Steg selber einstellen

von hvorfor, 29.10.09.

  1. hvorfor

    hvorfor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #1
    Hallo zusammen,

    ich wollte mal anfragen, ob hier jemand Erfahrung damit hat, bei einer Konzertgitarre den Steg selbst einzustellen/ runter zu feilen?

    Grund: Die Saitenlage ist so, dass die Gitarre in den höheren Lagen für mich tw echt schlecht bespielbar ist (12 Jahre alte No-Name Gitarre, die mir mal geschenkt worden ist).

    Bin dann u.a. nach Lesen dieses Threads
    https://www.musiker-board.de/vb/nylon/315572-saitenlage.html
    zu dem Schluss gekommen, dass die einzige Möglichkeit für mich wäre, den Steg runter zu feilen.

    Zitat aus dem alten Thread:
    "Du kannst aber überhaupt die Saitenlage kontrollieren:
    Messe den Abstand jeder Saite über dem 12. Bundstäbchen (sollte etwa 2,5-3,5 bei Diskantsaiten und 3,5-4,5 mm bei den Bass-saiten betragen).

    Und dann noch die Halskrümmung:
    Drücke jede Saite am 1. und am 12. Bund und messe den Abstand jeder Saite über dem 6. Bundstäbchen (sollte ca. 0,5 - 1 mm betragen)."

    Über den 12. Bund sind bei mir (zwischen Bundstäbchen und Saitenunterkante) bei der hohen E-Saite 4mm, bei der tiefen 4,5mm. Ergo: relativ hoch; für mich allerding leider ZU hoch.

    Wenn ich die Saiten am 1.Bund runterdrücke, ist der Abstand am 6. Bund ca. 2,5mm; wenn ich am 12. Bund drücke, liegen die Saiten am 6.Bund auf. Ergo: Halskrümmung zu gering (aber ist nicht zu ändern).:evil:

    Deshalb Idee: Steg runterfeilen!
    Klar kann ich damit zum Fachmann gehen, bloß spar ich zur Zeit eh schon für eine neue Gitarre, so dass das (weils ja Geld kostet) nur die Zeit bis zur neuen Gitarre verlängern würde...

    Hat jemand von euch schon einmal selbst seinen Steg runtergefeilt? Worauf muss ich achten? Was kann ich falsch machen?:confused:

    Schon mal danke für Anworten!
     
  2. Richelle

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    Erstellt: 30.10.09   #2
    Die Saitenlage mit 4 - 4,5 mm könnte man um 1 mm durch Erniedrigung der Stegeinlage um 2 mm (abschleifen) verbessern.

    Aber: Deine Halskrümmungsmessungsbeschreibung ist ein wenig verwirrend bzw. seltsam.
    Normalerweise sollte man für diesen Test dieselbe Saite gleichzeitig am 1. und am 12. Bund drücken um den Abstand (Zwischenraum) zwischen Saite und 6. Bundstäbchen zu kontrollieren (sollte dort etwa 0,5 - 1,0 mm sein).
    --> wenn du nur den 12. Bund runterdrückst und die Saite am 6. Bundstäbchen aufliegt --> dann ist es ja noch schlimmer mit der Halskrümmung (viel zu gering bzw. sogar nach hinten gekrümmt - Back bow).
    Dieses Problem kannst Du aber mit der Erniedrigung der Stegeinlage nicht lösen!

    Wir sind hier in der Rubrik Nylon. Nur um Klarheit zu schaffen --> Ist Deine Gitarre eine Konzertgitarre (Klassikgitarre, Nylonstring) und auch mit Nylonsaiten bespannt (3 Nylon + 3 metallumsponnene Nylonsaiten)?
    Typische Merkmale von Nylonstrings: Durchstochene Kopfplatte mit weißen Kunststoffwellen an denen die Saiten befestigt und gespannt werden (Wellen meist etwa 10 mm Durchmesser) und an der Brücke keine Bridgepins sondern Knüpfbrückenausführung.

    Nylonstring Gitarre (Klassik-, Konzertgitarre)

    Steelstring Gitarre (Westerngitarre)
     
  3. hvorfor

    hvorfor Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.09   #3
    Sorry, dass ich die Saiten am 1. und 12.Bund gleichzeitig drücken muss, hatte ich falsch verstanden. Leider liegen sie dann bei meiner Gitarre am 6. Bund erstrecht auf...:o

    Es ist auch auf jeden Fall eine Konzertgitarre und nichts anderes und zur Zeit mit Medium-tension Nylon-Saiten bespannt. Sie ist auch niemals mit etwas anderem als mit Nylon-Saiten bespannt gewesen.

    Auf jeden Fall schon mal danke für die Hilfe! Egal wie sch***e die Halskrümmung ist--> bekomm ich sie ja bei einer Konzertgitarre eh nicht geändert...
    Leider ist der Steg so beschaffen, dass er auf der Seite der Diskantsaiten bloß ca. 1,5mm über der Holzführung des Stegs übersteht (kenn da leider nicht die Fachbegriffe, aber der Steg sitzt ja in einer Art Rinne aus Holz und nur ein kleines Stück des Stegs schaut darüber hinaus). Ich könnte den Steg also wenn höchstens 1mm oder so runter feilen...
    Dann ist sie vielleicht etwas besser bespielbar, aber dafür schnarren dann womöglich die Saiten, weil die Saitenlage auf den niedrigen Bünden zu gering ist...
    Ich glaub ich lass es bleiben!

    Auf jeden Fall herzlichen Dank für den schnellen Rat!!:great:
     
  4. Richelle

    Richelle HFU + HCA A-Gitarren HCA HFU

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    Erstellt: 30.10.09   #4
    Man kann bei einer Konzertgitarre zwar die Halskrümmung nicht einstellen (weil es keinen, wie bei Westerngitarren, einstellbaren Stahlstab gibt) aber ursprünglich sollte bei der Gitarre die Halskrümmung gestimmt haben (falls dieses Instrument nicht schon so schlecht gebaut wurde).

    Sogenannte "back bows" (= verkehrte Halskrümmung, rückwärts gekrümmt) entstehen üblicherweise, wenn das Holz des Halses sehr viel Feuchtigkeit aus der Atmosphäre aufnimmt, dadurch aufquillt und sich nach hinten verformt.
    Auch wird ein solcher Vorgang begünstigt wenn der Zug der Saiten für längere Zeit fehlt (also wenn die Saiten für längere Zeit entspannt oder überhaupt demontiert waren).

    Eventuell könntest Du durch längere Aufbewahrung in einer Umgebung mit trockener Luft (relative Luftfeuchtigkeit um die 35 - 45%) und starker Saitenspannung (hard tension strings oder vorhandene Saiten um einen Halbton höher stimmen) diesen eventuell nur leichten back bow beheben.

    Falls dies erfolgreich wäre --> erst dann die Saitenlage neuerlich kontrollieren (logischerweise würde man vermuten, dass diese dann noch höher wird --> aber falls wirklich eine schlechte Lagerung bei hoher Luftfeuchtigkeit der Gitarre die einzige Ursache Deiner Probleme waren --> dann könnte sich auch die Decke an der die Brücke mit Steg sitzt und die sich eventuell auch sehr stark durch Feuchtigkeitsaufnahme aufgewölbt hat und somit eine hohe Saitenlage bewirkt wieder auf wünschenswerte Form einstellen und ein Eingriff bei der Stegeinlage könnte geringer ausfallen.

    Dies wäre eine Möglichkeit das Instrument wieder auf wünschenswerte Bespielbarkeit zu bringen, vorausgesetzt es gibt keinen anderen Schaden an der Gitarre (Hals-Korpusverbindung beschädigt, ursprünglich extrem schlechte Konstruktion, Bruch von Deckenbeleistung, ect.).
     
  5. hvorfor

    hvorfor Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.09   #5
    Hey,

    Ich hab jetzt schon mal Saiten mit höherer Spannung aufgezogen und werd mal anfangen an der Luftfeuchtigkeit zu arbeiten... Bisher hat sich erwartungsgemäß noch nix getan, aber das wird ja hoffentlich noch kommen :)

    Danke auf jeden Fall für die Tips!!!:great:
     
  6. matze-flamenco

    matze-flamenco Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.11.09   #6
    Hallo,

    den Steg runterfeilen ist ganz einfach und da ich Flamenco spiele hab ich das schon x-mal gemacht:

    1. Saiten lockern
    2. Stegeinlage herausnehmen
    3. Schmirgelpapier (nicht zu grob aus dem Baumarkt) auf eine Tischplatte legen
    4. Die Stegeinlage (Unterseite nicht Oberseite) durch Hin-und-Her-Bewegungen auf dem Schmirgelpapier langsam abfeilen
    5. Ab und zu Stegeinlage mal wieder einbauen und testen, dass nicht zuviel abgefeilt wird.
    Das wars.

    Saludos,

    Matze
    www.fuego-flamenco.com
     
  7. cvinos

    cvinos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.09   #7
    Bloß nicht die Gitarre über einen langen Zeitraum sehr trockener Luft aussetzen, das wäre wieder aus anderen Gesichtspunkten ungünstig.
     
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