Timing SĂ€nger/Gitarre

J
Jan1958
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
23.01.21
Registriert
03.12.19
BeitrÀge
4
Kekse
0
Hallo,
ich spiele seit 4 Jahren Akustikgitarre in einer Gruppe die von einem Gitarrenlehrer geleitet wird. Der Gitarrenlehrer war Frontmann einer Band und singt ziemlich professionell. Es gibt niemals irgendwelche Timingprobleme - auch wenn ohne Lehrer jemand anderes den Gesangspart ĂŒbernimmt. Nun habe ich ein paar Mal mit einem Bekannten der ChorsĂ€nger ist und einem weiteren Gitarristen einige der mir bekannten StĂŒcke gespielt.
Dabei gibt es stĂ€ndig die EinwĂ€nde des ChorsĂ€ngers, ich wĂŒrde zu schnell spielen. Dagegen habe ich das GefĂŒhl er singt immer "sozusagen vor dem Takt". Liegt das daran, dass ich mich an die StĂŒcke gewöhnt habe, also wo unser Gitarrenlehrer im Takt ist, oder hat mein Chor -Bekannter einfach eine andere Aufteilung? Eigentlich muss sich der SĂ€nger doch nach dem vorgegebenen Takt der Gitarren halten - oder?
Ich hÀtte gerne einmal eine Meinung dazu.
PS: Es sind ĂŒberwiegend Titel aus den 70/80/90er Jahren, z.B. Hey Jude, Wish you were here, Here without you, u.s.w.
MfG Jan
 
Eigenschaft
 
Hallo Jan,
da hÀtte ich eine Idee was das sein könnte.

Klassische Solo-SĂ€nger singen Konsonanten vor dem Taktstrich damit der klingende Vokal pĂŒnktlich auf der 1 kommt. Also z.B. das Wort "großer" wird das "gr" ein bisschen vorgezogen, damit das "o" dann am betonten Taktanfang kommt.
Bei professionellen/semiprofessionellen Chören wird das oft auch von den ChorsÀngern erwartet.
Falls dein Bekannter das so macht, hast du immer das GefĂŒhl zu spĂ€t zu sein, beschleunigst entsprechend und er meint dann du bist zu schnell.

lg Thomas
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 6 Benutzer
moin,
spielt ihr mit metronom?
könnt ihr euch, inclusive metronom, aufnehmen?
gruß, horst
ach ja: willkommen :)
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich hÀtte gerne einmal eine Meinung dazu.

Ich fĂŒrchte, dass ist keine Frage, die man mit einer Meinung beantworten kann, da wir ja nicht wissen, ob und wer out of time ist. Die mögliche ErklĂ€rung von koksi klingt aber nicht schlecht.
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Hallo zusammen,
vielen Dank fĂŒr eure schnellen Mitteilungen. Nein, wir spielen ohne Metronom. Ich habe mit dem Sound Creator ein paar Backgrounds aufgenommen, aber noch nicht zusammen mit dem ChorsĂ€nger ausprobiert.
Aber ich finde auch die ErklÀrung von Thomas absolut einleuchtend. Es tritt genau der Effekt ein, dass ich versuche schneller zu spielen damit der Takt zum Liedtext passt. Wir haben letztens die PlÀtze mit dem 2. Gitarristen getauscht damit ich ihn nicht so höre, dann war das Timing besser.
Andersherum heißt das, der ChorsĂ€nger wird vermutlich nicht aus seiner Haut heraus können, denn er ist schon sehr viele Jahre dabei...
mfG Jan
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Eigentlich muss sich der SĂ€nger doch nach dem vorgegebenen Takt der Gitarren halten - oder?
Jein :) Wenn ein SĂ€nger von einem Pianisten begleitet wird, hĂ€ngt letzterer wirklich mit den Augen an den Lippen des SĂ€ngers, weil dieser das Tempo bestimmt, so von wegen Interpretation und so. Andererseits sollte gerade ein ChorsĂ€nger in der Lage sein, der Gitarre zu folgen und auf den Punkt zu singen. Dass der SĂ€nger die Konsonanten "vorausklopft" solte an sich nicht stören. Den Terz macht er nĂ€mlich, weil der Vokal klingt, nicht der Konsonant. Und an sich wĂŒrde ich vermuten, dass der Gitarrenlehrer das genau auch so macht. Was in beiden Setups anders lĂ€uft, mĂŒsstest Du herausfinden - vielleicht mal aufnehmen und genau hinhören?
--- BeitrÀge wurden zusammengefasst ---
Never jam with ChorsÀngern.
Das ist jetzt aber gemein <schmoll>




;)
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Never jam with ChorsÀngern.
Kann ich als langjÀhriger ChorsÀnger nur bestÀtigen :) Ich hab ne GANZE Weile gebraucht, um aus der klassischen Chor-Haut rauszukommen und die Band nicht "zu stören". Scherz beiseite, klassischer Chor, klassischer Gesang an sich und Jammen zu Pop / Rock / Blues / Jazz sind ganz unterschiedliche Disziplinen, die man getrennt voneinander behandeln muss. Und ich kann aus Erfahrung sagen, dass der SÀnger da umlernen muss
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 9 Benutzer
Dass der SÀnger die Konsonanten "vorausklopft" solte an sich nicht stören.
Das kann sogar ziemlich stören, da hĂ€ufig am Wortanfang stehende Konsonanten betont werden, wie z. B. in dem Wort "Konsonant". Paßt das nicht, fĂŒhrt das zu oben genannten Problemen.
 
Ich habe mal (vor langer Zeit) fĂŒr ca. 1 Jahr mit einem ausgebildeten SĂ€nger (Regensburger Domspatzen), der neben Singen auch (ausgezeichnet) Klavier spielte, in einer Band gespielt (akustisch, Folk, Blues).
Es war genauso. Timing, ...nicht vorhanden, ...Improvisation null, Klavier (spez.bei Blues) unmöglich ("ich brauche Noten..."), wenn wir Ihn "fertig machen wollten, sagten wir, "Achtung Solo".
und auch beim Gesang (selbst Boy Dylan) war er immer "nicht" im Takt... (aber "wir" waren "schuld), letztlich, er wurde "gefeuert" (und ist 30 Jahre spÀter "Musikdirektor" an einem renommierten deutschen Theater...)
Insoweit ja, weiss ich, wie es @scenarnick trefflich sagt, es war so und ist noch so...
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
'Mal dumm gefragt: Spielt Ihr in einem Raum mit Hall/Echo oder ohne? Also Kirchenschiff oder Zimmerchen?
Hallo,
wir spielen in einem großen "Zimmerchen", ca. 30m2. Das Problem tritt aber auch in einem kleinen Übungsraum auf...
--- BeitrÀge wurden zusammengefasst ---
Moin,
es sieht so aus als wenn unsere "Mini Band" ein ganz bekanntes Problem hat. Schön dass es so viele Hinweise auf die Ursache gibt. Nachdem ich nun die Richtung wusste woher die Timing Probleme kommen könnten, habe ich meine Tochter gefragt (sie singt im Oberstufen Chor). Kam die ganz klare Antwort dass auch sie den Vokal auf der 1. betonen mĂŒssen.
Ich denke wir werden mal ein StĂŒck probieren welches ich nicht kenne, dann mĂŒsste sich die Problematik eigentlich verbessern.
mfG Jan
 
Timing, ...nicht vorhanden, ...Improvisation null, Klavier (spez.bei Blues) unmöglich ("ich brauche Noten..."), wenn wir Ihn "fertig machen wollten, sagten wir, "Achtung Solo".
M-hm. :er_what:
Es gibt Konstellationen, die passen einfach nicht. Wird schon seinen Grund haben, warum er der Musikdirektor geworden ist...
 
Meine Erfahrung mit ChorsÀngern ist auch eher durchwachsen. Die sind halt gewohnt sich von der Masse mitziehen zu lassen. Ich meine nicht so super-tighte Acapella-SÀnger, sondern die klassischen ChorsÀnger.
Die haben halt nicht die Erfahrung, dass der SĂ€nger die Band irgendwie rhytmisch fĂŒhren (nicht anfĂŒhren) muss, die haben gelernt sich fĂŒhren zu lassen.
 
Wegen der Timingprobleme ... ?
Ist die Frage, wer die nu wirklich hatte, ne? ;)
Dass der Konsonant vor dem eigentlichen Schlag kommt, weil eben erst der Vokal klingt (btw, @groovequantizer das ist auch beim Wort Konsonant so - es ist das o, das klingt!), wurde bisher in so ziemlich allen Chören eingefordert, in denen ich gesungen habe. Deswegen Àndern sich aber weder Metrum noch Tempo so wirklich. Solange die Musiker sich davon nicht irritieren lassen, ist doch eigentlich alles fein.
Der Post von @Ralphgue kam hier ziemlich abwertend und geringschĂ€tzig an. Nun sind ja die Regensburger Domspatzen nicht die schlechtesten und i.d.R. recht gut ausgebildet. Ich denke mal, hier hĂ€tte ein bisschen Offenheit auch seitens der Band gut helfen können. Ist natĂŒrlich deren Wahl, aber ich sehe nun keinen Grund, jemanden an die Wand zu nageln, weil er sauber singt.
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Dass der Konsonant vor dem eigentlichen Schlag kommt, weil eben erst der Vokal klingt (btw, @groovequantizer das ist auch beim Wort Konsonant so - es ist das o, das klingt!), wurde bisher in so ziemlich allen Chören eingefordert, in denen ich gesungen habe
Das ist aber vom Genre, bzw von der konkreten Literatur abhÀngig. Bei stark rhytmischem Gesang mit kurzen Noten ist - bzw klingt - das unmöglich. Rock und Pop wird halt ein bisschen anders gesungen als Klassik. Und selbst in der Klassik wird solistisch ein bisschen anders gesungen als im Chor. Und ein Gospel-Chor wird die Konsonanten auch nicht vorziehen.

BTW: du hast in Wien bei "Hit the Road Jack" die Konsonanten auch auf den Punkt gesungen und nicht vorgezogen.


Letztendlich muss sich der SĂ€nger - wie jeder andere Musiker auch - an das Songmaterial anpassen auf das man sich geeinigt hat oder sich eine andere Band suchen wo sein Stiefel besser passt.
--- BeitrÀge wurden zusammengefasst ---
die Erfahrung, dass der SĂ€nger die Band irgendwie rhytmisch fĂŒhren (nicht anfĂŒhren) muss
Diese Erfahrung fehlt mir ehrlich gesagt auch. Ich hatte nie den Eindruck dass sich ein Rock-Drummer von der Rhythmik des SĂ€ngers beeinflussen lĂ€ĂŸt. Dazu mĂŒĂŸte er ihn ĂŒberhaupt erstmal hören ;-)
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Ist die Frage, wer die nu wirklich hatte, ne?

Nun ja - abgesehen vom Fall des Threaderstellers haben wir jetzt doch schon eine ganze Reihe voneinander unabhÀngige Erfahrungsberichte, die das bestÀtigen.

Dass der Konsonant vor dem eigentlichen Schlag kommt, weil eben erst der Vokal klingt (btw, @groovequantizer das ist auch beim Wort Konsonant so - es ist das o, das klingt!), wurde bisher in so ziemlich allen Chören eingefordert, in denen ich gesungen habe

Im Chor ist das auch richtig und gut so, weil er sonst nicht klingen wĂŒrde, denn jeder Einsatz wĂŒrde "vernuschelt". Das ist auch der Grund, warum Popchöre oft ein bisschen steif klingen.

Ist natĂŒrlich deren Wahl, aber ich sehe nun keinen Grund, jemanden an die Wand zu nageln, weil er sauber singt.

Wenn es schlecht klingt und nicht zu beheben ist: Welche Alternative gibt es dann noch?
Sauber ist halt manchmal eben komplett fehl am Platz.

Wir haben hier eine BrĂŒcke zum anderen aktuellen Thread "Kann jeder singen lernen": Es sind genau diese Gestaltungsoptionen, die man eben nicht unbedingt "lernen" kann.
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Ich hatte nie den Eindruck dass sich ein Rock-Drummer von der Rhythmik des SĂ€ngers beeinflussen lĂ€ĂŸt. Dazu mĂŒĂŸte er ihn ĂŒberhaupt erstmal hören ;-)

Oje, dann solltest Du Deine Mtimusiker stark hinterfragen. Jede Bandmusik beruht doch auf Interaktion. Und die geht ja nur, wenn man die anderen auch hört.
Einen Drummer, der nur streng sein Ding durchzimmert (sei es im Rock, Jazz oder Obertongesang) kann man auch mit einem Drummy ersetzten. Der sÀuft auch nicht so viel wÀhrend der Probe ;-)
Beim klassischen Gesang/Orchester/Chor ist das natĂŒrlich anders, da ist ja schon von vornherein klar, was jeder zu welchen Zeitpunkt des StĂŒckes machen sollte.
 
Jede Bandmusik beruht doch auf Interaktion
Klar, aber je nach Genre können die unterschiedlich sein. In einer Rockband wird Bass & Drums eine möglichst gute, "verlÀssliche" Rhythmikbasis vorgeben, in welche sich die andere Instrumentalisten und der / die SÀnger "reinsetzen" können.
In dem Fall ist die einseitige Interaktion durchaus eine Tugend. Wenn ich nur mit einem Pianisten zusammen spiele, ist das völlig anderers. Da fĂŒhre ich tatsĂ€chlich das Timing. Ist aber dann auch komplett anderes Songmaterial.
 
  • GefĂ€llt mir
Reaktionen: 2 Benutzer

Ähnliche Themen

scenarnick
Antworten
30
Aufrufe
5K
Claus
Claus
DerZauberer
Antworten
9
Aufrufe
10K
blechgitarre
blechgitarre
DerZauberer
Antworten
274
Aufrufe
64K
randhee
randhee
strep-it-us
Antworten
0
Aufrufe
19K
strep-it-us
strep-it-us

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
ZurĂŒck
Oben