[Spieltechnik] Wie werd ich ein Schredder?

von fsultra, 29.01.06.

  1. fsultra

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    Erstellt: 29.01.06   #1
    Vorwort:
    Über den Sinn vom Shredden trennen sich ja bekanntlich die Meinungen. Musikalität und Gefühl ist beim Spielen wichtiger als irgendwelche Tonleiter rauf und runter zu shredden. Meiner Meinung nach kann aber die Beherrschung von technisch anspruchsvolleren Sachen von Vorteil sein, man muss ja nicht andauernd schnell spielen.
    Dieser kleine Workshop beinhaltet keine Rundumbetreuung, er beleuchtet nur gewisse Aspekte des shreddens, Spieltechniken werden weniger behandelt.

    Grundregel um schneller zu werden:
    So komisch es klingt, langsam, sauber, clean und immer mit Metronom üben!


    1. Körperhaltung

    Eine aufrechte und gerade Körperhaltung, ob im Sitzen oder Stehen ist sehr wichtig wenn man nicht wie mein Gitarrenlehrer schon mit 40 chronische Rückenprobleme bekommen will.


    2. Die Greifhand (linke Hand)

    Erst einmal gibt es zwei Grundpositionen, die erste wird vorwiegend bei Bendings (also Blues und bei Pentatoniken) verwendet. Die zweite Position ist für uns jetzt interessanter, weil man damit schnellere Läufe spielen kann.

    a) erste Grundposition
    Der Daumen befindet sich auf der oberen Griffbrettseite. Man kann wie beispielsweise Jimi Hendrix und Eric Clapton an der tiefen E-Saite Töne greifen.

    [​IMG]

    Gdur (mit Daumen an der tiefen E-Saite)
    E |--3--
    B |--3--
    G |--4--
    D |--5--
    A |--x--
    E |--3--



    b) zweite Grundposition
    Der Daumen befindet sich an der Hinterseite des Griffbretts. Jetzt kommen wir auch mit dem kleinen Finger an die Tiefe E-Saite und auch die Position der Hand kann so schneller gewechselt werden; also die ideale Position um schneller zu spielen.

    [​IMG]

    [​IMG]



    3. Die Schlaghand (rechte Hand)

    Hier kommen wir zum eigentlichem Problem: die Greifhand ist eigentlich schneller als die Schlaghand, deshalb ist hier die Haltung auch sehr wichtig.
    Ich empfehle eine natürliche Haltung der Hand (also Handgelenk so wenig wie möglich abwinkeln), das minimiert das Verletzungsrisiko erheblich. (Ja, richtig gehört! nicht nur zu schnelles Autofahren kann gefährlich werden! ;) Ich spreche hier leider aus eigener Erfahrung).
    Sicher gibt es Gitarristen die mir da widersprechen, denen eine andere Haltung vorteilhafter erscheinen mag. Die meisten Gitarristen bevorzugen jedoch diese "natürliche Haltung".

    meistens so:
    [​IMG]

    seltener:
    [​IMG]


    Jetzt kann man nach zwei Bewegungsarten unterscheiden, die Bewegung aus dem Handgelenk und aus dem Armgelenk. Manche Gitarristen bewegen ihr Plektron auch nur indem sie Zeigefinger und Daumen bewegen, von der Methode rate ich aber ab.

    a) aus dem Handgelenk
    Die Standart-Anschlgtechnik
    Gitarristen, die diese Technik oft verwenden: Steve Vai, Joe Satriani, Yngwie Malmsteen (wobei Yngwie auch schon viel aus den Fingern spielt)...

    b) aus dem Ellebogen
    Ein sauberer und halbwegs moderater Wechselschlag aus dem Handgelenk ist hier Voraussetzung, denn man neigt bei dieser Technik unsauber zu spielen. Also hier besonders wichtig: Anfangs langsam und sauber spielen nicht zu schnell das Tempo steigern!
    Den Handballen kann man hier leicht auf das Tremolo auflegen, das Handgelenk bleibt steif und es bewegt sich nur das Ellebogengelenk.
    Gitarristen, die diese Technik oft verwenden: Greg Howe, John Petrucci, Shawn Lane, Al Di Meola...
    Diese Technik kann aber auch nicht jeder erlernen, ich kenn Gitarristen die das schnelle Anschlagen aus dem Ellebogen nicht können.

    Manche Gitarristen kombinieren diese beiden Techniken, was einem besser liegt muss man schon selber herausfinden.


    4. Unabhängigkeit der Finger

    Aufgrund ihres anatomischen Aufbaus fallen den Fingern bestimmte Bewegungen leichter oder auch schwerer. Deshalb ist es wichtig, dass die Finger unabhängig werden, spezielle Übungen gibt es ja massenweise, am besten ihr schaut euch Rock Discipline von John Petrucci an.


    5. last but not least: Aufwärmen


    Viele Gitarristen sind der Meinung, dass normales Einspielen die einzige und beste Aufwärmmethode sei. Um einer Sehnenscheidenentzündung vorzubeugen sollte man sich mit Bewegungen aufwärmen, die nicht mit Gitarrespielen zu tun haben. Also ein paar Runden ums Haus laufen? Nein! Die Handmuskulatur muss aufgewärmt werden. Die besten Übungen sind Finger anspreizen und wieder abspreizen, wer Geduld hat kann seine Finger auch kreisen. Am schnellsten geht’s bestimmt auch, wenn man seine Finger unter heißes Wasser hält.


    einige Shredder bzw. empfehlenswerte Gitarristen

    -Al Di Meola (ja ein akustischer Kollege;))
    -Shawn Lane
    -Paul Gilbert
    -Jason Becker
    -Greg Howe
    -Steve Vai
    -Yngwie Malmsteen
    -Andy Timmons
    -Steve Morse
    -Michael Angelo Batio
    -John Petrucci
    -Viktor Smolski
    -Vinnie Moore
    -Tony MacAlpine
    -Frank Gambale
    -Nicoló Paganini (Ähmm.. naja auf vier Saiten zumindest ;))


    nützliche Links:

    - http://www.ibreathemusic.com/ hier findet man alles was ein Shredderherz begehrt, gute Workshops, nettes Forum...
    - http://www.tarsun.net/forum/index.php Shawn Lane Forum
    - http://www.guitar9.com/ hier findet man viele Hörproben von Gitarrenalben
    - http://www.jemfest.com/ tolles Projekt, coole Interviews

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    Wem das ganze zu viel Zeit beansprucht, kann sich hier an den Vorzügen des Shredderdaseins erfreuen http://www.guitarshredshow.com/ :)
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    Bei Fragen oder Korrekturvorschlägen bitte posten :)
     
  2. fsultra

    fsultra Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.06   #2
    Nachtrag:
    Dieser Workshop beschäftigt sich mehr mit dem "verletzungsfreien" Spielen, ich hatte selber jetzt 7 Monate Sehnenscheidenentzündung... deshalb ist die richtige Haltung sehr wichtig!

    mfg Patrick :)
     
  3. KaosGod

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    Erstellt: 30.01.06   #3
    sehr gut geeignet um die Finger aufzuwärmen sind auch Qi Gong Kugeln
     
  4. fsultra

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    Erstellt: 31.01.06   #4
    Korrektur: Petrucci spielt natürlich nicht aus dem Ellebogen,
    @pim: danke für den Hinweis!
     
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