Scott Joplin Ragtimes

von drahekke, 10.06.08.

  1. drahekke

    drahekke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.06.08   #1
    Hallo,
    ich spiele gern Scott Joplin Ragtimes und versuche so nach und nach, immer mehr davon einzuüben. Gibts noch jemand, der das macht?
    Manchmal frage ich: Bin ich wohl sehr abseits des allgemeinen Geschmacks, wenn mir gerade das gefällt?
    Habe beim Spielen gemerkt, dass es wohl falsch ist, die Achtel swingend zu spielen, obwohl die Musik teilweise dazu verführt. Ich mache es fast automatisch. Leichter ist es aber glaube ich, gerade oder fast gerade Achtel zu spielen.
    Wie geht es euch/dir damit?
    Gruß Ekkehard
     
  2. Axel S.

    Axel S. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.06.08   #2
    Habe vor langen Jahren (während meine Akustik-Phase) mal Maple Leaf Rag und Entertainer gespielt.
    Ragtime ist kein Swing! Hier geht es ja eher um die synkopierte Melodieführung und ihren Kontrast zum starren Rhythmus der Begleitung. Die "Zerrissenheit" ergibt sich aus der Tatsache, dass die von der rechten Hand dazu vor allem in Sechzehntel- und Achtelnoten notierte Melodie zeitliche Verschiebungen zum von der linken Hand (Klavier, bei der Gitarre ist's der Daumen) stetig gespielten Takt aufweist, oft Sechzehntel-Notenüberbindungen über die Taktmitte oder den Taktstrich hinweg
     
  3. drahekke

    drahekke Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.06.08   #3
    Hallo, Axel,
    Ragtime ist kein Swing, ja, aber irgendwie nahe dran. Sonst käme ich nicht so in Versuchung...
    Was ist eine Akustik-Phase, bzw. was für eine Phase hast du jetzt, - wohl Synthetik, Elektronik oder was?
    Bei mir gibt es eigentlich nur die Akustik-Phase.
    Gegen ein Clavinova oder so etwas regt sich bei mir Widerwillen.
    "Unplugged" finde ich am reizvollsten.
    - mal sehen, ob sich noch jemand rührt, der Rags spielt...
    Gruß Ekkehard
     
  4. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 12.06.08   #4
    Im ragtime steckt noch der militärmarsch des sezessionskrieges (trio in der subdominante), gerade die "zickige" synkopierung im 2/4 takt, ein anfang afrikanischer tradition, ist typisch, swing kommt 20 jahre später mit ternärer spielweise.
    Ist heute wohl eher nostalgisch und verlangt eine ausgebildete linke hand, aber einige evergreens sind nicht totzukriegen.
     
  5. Axel S.

    Axel S. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.08   #5
    :-)
    Während meiner Akustik-Phase vor 25 Jahren hab ich viel Ragtime und solche Sachen gespielt, Scott Joplin, Werner Lämmerhirt, Leo Kottke, Sammy Vomacka usw.
    Dann hab ich 17 Jahre pausiert (einer der größten Fehler meines Lebens)
    Als ich nach 17 Jahren wieder anfangen wollte, die alten Sachen zu spielen, war der Frust groß.
    Dann hab ich mir die erste E-Gitarre gekauft und bin über E. Clapton zum Blues gekommen.
     
  6. BenChnobli

    BenChnobli Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 16.06.08   #6
    Interessant, Axel. Bei mir ist es gerade umgekehrt. War als junger Mann stark im Blues/Rock (und Klassik) unterwegs. Nach einer berufsbedingten Pause von auch so um die 15 bis 20 Jahre ist es die "unplugged" Gitarrenmusik von Kottke, Buster B. Jones, Chet Atkins und natürlich auch Scot Joplin's und anderer Leute Rags, die mich seit meinem Wiedereinstieg vor gut zwei Jahren in Atem und Übung hält.

    Und "verboten" ist ja eigentlich nichts in der Musik. Warum sollte man also nicht hin und wieder mal ein wenig swingen in den Achteln. So lange man es bewusst macht, quasi als "Variation zum Thema Rag" und nicht einfach alte eingespielte Verhaltensweisen als "Flüchtigkeitsfehler" hineinbringt, ist das doch einfach eine kreative Weitereintwicklung, gegen die im Grunde nichts einzuwenden ist.

    Gruss, Ben
     
  7. Axel S.

    Axel S. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.06.08   #7
  8. drahekke

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    Erstellt: 25.06.08   #8
    Ich hab mir überlegt, warum ich bei Ragtime zu leicht swingenden Achteln neige: Weil gerade Achtel "strenger" sind und swingende Achtel "lockerer". Und der ganze Charakter des Ragtime ist eher "locker" als "streng", ein bisschen zum mit-wippen oder -grooven, sich ein bisschen absacken lassen.

    nicht so arg wie bei Jazz und Blues -
    und das ist es, was mir an Ragtime gefällt
    bei Jazz kann man (oder muss man) richtig absacken, eintauchen, besonders, wenn man improvisiert,
    und das ist eine Sache der Stimmungslage, manchmal mag ich das auch
    bei Rag bleibt man mehr "an der Oberfläche", und man spielt nach vorgegebenen Noten, man ist nicht in "kreativer Trance"
    Gruß, Ekkehard
     
  9. Pianotrottel

    Pianotrottel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.08   #9
    *Ich hab mir überlegt, warum ich bei Ragtime zu leicht swingenden Achteln neige: Weil gerade Achtel "strenger" sind und swingende Achtel "lockerer". Und der ganze Charakter des Ragtime ist eher "locker" als "streng", ein bisschen zum mit-wippen oder -grooven, sich ein bisschen absacken lassen.*

    *freu*, dann bin ich nicht der einzige der dieses *Problem* hat. Bin genau so was Ragtimes angeht:D
     
  10. drahekke

    drahekke Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.08   #10
    Hallo,
    da ist doch tatsächlich noch einer, der Ragtime spielt.
    Erzähl doch mal...
    Für mich war Ragtime die "Einstiegsdroge" für Jazz, als Jugendlicher.
    Jetzt bin ich 51 und komm wieder darauf zurück.
    Hab ca. 7 Rags von Scott Joplin in der Kur (nicht die schwersten), aber in Original-Fassung.
    Einige kann ich fast durchspielen, und auch schon fast auswendig. Bei einigen hapert es noch an den Übergängen. Aber mit Noten gehts doch besser als ohne.

    Grüße Ekkehard
     
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