Tipps und Anleitungen zum Akkordzitherspiel (6-Akkord-Zither)

Lisa2
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Hallo Bernie

Hier nun der versprochene neue Thread.
Unter diesem Titel sind Deine Fragen zur Spieltechnik besser aufgehoben.

Hi Bernie

...

Etienne hat eine wirklich faszinierende Technik.
In dem unten verlinkten Video erklärt er, dass er die Akkorde anders stimmt, als es für eine 5-Akkord-Zither ursprünglich vorgesehen ist und nennt auch die Akkordfolge. Dadurch ist es ihm möglich, die Melodien wesentlich differenzierter zu harmonisieren. In den Kommentaren kann man dazu einige Details nachlesen. Außerdem hat er die halbchromatische Melodiebesaitung verändert: Das auf einer halbchromatisch besaiteten 5-Akkord-Zither fehlende B (B-flat) hat er dazu genommen, dafür andere chromatische Zwischenstufen herausgenommen. Da dadurch Plätze für Melodiesaiten frei bleiben, ergänzt er die Tonleiter nach unten und nach oben.



Auch wenn die Haltung der Zither (Saiten quer vor dem Spieler) ein wenig an die Konzertzither erinnern mag, so weisen Besaitung und Spieltechnik doch gravierende Unterschiede auf.

Bis man die ausgefeilte Spieltechnik von Etienne de Lavaulx beherrscht, muss man sicherlich eine Menge üben. Der von ihm mit dem Plektron gespielte Wechselschlag und die Technik der linken Hand ist so, wie er das macht, nur auf der quer gestellten Zither realisierbar. Auf großen modernen Akkordzithern, die wesentlich mehr Akkorde haben können, kann man so nicht spielen. Aber das macht ja nichts. Er nutzt die Möglichkeiten der 5-Akkordzither wirklich genial aus.

Viele Grüße
Lisa

EDIT
Habe gerade den noch relativ neuen Kanal von Etienne de Lavaulx entdeckt. Der in Australien lebende gebürtige Franzose hat dort erst vor kurzem weitere sehr schöne Musik hochgeladen:
http://www.youtube.com/user/guitarzither?feature=watch
Stöbern lohnt sich.




Hallo Lisa,

der Mann ist irgendwie genial !
Meine Frau fand als ABBA-Fan seine Interpretation von Fernando toll - jetzt soll ich fleißig üben, dass ich auch die anderen Songs von ABBA vorspielen kann :) !
Auf was habe ich mich hier eingelassen ?

Beste Grüße

Bernie



Hallo Bernie
Da hat Deine Frau Dir aber einen Auftrag gegeben! :great:

Ja, Etienne spielt toll. Im Moment läuft seine Musik bei mir "rauf und runter". :)

Mit welcher Technik willst Du musizieren?
Hast Du gelesen, dass Etienne hauptsächlich auf der fast diatonisch gestimmten 5-Akkord-Zither spielt?
Auf seiner Webseite findest Du Links zu PDFs, in denen er seine spezielle Stimmung beschreibt. Zur Info ganz interessant, bringt Dich aber nicht weiter, weil Du eine 6-Akkord-Zither hast. Die beläßt Etienne in der ursprünglichen vollchromatischen Stimmung. Damit lassen sich im Gegensatz zur diatonischen Stimmung alle Tonarten spielen. Die geringe Anzahl an Akkorden schränkt diese Möglichkeiten dann allerdings wieder ein, wenn man mit Akkordbegleitung spielen möchte. Wie er die Akkorde seiner 6-Akkord-Zither stimmt, habe ich jetzt nicht im Kopf. Ich vermute aber, dass er auch bei der 6-Akkord-Zither einen Teil der Akkorde in Moll stimmt. Das mache ich auch schon seit zig Jahren so, weil dann schönere Harmoniefolgen spielbar sind. Das Umstimmen von Dur auf Moll ist einfach. Du läßt einfach die Spannung der Terz-Saiten absacken, bis sie eine kleine Sekunde tiefer klingen.


Ein Tipp, der Dir vielleicht das Üben erleichtert:

1. Wenn Du eine Melodie ausgesucht hast, gehe die Noten durch und schreibe die Tonleiter der benutzten Töne auf (= Tonraum des Liedes)
2. Schneide Dir einen ca. 5cm breiten Papierstreifen und zeichne der Länge nach eine dünne Linie darauf.
3. Lege den Papierstreifen quer über die Saiten und markiere an der Linie nur die Töne, die zum Tonraum des Liedes gehören. Lege das Blatt anschließend auf eine glatte Unterlage und mache aus den (vermutlich) kleinen Markierungen gut sichtbare Punkte mit ca 5mm Durchmesser.
4. Stelle den Grundton des Tonraumes fest (Dazu mußt Du vorher die Tonart feststellen.) Der Grundton ist nicht zwingend der tiefste Ton. Er kann auch in der Mitte der ermittelten Tonleiter liegen. Wenn Du den Grundton ermittelt hast, markiere ihn auf irgendeine Weise. Eine Möglichkeit wäre, den Punkt zu einem schmalen Oval zu vergrößern.
5. Lege den Streifen unter die Saiten und übe als erstes die Tonleiter der Melodie rauf und runter zu spielen, also immer an den Markierungen entlang. Und dann tastest Du Dich nach und nach an die Melodie heran.

Wenn nun die in den Noten vorgefundene Tonart nicht zu den Akkorden passt, die Dir auf der 6-Akkord-Zither zur Verfügung stehen, ist es mit Hilfe der Punkte-Leiste ganz leicht, die Melodie in jede beliebige Tonart zu transponieren: Du schiebst die Markierung des Grundtones (das Oval) einfach unter eine andere Saite. FERTIG :)

Viele Grüße
Lisa


Hi Bernie
...

Hier noch zwei Beispiele für die traditionelle Zupftechnik, gespielt auf einer 6-Akkordzither mit Tonabnehmern:





Ein Teil der Akkorde ist in Moll gestimmt.

Viele Grüße
Lisa




Hallo Lisa,

Du hast Recht - da habe ich mir eine Aufgabe aufgebürdet - diese schaffe ich bestimmt bis zur Rente - sind nur noch 29 Jahre !
Dein Tipp mit den Markierung sehe ich auf Etienne`s 5 Akkordzither, richtig ? Das ist aber dann schon die höhere Stufe des
Musizierens - ich stecke noch in den Kinderschuhen.....
Was mir bei den beiden Filmen auffällt ist, dass der Spieler beim Spiel der Akkorde jede Saite einzeln "zupft". Dies entspricht
dann aber nicht dem Schlagen eines Akkordes ? Wie werden dann die Hinweise an den Noten (mit und ohne Punkt) beachtet ?
Ist dies dann freie Interpretation ? Alles mächtig aufregend !!!!

PS: Bin gerade dabei mir einen Transportkoffer zu bauen - soll dann zur Zither, auch die Noten und den Schrägsteller aufnehmen.

Beste Grüße

Bernie


Meine Markierung sieht etwas anders aus, als bei Etienne. Und sie ist für Anfänger gedacht ! Dazu später mehr.

Auf das Zupfen der Akkorde gehe ich dann auch noch ein.

Das passt in dieses Posting nicht alles hinein.
Sobald ich Zeit habe, melde ich mich wieder.

Viele Grüße
Lisa
 
Eigenschaft
 
Hallo Lisa,

vielen Dank !
Ich wünsche Dir eine schöne und erfolgreiche Woche ...

Beste Grüße

Bernie
 
Akkorde zupfen

Hallo Bernie
Dir fiel beim Betrachten der letzten Filme auf, dass der Spieler beim Spiel der Akkorde jede Saite einzeln "zupft".
Deine Fragen dazu:
1. Dies entspricht dann aber nicht dem Schlagen eines Akkordes ?
2. Wie werden dann die Hinweise an den Noten (mit und ohne Punkt) beachtet ?
3. Ist dies dann freie Interpretation ?

Zu 1.
Als Akkord "schlagen" würde ich diese Spieltechnik auch nicht unbedingt bezeichnen wollen. Denn mit "schlagen" ist eher ein rasches Überstreichen gemeint, sodass die Saiten fast gleichzeitig erklingen. Aber eben nur fast. Denn man zupft die Saiten ja nicht mit mehreren Fingern gleichzeitig an sondern zieht den Daumennagel/Zitherring von rechts nach links über die Saiten. Und das kann man ganz unterschiedlich machen:
  • langsam / schnell
  • gleichmäßig / ungleichmäßig

So entstehen verschiedene Varianten der Arpeggien (http://de.wikipedia.org/wiki/Arpeggio).

Zu 2.
Siehst Du Unterlegblätter auf den Videos? ;)
Zu dem Thema schreibe ich weiter unten noch etwas.

Zu 3.
Freie Interpretation würde zutreffen, wenn es ursprünglich eine Vorgabe gegeben hätte, die eine andere Form der Begleitung vorgegeben hätte. Da die nicht ersichtlich ist, würde ich diese Spielweise als eine von vielen möglichen Begleitformen beschreiben.

Ich fasse hier noch einmal die Übungen für die linke Hand zusammen, die ich im anderen Thread bereits notiert hatte. Vielleicht liest Du sie jetzt mit etwas anderen Augen:

Das "Training" der linken Hand beginne ich immer mit dem Überstreichen des gesamten Akkordes (Zahl mit Bogen). Der Daumen (bzw. der Dorn des Daumenrings) wird dabei flach über die Saitengruppe gezogen. Dabei muß man aufpassen, dass man den Daumen nicht zu früh nach oben weg zieht. Ansonsten erwischt man nur einen Teil der Saiten. Wenn Du in folgendem Video (ab 3:33) die Bewegung der linken Hand beobachtest und die Töne der Akkorde erhorchst, wird vielleicht klar, was ich meine.



Vergleiche mal die Handhaltung aus dem ersten Video mit dem aus dem folgenden:



Man kann die Arbeit des Daumens hier zwar kaum erkennen. Aber eines ist ganz deutlich zu sehen: die Art und Weise, wie die Hand auf dem Instrument abgestützt wird. Die Variante, bei der die Fingerkuppen auf den benachbarten Akkordsaiten aufgestützt werden ermöglicht der linken Hand entspannt über die Akkordgruppen zu wandern und bei Bedarf die Saiten abzudämpfen. Um so spielen zu können, benötigt man einen gut sitzenden Zitherring oder kräftige Daumennägel. Stützt man den Handballen auf der Stützleiste ab, ist die Hand etwas mehr fixiert. Am besten probierst Du mal beide Spieltechniken aus.

Im nächsten Video läßt sich die Daumenarbeit besser beobachten.




Übungen, mit denen Du eine differenzierte Zupftechnik der linken Hand erarbeitest:

1. Ziehe den Daumen/Zitherring langsam und gleichmäßig von der Bass-Saite des 1. Akkordes bis zur letzten Akkordsaite des letzten Akkordes.
2. Halte an jeder Bass-Saite kurz an, bevor Du mit dem Überstreichen der Saiten fort fährst. Horche auf die sich dabei ergebenden Rhythmen und verändere sie.
3. Halte nicht nur an jeder Bass-Saite inne sondern auch vor jedem Akkord
4. Spiele jede Saite einzeln, ohne dabei den Daumen hochzureißen.
Bei allen Aufgaben: Das Zupfen ist hier mehr ein Überstreichen. Der Daumen/Zitherring "fällt" nach dem "Abrutschen" (= zupfen) gegen die nächste Saite und liegt dort an, bis die Saite gezupft wird. Dabei den Dorn des Zitherrings möglichst waagerecht halten und nicht nach unten "stechen". Diese Grundübungen variiert man auf unterschiedlichste Weise. Anstatt alle Akkorde anzuspielen, wählt man nur einen Teil aus und übt unterschiedliche Folgen.
5. Spiele einen Akkord (mit abgestützter Hand / abgestützten Fingern) ganz oft hintereinander, bis Du die Bass-Saite blind triffst.
6. Spiele zwei Akkorde abwechselnd. (Tonika und Dominante z.B. C G oder G D usw.)

Unter 4. beschreibe ich das langsame Argeggio-Spiel, das Dir in den anderen Filmen aufgefallen ist.
Für ein schönes, musikalisch differenziertes Spiel ist es wichtig, von Anfang an die Motorik der linken Hand so zu schulen, dass man die Arpeggien im Laufe der Zeit mehr und mehr rhythmisch gestalten kann. Was damit gemeint ist, läßt sich am besten in Noten darstellen. Auf den Unterlegblättern ist diese rhythmische Differenzierung nicht darstellbar. Daher begnügt man sich mit der einfachen Grundform in der Dir bekannten Weise.

Viel Erfolg!
Lisa
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Tag,
Ich habe kürzlich eine alte Zither von der Marke Weber vom Typ Parsifal für einen Apfel und ein Ei gekauft.
Es ist eine 8-Akkord-Zither, deren Akkordsaiten horizontal sind, wie eine Konzertzither.
Lassen Sie mich zunächst feststellen, dass ich keine Erfahrung mit Zither-Spielen habe.
Eine große Anzahl von Seiten fehlte, aber ich habe es jetzt geschafft, sie zu bekommen und zu installieren.
Die Stimmstifte hatten viel Spiel, aber ich konnte Abhilfe schaffen.
Jetzt geht es darum, wie man eine solche Zither spielt.
Die Akkorden mit der rechten Hand?
Vielleicht weiß Lisa2, was zu tun ist, oder kennt sie ein Video auf YouTube, in dem man es sehen könnte 20200229_170725.jpg ?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Informationen.
Grüße aus Edam, Niederlande
 
Willkommen im Forum!

Dann rufen wir @Lisa2 mal hinzu :)

Diese Art Zither spielt man eigentlich mW so:
Mit dem Daumen der re Hand werden die Melodiesaiten (unten) gezupft,
Mit den Fingern der re Hand die Akkorde angeschlagen.
Die li Hand greift die Melodiesaiten.

Such mal bei YouTube nach „Konzertzither“ ...
 
Das ist keine Akkordzither. Das ist eine richtige (TM) Zither, nur halt eine kleine, in Münchner Stimmung. Da gibt es Zitherschulen dafür, die von Richard Grünwald ist z.B. ganz brauchbar oder die von Simon Schneider, iirc.

@peter55 hat das schon ganz gut beschrieben; Du brauchst allerdings noch einen Zitherring. Den solltest Du im Geschäft kaufen, denn den muss man probieren. Achte auf die Handhaltung; die Finger sollten schön senkrecht auf die Melodiesaiten greifen. Der kleine Finger liegt beim Ringfinger und hilft mitunter, die untere Saite etwas wegzuhalten. Die Finger sind leicht gekrümmt. Am besten wäre es schon mit einem Lehrer :)
 
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Vielen Dank Ihr beide für Ihre Hilfe.
Damit kann ich losgehen.
Ich habe mir bereits einen Zitherring gekauft und versuche, ein paar einfache Stücke auf dem Griffbrett zu spielen.
Liebe Grüße,
Hans
 
Guten Abend zusammen. :)

@Sarton
Wie bereits von den anderen beschrieben wurde, ist das keine Akkordzither im üblichen Sinne. Unter Akkordzithern versteht man griffbrettlose Zithern.
Das gute an Deiner Zither ist, dass sie komplett beschriftet ist. So kannst Du ablesen, auf welche Töne die Saiten gestimmt werden.
Es gibt verschiedene Stimmsysteme. Wenn Du Dir ein Notenheft kaufst, achte darauf, dass es für Konzertzithern in Münchner Stimmung ist (und nicht für die Wiener oder Stuttgarter).

Such mal bei YouTube nach „Konzertzither“ ...
Da findet man zum Teil Werbung für Lehrvideos.
Da ich kein Konzertzitherspieler bin, kann ich die Qualität nicht beurteilen.



Ein Lehrer wäre sicher ganz gut. Nur ist der in Holland vermutlich nicht so einfach zu finden.

Viel Freude beim Ausprobieren!
Lisa :)
 
Liebe Zither-Freunde,
Ich freue mich sehr, dass ich diesen Thread nach 6 Jahren wieder zum Leben erweckt habe und Ihre Beiträge lesen kann.
Ja, es wird schwierig sein, einen Lehrer in Holland zu finden, und das wird es auch nicht sein.
Dafür bin ich zu alt und habe kein Auto mehr.
Aber es ist ein schönes Instrument zum Üben, und ich verstehe jetzt, dass es keine echte Akkordzither ist, obwohl die Saiten in Akkorden gestimmt sind.
So habe ich es auch gemacht.
Liebe Grüße,
Hans
 
@ Lisa
Sie sprechen von der Münchner-Abstimmung.
Ich gehe davon aus, dass dies nur die fünf Saiten des Griffbretts betrifft.
Sie werden mit dem Daumen der rechten Hand geschlagen.
Aber jetzt die Akkorde
In meinem Fall müssen sie also auch mit den Fingern der rechten Hand geschlagen werden.
Da sie sich in unterschiedlichen Höhen befinden, müssen meiner Meinung nach der 2., 3. und 4. Finger verwendet werden.
Stimmt das?
Müssen all diese Finger einen Ring tragen?
Ich hoffe immer noch, ein YouTube-Video zu entdecken, in dem dies alles für meine Zither mit horizontale Akkord Saiten deutlich sichtbar ist.
Hans
 
Hast du (wir sind hier im Forum aller per Du ;) ) dir das von Lisa2 verlinkte Video mal angesehen? ;)
Dort wird genau gezeigt, wie man eine solche Konzertzither spielt ...

Und die Angabe "Münchner Stimmung" bezieht sich nicht nur auf die Melodiesaiten, sondern auch auf die Stimmung der Akkordsaiten.
Siehe hier unter "Standardbesaitung (= Münchner Stimmung).
 
Ich gehe davon aus, dass dies nur die fünf Saiten des Griffbretts betrifft.
Ich heiße zwar nicht Lisa, aber mit der Zither komme ich klar ;)
Bei der Wiener Stimmung sind auch manche Freisaiten anders gestimmt, ich weiß nur nicht genau, welche. Die Stuttgarter Stimmung kenne ich nicht, aber Wikipedia hat eine ganz gute Seite über Zithern, vielleicht steht da was dazu.
Da sie sich in unterschiedlichen Höhen befinden, müssen meiner Meinung nach der 2., 3. und 4. Finger verwendet werden.
Stimmt das?
Ja, das ist richtig. Der Zeigefinger (2.) schlägt dabei zwei Saiten (fast) gleichzeitig an i.d.R., ausser, man spielt aufgelöste Akkorde, aber auch dann schlägt er zwei Saiten an, nur nacheinander.
Müssen all diese Finger einen Ring tragen?
Nein. Nur der Daumen der rechten Hand, um die Melodiesaiten anzuschlagen.
 
Entschuldigung, ich verstehe es immer noch nicht.
Wenn ich zu einer normalen Münchner Stimmung gehe, sind die einzelnen Saiten in Quinten und Quarten gestimmt.
Von unten nach oben also von Es, B, F, C , G, D, usw.
Auf meinem Zither allerdings ganz anders.
Nämlich in Gruppen von 4 Saiten, entsprechend dem Bild, das auf der Zither klebt.
Ich habe noch keinen Youtube gefunden mit diese Layout.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ich sende ein weiteres BildCiter met frets en accoorden(1).jpg

So sah die Zither aus, als ich sie kaufte
 
Hallo Sarton

Stimme die Saiten auf jeden Fall so, wie auf dem Instrument angezeigt!
Danke für das Foto von der Akkordbeschriftung! :great:
Die Anordnung der Akkorde folgt dem Quintenzirkel. Möglicherweise war Dein Instrument als Variante der Akkordzither gedacht. Mit so einer Beschriftung ist mir die Konzertzither noch nie begegnet. Auszuschließen wäre das nicht. Denn Akkordzithern gibt es in sehr unterschiedlichen Formen. (Guitarr-Zither, Violin-Zither mit Geigenbogen gespielt, mit Tasten-Aufsatz ... )
So, wie es aussieht, musst Du einen Teil der Akkordsaiten ersetzen. Um heraus zu finden, welche Saiten Du kaufen musst, benötigst Du die Mensuren (Länge von Steg zu Steg) der Saiten.
Ich schlage vor, Du beschäftigst Dich erst einmal nur mit dem Melodiespiel, während wir gemeinsam versuchen herauszufinden, welche Begleitsaiten Du kaufen musst.

Hier gibt es einen älteren Thread, in dem das Stimmsystem der Melodiesaiten beleuchtet wird. Es geht um den Vergleich von Münchner und Wiener Stimmung. Die auf Deinem Instrument verwendete Münchner Stimmung wird auch mit Grafiken erläutert.
Hier ungefähr geht es los.
https://www.musiker-board.de/thread...itung-muenchner-stimmung.679031/#post-8582170

Während Du Melodien übst, setzt Du dann die anderen Finger auf die Begleitsaiten, so, wie im Video gezeigt. Sie ruhen dort dann in Grundstellung, während der Daumen zupft und die linke Hand die Melodietöne greift.

Gruß
Lisa
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
@Sarton
Habe gerade überlegt, welche Spieltechnik geeignet sein könnte, um die Akkorde Deiner Zither ähnlich wie auf einer Akkordzither mit 4-chörigen Akkorden zu spielen.
Die Fingerpositionen sind dann anders, als im oben verlinkten Konzertzither-Video gezeigt, denn man arbeitet in der einfachen Grundform mit folgenden 3 Zupfformen:
Bass+Akkordsaiten mit einem Finger in einem schnellen Rutsch zusammen (sehr schnell gezogenes Arpeggio)
Basssaite einzeln zupfen
Akkordsaiten ohne Bass mit einem Finger in einem schnellen Rutsch zusammen​
Man kann die Akkorde auch unterschiedllich aufbrechen und die Saiten mit verschiedenen Fingern einzeln zupfen.

Sollte das mit der Fingerkuppe nicht gut gelingen, kann man Fingerpicks zu Hilfe nehmen.
Hier eine Auswahl
https://www.thomann.de/de/fingerplektren.html
 
Vielen Dank Lisa, ich bin froh, dass es jetzt klar ist.
Wenn Sie sich meine erste Nachricht und mein erstes Bild ansehen, können Sie sehen, dass ich schon alle Saiten fertig gemacht habe.
Übrigens gibt es bei Ebay eine andere Zither, die mehr oder weniger mit meiner identisch ist.
https://www.ebay.nl/itm/Alte-Zither...-Int-C-Hermann-Weber-Dresden-603/163631861329

Auch ein Parsifal von Weber.
Liebe grüße
Hans
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Nochmals vielen Dank Lisa, ich freue mich mit Deine klaren Erklärung.

Das wird Üben !
 
Wenn Sie sich meine erste Nachricht und mein erstes Bild ansehen, können Sie sehen, dass ich schon alle Saiten fertig gemacht habe.
Upps! Ja, genau! Ich habe mich so sehr auf das Foto mit den alten Saiten konzentriert, dass ich daran nicht mehr gedacht habe. :)
 
Klar ! und nochmals Danke.
 
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Wenn ich zu einer normalen Münchner Stimmung gehe, sind die einzelnen Saiten in Quinten und Quarten gestimmt.
Von unten nach oben also von Es, B, F, C , G, D, usw.
Auf meinem Zither allerdings ganz anders.
Nämlich in Gruppen von 4 Saiten, entsprechend dem Bild, das auf der Zither klebt.
Ok, mea Culpa, ich hatte die dickeren Saiten übersehen und den Zettel mehr als Gedankenstütze gesehen. Er passt eigentlich schon dazu, wie eine Zither normalerweise gestimmt wird, nämlich, wie Du schon sagst, im Quintenzirkel, ausgehend von es. Da von den Melodiesaiten weg die Freisaiten immer länger werden, passen mit richtiger Dicke dann auch die Oktavlagen, dass man einen Bass (mehr die mittleren Saiten, wenn es normal wäre) und Begleitsaiten hat, ganz oben über dem Schallloch dann die Kontrasaiten.

Dass bei den kurzen Saiten Begleitsaiten dabei sind, erscheint mir eher unlogisch, aber man könnte das so spielen, wie @lisa schreibt. Es grenzt halt nur ein.

Mit so einer Beschriftung ist mir die Konzertzither noch nie begegnet.

Mir auch nicht und auch nicht mit dieser seltsamen Anordnung der Freisaiten. Praktisch wär's ja schon mit der Beschriftung :)
 
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Dank Monika, ich freue mich, dass alles jetzt klar ist.
Bleibt die suche nach eine Youtube Video...
 
... seltsamen Anordnung der Freisaiten

Die ist ganz schön raffiniert!
Die Tonfolge innerhalb der Akkorde ist so gereiht, dass Terz und Grundton bzw. Oktave des Grundtones am Ende der Tonkette sitzen. Diese Töne entsprechen der Terz und der Quinte der jeweiligen Moll-Parallele.
Der Aufbau der Tonkette variiert in den verschiedenen Akkorden. Dadurch vermeidet man zu hohe oder zu tiefe Tonlagen innerhalb der Akkorde. Bei einem Teil der Akkorde ermöglicht die Tonfolge das Spielen von Sexten (Akkorde Es, F, D, E), in anderen ergeben sich Terzen (Akkorde B, C, G, A). Den Grundton der Moll-Dreiklänge muss man sich denken.

An dieser Systematik erkennt man ganz eindeutig, dass diese "Griffbrett-Zither" zur Familie der Akkordzithern gehört.

Sehr interessant! :great:

Gruß
Lisa
 
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