Tapco Tweeq T-231 (Erfahrungsbericht)

von robert015, 22.05.07.

  1. robert015

    robert015 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.07   #1
    So Freunde der Sonne, komme eben aus dem Proberaum und hab die zwei Tapco EQ`s die mir die Postbotin heute morgen brachte (wieso kann die nicht mal lecker aussehen immer bekomm ich die Posbotinnen ab die ihr 40stes Firmenjubiläum feiern) mal auf die Schnelle ausprobiert.

    Auspacken

    Hat man das Versandpaket gierig aufgerissen kommt die gelb- weiße Originalverpackung des EQ zum Vorschein. Sieht alles sehr nett aus, der EQ ist in Folie gehüllt und mit Schaumstoff und Trockenpulver geschützt. Dabei sind eine Anleitung in Englisch, so was wie ne Garantieurkunde und zwei Netzkabel, einmal für die Europäische Gegend und einmal für die 110V Steckdosen. Der EQ ist beim herausnehmen doch schon schwerer als vermutet aber diese ca. 5kg sind noch erträglich.


    Verarbeitung

    Das Gehäuse macht einen durchaus robusten Eindruck, schwarz lackiert und gelb beschriftet, eben Tapco-Design. Schalter und Fader sind übersichtlich angeordnet, leicht zu erreichen bzw. zu bedienen. Die Anschlusse auf der Rückseite sind ebenso ordentlich verbaut. Natürlich ist alles von der Wertigkeit her nicht mit einem BSS oder Yamaha zu vergleichen, Schalter und Fader wirken etwas billig. Störend empfand ich, dass die Fader selbst doch etwas „scharfkantig“ sind, ein Behringer EQ fasst sich hier besser an. Die Faderwege kamen mir etwas arg kurz vor, ich hab den Yamaha z.B. als 2HE Gerät anders in Erinnerung. Ansonsten laufen die Tapco-Fader brauchbar gut, nicht zu schwer, nicht zu leicht. Zwei mal 31 Band auf 2 HE sind natürlich immer etwas unschön zu bedienen. Ah ja und der „Staubschutz“ zwischen den Fadern ist nicht ganz so dicht wie er eventuell sein sollte aber ok… 111,00 EUR.


    Anschlüsse / Ausstattung

    Hinten gibt’s alles was man brauchen kann, XLR, Klinke (sym. und unsym.) und sogar Chinchanschlüsse. Dann entdeckt man rückseitig noch einen Ground-Lift und nen Netzspannungswahlschalter 110V – 230V) die Kältegerätenetzbuchse mit eingebauter Sicherung und Ersatzsicherung.

    Auf der Front gibt’s die 2x 31 Fader, nen 40Hz Highpass, nen 16kHz Lowpass, den 6/12db Rangeschalter und den Bypass-Schalter alles pro Kanal versteht sich. LED`S für Power, Clip, und den Status eines jeden Schalters. Ein/Aus –Schalter ist ebenso auf der Front verbaut.


    Klang und Schnelltest

    So voller Vorfreude hab ich alles per XLR angeschlossen, Pult Main Out – EQ – PA. Schalter an… und … nix passiert. Ah ja das Netzkabel fehlt ja noch, das noch verstrippt und da kam mir der Gedanke noch mal in die Anleitung zu schauen in welcher Spannungseinstellung der EQ verschickt wird … super 230V also los… Schalter ein, kurzes Brummen, kurzes Aufleuchten und dann war Ruhe. Hmm. Zweiten EQ geholt, geschaut Spannungsschalter bei diesem war genau auf der anderen Stellung, zögerlich den zweiten angeschlossen und siehe da es geht. Also nix mit 230V, da sollte man vorher noch mal einen Blick aufs Gerät werfen, die Chinesen nehmen das wohl nicht so genau. Zum Glück hat der erste durch die 230V keinen Schaden genommen, funktionierte nach ein paar Minuten wieder einwandfrei.

    Als erstes viel mir ein störendes 50Hz brummen auf, das eindeutig vom EQ kommt, Ground-Lift hilf da auch nix. Ebenso ist das Rauschen schon fast unerträglich, zumindest wenn man die auf 6db voreingestellten Rangeschalter auf 12db stellt. Fairnishalber muss man aber noch mal erwähnen, das der EQ direkt hintern den immer voll aufgedrehten Mackie SR1530 hing. Bei Anschluss des EQ am Insert des Pultes wäre das Problem natürlich nicht ganz so krass bzw. kaschiert.

    Auffällig war auch, dass man durch Einschleifen des EQ ca. 5db mehr an Pegel bekam trotz aller Fader in Mittelstellung. Bypass rein -> leiser, Bypass raus -> lauter .

    Die Klangregelung selber ist hörbar und durchaus brauchbar auch wenn ich das Gefühl hatte nicht nur die am Regler gekennzeichneten 12 kHz bzw. 500Hz zu ziehen, hier wird wohl mit einem relativ großem Q gearbeitet.

    Knacksen durch Drücken des Bypass-Schalter`s ist im 6dB Modus annehmbar und minimiert nur im 12dB Modus kann ich damit nicht mehr leben. Beim Einschalten werden die Ein- und Ausgänge verzögert durch ein Relais verbunden, kein „Krachen“, sehr gut. Low- und High Cut arbeiten soweit das meine alten Ohren hören konnten wie erwartet.



    Fazit

    Für 111,00 EUR kann man nicht mehr erwarten. Gute Verarbeitung, etwas fummelige Bedienung, Klangeigenschaften brauchbar aber nicht überragend. So gesehen gab’s keine Überraschung. Ich hätte mir weniger Rauschen und Brummen gewünscht. Grad im 12db Modus liegt das über meiner Schmerzgrenze. Als Monitor-EQ im Einsatz direkt vor einer Endstufe oder Aktivbox ist er nicht Tragbar, im Insert des Pultes kann man sicher damit arbeiten und „leben“. Wie er im Vergleich zu einem Behringer abschneiden würde kann ich leider nicht konkret sagen, aus der Erinnerung heraus würde ich fast meinen, beide nehmen sich nicht viel. Ein Alesis DEQ rauschte zumindest weniger und brummte nicht. Über den Vergleich zu meinem BSS braucht man nicht weiter reden.

    Jetzt heißt es sparen, die Erfahrung zeigt, Günstiges macht mich nicht zufrieden.

    Gruß Robert
     
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