Testbericht Behringer RM-600

von andi85, 02.11.08.

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  1. andi85

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    Erstellt: 02.11.08   #1
    Testbericht Behringer RM-600

    http://www.behringer.com/RM600/index.cfm?lang=ger
    http://www.musik-service.de/behringer-rm-600-prx395763532de.aspx

    Behringers Leslieeffektgerät ist im Forum vor einiger Zeit schon heiß diskutiert worden. Nun habe ich schon seit längerem ein Testexemplar des RM-600 zuhause und möchte meine Eindrücke an euch weitergeben.


    In der Hand:

    Das RM-600 ist in ein Kunststoffgehäuse verbaut, was angesichts des niedrigen Anschaffungspreises wohl in Ordnung geht. Dank einer gummierten Bodenplatte aus Metall ist das Gerät gegen Verrutschen genug gesichert. Die vier Drehregler für Fast, Slow, Drive und Blend laufen gleichmäßig, sind allerdings nicht extra am Gehäuse verschraubt. Auch die beiden Schieberegler für Ramp und Model rasten präzise. Ziemlich fummelig ist der Zugang zum Batteriefach und ich hoffe, dass der Fußtaster lange hält, da die Kunststoffachse schon im Neuzustand etwas Spiel hat. An Anschlüssen ist das Übliche vorhanden: Stereo-In, Stereo-Out, 9V DC für das übliche Musikantennetzteil, eine gemeinsame Statusanzeige für Bypass und Geschwindigkeit, allerdings kein Anschluss für einen Fußschalter. Warum das wichtig gewesen wäre, kommt gleich.

    Die Bedienungsanleitung ist knapp gehalten, was dank der nahezu selbsterklärenden Bedienung des RM-600 legitim ist.


    Im Gebrauch:

    Die ersten Schritte sind kein Hexenwerk - als Ausgangspunkt empfehlen sich entweder Modell 122 oder 145, die Beschleunigungszeit auf Medium, Drive auf 0 und der Rest auf 12 Uhr. Für mich habe ich die langsame Geschwindigkeit noch etwas zurückgeregelt und den Overdrive leicht aufgezogen.

    Auf langsamer Geschwindigkeit kann sich das Ergebnis hören lassen. Ob man 122 oder 145 wählt, ist wohl Geschmackssache. Mir erscheint das 145 etwas "luftiger", wogegen das 122 etwas direkter und mittiger klingt. Das L16-Modell ist wohl eher für Gitarristen interessant.
    Nebengeräusche sind vorhanden, nämlich ein Sirren im mittleren Frequenzbereich. Im Vergleich mit anderen Gitarreneffekten ist das aber völlig im Rahmen, gegenüber dem Höllenlärm meiner mechanischen Leslienachbauten sogar ziemlich leise.

    Die Umschaltung auf schnelle Geschwindigkeit offenbart allerdings die Achillesferse des RM-600: Da man hierzu den Fußschalter zwei Sekunden gedrückt halten muss, ist schnelles und spontanes Spiel mit der Lesliegeschwindigkeit kaum möglich. Dass instinktives kurzes Drücken den Bypass aktiviert, macht die Sache leider noch schlimmer. Hier wäre ein Fußschalteranschluss für die Geschwindigkeitsumschaltung sehr wichtig - vielleicht wäre das ja ein Verbesserungsvorschlag für Behringer?

    Beim Umschalten, beziehungsweise auf schneller Geschwindigkeit offenbaren sich noch zwei andere Kritikpunkte. Einerseits klingt die Rotorsimulation auf "fast" nicht besonders realistisch, eher wie ein schnelles Vibrato - andererseits ist keine Unterscheidung zwischen Basstrommel und Hochtonhorn zu hören, was besonders bei der Beschleunigungs- und Abbremsphase auffällt. Mittlerweile ist da mehr möglich, jedoch darf man dabei den Preis des RM-600 nicht vergessen - die preisgünstigste Konkurrenz kostet nahezu viermal so viel.


    Fazit:

    Behringers Lesliesimulation verwirklicht zwar nicht alles, was heutzutage in punkto Realismus möglich ist, ermöglicht aber den Einstieg zu einem Preis, der selbst von Gebrauchtgeräten meistens noch übertroffen wird. Was den Klang betrifft, habe ich mit dem RM-600 meinen Spaß gehabt. Den Grundklang empfand ich als angenehm und die angesprochenen Schwächen bei schneller Geschwindigkeit und in der Beschleunigungs- und Abbremsphase gibt es bei manchen älteren Simulationen in ähnlicher Form. Die missglückte Geschwindigkeitsumschaltung ist allerdings eine Spaßbremse ersten Ranges und sollte unbedingt geändert, oder durch einen Fußschalteranschluss entschärft werden.

    Gäbe es dieses Problem nicht, würde das RM-600 von mir sofort einen Kauftipp bekommen. Zwar stellt das Behringer-Pedal für Besitzer neuerer Digitalorgeln wie z.B. Clavia Nord, Hammond XK-Serie, Roland VK-8 oder Korg CX-3 MkII vermutlich keine Verbesserung im Vergleich zu den eingebauten Simulationen dar, ist aber für Besitzer älterer Klone vom Schlage einer alten CX-3 oder der Hammond XB-Serie interessant, da hiermit für kleines Geld eine deutliche Verbesserung hörbar wird. Ich habe mit meiner alten XB-2 die Probe aufs Exempel gemacht, und siehe da - der Klang macht um einiges mehr her!


    Besonders gut hat mir das RM-600 übrigens in einer ganz anderen Verwendung gefallen: Es ist mein neuer Lieblingseffekt fürs Rhodes geworden, denn damit klingt es höchst verdächtig nach "Space Cowboy"...
     
  2. horacewimp

    horacewimp Registrierter Benutzer

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