Tiefbaßaufnahme

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Guten Morgen,

ich bin zur Zeit an Testaufnahmen meiner Hammond. Dabei werden sowohl das Leslie als auch das Tonkabinett abgenommen. Die momentan eingesetzten Mikrophone nehmen zwar den Klang sehr schön auf (Sennheiser BF 504 und Nachfolger), aber in den Bässen machen sie schlapp. Momentan stehen die Mikros ca. 15-20 cm von den Boxen weg. Ev. noch etwas weiter wegstellen?
Das mag ev. daran liegen, daß der Baß des Tonkabinettes weniger durch die Frequenz an sich als durch Druck erzeugt wird (9 x 10" ) - ähnlich einem Shakersystem. Der Baß des Leslies ist im Vergleich zum Tonkabinett ziemlich lala.

Mir geht es nun darum, diesen Baß irgendwie einzufangen (Frequenz bis 32 Hz) - zudem plane ich, klanglich noch bis 16 Hz runterzugehen. Wie fange ich am besten diese Frequenzen ein?

Eine momentane Klangaufnahme ist zu hören unter http://www.musicalbrothers.de/downloads/letztearbeiten/kabinettleslie1.mp3

Grüße

Ippenstein
 
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Nimm ein hochwertiges Kleinmembrankondensator, das so weit runtergeht: Earthworks TC 30 oder besorg Dir ein gebrauchtes CAD Equitek 350, das geht auch bis 10 Hz.
 
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Hallo,

ich möchte artcores Empfehlung noch auf das CAD Equitek E200 und dessen Vorgänger, das E2b, ausweiten. Auch die gehen so weit runter.

Viele Grüße
Klaus
 
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Die guten alten CAD-Mikros :great:
 
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Hallo,

@artcore: Wobei mir das E2b klanglich noch besser gefällt als das E200... ;)
und @ Ippenstein: Falls Du derzeit die e-Bucht nach einem CAD Equitek durchstreifst - da wird aus den USA ein E200 angeboten. Gottseidank hat der Anbieter den originalen Frequenzgangschrieb von CAD als Foto dem Angebot beigelegt. Dieses eine Teil hat einen völlig untypischen Abfall unter 200 Hz, und die Höhen fallen oberhalb von 5 kHz auch steil ab. Da stimmt was nicht. "Meine" beiden E200 gehen fast linear bis 10 Hz runter und haben um 2 kHz und etwas über 5 kHz eine ganz sanfte Anhebung, aber keinen derartigen Höhenabfall...

Viele Grüße
Klaus
 
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@Ippenstein:
Für die Abnahme von Bassdrums gibts "Subkicks".
http://www.musik-service.de/yamaha-skrm-100-subkick-prx395743680de.aspx
Das sind - soweit ich das verstanden hab - Mikros mit sehr großen Membranen. Oder einfach Lautsprecher. Versuch einfach mal, einen Lautsprecher mit 8" oder 10"-Membran vor dem Tonkabinett zu platzieren und verbinde den Speaker mit deinem Mikrofonpreamp (+ an XLR Pin 2, - an XLR Pin 1, möglichst kurzes Kabel). Ich hab keine Ahnung, welche Ergebnisse da zu erwarten sind, ein Erfahrungsbericht wäre interessant. :)

Viele Grüße
Moritz
 
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@Ippenstein:
Für die Abnahme von Bassdrums gibts "Subkicks".
http://www.musik-service.de/yamaha-skrm-100-subkick-prx395743680de.aspx
Das sind - soweit ich das verstanden hab - Mikros mit sehr großen Membranen. Oder einfach Lautsprecher. Versuch einfach mal, einen Lautsprecher mit 8" oder 10"-Membran vor dem Tonkabinett zu platzieren und verbinde den Speaker mit deinem Mikrofonpreamp (+ an XLR Pin 2, - an XLR Pin 1, möglichst kurzes Kabel). Ich hab keine Ahnung, welche Ergebnisse da zu erwarten sind, ein Erfahrungsbericht wäre interessant. :)

Viele Grüße
Moritz



wär auch meine erste idee gewesen. infra-bässe (z.b.: fürs kino) nimmt man in der regel immer so auf und nicht mit herkömmlichen mics. und so nen alten lautsprecher hat ja auch wirklich jeder daheim, da is schnell ein stecker dran gelötet. im prinzip musst nur darauf aufpassen dass das ding wirklich im Druckmaximum der welle steht, sonst geht damit nicht wirklich was.....

aber trotzdem ne frage: wieso willst du so tief runter?... macht für musik in meinen augen keinen sinn
 
deschek
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Hi,

sorry für eventuelles Off-Topic.

Ganz so trivial ist das mit den Subkick-ähnlichen Konstrukten leider nicht - die Antriebsparameter und Übertragungseigenschaften des Chassis im gewählten Gehäuse (Thiele-Small-Parameter, Frequenz- und Phasengang, Ausschwingverhalten und Gruppenlaufzeit) gehen natürlich voll mit in das Übertragungsverhalten ein.

Die gewählte Konstruktion muß also auf den gewünschten Frequenzbereich hin ausgewählt und optimiert sein - der Yamaha-Subkick beispielsweise ist auf Bass-Drum optimiert und würde gar nicht die hier geforderte untere Grenzfrequenz liefern (ein Beta 91 geht beispielsweise deutlich tiefer).
Irgend ein wahllos ausgewählter 8" in beliebigem Gehäuse würde möglicherweise bereits ab dem oberen Bassbereich oder sogar Grundton steil abfallen und selbst bei massivem Boost keine brauchbaren Ergebnisse mehr liefern - ein eher hart aufgehängtes PA- oder Instrumentenchassis erst recht nicht.

Für die hier geforderte untere Grenzfrequenz käme für solche Versuche am ehesten ein eher weich aufgehängter Treiber aus dem hiFi-Bereich oder Car-HiFi-Bereich mit möglichst tiefer Resonanzfrequenz (ideal im Bereich der unteren gewünschten Grenzfrequenz oder tiefer), mittlerer bis hoher Güte (0,5-0,8) in einem kompakten Open-Baffle-Dipol-Gehäuse in Frage, würde eine trotzdem deutliche Entzerrung im Tiefbass benötigen (6dB/Okt. ab der durch das Gehäuse vorgegebenen Grenzfrequenz im oberen Bassbereich) und hätte ein vergleichsweise niedere obere Grenzfrequenz - müsste also zwingend ergänzt werden durch Mikrofone für den Frequenzbereich spätestens ab dem Mittelton.
Sogenannte "Schlammschieber"-Subwooferchassis wären zwar für so tiefe Frequenzen auch geeignet, müssten dann aber auch schon ab dem Bassbereich durch andere Mikrofone ergänzt werden, weil sie einfach ab dem oberen Bassbereich keine befriedigenden Signale mehr liefern könnten.

Persönlich halte ich solche Konstrukte eher für Effektgeräte (und das ist nicht negativ gemeint), die Vorteile gegenüber entsprechend frequenzoptimierten konventionellen Mikrofonen beschränken sich ausschliesslich auf die gesoundete Charakteristik.

Ciao, Deschek
 
mikroguenni
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Moin,

tiefe Frequenzen nimmt man am besten mit einem Kondensatormikrofon mit Kugelcharakteristik auf. Die gehen zumindest theoretisch bis 0 Hertz herunter, in der Praxis ergibt sich durch den Druckausgleich in der Kapsel eine Grenzfrequenz von einigen Hz.

Wenn es ein gerichtetes sein soll würde ich ein e914 von Sennheiser einsetzen, das geht bis 20 Hz ohne Abfall herunter, 10 Hz -6dB.

Gruß Mikroguenni
 
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@morry
Dank seiner großen Oberfläche ist das System (16cm Durchmesser ) in der Lage, selbst die tiefsten Frequenzen einer Bass-Drum souverän und sicher aufzunehmen (50Hz-2000Hz).

Also nur 50 Hz! Ergo, ist man hier mit einem der vorbenannten Kondensatoren besser dran.

Es kann durchaus Sinn machen soweit runter zu gehen, wie der Threadersteller. Wir machen das Live mit einem DBX-Subbassprozessor für Soundeffekte. Da braucht man aber wirkliche gute Subbassboxen!!! Am liebsten FÖÖN.
 
Ippenstein
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Vielen Dank für die Antworten. Warum so tief in den Frequenzen? Nun ja - normale Heimstereoanlagen gehen ja meist nur bis 40 Hz. Aber, was nicht eingefangen, kann auch nicht wiedergegeben werden.

Der Baß meiner Orgel erzeugt als 16 Fuß im tiefen C ein Signal von 32,4 Hz. Hätte Hammond die Sinusräder in der tiefen Oktave beibehalten, dann hätte ich da einen richtig bassigen Sound. Hammond wählte aber Spezialräder, die eine eher sägezahnförmige Welle erzeugen, wohl, weil ihm der Baß sonst zu bassig gewesen wäre. Das Tonkabinett gleicht diese fehlenden Bässe durch seine groß dimensionierte Anlage mit 9 x 10 Zoll für den Baß aus, wobei da der Baß dann vor allem auf Druckschwingung beruht - weniger auf Hörschwingung. (Weiß nicht, wie ich das nun erklären soll).

Warum aber auch bis 16 Hz? Es gibt auch Hammonds, die durch eine zusätzliche Synthesizereinheit einen 32 Fuß-Baß erzeugen, der dann bis 16,4 Hz runtergeht. Das wummert und erzeugt bei Zuhörern Kniefall vor der Orgel ;) Auch wenn die meisten Anlagen die Tiefen nicht wiedergeben können, so sollte man sie zumindest doch halbwegs einfangen. Denn was nicht da ist, kann ja auch nicht wiedergegeben werden.

Dazu noch ein OT: Die Lorenzkirche in Nürnberg hat in der Hauptorgel ein 64-Fuß Register. Es ist zwar eine Mischung aus 32-Fuß und der Quinte 21 1/3, aber der akustische Effekt wirkt wie ein 64 Fuß. Das geht bis 8,2 Hz. Nicht mehr hör- aber spürbar. :D
 
Ippenstein
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Ich mußte gestern feststellen, daß die benutzten Mikros sogar alles aufnehmen, was hörbar ist. Als ich das Signal über die entsprechenden Boxen hab laufen lassen, klang das in den Bässen genau so wie wenn ich direkt die Orgel spielen würde. :)
 
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Welche Mikrofone? Mach es doch nicht so geheimnisvoll!
 
Ippenstein
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BF 504 und e 604. Stehen recht nahe an den Lautsprechern.

Allerdings fehlt es halt an Baß bei kleineren Lautsprechersystemen, weshalb man da mit dem Equalizer etwas nachhelfen müßte...
 
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Na, da stehts doch, oder...?
So klar war das auch nicht, su unklar wie unser Tiefbassfan sich ausdrückte. "Benutze" Mikrofone hätten ja auch irgendwelche neue sein konnen.
 

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