärts, rückwärts und seitwärts durchgeturnt"?
Grüße
Jürgen
PS
Handfeste Tipps gibt es im Individualunterricht: nur dort kann man sehen, was der Kandidat kann und wo es hakt. Denn Üben heißt: dort üben, wo es hakt. Und: man muss natürlich immer ein (Zwischen-)ziel haben. Sachen, für die der Trommler auf der Platte 30 Jahre geübt hat, sollte man umgehend vereinfachen oder vergessen.