Stimmumfang verkleinert

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wallabie

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Hallo,

vor 10 Jahren habe ich als zweiter SĂ€nger (und Gitarrist) in einer Band gesungen und hatte auch Gesangsunterricht. Ich hatte eigentlich einen brauchbaren Stimmumfang. Ich bin mir jetzt unschlĂŒssig, wie man das am besten skaliert... deshalb benutze ich die Oktavenforum C, c, c', c'' .... ) aber in der Tiefe ging es eben bis runter zum tiefen E, in der Höhe eigentlich zum GÂŽ, mit ein bisschen Anstrengung, wenn der richtige Laut dabei war (also kein I oder so) bis zum A'. Mit Kopfstimme bis zum F'' (The Lion sleeps tonight... ).

Jetzt bin ich 10 Jahre Ă€lter, mache immer nur noch sporadisch etwas. Auftritte gibt's vielleicht noch 2 Mal im Jahr, wenig proben, Singen ĂŒben kann man kaum noch, weil sich die Nachbarn stĂ€ndig echauffieren, man sich in der Wohnung auch nicht wirklich traut... usw. ... habe diese Woche nun aber ein paar der Ă€lteren GesangsĂŒbungen wieder versucht... und beim D' war Schluss. Vor allem der Kehlkopf macht sofort zu.

Ist das einfach eine Alterserscheinung, in Kombination mit mangelndem Training... oder gibt es Möglichkeiten, hier noch etwas zu tun? Damals als ich den Gesangsunterricht hatte, hab ich ca. 2 - 3 Stunden am Tag geĂŒbt, als Student hatte man ja Zeit... Zeit wĂŒrde ich mir dafĂŒr ja auch wieder nehmen, weil es frustrierend ist, die ganzen Lieder von frĂŒher nicht mehr singen zu können....

Aber wie geht man das am besten an? Oder hatte jemand ein Ă€hnliches Problem und mag mit mir teilen, wie er/sie da wieder raus gekommen ist? Sachte und langsam die alten GesangsĂŒbungen wieder machen in der Hoffnung, dass es sich bessert?
 

Was es ist, können wir aus der Ferne schlecht sagen :) Alter vermute ich weniger, eher mangelndes Training. Wenn der Kehlkopf zumacht, passt die StĂŒtze nicht.
Sachte und langsam die alten GesangsĂŒbungen wieder machen
Sachte und langsam klingt gut :great:
Dass sich die Nachbarn nicht so aufregen mĂŒssen, könntest Du summen. Das hat auch den Vorteil, dass es automatisch etwas entspannter ist. Und immer schön locker bleiben, nicht auf die Stimme drĂŒcken. Darin vermute ich nĂ€mlich das Hauptproblem. Dein GL hat Dich damals bestimmt dazu erzogen, sauber zu stĂŒtzen. Wenn aber die Muskeln mangels Training weg sind, stĂŒtzt es sich ungleich schlechter.
 
Ist das einfach eine Alterserscheinung, in Kombination mit mangelndem Training...

Ja.
Bei vielen (nicht allen!) Menschen nimmt der Stimmumfang mit zunehmendem Alter ab bzw. wird die Stimme tiefer. Allerdings dĂŒrftest du noch gar nicht in diesem Alter sein, deshalb vermute ich mangelndes Training als Hauptursache.
Ich wĂŒrde auch den Stress nicht unterschĂ€tzen, den die lieben Nachbarn einem bereiten können: wenn man Angst hat, man könnte zu laut sein, verkleinert man automatisch die Stimme und auch das hat oft (negative) Auswirkungen.
 

Singen ĂŒben kann man kaum noch, weil sich die Nachbarn stĂ€ndig echauffieren, man sich in der Wohnung auch nicht wirklich traut... usw. ... habe diese Woche nun aber ein paar der Ă€lteren GesangsĂŒbungen wieder versucht... und beim D' war Schluss. Vor allem der Kehlkopf macht sofort zu.

Das erstaunt mich ehrlich gesagt ĂŒberhaupt nicht, ich kann nur ĂŒben wenn ich alleine zuhause bin und ich weiss dass mich niemand hört. Oder ich gehe in meinen Übungsraum dort bin ich ungestört. In der Höhe wird es nun mal lauter geht man nicht in die Randstimme ( wobei auch dort ab einer gewissen Höhe ), das vertrĂ€gt sich nicht mit dem Gedanke "man darf mich nicht hören";)
 
Alles: ja!

Pausen und Alter fordern Tribut. Aber es gibt Hoffnung. Vor zwei Jahren habe ich nach lÀngerer Pause wieder angefangen, Songs zu schreiben. Das capodaster rutscht kontinuierlich weiter nach oben. Mittlerweile habe ich jeden Song ein bis zwei Ganztöne hochtansponiert.
 
Hi, Wallabie,
wenn ich dein Trainingspensum von vor 10 Jahren mit dem von heute vergleiche, wundert es mich ĂŒberhaupt nicht, dass deine jetzige Leistung gegen damals arg abfĂ€llt!

Wie ich hier sitze und schreibe, streift mein Blick ĂŒber das Regal mit den 6 Ruderpokale, die ich im Alter von 20 gewann (im Achter und Vierer mit Steuermann). Jetzt werde ich bald 70 und wĂŒrde nicht wagen, davon zu trĂ€umen, an die sportliche Leistung von damals anzuknĂŒpfen. Damals sang ich schon und spielte schon Banjo, aber heute (sagt man) wird meine Stimme immer noch voller und mein Solo-Banjospiel immer besser.

Klar, nach der Rudersaison 1966 hörte ich auf, 6 Tage die Woche auf dem Wasser zu trainieren; seitdem habe ich nie aufgehört zu singen und zu spielen. Und seit meiner Pensionierung hat sich mein (musikalisches) Trainingspensum noch gesteigert.

Musik - und vor allem Singen - ist eine sehr körperliche Sache, genau wie Leistungssport. Dazu muss man den passenden Körperbau bzw. die Muskulatur mitbringen und die entsprechenden Muskelpartien gezielt trainieren. Auch die Technik, die man braucht, um diese Muskulatur optimal einzusetzen, muss dauernd eintrainiert werden.

Nebenbei bemerkt: das Leistungsrudern hat mir eine hervorragende Basis (Bauchmuskulatur, Lungenfunktion) fĂŒr den Gesangsunterricht verschafft!

Cheers,
Jed
 
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Jetzt bin ich 10 Jahre Ă€lter, mache immer nur noch sporadisch etwas. Auftritte gibt's vielleicht noch 2 Mal im Jahr, wenig proben, Singen ĂŒben kann man kaum noch, weil sich die Nachbarn stĂ€ndig echauffieren, man sich in der Wohnung auch nicht wirklich traut... usw. ... habe diese Woche nun aber ein paar der Ă€lteren GesangsĂŒbungen wieder versucht... und beim D' war Schluss. Vor allem der Kehlkopf macht sofort zu.

Das kenn ich leider auch, Nachbarn nerven und die Stimme macht zu.
Echt traurig das es anscheinend fast ĂŒberall so intollerante Menschen gibt, die anderen die Lebensfreude nehmen wollen...

Ich sehe das jetzt anders, nĂ€mlich als Herausforderung trotz der Nachbarn laut und hoch zu singen, das fĂ€llt mir natĂŒrlich nicht immer leicht, aber es ist sicher eine Übung, die einem auch nĂŒtzt, wenn man mal Auftritte machen will, denn da darf auch nicht vor SchĂŒchternheit der Kehlkopf zu machen.
Vielleicht gewöhnen sich auch Deine Nachbarn an Dein Singen mit der Zeit, außerdem könntest Du mit denen ja mal freundlich darĂŒber sprechen, vielleicht finden sich zumindestens Übungszeiten, wo nicht ganz so viele zu Hause sind.

Was die Töne angeht, dem entnehme ich mal daß Du ein normaler bis höherer Bariton bist oder warst. Durch sinnvolles Üben könnte ich mir schon vorstellen, daß Du die Töne von vor 10 Jahren auch wieder gewinnst. Allerdings ist es wichtig, daß Du mit richtiger Technik singst und den Kopf dabei frei hast, erstrecht nicht beim Singen noch an die Nachbarn denken, das wĂ€re sehr kontraproduktiv. ;)

Wie ich hier sitze und schreibe, streift mein Blick ĂŒber das Regal mit den 6 Ruderpokale, die ich im Alter von 20 gewann (im Achter und Vierer mit Steuermann).

Sympathisch, ich bin auch mal eine Zeit lang gerudert, allerdings nicht so leistungsorientiert, leider hab ich damals noch nicht gesungen und heute mache ich so gut wie keinen Sport mehr, singe dafĂŒr aber.
Ich hab mal gehört, daß man beim Singen Ă€hnlich viel Kalorien verbrennt wie beim Sport, vermutlich ist damit aber klassicher Operngesang gemeint.

Gruß
Tim
 
Noch einen Nachsatz zu Singen, Sport und dem Gang der Zeit ...

Wie ich oben schon erwÀhnte, werde ich bald 70, d.h. es steht ein runder Geburtstag ins Haus. Da habe ich mir gedacht, statt eine lange Rede zu halten, singe ich den GÀsten einfach was vor. Und was lÀge da nÀher als der Sinatra-Hit "My Way"!
Allerdings ist der Tonumfang dieses Liedes erheblich weiter als bei den irischen Volkslieder, die ich seit Jahrzehnten singe. Wenn ich die Noten richtig lese, handelt es sich um eine Oktave plus einen Sext. Also habe ich das verfĂŒgbare Playback mittels Audacity in die fĂŒr mich optimale Tonart (C-Dur) transponiert und es mal versucht.
GrÀsslich!
Gerade die hohen Töne im Refrain mĂŒssen krĂ€ftig kommen, also gibt's keinen Ausweg in die Kopfstimme, wie bei manchen Kunstliedern.

Ich musste etwas unternehmen. Also das Fahrrad aus dem Winterschlaf geholt und jeden halbwegs regenfreien Tag zu einer Trainingsrunde genutzt. Keine langen Spazierfahrten, sondern etwa 10 km bei einem Durchschnitt von knapp 20 kmh, um vor allem Lunge und Bauch durchzuwalken. Und nach jeder Radfahrt ging die nĂ€chste SingĂŒbung besser und die hohen Töne fielen mir leichter.

Jetzt klappt's. Mit der Kombination aus Kraft (Radfahren) und Technik (SingĂŒbungen)!

Cheers,
John
 
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G
  • Gelöscht von antipasti
  • Grund: Hat nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun
So, die Feier ist gelaufen. "My Way" ist zu meiner vollen zufrieenheit gelaufen.

Denn zu den SingĂŒbungen und dem Krafttraining kam noch eine Komponente hinzu: die AuffĂŒhrungssituation. Da sitzen im Saal an die 70 Augen- und Ohrenpaare - einige davon gehören erfahrenen SĂ€ngern und Musikern - also fließt das Adrenalin. Dazu an die 70 Menschen, die ich mit meinen gesungenen Worten ansprechen wollte, die erfahren sollten, wie ich mich fĂŒhle; denen ich unbedingt etwas rĂŒberbringen wollte.
Und auf einmal fielen mir die hohen Töne ganz leicht.

Fazit: wie gut du ein Lied beherrschst, merkst du nicht im GU oder vor dem heimischen AufnahmegerĂ€t. Die AuffĂŒhrung ist fĂŒr den SĂ€nger wie fĂŒr den Sportler der Wettkampf: schon die Situation steigert die Leistung.
Deshalb mein Rat an junge SĂ€nger: tretet auf! Wie sportliche WettkĂ€mpfe gibts auffĂŒhrungen auf diversen Niveaus. Es muss nicht "Bundesliga" sein. Es gibt auch offene BĂŒhnen, oder auch Familienfeiern, wo man seine Leistung unter "Feldbedingungen" testen kann.

Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber zu meiner Zeit gehörte die Teilnahme an Wettsingen mit zum Gesangsunterricht. Meine GLin wusste genau, bei welchen Wettsingen auf welchem Niveau ich eine reelle Chance hĂ€tte, im Mittelfeld (oder besser) zu landen, und schicket mich hin!

Cheers,
Jed
 
  • #10
Hallo,

Fazit: wie gut du ein Lied beherrschst, merkst du nicht im GU oder vor dem heimischen AufnahmegerĂ€t. Die AuffĂŒhrung ist fĂŒr den SĂ€nger wie fĂŒr den Sportler der Wettkampf: schon die Situation steigert die Leistung.
Deshalb mein Rat an junge SĂ€nger: tretet auf!

...den Absatz sollten wir vielleicht mal rahmen lassen :great: Ein netter Praxisbericht und ein schönes Fazit!

Viele GrĂŒĂŸe
Klaus
 
  • #11
So, die Feier ist gelaufen. "My Way" ist zu meiner vollen zufrieenheit gelaufen.

Mein GlĂŒckwunsch! :)

Denn zu den SingĂŒbungen und dem Krafttraining kam noch eine Komponente hinzu: die AuffĂŒhrungssituation.

Krafttraining kann aber auch kontraproduktiv sein, meinte mein Gesangslehrer zumindest mal.
Ausdauer und alles was die Atmung stĂ€rkt wird aber vermutlich nĂŒtzen.

Die AuffĂŒhrungssituation ist ein sehr interessanter Faktor, vorallem das Du diese als durchweg leistungssteigernd einstufst, finde ich interessant.
Nach meiner Erfahrung kann das manchmal die Leistung steigern, wenn aber die Angst bzw. Lampenfieber zu stark wird, kann es sich auch hinderlich auswirken.
 
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