Low Budget MIDI Interface - Einsteigerklasse - gesucht, Soundkarte relevant?

gdop
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Hallo, nach 17 Jahren "Baby-Kind-Teenager"-Pause versuche ich den Wiedereinstieg in mein geliebtes Hobby. Doch irgendwie hat sich die Welt verändert und ich sehe mich mit Problemen konfrontiert, die ich früher nie hatte, als die Computer bei weitem nicht so leistungsfähig waren wie heute. Da ich noch kein günstiges Midi-Interface für mehrere Geräte gefunden habe, arbeite ich mit einer Daisy-Chain Konfiguration. Mit ein, zwei Cubase-Spuren soweit kein Problem. Aber wenn mehr Spuren dazu kommen, ist ein synchrones Einspielen nicht mehr möglich. Ich hatte das Problem vor einem Jahr schon mal mit nur einem Gerät und habe es auf die OnBoard-Soundkarte geschoben, eine neue gekauft und gut. Aber jetzt habe ich das wieder und ich frage mich langsam, ob ich gedanklich noch richtig unterwegs bin, oder die technische Entwicklung mich schon so überholt hat. Früher - als die Soundkarten noch eine 9-polige, serielle Schnittstelle für den Midi-Adapter hatten, konnte ich immer problemlos arbeiten.Heute habe ich so'n M-Audio MIDISPORT Uno am USB Port. Meine Frage wäre jetzt: Spielt die Soundkarte heute für die Verarbeitung der Midi-Signale überhaupt noch eine Rolle? Oder machen das diese USB Midi-Interface in Eigenregie? Und wenn ja: muss es gleich ein MOTU Midiexpress 128 XT sein? Danke für Euer Feedback! gdop
 
Eigenschaft
 
Die Verarbeitung von Audio übernimmt die Soundkarte. Das USB-MIDI Interface hat damit nix zu tun.

Für Windows gibt es den ASIO4ALL Treiber, mit dem man recht brauchbare Latenzen erzielen kann.
 
Vielleicht könntest du noch mal genauer dein Setup beschreiben, also was du genau mit was verbunden hast und welche Geräte dabei genau im Spiel sind. Dann kann man dir genauere Empfehlungen geben und auf mögliche Problemquellen schließen.

Grundsätzlich, wie Fantom XR schon sagt, hat die Soundkarte mit dem MIDI Input/Output nichts zu tun, wenn du dafür ein USB-MIDI-Interface hast. Es gibt aber externe Audio-Interfaces, die z.B. auch über USB oder Firewire angeschlossen werden, die eine integrierte MIDI-Schnittstelle haben. Im Einsteigerbereich gibt's sowas schon für gut 100 EUR (mit 2 Audio In- und Outputs). Eingebaute Soundkarten im PCI-Slot, wie in den 90ern, gibt's heutzutage eigentlich nicht mehr*, die meisten Consumer-PCs nutzen den Soundchip auf dem Mainboard und höchstens Gamer haben spezielle Soundkarten für Mehrkanalsound und mit Feenstaub ;). Die sind aber für die Musikproduktion eher ungeeignet. Wenn also der interne Audio-Chip in Verbindung mit dem ASIO4ALL-Treiber nicht aussreicht, dann wird es Zeit über die Anschaffung eines Audio-Interfaces nachzudenken.


* es gibt auch im Pro-Audiobreich Sounkarten für die PCI(-Express)-Schnittstelle, die dann meist ein Breakout-Box mit den ganzen Anschlüssen haben, die über eine spezielles Kabel mit der Steckkarte verbunden werden. Diese haben dann meisten viele Ein- und Ausgänge und sind auch entsprechend teuer. Sowas ist aber m.E. nur sinnvoll, wenn man ein kleines Studio einrichtet und Mobilität nicht wichtig ist.

Chris
 
Hallo Chris,
danke für Deine hilfreiche Antwort. Wieder was gelernt: Frage ans Forum spart Ausgabe für neue Soundkarte. ;-)

Mein Setup sieht wie folgt aus:
Korg DS8 (Out) -> (In) M-Audio Midisport Uno (USB) -> PC (i5, 2,6 GHz) -> (USB) M-Audio Midisport Uno (Out) -> (In) Korg X5DR (Thru) -> (In) Roland JV 1010 (Thru) -> (In) Korg DS8
Als Audio Interface benutze ich einen Zoom R8 über USB (soll wohl heißen: Die Anschaffung einer Soundkarte als Ersatz des OnBoard Chips hätte ich mir sparen können.)

Wenn ich jetzt mit Cubase LE5 4 Miditracks laufen habe und weitere Spuren einspielen will, habe ich Laufzeitprobleme und die Signale kommen so versetzt rüber, dass auch keine nachträgliche Korrektur mehr möglich ist.

@FantomXR: Ja, den ASIO4ALL habe ich mir auch schon herunter geladen. Aber da werde ich die Konfig noch mal checken. Ggf. schlummert der inaktiv im System.

Danke,
Hauke
 
Ja, den ASIO4ALL habe ich mir auch schon herunter geladen. Aber da werde ich die Konfig noch mal checken. Ggf. schlummert der inaktiv im System.
Ja, auswählen musst du ihn schon in Cubase ;)
 
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Zunächst mal: für den Zoom R8 gibt es einen dedizierten Windows-Treiber, der sicher auch ASIO-fähig ist. Den solltest du benutzen.

Die "Laufzeitprobleme" und der Versatz die du hast, werden als Latenz bezeichnet, also die Zeitspanne zwischen dem Moment des Drückens einer Taste am Keyboard und dem Zeitpunkt, wenn dein Ohr den Ton erfasst. Die Latenz entsteht an mehreren Punkten in deiner Kette, manche tragen mehr dazu bei, manche weniger, manche sind nur in bestimmten Szenarien beteiligt, manche immmer.

Sofern du nicht o.g. Treiber schon benutzt, hat den größten Anteil sicher ein falscher Audio-Treiber. Dieser bestimmt, wieviel Zeit vergeht, bis eingehende Signale von der Software (z.B. Cubase) verarbeitet werden können, und wieviel verstreicht, bis von der Software erzeugte oder wiedergegebene Audio-Signale am Ausgang des Audio-Interfaces (hier das R8) rauskommen. In deinem Fall, in dem das Signal deiner Synthesizer evtl. über den R8 erst in Cubase rein geht und dann - über das Record-Monitioring der Tracks - wieder aus Cubase über das R8 hinaus geht, kommt also sowohl die EIngangs- als auch die Ausgangslatenz zum Tragen. Bei schlechten oder falschem Treiber oder Einstellungen, kann sich das schon mal auf dreistellige Miilisekundenbeträge summieren.

Weitere Quellen für Latenz in absteigender Größe (mutmaßlich):

- MIDI Ein- und Ausgangslatenz des Midsport Uno und von Cubase (analog zur Audio-Latenz wie oeben beschrieben)
- Die Verkettunng der drei Synths über MIDI-Thru
- MIDI-Datenerzeugung des Korg DS8
- Sounderzeugung der Synths
- Die Zeit, die der Schall von den Lautsprechern zu deinen Ohren braucht (ja nach Abstand).

Die beiden erstgenannten Punkte kannst du, wenn eine Verkleinerung der Audio-Latenz nicht genügt, durch den Einsatz einer MIDI-Patchbay verbessern, mit den anderen Punkten muss man leben. Eine gewisse Latenz ist aber in so einem System immer drin. Dewegen kann man beim Abspielen einer MIDI oder Audio-Spur eine Latenz-Korektur einstellen, um welche die Events bzw. die Audio-Samples vor- oder nach hinten gezogen werden. Wie groß die genau sein muss, musst du für dein konkretes Setup messsen.

Chris
 
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Hallo,

noch mal danke für die Unterstützung. Leider komme ich nur sehr selten dazu, mich mit den Themen zu beschäftigen, weshalb meine eigene Latenzzeit auch recht groß ist.

Ich habe mein Setup ein wenig verändert, nachdem ich eine günstige MIDI Patchbay ergattern konnte.
Damit hat sich mein Problem aber auch nicht gelöst. MIDI Out ist dabei nie das Problem, läuft alles "in time".
Aber wenn ich neue Spuren einspielen will, dann habe ich alle paar Noten (also nicht generell bei jedem Tastenanschlag) einen extremen Versatz, der mich bisweilen etwas aus dem Konzept bringt. Übe mich gerade darin, dass zu ignorieren, weiterzuspielen und hinterher im Editor zu korrigieren.

Ich habe gestern die als "überflüssig" kristallisierte Soundkarte wieder ausgebaut und werde jetzt noch mal ein wenig in Cubase rumsuchen, was ich da optimieren kann.

BTW: was mich da echt aufregt ist: wenn ich nicht alle Geräte vor dem Start von Cubase LE5 korrekt eingeschaltet habe, kann ich diese nachträglich nicht mehr initialisieren. Beispiel: wenn ich den Zoom R8 nicht vorher auf Audio I/O umgestellt habe, kann Cubase den nicht finden. Nachträglich einschalten ist nicht. Da hilft nur Cubase-Neustart. Muss das so?

Danke & Gruß,
Hauke
 
Das war aber auch zu reinen MIDI-Zeiten schon so, dass man erst den Slave anschaltet und das Gerät das als Master arbeiten soll als letztes anmacht/hochfährt, das sendet dann meines Wissens auch einen MIDI-Befehl, dass es der Master ist.

Ich arbeite mit Ableton, da ist es genau so, dass alle MIDI und auch selbst USB-Geräte (bei mir z.B. ein Korg nano-Kontrol) angeschaltet bzw. eingesteckt sein müssen, damit Ableton sie findet - nachträglich geht nix.
 
Ja das ist wirklich ärgerlich, dass das heute noch so wie vor 10 oder 20 Jahren ist. Ist das eigentlich ein PC Krankheit oder bei Apple auch so?
Das einzige, was bei CB wenigstens geht ist ein reaktivieren, d.h. wenn das USB Gerät beim starten vorhanden war, dann irgendwann einmal abgesteckt wurde kann es unter "Geräte konfigurieren" durch deativieren und wieder aktivieren wieder zum Leben erweckt werden.
 
Hallo gdop,

ich weiß nicht genau, ob das hilft, aber bei mir war die Situation vor nicht allzu langer Zeit ähnlich: vom reinen "Hardware-Sequencing" (ich habe also mit dem internen Sequenzer meines M50 "aufgenommen", unter Zuhilfenahme einer THRU-Box) bin ich komplett auf PC/DAW umgestiegen.
Da ich 4 Hardwareinstrumente hatte bzw. habe, habe ich mir ein gebrauchtes Midisport 4x4 USB-Interface geholt. Das hat von Anfang an einwandfrei und ohne "MIDI-Latenzen" in beide Richtungen geklappt - bei 4 angeschlossenen Tonerzeugern.
In der DAW (ich benutze Samplitude Music Studio, erst die MX, jetzt die 2014er) kann ich bei jedem Track einzeln den MIDI-Ein- und Ausgang festlegen, optional noch den MIDI-Kanal oder ggf. Transponierungen.

Wichtig ist auch hier, dass das Midisport vor Starten der DAW läuft (ist aber faktisch kein Problem, da dieses beim Booten des PC logischerweise mit als Erstes mit USB-Strom versorgt wird, also immer "an" ist).

Kurios: Im Rahmen dieser Umstellung habe ich aber z.B. gemerkt, dass ich beim Einspielen beim Korg M50 dann einen leichten "Versatz" aller MIDI Noten hatte, wenn es über USB-Kabel direkt mit dem PC verbunden war. War der M50 jedoch per Midisport und MIDI-Kabeln verstöpselt, gab es keinen Versatz (was ja bei MIDI eigentlich auch der Normalfall ist).
 

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