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Viktoria14
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Hallo ,
Ich habe ein Problem und hoffe, dass es Leute gibt, die mir hier weiterhelfen können ;)
Kurz zu mir:
Ich singe schon ein paar Jährchen. Zunächst habe ich bei einer Gesangslehrerin Klassisch /Pop/Musical alles gemischt gemacht. Naja, es hat schon ein bisschen geholfen, aber die Technik war eher so mittelprächtig bis nicht vorhanden und es hat mich im Unterricht bald gar nicht mehr weitergebracht. Ich habe den Lehrer gewechselt. Bei meinem jetzigen Lehrer singe ich nur noch klassisch. Technisch funktioniert alles sehr gut (worüber ich auch sehr sehr glücklich bin)und ich habe das Gefühl immer weiter zu kommen und langsam richtig gut zu werden. Das wird mir auch von Außen bestätigt und ich habe immer mehr Auftritte und Erfolge - im Klassischen. Aber irgendwie ist es nicht ganz meins.

Nun wollte ich aber eigentlich IMMER Musical machen. Mit diesem Ziel habe ich den Gesansgunterricht angefangen. Ich spiele auch Theater und tanze nebenher.
NUR: Ich kann das überhaupt nicht singen. Wenn ich versuche Musical zu singen, dann klinge ich wieder, als hätte ich nie Gesangsunterricht gehabt (übertrieben gesprochen). Meine Tiefe ist schlecht, total ohne Kraft. Die Höhe ist zwar eigentlich gut, bringt für Musical allerdings nicht so viel- außerdem belte ich nicht, da ich es überhaupt nicht kann. Ich singe halt einfach drauf los ... ! Ich kann die klassiche Gesangstechnik nicht auf Musical anwenden, da ich Musical auch einfach nicht klassisch singen möchte. Das passt für mich nicht zusammen.

Meine Frage: Bringt mir denn der ganze klassische Unterricht für Musical gar nichts? Kennt ihr solche Phänomene von anderen Schülern? Ich kenne viele Leute, die klassisch singen, deren Stimmen sich aber bei Pop/Musical immer noch super anhören. Wie ist eure Erfahrung? Woran liegt das?
Ich weiß, dass es auch klassisch orientierte Musicals gibt. Aber vor allem ziehen mich die neueren, eher rockigen/popigen Musical an, bei denen auch Teilweise Sprechgesang vorhanden ist.
Ich habe mich schon viel nach Lehrern umgeschaut, allerdings unterrichten die meisten Klassik, Pop, Rock, Jazz, Musical alles zusammen. Ich bin mir nicht sicher, ob das so zu vereinbaren ist. Ich habe mit diesem Mix schlechte Erfahrungen gemacht (siehe oben) und ich habe schon oft von Leuten , die solchen Mix unterricht nehmen gehört, dass ihre Lehrer nicht einmal wissen, was Belten bedeutet, geschweige denn irgend etwas in dieser Richtung unterrichten. (Das kann man natürlich auf keinen Fall verallgemeinern!!!) Kennt jemand einen guten Lehrer im Raum Heidelberg?

Danke im Voraus
Liebe Grüße,
Viktoria
 
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Okay,

in den Basics was Atmung, Stütze usw angeht, ähneln sich klassischer und Pop/ Musicalgesang.

Im ganzen Rest: im Ausdruck, Betonung, Gefühl, Klang - das hört man ja auch - eben nicht.

Du kennst Leute, die beides ganz gut beherrschen. Nun ja: was bei dem einen klappt, muss nun nicht bei jedem klappen. Viele kriegen das auch völlig ohne Unterricht ganz gut hin. Das ist auch eine Frage der Veranlagung, in weit man einen bestimmten Ausdruck stimmlichg nachempfinden kann. Das kann nicht jeder.

Nun frage ich mich natürlich, warum Du Dich klassisch hast schulen lassen, wenn Du weißt, dass das gar nicht dein Ding ist.

Falls Du noch nicht komplett "verschult" bist, würde ich dringend raten, Dir einen Lehrer aus dem Pop/Musicalfach zu suchen und die von Dir ungeliebte Klassik loszulassen. Evtl hilft auch, Dich einfach (auch ohne Lehrer) viel mehr Deinem eigentlichen Faible zu widmen. Versuch, es mehr nachzuempfinden.

Das hat nicht immer mit Gesang oder Gesangstechnik zu tun. Auch damit, wie Worte oder Vokale bebildet werden. Auch mit dem Sinn und dem Ausdruck, der in den Worten steckt. Auf wie viele Arten kann man ein bestimmtes Wort interpretieren?

Wobei Du aber eines bedenken musst: es ist nicht jedem gegeben, zu singen,was er möchte. MAnche sind einfach mehr für das eine oder das andere geeignet.

Dass es Lehrer gibt, die nicht wissen, was belten bedeutet, muss überhaupt nichts heißen. Du findest durch das ganze Board hindurch Diskussionen üder Definitionen, und gnaz genau weiß niemand, was der andere meint.

Am Ende zählt, was hinten raus kommt und wie es klingt - nicht, wie man es nennt.

..
 
moniaqua
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Meine Tiefe ist schlecht, total ohne Kraft. Die Höhe ist zwar eigentlich gut, bringt für Musical allerdings nicht so viel- außerdem belte ich nicht, da ich es überhaupt nicht kann. Ich singe halt einfach drauf los ... ! Ich kann die klassiche Gesangstechnik nicht auf Musical anwenden, da ich Musical auch einfach nicht klassisch singen möchte. Das passt für mich nicht zusammen.
HHHmmmm. Schuss in's Blaue - hat Dein GL sehr wenig mit Bruststimme und sehr viel mit Kopfstimme gearbeitet?
Meine Frage: Bringt mir denn der ganze klassische Unterricht für Musical gar nichts?
Doch, an sich finde ich schon, dass es was bringt. Stuetze, Atemtechnik, das ist ziemlich grundlegend und bei allen Stilrichtungen gleich. Was afaik unterschiedlich ist, sind die Resonanzraeume, die man ausnuetzt. Ice weiss das besser, ich hoffe, sie meldet sich noch.

Meinem Bauch nach waere es Zeit fuer Dich, eine/n andere/n GL zu suchen, und zwar einen mit Fokus auf Musical.
Okay,
Nun frage ich mich natürlich, warum Du Dich klassisch hast schulen lassen, wenn Du weißt, dass das gar nicht dein Ding ist.
Da weiss ich einen hervorragenden Grund - klassischer GL ist besser als gar keiner...
Am Ende zählt, was hinten raus kommt und wie es klingt - nicht, wie man es nennt.
<gospelsingmodus>Aaaaaaa - meeeeen :) Richtig
 
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SingSangSung
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Zwischen "Musical" und "Musical" gibt es ja auch große Unterschiede. Bei einem eher klassischen Musical wie My fair lady kommt man mit einer klassischen Ausbildung recht weit, bei moderneren Musicals wie "We will rock you" oder "Mamma mia" eher nicht.

Von der technischen Analyse her stimme ich Moniaqua zu. In der Klassik liegt der Focus auf der Kopfstimme. Wenn Deine "Naturstimme" eher Bruststimme wäre, würde Dir das auch was bringen, dann könntest Du die Bruststimme sowieso und würdest im klassischen Unterricht noch was dazulernen.
Ist es aber umgekehrt, so lernst Du das, was Du für Musical brauchst, eben nicht bei Deinem gegenwärtigen GL.

Gruß,

SingSangSung

P.S.: Die zwei verschiedenen Stimmen, die hat sogar schon meine Tochter. Hat sie mich neulich gefragt, welche eigentlich besser wäre. Sind beide gut ;-)
 
Vali
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Ein GL der sich nur mit Klassik auskennt und beibringen kann, wird dich in Sachen Musicalgesang nicht weiterbringen. Die Basics sind gleich, du kannst bei einem Klassik GL jede Menge zur Atemstütze und offener weiter Kehle lernen. Und gerade eine kräftige, voluminöse Kopfstimme lernt man da IMO am besten. Aber eigentlich sollte ein Klassik GL auch an der Bruststimme arbeiten, denn wenn man sich nur auf Kopfstimme fixiert, kann man seine tiefe Lage verlieren. Sprich doch mal deinen Lehrer an.
Wenn du allerdings belten und einen stärkeren Vordersitz lernen möchtest, wärst du bei einem GL für Popularmusik besser aufgehoben. Frage vorher aber, ob er Belting unterrichtet. Die Kombo Klassik, Musical, Pop, Rock, Jazz ist auch ok. Betone aber, dass du deinen Schwerpunkt auf Musical haben möchtest und nicht klassisch singen willst. Erklär deinem Lehrer, welche Ziele du verfolgst, so wie du es hier geschrieben hast. Auch wenn der Lehrer ursprünglich aus der Klassik kommt, kannst du ihm offen sagen, dass Klassik nicht dein Ding ist und lieber moderne Musicals singen möchtest und das für deine Tätigkeiten auf der Theaterbühne brauchst. Da wird schon niemand beleidigt sein und ein ehrlicher Lehrer würde dir auch sagen, ob er für dich eine Hilfe sein kann oder du lieber jemand anderen fragen sollst.
 
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Viktoria14
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Danke für eure zahlreichen Antworten.
Über das was du- antipasti- gesagt hast, habe ich eben schon oft nachgedacht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es überhaupt jemals hinbekomme, richtig Musical zu singen. Das genau ist meine Angst: Wenn ich mich jetzt von der Klassik entferne ( klassischen Singen macht mir übrigens auch Spass, nur nicht so sehr wie Musical) und dann feststelle, dass ich im Musicalbereich einfach nicht vorankomme und immer nur Misserfolge bzw gar keine Erfolge habe, dann wäre das ziemlich niederschmetternd.
Von der Veranlagung her, habe ich schon vor dem Gesangsunterricht sehr kopfig gesungen. Bruststimme war kaum vorhanden. Natürlich hat sich das im Laufe des Unterrichts etwas geändert, denn um einen vollen Klang zu erzeugen benötigt man auch Bruststimme. Aber vielleicht haben- wie du sagst- manche Menschen eben mehr die Veranlagung zur Klassik, andere zum Modernen. Um deine Frage zu beantworten: Das ist auch der Grund für meine klassische Ausbildung. Ich habe festgestellt, dass ich in der Klassik etwas erreichen kann, dass ich tolle Töne produzieren kann und dass es nach was klingt. Erfolgserlebnisse geben einem Selbstvertrauen und auch Freude an der Sache. Diese Erfolgserlebnisse hatte ich im Musical nie. So wie ich nen Song am Anfang konnt, so konnte ich ihn auch am Schluss. Vielleicht mit mehr Ausdruck - aber stimmlich nicht mehr.
Was das Gefühl angeht: Auch darüber habe ich schon oft nachgedacht. Was heißt denn schon, das Gefühl dafür zu haben? Was ich kannn: Musicalszenen schauspielerisch darstellen, etwas rüberbringen. Das hat man mir auch bei Jugend musiziert, nach Auftritten in Musicals usw. gesagt und ich fühle auch, was rübergebracht werden soll und kann mich total reindenken. Aber das hat natürlich irgendwo auch etwas mit den schauspielerischen Fähigkeiten und Vorkenntnissen zu tun. Die Lieder berühren mich auch emotional und ich denke auch das rüberbringen zu können. Das ist bei mir eigentlich der Hauptunterschied zur Klassik: Ich kann mit vielen klassischen Texten wenig anfangen, selbst nach intensiver Beschäftigung. Klar, sie klingen stimmlich immer noch gut, aber das Gefühl fehlt irgendwo.Dementsprechend bin ich auf der Bühne vom Gefühl her unsicher. Das geht mir bei Musical ganz anders: Das Gefühl stimmt, aber die Stimme eben nicht.
Aber was ihr mit Gefühl meint, ist wohl eher die Klangvorstellung, oder? Also dass man etwas von Leuten hört und es auf Songs übertragen kann. Dass man das entsprechende Gefühl dafür hat. Verstehe ich das richtig?
Ich werde aber auf jedenfall mal versuchen deinen Tip mit der Vokalbildung zu befolgen, das hört sich interessant an.

moniaque: Ja, ich weiß, dass klassische Gesangslehrer die Bruststimme oft vernachlässigen. Wir trainieren im Unterricht zwar auch die unteren Bereiche der Stimme (Bruststimme) durch Übungen, aber in den Liedern komme ich nie dazu auch nur einmal unter einem f 1 zu singen. Ich brauche die Bruststimme für den klassischen Gesang nicht so sehr, drum wurde- wie du sagst- die Kopfstimme mehr trainiert. Ich bin sowieso froh, nach langem Unterricht endlich mal ein g hinzubekommen- was ja eigentlich immer noch keine Tiefe ist. Aber gut, das ist Veranlagung.

Danke auf jedenfall für eure Tipps. Ich denke, auf einen Versuch kommt es an. Wer weiß, vielleicht klappt es mit dem Musical doch noch irgendwann...
 
Bell
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Hallo !
Eine kleine Ergänzung noch von mir: man kann wohl nicht ausschließlich "Belting unterrichten" bzw. lernen; isoliert scheint das nicht zu funktionieren, jedenfalls nicht bei Frauenstimmen, die sind da klar im Nachteil. Fürs Belten braucht es einen sehr gut ausbalancierten Mix aus Brust- und Kopfstimme. Meine bisherige Erfahrung ist, dass nicht jede Stimme dafür geeignet ist.

Aber wenn Du, wie Du schreibst, nie dazu kommst, unter dem eingestrichenen f zu singen, wird es ja mit einer genügend trainierten Bruststimme wirklich kritisch. Du müsstest also erstmal die Oktave unterhalb richtig erarbeiten (f´bis f), mit dem Ziel, irgendwann ein sicheres e hinzubekommen - denn die Tiefe braucht es einfach für die rockigen Musicals.

Ich würde das allerdings sehr behutsam angehen.
schöne Grüße
Bell
(die übrigens das umgekehrte Problem hatte: als junges Ding laut diverser GL ein astreiner lyrischer Sopran, dennoch unfähig, jemals die klassische Klangvorstellung zu erreichen - das war einfach nie meins - und seit eh und je dem Belting verfallen ;) ).
 
saxycb
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Hallo!

Ich hoffe, ich habe jetzt nichts überlesen und schreibe dadurch Unsinn...

Es spricht doch nichts dagegen, sich mal zwischendurch - für ein paar Monate -mit etwas anderem (in Deinem Fall Musical) zu beschäftigen, um dann (falls es nicht klappt) wieder zur Klassik zurückzukehren. Ich denke nicht, dass man sich durch ein wenig ausprobieren die "Rückkehr" unmöglich macht.
Wenn Dus nie ausprobierst, wirst Du nie herausfinden, ob es Dir nun liegt oder nicht.

Ich denke übrigens auch, dass man die unterschiedlichen Stile vereinbaren kann. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass man immer eines besser als die anderen können wird. Das ist wohl auch bei den Lehrern so. Wenn also ein GL meint, er/sie könne alles gleich gut, dann wäre ich skeptisch. Wenn er/sie aber zu seinen/ihren Grenzen steht, ist das eine solide Basis. (Wenn man als Schüler über diese Grenzen hinaus will, muss man dann, wenn es soweit ist, eben GL wechseln...)

@Bell: Bist Du Dir sicher, dass ohne sicheres e bei rockigen Musicals gar nichts geht?

LG saxycb
 
Bell
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@Bell: Bist Du Dir sicher, dass ohne sicheres e bei rockigen Musicals gar nichts geht?

Ich wollte das nicht so verallgemeinern, da hab ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Es gibt allerdings einige Musicalsongs, die in der Original-Tonart so tief runtergehen, und viele Pop/Rocksongs sowieso (teilweise auch noch tiefer). Die Tiefe sollte man nicht unterschätzen, wenn man nicht gewohnt ist, in tiefen Lagen zu singen, kriegt man diese Töne nicht hin.
Deshalb habe ich für das "sichere e" plädiert......
 
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Ich finde auch, dass Du's einfach mal ausprobieren solltest. Vielleicht bringt ein Musical-Lehrer Dich dazu, dass Du genau das aus Deiner Stimme holst, was Du hören willst. Vielleicht auch nicht, aber ohne es ausprobiert zu haben wirst Du es nie wissen.
Und ein paar Monate "die andere Technik" werden Dir den Weg in die Klassik nicht verbauen.

Was ich allerdings auch unterstreichen muss ist, dass die untere Oktave für das moderne Musical unbedingt nötig ist. Zumindest das sichere f sollte da sein. (...tiefer wüsste ich jetzt keine Sopranpartie). Und eben auch wie oben schon genannt: Für einen Klassiker sind die "alten" Sachen wie My Fair Lady oder West Side Story leichter zu bewältigen und taugen gut als Einstieg.

Beim f' bin ich übrigens noch nicht in der reinen Bruststimme, wenn ich sie nicht hochziehe. Das ist erst ab dem e' der Fall.

Ich selbst passe glaub' ich ganz gut in die Musical-Schiene, allerdings bin ich auch wie Bell* der Typ "Naturbelter" der seine Bruststimme austrainiert hatte, und jetzt für den dreigestrichenen Bereich mühsam lernen musste, die Kopfstimme eben *nicht* zu belten.
 
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Ich wollte das nicht so verallgemeinern, da hab ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Es gibt allerdings einige Musicalsongs, die in der Original-Tonart so tief runtergehen, und viele Pop/Rocksongs sowieso (teilweise auch noch tiefer). Die Tiefe sollte man nicht unterschätzen, wenn man nicht gewohnt ist, in tiefen Lagen zu singen, kriegt man diese Töne nicht hin.
Deshalb habe ich für das "sichere e" plädiert......

Hallo Bell!

Nichts für ungut. Mich hat das jetzt nur verwirrt. Ich bin ja - im klassischen Sinne - ein leichter Sopran. Hab aber für die Pop-(Musical?!)-Sachen schon eine akzeptable Tiefe (dachte ich zumindest von mir selbst) - weil mich mein alter GL auch quasi immer nur in den Tiefen singen ließ. Mein e ist zwar vorhanden - aber ob es jemals "sicher" sein wird... da bin ich mir nicht so sicher.
Und da ich ja von mir auf alle Sopräne schließe... :rolleyes::D

LG saxycb
 
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Für einen leichten Sopran ist ein f tatsächlich schon 'ne reife Leistung ;) Tiefer werden die meisten nie kommen. (...bei mir würde ich das e aktuell auch nicht mehr als "sicher" ansehen, das liegt aber pur daran, dass wir gerade Höhentraining machen).
Wenn ich mir die typischen "modernen" Musicalstimmen aber so anhöre (WWRY und Konsorten) höre ich da eigentlich selten leichten lyrischen Soprane, sondern eher schwere dramatische Stimmen, die oft schon einen Touch ins Mezzo-ige haben. Ob dieser - teilweise sicher auch erzwungene - Stimmklang so gesund ist, ist die andere Frage.
 
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Die Veranlagung spielt da sicher eine Rolle. Ich komme als Sopran-Kollegin, die immer gerne und viel in den tieferen Lagen gesungen hat, mindestens zum d, an guten Tagen ist auch das c noch ein singbarer Ton. Dafür hab ich halt die dreigestrichene Lage eingebüßt - aber die brauche ich sowieso nicht mehr.
schöne Grüße
Bell
 
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Ich konnte auch mal da unten im Keller ;) Aber wie gesagt - das hängt eben vom trainierten Bereich ab. Wenn ich die dreigestrichene mal sicher im Griff habe, darf sie auch wieder gehen. Ich will halt ein absolute stabiles a'' (...My Fair Lady, auch Phantom der Oper) Aber genug davon.

@Viktoria14: Du siehst, es lässt sich mit Training noch viel holen und ich gehe davon aus, dass Du Dir den Bruststimmumfang den Du für einen Musicalsopran brauchst, erarbeiten kannst. Aktuell geht ja schon das g und ich gehe davon aus, dass Du Dir noch mindestens einen Ganzton er-trainieren kannst, wenn Du die extremen Höhen (die Du ja sowieso nicht brauchst) einfach brach liegen lässt.

Ob Deine Stimme dann aber den Musical-typischen Beltklang entwickeln wird, kann Dir keiner sagen, das musst du ausprobieren.
Eben noch einmal der Hinweis zum Stimmklang - die ganz neuen Musicals arbeiten wenig mit lyrischen, leichten Sopranstimmen, sondern eher mit schweren, Mezzoigen. Ich weiss jetzt natürlich nicht, ob Du eher lyrisch oder dramatisch veranlagt bist, aber mit einer leichten, lyrischen Stimme hat man's da entschieden schwerer.
 
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@ Icepricess:
Also ich bin definitiv leichter Sopran, also die Veranlagung zum lyrischen ;) Man hat ja auch immer das, was man nicht will *gg*. Ich dachte aber eigentlich, dass viele Musicals mit eher leichten Sopranen besetzt sind oder täusche ich mich da jetzt? We will rock you mal ausgenommen: Da fallen mir spontan ein: Wicked oder legally blonde. Kennt ihr das? Glinda ist ja definitiv eher leichter Sopran und Elle aus legally blonde ist sehr poppig /rockig geschrieben, kommt mir aber von der Stimmlage auch eher lyrisch vor.Die Person aus Mamma Mia finde ich auch nicht wirklich dramatisch.
Oder höre ich das falsch? (unsicher)
 
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Ja, man hat immer das, was man nicht will (steht hier ja häufig genug, dass ich einen dreckigen Alt wollte und mit 'nem lyrischen Sopran geschlagen bin).

Die beiden von Dir angesprochenen Musicals (Wicked, legally blonde) kenne ich jetzt nicht gut genug. Ich ging von WWRY aus, und da sind weder Ozzy noch Scaramouche wirklich lyrisch - oder wenn, dann können sie's über krasses Belting gut verstecken. Bei Mamma Mia gibt es afaik beides.

Wobei ich oben noch was angesprochen habe, was man nicht unterschätzen darf und was dazu beiträgt, dass die Stimmen der heutigen Musicalsänger gerne schnell verschleißen. Wenn Du belten kannst, schaffst Du es über diesen Trick meist ganz gut eine lyrische Stimme zu verschleiern. Das allerdings geht auf Dauer ganz schön auf die Stimmbänder weil eine unmenge Kraft im Spiel ist.

Mein Tipp wäre, erst mal den poppigen Gesangsstil mit der starken Vordersitzigkeit auszuprobieren und wenn Du mit den Ergebnissen glücklich bist, zu schauen ob es in Richtung Belting weitergehen soll. (...wenn Du Glück hast, ergibt sich das Belting über den Vordersitz von selbst...)
 
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Wobei ich oben noch was angesprochen habe, was man nicht unterschätzen darf und was dazu beiträgt, dass die Stimmen der heutigen Musicalsänger gerne schnell verschleißen. Wenn Du belten kannst, schaffst Du es über diesen Trick meist ganz gut eine lyrische Stimme zu verschleiern. Das allerdings geht auf Dauer ganz schön auf die Stimmbänder weil eine unmenge Kraft im Spiel ist.

Dem kann ich nur zustimmen. Der Verschleissfaktor ist nicht zu unterschätzen - Du musst, lyrischer Sopran hin oder her, sicher sein, dass Deine Stimme robust genug fürs Belting ist. Empfindliche Stimmen können wirklich kaputtgehen.
Ich habe eine Schülerin mit einer sehr schönen, weichen Stimme, vom Timbre her ein Mezzo. Sie hatte den klassischen Unterricht aufgegeben und wollte bei mir Belting lernen, wir haben es aber nach einiger Zeit gelassen und sie singt jetzt Jazz - sehr schön und mit viel Feeling, die erste Band ist schon in Sicht. Sie hätte sich mit Belting die Stimme ruiniert, da bin ich sicher, sie hat keine Veranlagung und kein Gefühl dafür. Aber sie hat eben ganz andere Stärken.

Mein Tipp wäre, erst mal den poppigen Gesangsstil mit der starken Vordersitzigkeit auszuprobieren und wenn Du mit den Ergebnissen glücklich bist, zu schauen ob es in Richtung Belting weitergehen soll. (...wenn Du Glück hast, ergibt sich das Belting über den Vordersitz von selbst...)

So würde ich auch vorgehen. Allerdings mit Anleitung, wenn es in Richtung Belting geht. Probiere es aus, Du kennst ja deine Stimme schon und wirst bald wissen, was geht und was Du ihr zumuten kannst.
schöne Grüße
Bell
 
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Okay, super. Genauo werde ich es machen- hört sich alles sehr vernünfig an :)
Danke nochmal
 

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