Textbaustelle - Und ich lass dich wieder ziehen

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Der_will_nur_spielen
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Hallo,

ich habe heute schon eine Thread in der Plauderecke aufgemacht und gefragt, ob man hier auch unfertige Texte (Baustelle) bzw. nur TextIdeen veröffentlichen kann und darf.
Ich habe NULL Erfahrung mit Texte schreiben. Ich bin auch kein Musiker. Spiele weder ein Instrument noch kann ich singen.
Daher ist das hier noch eine Baustelle. Da passt auch noch kein Versmass oder sonstiges.
Ist also bisher eher eine Idee.
An den Stellen mit den eckigen Klammern fehlen mir noch die passende Worte.
Ich stelle es hier trotzdem mal rein. Vielleicht findet jemand Gefallen daran und hat Lust hat das mit mir weiter auszubauen.

Hintergrund des Textes:

Die grosse Jugendliebe nach 35 Jahren wieder getroffen und das hat auf beiden Seiten wieder eingeschlagen wie ein Blitz. Sie seine Traumfrau, er ihr Traummann. Er allerdings verheiratet, die Ehe aber unglücklich.
Lange Zeit die Überlegung, ob man es doch zusammen versucht. Trotzdem dann die rein rationale Entscheidung getroffen, bei der jetzigen Frau zu bleiben.
Wegen Kindern, Schulden, Bequemlichkeit, Verlustängsten, etc.
Also die grosse Liebe von damals (und auch jetzt) wieder aufgegeben und verloren.

Daher auch der Titel "Und ich lass dich wieder ziehen".

Er weiss aber jetzt schon, dass er die Entscheidung bereuen werde. Daher auch er letzte Vers.


Nach all der Zeit sehen wir uns wieder
So viele Jahre nicht gesehen
Die Gefühle sind wie früher
Als wäre dazwischen nichts geschehen

Uns trennen 700 Kilometer
Und trotzdem sind wir uns so nah
Du warst meine große Liebe
[]

Wir hatten beide unser Leben
Mit manchem Hoch und vielen Tiefs
Ich bin seit langer Zeit vergeben
[Unglückliche Beziehung]

Du sagst „Probieren wir es nochmal zusammen,
drehn wir die Zeit ganz weit zurück“
[]
Ich weiss, du wärst mein grösstes Glück.

Lauf wie betrunken durch das Leben
Essen kann ich fast nichts mehr
Und nach 4 durchheulten Nächten
sind die Tränen auch schon leer.

Doch ich habe hier mein Leben
kann dem nicht so leicht entfliehen
[schwere Entscheidung, Schmerz]
doch ich lass dich wieder ziehen

Zwei Jahre sind seitdem vergangen
Ich denke jeden Tag an dich
Bin noch immer hier gefangen
Doch ich weiss, ich liebe dich

Du bist die Liebe meines Lebens
Du wirst immer bei mir sein
Ich werde mich auf ewig hassen
Dass ich dich haben ziehen lassen
 
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saitentsauber
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Aus dem Stand mal ein paar Vorschläge, die sich am Reimschema der ersten Strophe orientieren. Guck mir das später noch mal an - Zeitdruck...

Nach all der Zeit sehen wir uns wieder
So viele Jahre nicht gesehen
Die Gefühle sind wie früher
Als wäre dazwischen nichts geschehen

Uns trennen 700 Kilometer
Und trotzdem sind wir uns so nah
Du warst meine große Liebe
[]...da

Wir hatten beide unser Leben
Mit manchem Hoch und vielen Tiefs (Umkehrung wg Reim: Mit vielen Tiefs und manchem Hoch
Ich bin seit langer Zeit vergeben
[Unglückliche Beziehung] ...noch

Du sagst „Lass es uns noch mal probieren (Umstellung wg. Reim),
drehn wir die Zeit ganz weit zurück“
[] Ich will Dich nie mehr verlieren
Ich weiss, Du wärst mein grösstes Glück.

Lauf wie betrunken durch das Leben
Essen kann ich fast nichts mehr
Und nach 4 durchheulten Nächten
sind die Tränen auch schon leer.

Doch ich habe hier (vielleicht besser: Doch ich hab' nun mal) mein Leben
kann dem nicht so leicht entfliehen
[schwere Entscheidung, Schmerz] ...geben
doch ich lass dich wieder ziehen

Zwei Jahre sind seitdem vergangen
Ich denke jeden Tag an dich
Bin noch immer hier gefangen
Doch ich weiss, ich liebe dich

Du bist die Liebe meines Lebens
Du wirst immer bei mir sein
Ich werde mich auf ewig hassen
Dass ich dich haben ziehen lassen
 
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interessantes thema, du hast mein mitgefuehl.

1.) ich wuerde noch einen refrain einbauen. dazu wuerde ich den kern des thema nehmen

2.) "Ich werde mich auf ewig hassen". hmmm... ich weiss nicht. das "mich" stoert mich.

*edit* gute Ideen, saitentsauber
 
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Der_will_nur_spielen
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Super, vielen Dank für den schnellen Input und das Mitgefühl. Wäre gelogen wenn ich sagen würde "Ich schreib für einen Freund" ;)
Da sind mir auch gleich noch ein paar Sachen eigefallen.
Refrain bin ich noch am überlegen.
Hier der aktuelle Stand.

Doch ich lass dich wieder ziehen



Nach all der Zeit sehen wir uns wieder
So viele Jahre nicht gesehen
Die Gefühle sind wie früher
Als wäre dazwischen nichts geschehen

Uns trennen 700 Kilometer
Und trotzdem sind wir uns so nah
Du warst meine große Liebe
Und bist im Herzen immer da.

Wir hatten beide unser Leben
Mit vielen Tiefs und manchem Hoch
Ich bin seit langer Zeit vergeben
Doch ich lieb dich immer noch

Du sagst „Lass es uns noch mal probieren,
drehn wir die Zeit ganz weit zurück.
Ich will Dich nicht nochmal verlieren.“
Ich weiss, Du wärst mein grösstes Glück.

Lauf wie betrunken durch das Leben
Essen kann ich fast nichts mehr
Und nach 4 durchheulten Nächten
sind die Tränen auch schon leer.

Doch ich hab' nun mal mein Leben
kann dem nicht so leicht entfliehen
Würde dir gern alles geben
doch ich lass dich wieder ziehen

Zwei Jahre sind seitdem vergangen
Ich denke jeden Tag an dich
Bin noch immer hier gefangen
Doch ich weiss, ich liebe dich

Du bist die Liebe meines Lebens
Du wirst immer bei mir sein
Wirst du mich auf immer hassen – wobei es schon eher so ist, dass sich der Autor selber für seine Entscheidung hasst.
Dass ich dich haben ziehen lassen?
 
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Blumi_guitar
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Gefällt mir gut, hoffentlich findet sich jemand, der das vertonen kann!
Meine Vorschläge bezüglich Versmaß, - für die Lücken fiel mir auf die Schnelle noch nichts besseres ein :nix:

Nach all der Zeit sehen wir uns wieder
So viele Jahre nicht gesehen
Und die Gefühle sind wie früher
Als wär' dazwischen nichts geschehen

Uns trennen tausend Kilometer [oder irgendeine zweisilbige Zahl]
Und trotzdem sind wir uns so nah
Ja, Du warst meine große Liebe
Und bist im Herzen immer da. [Edit: viel besser als mein Vorschlag!!! In Gedanken bist Du immer da.[]

Wir hatten beide unser Leben
Mit manchem Hoch und manchem Tief s
Ich bin seit langer Zeit vergeben
wobei es oft nicht glücklich lief. (gefällt mir selbst noch nicht so, vielleicht kann jemand was daraus machen)

Du sagst "Gib' uns 'ne zweite Chance, „Probieren wir es nochmal zusammen,
drehn wir die Zeit ganz weit zurück“
Ich würde es so gerne wagen,
Ich weiss, du wärst mein grösstes Glück.

-------------------------------------------------
Zum restlichen Text habe ich keine Ideen oder Verbesserungsvorschläge. Leider habe ich weder Talent zum Texte schreiben noch zum Komponieren, lediglich gerade etwas Zeit übrig :biggrinB:
 
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x-Riff
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Hi @Der_will_nur_spielen
Herzlich Willkommen hier auf dem Board und hier im Lyrik/songtext-Bereich!

Und ja: Du bist richtig hier!
Spielt keine Rolle, ob Profi oder Anfänger, alles gut.
Macht aber schon einen Unterschied, ob es ein songtext werden soll - ein Gedicht kann man freier gestalten.

Wo wir beim Gestalten sind: Ist dir das Reimschema wichtig? Das bindet nämlich enorm (a,b,a,b), während es auch wesentlich freier geht. Reime auf "Tiefs" zu finden, ist nicht einfach und es klingt schnell "zwangsgereimt".

Wenn Dich songtexte schreiben interessiert, dann schau mal in die PDF (link in meiner Signatur), da gibt's jede Menge Hinweise und Tipps - das muss man auch nicht von vorne nach hinten durchackern, sondern du beschäftigst dich mit dem, was dich gerade beschäftigt...

Noch ein Tipp: es gibt mehrere online-Suchmaschienen für Reime und Synonyme (Wörter mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung), die ganz hilfreich sind.
Das gehört quasi zum Handwerkszeug.

So weit erst mal, bis später

x-Riff
 
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Der_will_nur_spielen
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ich wuerde noch einen refrain einbauen. dazu wuerde ich den kern des thema nehmen
Das fällt mir noch nichts gescheites und griffiges ein.

Ausser der Zeile "Es wird nicht immer alles gut", habe ich da noch ncihts, was das Thema so griffig beschreibt.
 
GeiGit
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Oh ja, man kann echt mit dir mitfühlen und hat das eine oder andere auch schon selbst erlebt.

Ich war einfach mal so frei und habe deinen Text zu einer gedachten Melodie und einem gedachten Rhythmus
formuliert. Auch die Idee eines Refrains ist dabei.
Da der ja leider jetzt nur in meinem Kopf ist, war ich so frei ihn im Rhythmus zu sprechen.
Die Melodie lasse ich ganz bewusst dabei weg, damit hier einfach Platz für weitere Ideen und Interpretationen wäre.

Das ist der Text:

Ich ließ dich ziehn​


Vers 1​

Nach all der Zeit seh ich dich plötzlich wieder
und es macht "zoom", die Zeit bleibt einfach stehn,
mit einem Schlag ist alles so wie früher
Als wäre zwischendurch gar nichts geschehn.

Vers 2​

Uns trennen siebenhundert Kilometer
doch das ändert nichts, wir sind uns nah
Du warst meine erste große Liebe
und bliebst meinem Herzen immer nah

Refrain

Ich ließ dich ziehn - nicht nur damals, schon wieder
Mein Herz schreit laut, doch der Kopf sagt nein
Über Liebe gibt es viele Lieder
Oh mann, warum kann unsre Liebe nicht so sein?


Vers 3​

Du sagst: "Lass es uns noch mal probieren
Drehen wir die Zeit ganz weit zurück.
Ich will dich nicht nochmal verlieren".
Und ich weiß, du wärst mein großes Glück.

Vers 4​

Ich lauf wie betrunken durch mein Leben
wie im falschen Film, ich kann nicht mehr
Und nach vier endlos durchheulten Nächten
sind die Augen rot, die Tränen leer.

Refrain

Ich ließ dich ziehn...

Vers 5​

Ich bin nicht mehr allein, ich hab mein Leben
Familie, Kind, ich kann dem nicht entfliehn
Ich würd für dich so gern all das aufgeben
Doch ich lass dich einfach wieder ziehn.

Vers 6​

Zwei endlose Jahre sind vergangen
Doch ich denke jeden Tag an dich
Ich hab mein Leben hier, ich bin gefangen,
doch nach deiner Liebe sehn ich mich

Refrain

Ich ließ dich ziehn...

Vers 7​

Du bist echt die Liebe meines Lebens
Wirst im Herzen immer bei mir sein
Warum ist die Liebe nur vergebens?
Warum ließ ich dich erneut allein?



Gesprochen:
 
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Wow, vielen Dank @GeiGit

Was mir hier sehr gut gefällt ist, dass die einzelnen Zeilen doch länger sind und mehr Platz für Text lassen. Da werde ich meinen Text an manchen Stellen noch erweitern und auch mal denRythmus "aufräumen"
Da sind einige wirklich schöne Formulierungen dabei.
Darf ich da was übernehmen?


Der Refrain trifft es voll und ganz. Ich habe eine Alternative dazu geschrieben, welche die Situation auch ganz gut beschreibt.

Ich liess dich ziehn – damals und schon wieder
Im Leben wird nicht immer alles gut
Es gibt so viele schöne Liebeslieder
Doch für den Schritt fehlt mir grade noch der Mut
 
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Nach 30 Jahren sehn wir uns plötzlich wieder
Wir haben uns all die lange Zeit nicht mehr gesehen
Und alles ist auf einmal so wie früher
Als wäre zwischendurch gar nichts mit uns geschehn

Uns trennt ein Leben und tausend Kilometer
das ändert nichts, wir sind uns wieder nah
Du warst schon damals meine große Liebe
Und bliebst in meinem Herzen immer da

Refrain
Ich liess dich ziehn – damals und schon wieder
Im Leben wird nicht immer alles gut
Es gibt so viele schöne Liebeslieder
Doch für den letzten Schritt fehlt mir grad´ noch der Mut [fehlt einfach oft der Mut]



Wir hatten beide unser eignes Leben
Mit manchem Hoch und manchem Tief
Ich bin seit ewig langer Zeit auch schon vergeben
wobei es da ganz oft nicht richtig glücklich lief

Du sagst „Lass es uns zwei doch noch einmal probieren,
drehn´ wir die lange Zeit ganz einfach weit zurück.
Ich will Dich nicht noch einmal so verlieren.“
Ich weiss, Du wärst mein grösstes Glück


Refrain

Lauf wie betrunken durch den Tag und Leben
Und Essen kann ich auch schon fast nichts mehr
Und nach ganz vielen durchgeheulten Nächten
Die Augen rot, die Tränen leer.

Ich konnte nächtelang nicht richtig schlafen
hab mir die Schmerzen aus dem Leib gekotzt
hab über 7 Kilo abgenommen
und meine Kids zu Unrecht angemotzt

Refrain

Bin nicht allein, ich hab nun mal mein Leben
Und kann dem leider nicht so leicht entfliehen
Ich würde dir so gerne alles geben
doch ich lass dich auch heute wieder ziehen

Hab Kinder, Frau und massig Schulden
Wie soll ich denen die Sache denn erklären?
Ich denk ich muss das weiterhin erdulden
[Da fehlt noch was]


Refrain


Zwei Jahre sind seit dieser Zeit vergangen
Ich denk auch heute jeden Tag an dich
Ich lebe weiter, bin immer noch gefangen
Doch was ich weiss: Ich liebe dich

Es heisst die Zeit heilt immer alle Wunden
doch ich spür immer noch den tiefen Schmerz
Hab mich die ganze Zeit damit rumgeschunden
Bekomm dich einfach nicht aus meinem Herz

Refrain

Ich hab mich längst schon damit abgefunden
mach hier auf eitel Sonnenschein
Doch manchmal werd´ ich überwunden
Ich denk an uns, fang an zu weinen

Ich weiss, du bist die Liebe meines Lebens
Wirst lebenslang ganz bei mir sein
Ich werde mich immer dafür hassen
Dass ich dich wieder habe ziehen lassen
 
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saitentsauber
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Zum Thema Refrain hatte ich vorhin nichts geschrieben, weil mir nicht klar war, ob es eher in Richtung Gedicht oder in Richtung Lied gehen sollte. Beim Lied fände ich einen Refrain mindestens wünschenswert - aber die zunächst im Text nicht so auffällige Titelformulierung, die über den Refrain immer dominanter wird, ist mir irgendwie aufgestoßen. Warum? Weil nach "er" (nach meinem Verständnis) "sie" keineswegs ziehen "lässt", sondern sie wegschickt - was ne andere Hausnummer ist...

Ansonsten habe ich gewisse Zweifel, was die Änderungen angeht. Der ursprünglich geradlinige, nah an der gesprochenen Sprache angesiedelte Text bewegt sich aus meiner Sicht in eine Richtung, die ihm nicht guttut. Beispiele: "Wir haben uns all die lange Zeit nicht mehr gesehen" - das "all" ist überflüssig. Der Informationsgehalt wird durch "lange" abgedeckt. "All die Jahre" wäre ok, "'ne Ewigkeit" auch - ohne Anspruch auf Vollständigkeit. "Tief" muss der Schmerz auch nicht sein, das versteht sich durch den Rest von selbst - bei Beileidsbekundungen passt es, aber hier eher nicht. Und noch eins: "Und bliebst in meinem Herzen immer da": das "da" wirkt wie ein angehängter Fremdkörper. Im Übrigen passt das "immer" schlecht zu einem "wieder", das ja gerade eine Unterbrechung ausdrückt.

jm2c
 
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@saitentsauber Vielen Dank. Sehr guter Input.
Die Änderungen kommen daher, dass ich versucht habe hier ein Versmass reinzubringen. Aber du hast recht: Das klingt manchmal sehr gekünstelt und gefällt mir auch nicht so gut.

Auch mit der anderen Sache hast du vollkommen recht. Er schickt sie eher weg. Ist leider so, wenn man das realistisch betrachtet.

Da muss ich nochmal überarbeiten.
Vor allem, da in dem ganze Text IHR Schmerz gar nicht vorkommt. Das fehlt komplett.
 
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saitentsauber
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Vor allem, da in dem ganze Text IHR Schmerz gar nicht vorkommt. Das fehlt komplett.
Es "fehlt" - ja ok, das tut's. Auf der anderen Seite ist der Text so was wie die subjektive Beschreibung einer "Gemütslage" und keine ausgewogene Analyse, und die muss er auch nicht liefern. Streng genommen ging aus dieser Sicht vielleicht schon mein Einwand gegen die Titelzeile etwas zu weit - aber zumindest anmerken, dass das was nicht so ganz zusammenpasst, wollte ich schon.

Das sieht nach Balanceakt aus...

EDIT:
Vor allem, da in dem ganze Text IHR Schmerz gar nicht vorkommt
Wie gesagt: dieser Schmerz braucht und soll nicht analysiert und ausgewalzt zu werden; das würde den Text in eine andere Richtung schieben. Die Formulierung "ziehen lassen" - verdeckt aber nicht nur das, sondern wirkt auch auch wie ein Weichzeichner in Bezug auf sein Dilemma, den Kampf mit und gegen sich selbst. Wie @GeiGit schrieb: "Man" hat das eine oder andere schon erlebt; ich würde hinzufügen "oder aus der Nähe beobachten können/müssen". Der Versuch, irgendwie noch die Richtung bestimmen zu wollen, während der Gefühlstsunami einen im Griff hat, betrifft auch ihn.

Um diese Dimension nicht zu unterschlagen und trotzdem darüber hinaus blicken zu können, wäre vielleicht ein Rahmen passend. Etwa in der Richtung: "Neulich habe ich einen Freund getroffen, dem es gar nicht gut ging. Er hat mir dann erzählt, dass...." - und als Abschluss "Das war jetzt seine Geschichte. Aber ja, es ist nur die halbe" (die Formulierungen sind nur mal so in den Ring geworfen...).

EDIT 2: Den Zusatz habe ich geschrieben, ohne den nächsten Beitrag des TE zu kennen.
 
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Ich finde die letzte Fassung sehr verständlich und nachvollziehbar, für einen songtext aber zu lang.

Hier heißt es: verdichten, entschlacken und beherzt auf Unwesentliches zu verzichten und das Wesentliche packend ausdrücken.

Gleichzeitig heht es um die Haltung des Lyrischen Ichs bzw. des Protagonisten: Ist er Opfer oder Täter bzw. aktiv oder passiv oder beides bzw. halb und halb? Will er, was er tut oder muss er es oder tut er so als könne er nicht anders?
Was ist das vorherrschende Gefühl: Wut, Angst, Trauer, Leid (Selbst- oder Mit-)?

Es gibt zwar songtexte, wo mehrere Perspektiven und Sichtweisen in einem songtext vereint sind - das macht es aber wiederum komplexer ... und ob das dann ausgewogen wird, weiß man auch nicht.

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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Der_will_nur_spielen
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Guten Morgen,

zuerst mal: Vielen, vielen Dank an die Leute welche mir hier Input geben.
Ich finde das großartig und bin total begeistert.

Ich habe den Text nochmal etwas überarbeitet. Leider bin ich in der "Kunst der Kürzens" noch nicht so gut. Sorry @x-Riff
Im Rahmen der Überarbeitung habe ich auch gleich noch den Hinweis bzgl. des Titels von @saitentsauber aufgenommen. Tatsächlich passte der nicht auf die Situation.
Der Titel ist nun "Damals und jetzt wieder"


So schaut's nun aus.....

Rhythmus (keine Ahnung wie man den notiert. Ich hab im Text manchmal einen Bindestrich eingefügt zwischen 4 und 7)

DaDaDaDa – DaDaDaDaDaDaDa (4 – 7)
DaDaDaDaDaDaDaDaDaDaDa
Muss man ab und zu etwas „schleifen“ lassen

Damals und jetzt wieder

Nach all der Zeit - da treffen wir uns wieder
So viele Jahre habn´ wir uns nicht gesehen
Und die Gefühle - die sind noch gleich wie früher
Als wär´ dazwischen gar nichts mit uns geschehn

Uns trennt ein Leben - und tausend Kilometer
Und trotzdem sind wir uns noch so nah
Ja, du warst meine - erste große Liebe
In meinem Herzen warst du immer da.

Refrain
Hab dich verletzt – damals und jetzt wieder
Im Leben wird nicht immer alles gut
Es gibt so vie - le schöne Liebeslieder
Doch für den letzten Schritt fehlt mir grad noch der Mut

Wir hatten beide unser eignes Leben
Mit manchem Hoch und manchem Tief
Ich bin seit langer Zeit auch schon vergeben
wobei es dabei nicht immer glücklich lief

Du sagst „Lass uns - es doch noch mal probieren,
drehn´ wir die Zeit ganz einfach weit zurück.
Ich will Dich nicht - noch einmal so verlieren.
Ich weiss, Du wärst mein grösstes Glück.“

[Refrain]

Lauf wie betrunken durch den Tag und Leben
Und Essen kann ich auch schon lange fast nichts mehr
Und nach den vie - len durchgeheulten Nächten
Die Augen rot, die Tränen leer.

Ich konnte nächtelang nicht richtig schlafen
hab mir die Schmerzen aus dem Leib gekotzt
hab über sieben Kilo abgenommen
und meine Kids zu Unrecht angemotzt

[Refrain]

Doch ich hab' hier nun einmal mein Leben
Und kann dem nicht so leicht entfliehen
Ich würde dir so gerne alles geben
doch ich kann leider nicht mit dir durchs Leben ziehn

Zwei lange Jahre - sind seitdem vergangen
Ich denke jeden gottverdammten Tag an dich
Ich bin noch immer hier gefangen
Und noch immer bin ich so verliebt in dich

[Refrain]

Es heisst die Zeit, die Zeit heilt alle Wunden
doch in mir spür ich immer noch den Schmerz
Hab mich zwei Jah - re lang damit geschunden
Doch ich bekomm dich nicht aus meinem Herz

Ich hab mich lan - gsam damit abgefunden
mach hier auf eitel Sonnenschein
Doch manchmal werd´ ich überwunden
Ich denk an uns, fang an zu weinen

[Refrain]

Du bist die Liebe meines Lebens
Kann mich an keiner andren Frau erfreuen.
und, dass ich dich haben ziehen lassen
werd ich den Rest des Lebens wohl bereuen
 
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Jongleur
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Hallo @Der_will_nur_spielen , leider spricht mich momentan dein Text eher (noch) negativ an. Es liegt nicht am Thema. Das gefällt mir ausgezeichnet!!

Dein Lyrisches Ich ist mein Problem. Ich kann mich nicht mit ihm identifizieren; Es wirkt mir einfach zu unentschlossen. Sein Jammer rührt mich , sein Gejammer jedoch nervt mich. Mein eigenes Gejammer kann ich erfahrungsgemäß nur mit eine Entscheidung beenden. Ab diesem Moment habe Ich wieder ein Ziel und meine Zweifel verwandeln sich langsam in Jas oder Neins.

Ich lese in diesem langen Text ein Ja zum Status Quo .,, aber keine einzige plausible Begründung dafür. Da komme ich immer wieder auf Heinrich Heine:

Der Brief, den du geschrieben,
er macht mich gar nicht bang;
Du willst mich nicht mehr lieben,
aber Dein Brief ist lang.
Zwölf Seiten, eng und zierlich!
Ein kleines Manuskript!
Man schreibt nicht so ausführlich,
wenn man den Abschied gibt.


Ich sehe grundsätzlich 3 Möglichkeiten: Das LI entscheidet sich klar für das Heute - oder für das Gestern - oder es beginnt eine Affäre. Für alle 3 Varianten gäbe es, emotional wie rational, gute und unterhaltsame Gründe.

Das Unterhaltsame erwähne ich, weil ich ja als am Geschehen unbeteiligter Betrachter ebenfalls mit in die Geschichte rein gezogenem werde. Ich will aber, um mich zu entscheiden, weder mühevoll ein Plädoyer noch eine Anklageschrift erfinden, sondern höchstens als Richter im Publikum eine, und zwar meine Entscheidung über die Geschichte fällen. Und da sprechen Aktionen nun mal klarer als Worte.

Klare, fiktive Entscheidungen machen aus banalen Worten (mit etwas Glück) Kunst.

Bitte entschuldigt meine hart formulierte Meinung. ich kann als Begründung nur anführen, dass ich mit dieser Härte auch meine eigenen Schreibversuche bewerte.
 
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Ich durfte bzw. musste - zum Glück aus sicherer Entfernung... - ein paar ähnlich gelagerte Fälle beobachten. So eindeutig hat sich kaum einE der Beteiligten verhalten. Ich verstehe den Text des TE so, dass er sich am tatsächlichen Ablauf der Dinge orientiert. Der (hypothetische) Richter im Publikum ist ihm egal.
 
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@Jongleur Danke für die konstruktive Kritik. Ich habe nichts gegen Kritik oder hart formulierte Meinungen. Ist mir lieber als ein unehrliches "Jaja, ist schon gut."

Es ist allerdings nicht unentschlossen. "doch ich kann leider nicht mit dir durchs Leben ziehn" sagt die Entscheidung aus.
Die Zeilen davor "Ich hab hier nunmal mein Leben und kann dem nicht entfliehen" geben die Begründung.
Also, dass das LI einfach aufgrund der Lebensumstände und dem fehlenden Mut (Refrain) seiner grosse Liebe nicht folgen kann.

Danach, ab "Zwei Jahre...." handelt dann davon, dass der TE die Entscheidung, welche damals getroffen wurde, bedauert.

@saitentsauber : So ist es. Der TE bzw. das literarische Ich richtet sich sozusagen selbst dadurch, dass die Entscheidung die getroffen wurde, wohl nicht die beste war.
 
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Hallo @saitentsauber und @Der_will_nur_spielen . Ich verstehe Eure Einwände. Versteht ihr aber auch, was H. Heine mit seinem Gedicht sagen wollte?

Was sagt das LI über das Lyrische Du;

Und die Gefühle - die sind noch gleich wie früher
Als wär´ dazwischen gar nichts mit uns geschehn
Uns trennt ein Leben - und tausend Kilometer
Und trotzdem sind wir uns noch so nah
Ja, du warst meine - erste große Liebe
In meinem Herzen warst du immer da.
Ich denke jeden gottverdammten Tag an dich
Ich bin noch immer hier gefangen
Und noch immer bin ich so verliebt in dich
Doch ich bekomm dich nicht aus meinem Herz
Du bist die Liebe meines Lebens
Kann mich an keiner andren Frau erfreuen.
und, dass ich dich haben ziehen lassen
werd ich den Rest des Lebens wohl bereuen
Und wie lautet nun die Entscheidung des LDs?
Doch ich kann leider nicht mit dir durchs Leben ziehn…

Weiter nichts? .,,,

..,, Nein! :unsure: :eek: :unsure:

Was würde mich denn überzeugen? Das kann und will ich nicht einfach schnell mal aus dem Ärmel schütteln…

Ich habe nur an Kunst eine gewisse Erwartung, die manchmal einem Besuch beim Hausarzt ähnelt . Ich hoffe auf etwas Erlösendes. Entweder ein: „Keine Sorge, alles im grünen Bereich“ - oder ein “Du musst etwas an deinem Leben ändern“. Aber bei einem „bleib ruhig unglücklich, sterben müssen wir alle“ würde ich den Arzt wechseln!
 
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