Sexismus, Homophobie und Rassismus im Proberaum

  • Ersteller Vetinari
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Vielen Dank für die Erklärung.

Stimmt mich trotzdem traurig dass Leute so reagieren und keine Alternativen finden die von Außenstehenden nicht falsch verstanden werden können.

Nach meiner Ansicht muss man gegen Faschismus eben eindeutig ablehnend Stellung beziehen und während ich ein Mensch bin der ständig ironisch oder gar zynisch ist, finde ich dass es beim Thema Faschismus besser ist die Ironie außen vor zu lassen und klar Stellung zu beziehen.
 
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"Schwul" ist im Alltagssprech nicht immer deckungsgleich mit "homosexuell".

Aber das ist doch der Fehler. Diejenigen, die damit etwas anderes meinen, können doch gleich das Wort benutzen, das treffend ausdrückt, was sie meinen. Warum machen die das nicht?

Ich finde es nervig. Oder soll ich statt "nervig" einfach mal vorübergehend "AMC-mäßig" sagen? Wie findest Du das, wenn ich nervige Dinge in Deiner Gegenwart konsequent als "AMC-mäßig" bezeichne? Und dann gucke ich Dich treudoof an und sage: "ach so, Du heißt ja zufällig AMC. Du weißt schon, ist doch nicht so gemeint. Hat nichts mit Dir zu tun. Höhöhöhö." Und das dann ständig.

Sollte sich ein homosexueller Kollege dabei unangenehm berührt fühlen (was übrigens eher selten vorzukommen scheint), wäre es natürlich im Interesse Aller, darauf einzugehen.

Das kommt vielleicht öfter vor als Du denkst, bloß wird Dir das nicht immer mitgeteilt. Mich berührt das regelmäßig unangenehm, aber ich bin es leid, das zum Thema zu machen. Ich schweige und halte mich gleich von diesen Leuten fern. Das ist mir lieber, als mich in so eine Diskussion aus dem Zeitgeist der 90er Jahre einzulassen.
 
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ich will nicht urteilen, ob Aussagen à la "das klingt schwul" moralisch ok sind oder nicht. Aber: die meisten Menschen, ich zumindest, spielen mit Menschen in einer Band, die sich miteinander verstehen, das heißt, gemeinsame Werte teilen, den selben Sinn für Humor haben, etc.

Darum verstehe ich ja auch den Anfangspost gar nicht. Wie kommt man in solche Sitauation?

Leider hat uns ja TE ja alleine mit dem Anfangspost gelassen.
 
Aber: die meisten Menschen, ich zumindest, spielen mit Menschen in einer Band, die sich miteinander verstehen, das heißt, gemeinsame Werte teilen, den selben Sinn für Humor haben, etc.

Darum verstehe ich ja auch den Anfangspost gar nicht. Wie kommt man in solche Sitauation?

Das kommt sehr drauf an, in welchem Kontext und mit welchem Anspruch man sich bewegt. Ich kenne jetzt beides: Die eine Band, die ich mit lauter Freunden gegründet habe, die ich schon jahrelang kannte, genauso wie die Band, in die ich quasi durchs Casting reingekommen bin, weil es musikalisch beim Vorspielen geklappt hat. Klar waren wir uns an diesem Abend auch irgendwie sympathisch, aber welche Einstellungen bei den Leuten dahinter stehen und wer welche Werte teilt und lebt, das merkt man ja nicht so schnell. Also kurz gesagt, dass man da manchmal Überraschungen erlebt und das enttäuschend finde, kann ich mir zumindest vorstellen.
 
Kein Ausdruck von faschistischem Gedankengut, sondern schwarzhumorige Verarbeitung eines stereotypischen Bildes von außen.
Aber gerade wenn das Verhalten oder die Sprüche zufällig ein Aussenstehender mitbekommt, ist es doch nicht verwunderlich, dass sich die Meinung dahin gehend auch noch verfestigt, oder?
Wobei ich das mit dem Metaller = Nazi so überhaupt nicht nachvollziehen kann...Schade wenn Leute das per` se in eine Schublade packen :(...
 
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Ja, kann natürlich die Vorurteile verfestigen, da hast du Recht. Ich glaube das kam so richtig stark damals nach diesem total beschissenen Bericht des Polylux Magazins zum Ragnarök Festival 2006 auf:



Schlechte Schnitte zwischen dem Ragnarök und nem Nazikonzert, abgeschnittene Interviewaussagen (bei 7.05 sagt der Interviewte eigentlich noch, dass die meisten Metaller mit so etwas aber nichts zu tun haben wollen und die Nazis uns in Ruhe lassen sollen), falsche Bandnamen und so weiter. Wir waren damals auch da und haben uns in den Jahren danach auf ähnliche Art und Weise lustig gemacht. Irgendwann ist man aber aus dem Alter raus.
 
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Welches Ziel liegt diesem Thread nochmal genau zu Grunde? :engel: Wenn es um absolute Korrektheit in der Sprachwahl geht, dann empfinde ich den Seitenhieb auf Beamte im Eingangspost als nicht angebracht :D;)

Zur Frage: Alles bisher nicht erlebt, ansonsten einfach raus aus der Band und mit passenden Leuten Musik machen.
 
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Wobei man auch unterscheiden sollte, was hinter sexistischen, rassistischen, schwulenfeindlichen oder sonstwie politisch inkorrekten Aussagen steckt.
Ich bin der Meinung, dass derartige Sprüche oft nicht die tatsächliche Gesinnung der Person widerspiegeln.

Ich höre zum Beispiel gelegentlich Sprüche mit jüdischem Bezug. Ich würde aber fast 100% ausschließen, dass hier tatsächlich ein antisemitischer Hintergrund vorliegt. Was vorliegt ist Gedankenlosigkeit bis hin zu Dummheit, solche Phrasen in den Wortschatz aufzunehmen. Das ist dämlich und politisch nicht korrekt, in den Fällen, die ich meine, soll aber sicher niemand konkret damit verletzt werden.

Mit Aussagen wie "das klang jetzt schwul, kannst du das mal wie ein Holzhacker spielen / singen" soll (wieder: in den mir bekannten Fällen) sicher kein Homosexueller beleidigt werden. Dass sich hierdurch der eine oder andere aber doch beleidigt fühlt, ist aber verständlich und absehbar.

Wenn mich so etwas stört, würde ich sicher nicht die Band verlassen. Ich würde darauf hinweisen: "Du hast es vermutlich nicht böse gemeint, ich finde das aber aus dem und dem Grund unangebracht." Die Reaktion auf diese Ansage zeigt für mich erst, ob ich in der Band bleiben möchte oder nicht.


Auf der anderen Seite finde ich es im Freundeskreis, und da zählten Bands für mich bis jetzt immer dazu, auch eher respektlos, Eigenschaften von Personen zu tabuisieren. Wenn wir gerne über uns selbst lachen und uns veräppeln, dann will ich auch das Schwulsein oder die dunkle Hautfarbe in meine Witze einbauen. Schließlich gehört das zur Person dazu. Alles andere ist Ausgrenzung.
Voraussetzung ist aber natürlich, dass alle den Humor verstehen und teilen. Wie im richtigen Leben ist ganz einfache Kommunikation der Schlüssel :)

Deshalb noch mal zum TE: Wenn dich etwas stört: Sag es einfach. Manchmal ist man in manchen Bereichen auch sehr empfindlich und zartbesaitet und man erwartet von anderen vielleicht etwas zu viel. Reden hilft.
 
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"das klang jetzt schwul, kannst du das mal wie ein Holzhacker spielen / singen"

Du ahnst ja nicht wie einsam es im Forst oft ist - da kann man schon mal schwach werden...

Auf der anderen Seite finde ich es im Freundeskreis, und da zählten Bands für mich bis jetzt immer dazu, auch eher respektlos, Eigenschaften von Personen zu tabuisieren. Wenn wir gerne über uns selbst lachen und uns veräppeln, dann will ich auch das Schwulsein oder die dunkle Hautfarbe in meine Witze einbauen. Schließlich gehört das zur Person dazu. Alles andere ist Ausgrenzung.

Genau so ist es.

Die besten Behindertenwitze wurden schon immer von Rollifahrern erzählt. Leider kann nicht jedes Mitglied einer Randgruppe selbstbewußt und humorvoll mit diesem Sachverhalt umgehen.

Ich habe mit einigen Homosexuellen in Bands gespielt und auch mit dunkelhäutigen und einer der bewegendsten Liveacts die ich in letzter Zeit hier gesehen habe, hat eine offensichtlich stark körperbehinderte Frau als Sängerin / Frontfrau. Die ist toll und ich bin sicher sie würde lachen wenn man ihr den Keks verweigern würde weil sie keine Arme hat.
 
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Mit Aussagen wie "das klang jetzt schwul, kannst du das mal wie ein Holzhacker spielen / singen" soll (wieder: in den mir bekannten Fällen) sicher kein Homosexueller beleidigt werden. Dass sich hierdurch der eine oder andere aber doch beleidigt fühlt, ist aber verständlich und absehbar.

Da bin ich dann auch als potenziell Betroffener etwas milder. ;-) Das hat nämlich mehr Kontext als ein tumbes Raushauen von "schwul" als Synonym für "kacke" zu jeder Gelegenheit.
Wobei übrigens in meinem schwulen Fußballverein auch diverse Leute grätschen können als wollten sie Bäume fällen, das Klischee schwul ungleich Holzhacker ist halt trotzdem ein Klischee.
 
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Bemerkenswert an diesem Thread finde ich ja, dass sich der Ersteller seit seinem Eröffnungsbeitrag nicht mehr hier zu Wort gemeldet hat.
 
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Ist mir auch grad durch den Kopf geschossen ...
 
Die Schule ist ja wieder losgegangen :D
 
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Hhmmm ... die Grenzlinie ist doch recht unscharf bei all diesen Dingen.
Und wenn ich das mal sagen darf: Für mein Verständnis kann es auch gerne im Proberaum verbal ruppig zugehen.
Wenn ich mit jemandem eine Weile Musik mache, dann weiß ich genau, wie etwas gemeint ist und wie derjenige tickt.
Meine Toleranzschwelle ist dann im Eifer des kreativen Gefechts sehr weit.
Mich würde es auch ziemlich nerven, wenn dann jedes Mal irgendjemand mit der PC-Zensur daherkommt.
Wenn aber jemand dumm ist und Dummes sagt ... Tschüss.
Wer schon mal in einer Küche gearbeitet hat, oder einem Krankenhaus oder so, wird vielleicht verstehen, was ich meine.
 
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Ja, letztlich immer eine Frage des persönlichen Wertesystems. Aber ich wollte eigentlich auch inhaltlich erstmal nix mehr beisteuern, da vieles Wichtige schon gesagt wurde, v.a. mit Beiträgen wie
Musiker sind für mich ein Ausschnitt der Gesellschaft - da ist erst mal alles drin. Für mich ist das aber auch keine Sondersituation - genauso wie ich mir in der Gesellschaft überlege, mit wem ich was und wie verbindlich und intensiv mache, so mache ich das in einer Band genau so.
Damit ist das für mich hier nur bedingt eine Musikmachen-spezifische Diskussion. Was ich höchstens Musik-spezifisch finde, dass AFAIK solch menschliche Eigenschaften sich in Bands eher ausleben lassen im Vergleich zu anderen Lebensbereichen wie z.B. Beruf oder Freundeskreis.
 
...solch menschliche Eigenschaften sich in Bands eher ausleben lassen im Vergleich zu anderen Lebensbereichen wie z.B. Beruf oder Freundeskreis.

So im Sinne von: Wenigstens bei der Bandprobe darf ich mal so richtig sexistisch und Frauenverachtend sein...?!?
 
Ich würde eher sagen: wenigstens in der Probe muss ich nicht ständig jedes Wort auf die Goldwaage legen.
 
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So im Sinne von: Wenigstens bei der Bandprobe darf ich mal so richtig sexistisch und Frauenverachtend sein...?!?
Nee, das war nicht als Rechtfertigung von mir gedacht. Nur ist es in Bands -- nach meinen Erfahrungen -- manchmal so, dass Musiker aufgrund ihrer Skills oder Besitz-Verhältnissen einen "Freibrief" gewissermaßen haben für schlechte Verhaltensweisen. Dann wird über jemanden gesagt sowas wie bspw.:
  • "Ja, der ist schon etwas sexistisch, aber dafür ein guter Musiker, den man so schnell nicht wieder findet"
  • "Der benimmt sich zwar daneben, aber ihm gehört halt der Proberaum und die PA-Anlage"
  • "Wenn er die Band verlässt, nimmt er auch das meiste Songmaterial mit"
  • ...
Im Beruf kann sowas durch Vorgesetzte schon tendenziell eher unterbunden werden und im Freundes-/Bekanntenkreis kannst du solchen Leuten aus dem Weg gehen und/oder die Meinung sagen, weil du eben nicht durch ein gemeinsamen Vorhaben an diese Leute gebunden bist. Kommt natürlich immer auf die Vorgesetzen bzw. Freunde an, aber so von der Tendenz her wie gesagt passiert das in Bands eher, denke ich.
 
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Ich würde eher sagen: wenigstens in der Probe muss ich nicht ständig jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Verstehe - also hab´ ich hier im Forum mal wieder so getippt als sei ich im Proberaum am sprechen.

Nee, das war nicht als Rechtfertigung von mir gedacht.

Hatte ich auch nicht so verstanden.

dass Musiker aufgrund ihrer Skills oder Besitz-Verhältnissen einen "Freibrief" gewissermaßen haben für schlechte Verhaltensweisen.

Ich finde diesen Freibrief sollte es nicht geben.

Man Stelle sich den Nazi vor, der einem günstig einen Proberaum zur Verfügung stellt... Nein Danke!

So gebunden sollte man an Leute nicht sein, dass man die eigene Gesinnung leugnet.
 
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Ich denke, wir haben doch alle in unseren Sozialisationen gängige stereotype Vorurteile über verschiedene Gruppen von Menschen mitbekommen. Und im Alltag ist man ja (bestenfalls) durchaus fähig zu differenzieren und gesellschaftskompatible und respektvolle Haltungen zu entwickeln.
In Kontexten, in denen es dann aber gehirnmäßig nicht mehr so kontrolliert zugeht (Proberaum, Fußballplatz...), kann es schon durchaus mal passieren, dass Sätze fallen, die man sonst aus Überzeugung nicht sagen würde. Das ist dann aber nicht zwingend "das wahre Ich", sondern eher etwas unkontrolliertes Unbewusstes, was dann mal durchbricht. Ich habe in o.g. Kontexten im Adrenalin- (ja, und wahrscheinlich auch Testosteron-) Rausch auch schon Sachen rausgehauen, die mir nachher eher ziemlich peinlich waren.

Von den Leuten, denen das dann nachher nicht peinlich ist, sollte man sich vielleicht aber eher fern halten.
 
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