Tonabnehmer-Induktion-Holz, der Zusammenhang?

von Metalmaddin, 05.02.06.

  1. Metalmaddin

    Metalmaddin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.02.06   #1
    Hallo. Vorweg: falls dieser Forenteil der falsche ist, bitte verschieben aber mir sagen wohin.(Am besten per PM bitte^^).Ich habe vor in 3 monaten ein Referat über E Gitarre zu halten, und ich hab langsam das Material zusammen.
    Nun stolperte ich aber bei dem Punkt Tonabnehmer über den Begriff Induktion. Kurz gesagt heist das ja nur dass die Saite über Schwingung im Magnetfeld Strom erzeug der als Signal in den Amp geht. Nun aber die Frage wo ich nichts zu finde:

    In welchem Zusammenhang steht nun aber das Holz der Gitarre mit dem Klang?
    Resonanzkörper gibt es keinen, oder nimmt der Tonabnehmer frequenz von der Holzschwingung mit auf? Falls jemand Seiten dazu kennt, bitte den Link her, ich brauch da noch Material. Mfg Metalmaddin
     
  2. wary

    wary Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.02.06   #2
    wie Du richtig erkannt hast, kann der Tonabnehmer bei der E-Gitarre nur die Schwingung der Saite aufnehmen. Die Schwingung der Saite ist aber vom verwendetem Holz abhängig, so das das Holz auf diesem "Umweg" doch den Klang prägt
     
  3. Metalmaddin

    Metalmaddin Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.02.06   #3
    Ok. nun muss ich aber trotzdem nachfragen, wie nimmt nun das Holz Einfluss auf die Schwingung der Saite? Am Hals ist es mir ja klar,da ist ja eine kleine Fläche die den Ton "aufnehmen kann und die Holzfasern zum"vibrieren" bringt, aber unten beim Korpus, wie nimmt das da noch EInfluss auf die Schwingung, weil direkter Kontakt ist ja nur bei Tremolosen Gitarren mit Saitenführung durch den Korpus gegeben?
     
  4. wary

    wary Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.02.06   #4
    Es gibt durchaus die Meinung das der Korpus einen sehr begrenzten oder gar einen Einfluss auf den Klang einer Gitarre hat.
    Aber die Schwingung überträgt sich vom Hals auch auf den Korpus, und von der Brücke ebenso. Das Hals hat wohl einen größeren Anteil am Klang, dennoch ist auch der Korpus daran nicht unbeteiligt.
     
  5. LoneLobo

    LoneLobo Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 05.02.06   #5
    Du asgst trotzdem nicht, wie das Holz die Schwingung beeinflusst, sondern nur dass.

    Holz hat je nach Dichte/Härte, Gewicht, Ausmaßen, Art usw usw bestimmte Eigenresonanzen.
    Das Holz schwingt also praktisch bei manchen Frequenzen krasser, bei manchen weniger krass, man könnte sagen, diese verschiedenen Arten der Eigenschwingung sind charakteristisch für die betrachtete Holzsorte.
    Da man den Korpus nicht zu 100% von der Saitenschwingung entkoppeln kann (bzw. teilweise auch garnicht will). schwingt der Korpus mit. Aber nicht im gleichen Maße wie die Saite, sondern eben nur bei den Frequenzen die es "mag" oder eben nicht "mag". Diese Schwingungen gibts wieder an den Tonabnehmer weiter, da der ja fest mit dem Korpus verbunden ist.
    Das heißt, der Tonabnehmer schwingt ein bisschen, die Saite schwingt auch.
    Diese beiden Schwingungen überlagern sich jetzt natürlich:
    Wenn die Saite zum Beispiel grade zufällig in genau die gleiche Richtung schwingt wie der Tonabnehmer, passt relativ vom Tonabnehmer aus gesehen überhaupt nichts, also wird kein Strom induziert.

    Eben diese Aussparungen und Verstärkungen im Frequenzspektrum machen dann eben den charakteristischen Klang vom Holz bzw. der Gitarre aus :)
     
  6. Metalmaddin

    Metalmaddin Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.02.06   #6
    Danke. das macht das ganze doch nochmal verständlicher.
     
  7. DerOnkel

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    Erstellt: 08.02.06   #7
    "Klang" des Tonabnehmers und akustischer "Klang" sind zwei Dinge, die man getrennt voneinander betrachten muß, um sie dann später zu vereinigen. Also

    1. Die Saite wird angeschlagen.

    Es bildet sich ein Klang aus, der aus dem Grundton und seinen Obertönen besteht. Dabei wird der Klang durch die Amplituden der einzelnen Harmonischen (1*f0, 2*f0, 3*f0,... n*f0) charakterisiert.

    Das ist allerdings eine theoretische Größe, die man nur messen kann, wenn man den Einfluß des Korpus eleminieren könnte.

    2. Der Korpus schwingt.

    Angeregt durch die Energie der Saitenschwingung, beginnt auch der Korpus zu schwingen. Er reagiert allerdings nicht auf jede Frequenz gleich gut. Das heißt, er verfügt über Resonanzen und Antiresonanzen. Auf den Resonanzen schwingt der Korpus natürlich besonders gut.

    Grundsätzlich entzieht der Korpus der schwingenden Saite Energie. Das bedeutet, daß der Saitenschwingung die Frequenzen der Korpusresonanz zum Beispiel fehlen, da sie stark gedämpft werden.

    Bei einem akustischen Instrument regt der Korpus jetzt die Luft zum Schwingen an, was wir dann mit unserem Ohr wahrnehmen können.

    3. Was der Tonabnehmer hört

    Ein elektromagetischer Tonabnehmer "sieht" nur die Saitenschwingung.
    Zweifelsfrei wird er auch auf Bewegungen des Korpus relativ zur Saite reagieren, da der PU aber in der Regel fest mit dem Korpus verbunden ist und die Schwingungsamplituden des Korpus recht klein sind, dürfte das keine Rolle spielen.

    4. Was der Tonabnehmer macht...

    Jeder elektromagnetische Tonabnehmer hat eine Übertragungscharakteristik, die von elektrischen Daten (R, L, C) abhängen. Er verfärbt also das, was er "gehört" hat zusätzlich.

    5. Was wir hören

    Über den Tonabnehmer und Verstärker hören wir also die originale Saitenschwingung abzüglich der Korpusresonanzen und der Färbung durch den PU und das ist grundsätzlich etwas anderes als der eigentliche Korpusschall. Das was man hier "hört" bekommt der PU nie zu "sehen".

    Verwendet man einen Piezo, sieht es anders aus, denn er überträgt den nur den Korpusschall.

    Es handelt sich also tatsächlich um zwei grundverschiedene Klänge.

    Mit der Induktivität des elektromagetischen Tonabenehmers hat das alles herzlich wenig zu tun.

    Ulf

    ps: zum Thema Tonabnehmer empfehle ich Dir die Lektüre der Guitar-Letters.
     
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