Songanalyse - gibt es Webseiten dazu?

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Gast231344
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Hi Zusammen,

ich weiß nicht, ob ich mit meinem Thema hier 100% korrekt bin in diesem Teil des Forums,

Ich beschäftige mich zur Zeit damit, ein paar Songs, die recht erfolgreich waren (aus dem Rock Bereich) zu vergleichen,
um herauszufinden, ob die Songs bestimmte Gemeinsamkeiten aufweisen, wonach man im Songwriting dann ggf.
für sich schauen kann, ob man solche Muster/Elemente mit verwendet. Damit ein Song zugänglicher wird.

Dazu suche ich Seiten, die sich mit Songanalysen beschäftigen - leider hab ich bislang zum Thema nur Seiten
gefunden, die sich mit der Analyse der reinen Songtexte und deren Bedeutung/Interpretation auseinander setzen.
Leider keine, wo grob die Struktur und allgemeine Bausteine des Songwriting erläutert ist..

gibt es sowas eventuell??

Danke Euch für Tips/Hilfestellung

Gruß
Oliver
 
Eigenschaft
 
Songwriting ist halt sehr vielfältig, zwischen einem Musicalsong, einem Grunge-Rock-Titel und einem Folkgsong gibt es nur so wenige Gemeinsamkeiten, dass eine gemeinsame Analyse keinerlei Erkenntnisgewinn bringen wird. Du fokussierst dich auf Rock, das ist schon mal eine gute Einschränkung - aber IMHO noch nicht weit genug. Das müsste stilistisch und zeitlich noch weiter eingeschränkt werden, um sinnvolle Vergleiche zu ermöglichen.

Google "rock song analysis" bringt folgende Treffer, die für deine Frage hilfreich sein könnten:
http://www.reasontorock.com/tracks/sympathy.html
http://theory.esm.rochester.edu/rock_corpus/
Speziell für Queen: http://www.queensongs.info/the-book/
http://thrasherswheat.org/jammin/lynyrd.htm

Es gibt auch immer die Tendenz, dass Songwriter bewusst den Standpunkt vertreten, eine Analyse ihrer z.B. Texte wäre sinnlos. Don McLean über "American Pie": "[The lyrics are] beyond analysis. They're poetry." Zu "Bohemian Rhapsody" hier zu lesen: "Komponist Mercury selbst gab an, dass es sich um zufällig reimenden Unsinn handele.". Da stellt sich für jemanden, der Analyse betreibt, natürlich wieder die grundsätzliche Frage, ob es ein angemessener Umgang mit Musik ist, wenn man nachweisbare Tatsachen und Sachverhalte findet, die vom Komponisten/Texter so nie beabsichtigt waren. Da stellt sich die Frage, ob der Song erst durch uns Hörer und unser Hörverhalten zum eigentlichen Song (=ästhetischer Gegenstand mit Rezeprtionsgeschichte) wird, oder ob der Song alleine schon durch die (nicht vorhandenen ;)) Absichten der Autoren als ästhetischer Gegenstand anzusehen ist.

Oder kürzer: was macht den Song zum Song - die Autoren oder die Hörer?

Harald
 
Hallo Harald,

Danke Dir für Deine schnelle und umfangreiche Antwort :)

ja ich hatte schon gesehen, das es nicht einfach wird..

ich kam drauf, auf der Suche nach Informationen zum Songwriting selbst, ich wollte einfach mal eine Übersicht über Rocksongs,
die in den Charts, bzw. Billboards weit vorn lagen, bin dann auf eine INteressante Liste gestossen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Mainstream_Rock_(chart)

da stellte sich mir sofort die Frage.. was haben diese Songs gemeinsam, das sie sich über längere Zeit auf so einem Platz halten?
hab bei einigen Songs, die ich noch nicht kannte mal reingehört - sie fesseln einen schnell (sofern man auf diesen Musikstil steht :) )

Dann kam ich wieder auf die Songanalyse, bzw. den Aufbau von Songs zurück, hatte vorher gelesen, das man Songs halt verschieden
aufbauen kann mit verse - chorus - verse.. oder anderer Struktur - und was man bei welcher Zusammensetzung beachten sollte.

Da kam mir die Idee, die Songs aus der Liste oben quasi nach dem Aufbau auseinanderzunehmen und nach Gemeinsamkeiten zu gucken..

Ich könnte mir vorstellen, das ist fast schon ein Thema für ne Dr. Arbeit. lach.. zumindest auf der Suche nach Songanalysen.. viele nehmen halt den Inhalt der Texte unter die Lupe.
Das Thema selbst ist für mich sicher ein Punkt, der einen Song interessanter machen kann, oder auch nicht, aber der Text selbst in seiner Bedeutung, bzw. wie er
interpretiert wird, das wollte ich außen vor lassen.

weiteres Thema wird auch sicher die Umsetzung in den jeweiligen Musikvideos sein, die einen Song "sehenswert" machen..

viele Grüße
Oliver
 
Es gibt dieses Buch... die Pop-Formel oder so ähnlich. Laut Klappentext versucht sie genau das herauszudestillieren. Ich kann allerdings nicht mehr dazu sagen, weil ich es nicht gelesen habe.

Ansonsten sollte man den musikalischen Anteil bei Chart-Hits nicht zu wichtig nehmen. Sobald ein (leicht zu erreichendes) Mindestniveau da ist, geht es nicht mehr um Musik, wenn man Mainstreamerfolg möchte. Es geht dann um Marketing, Glück, Image und dem Vermitteln eines außermusikalischen Zeitgeists. Zumal die richtig guten, also musikalisch spannenden Songs nur selten auf irgendwelchen Chartlisten auftauchen.
 
Hi,

ja, was Du da schreibst, finde ich sehr plausibel - mir persönlich ginge es jetzt eher drum zu verstehen, wie die Songs aufgebaut sind und was sie ggf. erfolgreich gemacht hat, der Aufbau,
oder wie Du sagst, der Mainstream..

vieles ist ja auch Medien-gepusht (um es mal neuDenglisch zu vormulieren) ..

ich habe keine Erfahrung im Song Writing, mache aber seit einiger Zeit mit zwei (noch zwei) Leuten Musik und bin aktuell dabei Versuche zu unternehmen, Songs aufzubauen.
Da ich Gitarre spiele, klimper ich oft an Riffläufen, Melodien etc. rum - Und wollte meinen HOrizont erweitern und mal mit Konzept an die Sache herangehen.

Wichtig ist mir am Ende, das es Spaß macht einen Song zu spielen und das man ein Gefühl dabei hat und rüber bringen kann.

Gruß
Oliver
 
Ok, in dem Fall kannst du eine Handvoll erfolgreicher Songs nehmen und sie auf Formschemata (Strophe, Break...), Dramaturgie (wo und wie wird Spannung aufgebaut und entladen?), Akkordfolgen (wie lang sind sie und welche Stufen kommen vor?) und Abwechslung (wie viel davon muss sein?) analysieren und dann vergleichen. Das hattest du ja schon vor, nur fehlten dir glaube ich die Kriterien, nach denen man gucken kann.

Sonst kannst du ja mal in das Buch reinschauen oder mal dein Anliegen googlen (auch auf englisch), da gibt es glaube ich schon einiges im Internet.
 
RockTone,
Ich habe auch keine definitive Antwort auf deine Frage, aber ich würde in Frage stellen, ob die Frage nach Songanalyse zielführend sei. :cool:

Es ist natürlich gut, sich zu fragen, wie die wirklich guten (sprich: nachhaltig begeisternden) Songs in deiner jeweiligen Genre ihre Workung erzielen. Aber ich glaube, wenn du dich dransetzt, wirst du erkennen, dass alle klassische Sonaten, alle Schalger, alle Rocknummern, alle Folksongs, alle Kunstlieder jeweils sehr Ähnlich aufgebaut sind. Was eine Sonate zum echten Klassiker oder ein Popsong zum Golden Oldie oder ein neues Lied zu einem Chartbuster macht, ist garantiert nicht das Format, sondern das, was ins Format gepackt wurde.
Wenn das Format einen Refrain verlangt, dann muss sich dein Refrain deutlich - textlich und musikalisch - von der Strophe abheben. Oder wenn Riffs verlangt sind, müssen deine Riffs richtig markant sein. Und so weiter ...

Frage nicht: "Was kann das Format für mich tun?" sondern: "Was kann ich für das Format tun?";)

Cheers,
Jed
 

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