"Spiel mal gratis" - Wie geht Ihr damit um

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Le_Franzose

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Letztlich haben wir wieder angefangen uns öffentlich zu präsentieren. Sehr schnell bemerkte ich ein Paar spezialisierte Typen, die immer nur "Gratis Bands" buchen.

Habt Ihr das öfters ? Wie geht Ihr damit um ?
 
omnimusicus

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Letztlich haben wir wieder angefangen uns öffentlich zu präsentieren. Sehr schnell bemerkte ich ein Paar spezialisierte Typen, die immer nur "Gratis Bands" buchen.
Habt Ihr das öfters ? Wie geht Ihr damit um ?
haben wir nie!
damit gehen wir gar nicht um - frei nach Karl Velentin: "...noch nicht mal ignorieren...!"
 
waldru

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gesch

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Ich habe viele Jahre an Zeit, Arbeit und Geld investiert um so spielen zu können und zu klingen wie ich es jetzt tue - und das hat einen Wert.

Veranstalter buchen Bands ja in der Regel nicht weil gerade ihr CD-Player defekt ist, sondern um Kundschafft zu ziehen und Umsatz zu machen.
Warum sollte ich ihm dabei helfen Reich zu werden ohne daran zu partizipieren? Auch ich (die Band) habe permanente Ausgaben und ab und an geht leider auch mal was kaputt - das muss ja alles finanziert werden.
Hinzu kommt, das ich auch anderen Bands nicht die Preise kaputt machen will indem ich für wenig bis gar keine Kohle spiele - da bin ich solidarisch.

Die Frage, ob man nicht umsonst spielen könne, zeugt nicht gerade von Wertschätzung für die/den Künstler.

Natürlich mache ich auch Musik weil es mir Spaß macht und ich gerne spiele und bei einem guten Freund könnte ich mich eventuell dazu hinreisen lassen auf ihrer Fete auch mal kostenlos zu spielen und ganz Sicher spiele ich bei einer Benefiz-Veranstaltung kostenlos (wenn mir der Grund der Veranstaltung zusagt) aber ich spiele bei professionellen Veranstaltern und Clubbesitzern nicht umsonst.

Die nehmen Eintritt weil sie der Meinung sind, das ihr Club und die gebuchte Band es Wert sind - ganz genau, die Band ist es Wert - also zahlt gefälligst.

In Amerika ist es ja schon üblich, das unbekannt Bands zahlen müssen, damit sie im Club spielen dürfen.
Wenn es in Deutschland eines Tages auch so ist, werde ich lieber aufhören Gigs zu spielen als diese Verachtung von künstlerischer Tätigkeit mitzumachen.
Spätestens dann spiele ich nur noch umsonst - bei mir im Wohnzimmer.

Gruß
 
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mjmueller

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Kommt darauf an würde ich sagen.
Wenn es um eine Auftrittsmöglichkeiten geht von der ihr euch versprecht, Leute zu erreichen, die ihr sonst eher nicht erreichen könnt ...
 
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Talentfrei

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Die Frage, ob man nicht umsonst spielen könne, zeugt nicht gerade von Wertschätzung für die/den Künstler.

Wertschätzung für Künstler ist in unseren Breiten sowieso eher eine sehr selten zu findende Eigenschaft. Ob man sich auf dieses Niveau runterlassen will, darf man zum Glück noch selber entscheiden.
 
Hauself Zwo

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spezialisierte Typen, die immer nur "Gratis Bands" buchen.
"Gratis-Bands" gibt es in unserer Region nicht - die wollen alle eine Gegenleistung, und das ist gut so.

Unsere Band spielt bei kleinen, nicht kommerziellen Veranstaltungen (z.B. Privatperson feiert runden Geburtstag und möchte für die 40-50 Geburtstagsgäste Livemusik) schon mal für einen kleinen Taler - aber nicht umsonst. Die Fahrtkosten und zumindest ein angemessenes Taschengeld müssen schon rausspringen, und die meisten unserer "Privatkunden" sehen das genauso.

Ich könnte mir (rein theoretisch, da bisher nicht vorgekommen) vorstellen, als "Appetizer" zur Vorstellung der Band mal ein Viertelstündchen (maximal eine halbe Stunde) umsonst zu spielen - aber bisher genügte es, dem Veranstalter eine DVD mit einem kurzen Video (2 -3 Songs) eines schon absolvierten Auftritts in die Hand zu drücken, damit der einen Endruck bekommt, was er im Zweifel einkauft.
 
DeadHonor

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Ohne Gage spielen wir nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Benefizkonzerte zum Beispiel. Oder wenn bei uns in Hamburg ne Band spielt, mit der wir unbedingt mal spielen wollen und halt nur das Equipment n Kilometer weit fahren müssten. Aber ansonsten sollte halt immer Sprit plus ein Extra drinne sein.
 
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Wir spielen schon mal auf pro-bono (aber nicht pro-Bono), wenn der Anlass angemessen ist. So als Vorband, wenn man nix aufbauen muss, sondern nur spielen. Oder an einem gemeinnützigen Vereinsfest. Oder auf ner geilen Privatparty von Bandfreunden.
Aber niemals irgenwo, wo jemand Mucke für umme will....
 
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Bassyst

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"Spiel mal gratis" finde ich noch ok, hab ich schon oft gemacht und würde ich auch wieder machen, wenn das Ding an sich Spaß macht.

Was mich richtig nervt als Hobbyband, "Pay to play", also gehe bitte in Vorkasse. Oft verpackt als "die Bands müssen Karten verkaufen und mindestens 50 Karten abnehmen" oder "Eintrittsbeteiligung, aber die Band bezahlt erst Mal Gema-Gebühren". Oder "Anmeldegebühren". Das Geld sieht man ja dann doch nicht wieder und man fühlt sich ausgenutzt.
 
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Rubbl

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Ich bin auch nicht uneingeschränkt dafür, "gratis" zu spielen. Ich bin aber auch nicht dagegen, wenn das nicht heißt, dass man großartig draufzahlen muss. Sprich je nach Entfernung sollte das Spritgeld drin sein und natürlich kein "pay to play".
Ich kenne aber auch die Situation, dass es genug Bands gibt, die wunder was von ich halten, im Endeffekt aber keine Zuschauerzahlen in irgendeine Location ziehen, die im entferntesten wirtschaftlich für den Veranstalter wäre. Da erlebte ich schon öfters, dass Gagen aufgerufen werden, wo ich mich frage wovon das bezahlt werden soll. Zumal zb. der Wirt in einer Kneipe zum Beispiel oft genug selbst einschätzen kann, dass er an einem "normalen" Abend mit Wunschkonzert aus der Retorte einen genauso hohen Umsatz hat.
Ich mach seit über 20 Jahren selber Musik und will auch, dass meine Arbeit in irgend einer Weise gewürdigt wird. Aber wenn ich es mit meiner Band nicht schaffe, das Haus zu füllen, muss ich mir eben Gedanken machen, ob mir es dann mein Hobby wert ist, ohne eine finanzielle Vergütung aufzutreten und trotzdem Spass zu haben, oder besser nicht zu spielen, wenn nix dabei rüberkommt.

Also: Musiker sollten bezahlt werden für die Arbeit die sie leisten.
Sich aber eine Namen erarbeiten, auch wenn das heiß erst mal nix zu bekommen, sollte nicht unterschätzt werden.

Meine Meinung.
 
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FerdinandK

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Wenn es Arbeit ist, dann lass dich bezahlen, wenn du Spaß haben kannst hab Spaß. Wenn du für´s Spaß haben bezahlt wirst, dann ist es der richtige Weg.
 
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Ich wurde vor einiger Zeit als Leiter meiner Agentur von einem renommierten Hotel angesprochen, ob ich mich an einer Veranstaltung zum Thema Mukoviszidose einbringen könnte. Natürlich kostenlos. Schirmherrin war die Frau des damaligen Bundespräsidenten. Presse, Funk und Fernsehen, weitere Veranstalter usw. wären auch vor Ort; also das übliche Blabla...
Bis dahin hatte ich, wie auch die anderen ortsansässigen Agenturen, keinerlei geschäftliche Kontakte zu diesem Hotel, in dem recht häufig Veranstaltungen stattfanden. Die bezahlten Aufträge gingen alle nach Berlin.

In einem persönlichem Gespräch mit der Hotelleitung teilte ich denen mit, dass es für mich vorstellbar wäre, dort Leistungen im Wert von
etwa 3.000.- einzubringen - allerdings aber nur, wenn es eine funktionierende Geschäftsbeziehung zwischen uns geben würde. Da diese nicht existierte, gab ich ihnen den Tipp, es bei denjenigen zu versuchen, die bis dahin in diesem Hotel das Geld verdient hatten. Dann stand ich auf und ging.

Natürlich fand die Veranstaltung statt und einige ortsansässige Künstler ließen sich auch darauf ein. In Presse und Fernsehen sah man die Frau des Bundespräsidenten. Nachfolgeveranstaltungen für Mitwirkende gabs meines Wissens nach keine.
Ich würde heute genau so reagieren.
 
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Es ist eine Gratwanderung, in jeglicher Hinsicht. Überall versuchen Leute Veranstaltungen zu betreiben, für die sie natürlich das finanzielle Risiko minimieren wollen und wohl auch müssen, indem sie erst einmal Bands suchen, die ohne Gage spielen. Und solange es immer wieder Bands gibt, die dazu bereit sind, wird sich auch nur wenig daran ändern. Zum Glück haben viele dieser Veranstalter auch erkannt, dass Qualität seinen Preis hat, und sie nichts davon haben, wenn die Bands, die sie dann verpflichten, nicht zuverlässig sind, vielleicht sogar kurzfristig absagen (haben ja logischerweise auch keine Konventionalstrafe zu befürchten), oder einfach nichts vernünftiges abliefern oder keine Stimmung rüberbringen, und am Ende das Publikum nicht zufrieden ist.
Leider gibt es anscheinend viel zu oft tatsächlich Bands, die keine Gage verlangen, aber trotzdem einen guten Job abliefern. Da hab ich dann bei Verhandlungen wenig Argumente dagegen zusetzen.

Wir sind realistisch genug, dass wir wissen, wie der Markt heutzutage aussieht, und halten das so, dass wir uns den Event genau anschauen, und im Einzelfall entscheiden. Es gibt ein paar nette Clubs, wo keine Gage gespielt wird, aber auf Hut gespielt wird. Da kommt am Ende nicht Gage rüber, die wir uns eigentlich erhoffen, aber 1. hält sich der Aufwand für uns in Grenzen, weil PA, Licht und evtl. Bücklinge vorhanden ist, 2. kennen wir den Betreiber und seine Beweggründe, warum er das nur so durchziehen kann, 3. wissen wir, dass er (unsere) (Live-)Musik schätzt, 4. uns bestens Catering technisch versorgt, und 5. am Ende das Publikum entsprechend animiert, dass der Hut auch möglichst voll wird. Und es ist auch schon vorgekommen, dass der Betrag im Hut aufgerundet wird, wenn der Umsatz entsprechend war. Bei diesen Veranstaltungen haben wir auch i.d.R. ein sehr dankbares, aufgeschlossenes und interessiertes Publikum. Zudem sind dort auch nicht selten bezahlte Folgejobs entstanden.
Wo wir aus Prinzip nicht gratis spielen, wenn wir sehen, dass irgendwer anderes bei diesem Event verdient, oder wenn wir mitbekommen, dass irgendwelche anderen Bands Gage bekommen, weil sie möglicherweise einen höheren Bekanntheitsgrad besitzen, quasi als Publikumsmagnet gehandelt werden, oder womöglich persönliche Connection zum Veranstalter dafür sorgen.
 
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Da fällt mir doch gleich noch eine Story ein: Ich bekam mal am verschneiten Silvester-Mittag einen Anruf aus dem nördlichen Berliner Umfeld. Die gebuchte Band aus Tschechien hatte einen Unfall; wenn meine Agentur helfen könnte, wäre ich der Retter des Silvesters in diesem Hotel.
Abgesehen davon, dass bei mir keiner auf dem Sofa saß und noch auf einen Gig wartete, fragte ich die Rahmenbedingungen ab:
Ca. 2 Stunden unplugged zum Glühwein auf dem Eis vor dem Hotel. Dann ca. 2 Stunden Dinnermusik während des Buffets, dann Partymugge bis ca. 3 Uhr. Ich glaube, dass noch von einem Frühschoppen am Neujahrstag die Rede war.
Das Honorar für alles lag bei 750,00. :eek:
Ich konnte denen nur noch sagen, dass sie ihre Musiker zukünftig wenigstens so bezahlen sollten, dass sie sich auch noch einen Satz Winterreifen kaufen können.

Ansonsten ist bei mir Fingerspitzengefühl angesagt. Ich spiele, moderiere oder beschalle auch schon mal umsonst - aber nur, wenn ich mich mit den Veranstaltern und dem Inhalt der Veranstaltung verbunden fühle. Dann gibts auch immer eine Möglichkeit, das später irgendwie zu kompensieren.
Wenn aber jemand anderes dort Kohle macht, bin ich sofort raus.
 
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Das Honorar für alles lag bei 750,00. :eek:
...vermutlich nicht pro Nase, was ja ok gewesen wäre. Wobei die Musik für den Frühschoppen bei mir extra berechnet worden würde.
Was ich oben shcon geschrieben hab: Wenn jemand anderes sich eine goldene Nase verdienen möchte, erwarte ich einen entsprechenden monitären Anteil daran.
 
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Martman

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Für lau spielen wir gar nicht. "Erfahrung" braucht eine Band nicht, die schon 1979 gegründet wurde von Musikern, die schon vorher zusammen gespielt haben. Publicity braucht eine reine Amateur-Hobby-Coverband auch nicht. Wir hätten aber auf jeden Fall gern die Sprintermiete und das Spritgeld wieder drin. Was nicht heißt, daß wir immer für genau das spielen, denn die Bandkasse will auch befüllt werden, aus der immer mal wieder Technik gekauft wird.


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Publicity braucht eine reine Amateur-Hobby-Coverband auch nicht
Das kann man auch anders sehen: Wenn Dich keiner kennt und Du kommst auf die Bühne wie Kolumbus nach Amerika, musst Du schon verdammt gut spielen - und überzeugst bestenfalls die Anwesenden. Das ist hartes Brot und zuweilen recht wenig Spaß.
Also ein wenig "die Band kennt man" ist auch für reine Amateur-Hobby-Cover-Bands" nicht unbrauchbar, und die Bekanntheit bekommt man nicht für regelmäßige Anwesenheit im Proberaum.

Wir hätten aber auf jeden Fall gern die Sprintermiete und das Spritgeld wieder drin
Wenn ich nur das hätte, würde ich nach meiner Rechnung ja schon umsonst spielen, weil ich nur das Geld, das ich für den Auftritt ausgegeben habe, wieder bekomme (also null auf null). Spiele ich gratis, bringe ich Geld mit / zahle meinen Auftritt auch noch - das kann und will ich mir nicht leisten (außer Benefizveranstaltungen, da ist das 'ne bewusste Spende).
 
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Den Sylvester-Job, den @robbert oben erwähnt hat, ist sicherlich eine andere Liga. Das ist Dienstleistungs-Mucke, und da gibt's diese Diskussion von wegen gratis spielen eh nicht. Sicherlich lief es auch in diesem bereich früher besser, doch seit einigen Jahren ist der Markt etwas dünner geworden, zumindest wenn man die fetten Gagen einstecken will, denn die Veranstalter sind oft einfach nicht mehr in der Lage, solche Gagen wie früher zu zahlen, weil die Gäste nicht mehr so zahlreich auflaufen, wie das mal der Fall war. Es sind einerseits weniger Veranstaltungen überhaupt, und für die, die noch stattfinden, sucht man dann eher günstigere Musik, also entweder einen DJ oder anstatt einer kompletten 5-6 Mann Liveband, dann doch lieber das 2-3Mann Duo. Wir haben daher in den letzten Jahren insofern Zugeständnisse gemacht, dass wir die Gagen nicht wie früher jedes Jahr ein wenig angezogen haben, im Gegenteil, durch Personalergänzung, z.B. Sängerin, die Gagen nur gering angehoben. Normalerweise gilt bei uns ein Stundensatz von 50-60EUR/Musiker, was man aber nur schwer durchsetzen kann, oder halt auch weniger Gigs spielt. Wir haben unseren festen Kurs, wer das zahlt, für den spielen wir, wer nicht, der muss sich eine andere Band suchen.
Zumindest ist das Ganze nachwievor noch mehr als Kosten-deckend.

Im Gegensatz zu unserer ClassicRock Coverband, wo wir uns nicht als reiner Dienstleister verstehen, obwohl wir zwar im Prinzip genauso ausschließlich covern, wie meine Tanzmusik-Band, aber halt nicht alles spielen, was das Publikum hören will, sondern uns selbst ein festes Programm aussuchen, worauf wir Bock haben. Da spielen wir auch keine 6-10 Stunden-Gigs, sondern max. 4h, eher weniger.
Und genau hier gibt es halt das Problem, dass es zu viele Bands gibt, die dasselbe Klientel bedienen, wo man auch höchstens Chancen auf Veranstaltungen mit entsprechend wenig Budget, wie oben beschrieben hat.
Das ist in keinerlei Hinsicht kostendeckend, und auch nie gewesen, wenn ich die letzten 15 Jahre anschaue, in denen ich in solch einer Band spiele. Ich würde behaupten, dass wir uns qualitativ nicht verstecken müssen, aber es gibt halt zu wenig Gigs, die anständig bezahlt werden.
Alleine die 2000EUR Proberaummiete pro Jahr bekommen wir durch Gagen kaum wieder rein, mal abgesehen von den Fahrtkosten zu den Proben, ca. 40 Proben á 80km bei mir, bei unserem Drummer sogar 200km. An Equipment investiere ich jedes Jahr - wohlgemerkt nur für diese Band - 1000-2000EUR. Ich kann das halt durch die Tanzmucke, die ich nebenbei auch noch mache, kompensieren.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass es ein Hobby ist. Niemand zwingt mich dazu, und es gibt sicherlich andere Hobbies, die deutlich mehr Geld kosten, wie Segeln, Golfen, Reiten, die überhaupt kein Geld einbringen.
Die Krux ist - und das ist wohl das Hauptproblem - dass jede Band natürlich irgendwann auch mal live auftreten will, um das zu präsentieren, für das man regelmäßig und intensiv probt, d.h. natürlich auch, sich dort die erhoffte und gewünschte Bestätigung abzuholen. Aber ohne Gage? Viele Bands anscheinend ja... und da beginnt dann das Dilemma, wie der Markt zu Ungunsten vernünftiger Gagen beeinflusst wird.
 

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