Sennheiser EW-D Gain Staging

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Tom1994
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Sooo meine Lieben, ich hab mal eine Frage an euch da draußen:

Wir haben unser Funkrack komplett auf Sennheiser EW-D umgerüstet. Ich hab jedoch ein paar Schwierigkeiten beim Gain Staging - vielleicht kann mir das jemand ja mal kurz und knackig erklären.

Am Empfänger kann man ja sowohl Gain als auch AF Out einstellen. Werksmäßig sind da zB +21db Gain und +6db AF Out eingestellt.

Gehe ich jetzt recht in der Annahme, dass eine theoretisch perfekte Gain-Struktur so aussieht?

- Signal (entweder von Mikro oder Bodypack) so in den Empfänger reinschicken, dass ich mit den Gain-Einstellungen eine "maximale" Lautstärke erreiche, also kurz vor Clipping.
- Gain-Regler am Pult (bei uns M32R) erstmal auf 0db stellen
- den AF-Out am Empfänger so einstellen, dass das Signal bei ca. -18db am Pult ankommt (unser Standard für Input-Signale)
- ggf. um +-ein paar gequetschte dB am Pult nachjustieren

Ist das korrekt so? Ich gebe zu, die Gain-Regler am Pult bisher auch schon höher aufgedreht zu haben - habs mir aber so zusammengereimt, dass ich ja das sauberste Signal kriegen müsste, wenn ich die Pre-Amps bei +-0 belasse, und stattdessen das Signal über den AF Out im Idealzustand reinschicke...

Stehe ein wenig auf dem Schlauch, ob ich da richtig unterwegs bin.

Für jeden Ratschlag bin ich wie immer dankbar!

Lieben Gruß aus (dem verschneiten) Kölle
 
Das passt so aus meiner Sicht. Wie viel Headroom "kurz vor Clipping" ist, kann man diskutieren.
 
Ist das korrekt so? Ich gebe zu, die Gain-Regler am Pult bisher auch schon höher aufgedreht zu haben - habs mir aber so zusammengereimt, dass ich ja das sauberste Signal kriegen müsste, wenn ich die Pre-Amps bei +-0 belasse, und stattdessen das Signal über den AF Out im Idealzustand reinschicke...
Solange an keiner Stelle etwas übersteuert, hast Du alles richtig gemacht - will sagen: Auch am Pult für den Kanalinput natürlich die PFL-Funktion nutzen ;).

Warum redet eigentlich neuerdings jeder von "Gain Staging" :rolleyes:? Das ist ganz schnödes Einpegeln, immer vom der Signalquelle ausgehend weiter bis zum Ende der Kette (Wiedergabegerät).
 
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Wir haben es so eingepegelt, dass im Notfall (Funkausfall) mit gleichbleibendem Gainsetting am Mischpult einfach auf ein Kabelmikro umgesteckt werden kann.

Solange nichts clippt, ist es im Endeffekt nahezu egal, wie die Pegel liegen, da die Signalübertragung eh digital, bzw. dann symmetrisch erfolgt.

Warum redet eigentlich neuerdings jeder von "Gain Staging" :rolleyes:? Das ist ganz schnödes Einpegeln, immer vom der Signalquelle ausgehend weiter bis zum Ende der Kette (Wiedergabegerät).
Ist das nicht die Definition von Gainstaging?
 
Warum redet eigentlich neuerdings jeder von "Gain Staging"
Für mich ist nicht nur das Gain am Eingang wichtig. In der ganzen Bearbeitungskette hat man mehrmals die Möglichkeit den Pegel zu erhöhen oder verringern. Der sollte aber für mich durchgehend auf einem gleichbleibenden Niveau bleiben, nicht nur das Einzelsignal für sich alleine betrachtet, sondern auch mit Blick auf die anderen Signale.
So kann es sein, dass man zwar einen recht brauchbaren Pegel am Preamp hat, aber durch massive Bearbeitung am EQ diesen in weiterer Folge entweder deutlich erhöht (zu viele Frequenz-Bänder stark angehoben) oder deutlich verringert hat. Da muss man dann halt schauen dass der Pegel danach noch vernünftig bleibt.
Es macht auch in der Regel wenig Sinn, den Gain am Preamp gering zu halten um ihn dann z.B per Makeup Gain am Kompressor stark anzuheben. Das verändert den Arbeitspunkt vom Kompressor selbst und kann zu ungewünschten Effekten führen.

Das alles nenne ich für mich "Gain Staging". Und auch wenn das jetzt ein neuer Begriff ist, man macht das schon sehr lange, ich z.B habe mit begrenzten Möglichkeiten das auch schon bei den analogen Pulten gemacht. Bei denen gab es auch einige, deren Peak LED nicht nur einen Messpunkt hatten, sondern an verschiedenen Positionen im Processing "nachschauten", z.B Post Preamp, Post Insert, Post EQ und Post Fader. Wenn irgendwo der Pegel zu hoch wurde, leuchtete das Peak LED.
 
Danke @alle für die raschen Antworten!

Mir ging es primär darum, dass ich das Einpegeln eben mit den EW-Ds richtig hinbekomme, da die sich doch anders verhalten als analoge Funkstrecken was Dynamikumfang und Signalstärke angeht.

Aber dann schein ich ja den richtigen Plan zu haben! Merci :)
 
Für mich ist nicht nur das Gain am Eingang wichtig. In der ganzen Bearbeitungskette hat man mehrmals die Möglichkeit den Pegel zu erhöhen oder verringern. Der sollte aber für mich durchgehend auf einem gleichbleibenden Niveau bleiben, nicht nur das Einzelsignal für sich alleine betrachtet, sondern auch mit Blick auf die anderen Signale.
Richtig, nichts anderes hatte ich inhaltlich gemeint und mich nur an der englischen Begrifflichkeit gestört ;).

Ein wichtiges Argument, weshalb man schon direkt das erste Glied in der Signalkette richtig einpegeln muss, wird leider manchmal vernachlässigt/missachtet: Ist der Gain dort zu niedrig und man versucht, ihn in einem späteren Zwischenschritt wieder aufzuholen, verstärkt man leider oft nur das Rauschen.
 
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mich nur an der englischen Begrifflichkeit gestört
Jo mei, wir sind halt in einer Branche unterwegs, in der die Begrifflichkeit stark durch die englische Sprache geprägt ist. Mir ist dann die Verwendung dieser englischen Begriffe lieber, als dass man irgendwie krampfhaft nach einem deutschen Begriff sucht, den dann am Ende doch wieder kaum wer versteht. Das kenne ich aus der IT/EDV. Wer fängt da heute noch etwas mit Datensichtgerät, Datenzeigegerät, Dateneingabegerät, wahlfreien Zugriffsspeicher und einer Zentralen Recheneinheit was an?
 
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Jo mei, wir sind halt in einer Branche unterwegs, in der die Begrifflichkeit stark durch die englische Sprache geprägt ist. Mir ist dann die Verwendung dieser englischen Begriffe lieber, als dass man irgendwie krampfhaft nach einem deutschen Begriff sucht, den dann am Ende doch wieder kaum wer versteht. Das kenne ich aus der IT/EDV. Wer fängt da heute noch etwas mit Datensichtgerät, Datenzeigegerät, Dateneingabegerät, wahlfreien Zugriffsspeicher und einer Zentralen Recheneinheit was an?
Für mich ein Erlebnis aus meinen ersten Arbeitsjahren im Job vor ca. 35 Jahren. In einem Siemens-Handbuch tauchte der Begriff „Zuerst rein, dann raus Speicher“ auf. Gemeint war ein FIFO.
 
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Meine Beispiele sind übrigens auch aus Siemens Bedienungsanleitungen....
 

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