Tone-Pot als "Effekt"-Pedal möglich?

von FixHD, 13.09.20.

  1. FixHD

    FixHD Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.20   #1
    Hallo Leute,

    meine Frage steht eigentlich schon im Titel. Und zwar bin ich in der letzten Zeit großer Fan des Bass-Sounds mit ganz (oder fast ganz) herunter gedrehtem Tone-Pot geworden - natürlich alles situationsbedingt, also nur da wo es passen könnte/würde.
    Allerdings besitzt mein Bass (Fender Marcus Miller Jazz Bass) leider keinen Tone-Pot, sondern zwei Volume-Pots.

    Daher jetzt meine Frage an Euch:
    Entweder: Existiert zufälligerweise bereits ein Pedal, welches die Funktion des Tone-Pots übernimmt?
    Oder: Wäre es schwer, ein solches Pedal zu bauen bzw. was benötigt man dafür alles?
    Oder: Lässt sich das "Problem" auch über einen EQ regeln? Prinzipiell funktioniert der Tone-Pot ja so, dass er die Höhen einfach zurückdreht/wegnimmt. (Was man ja eigentlich mit einem EQ lösen könnte?) Ich besitze u.a. auch das Line 6 HX Stomp, also einen dementsprechenden EQ zuschalten ist kein Problem und darin gibt es ja auch diverse EQs wie z.B. ein 10-Band-EQ (wenn man einen so großen überhaupt benötigt).​

    Sollte letzteres funktionieren: Gibt es spezielle Frequenzen, auf die man sich am besten direkt fokussieren sollte, oder gilt hier einfach ausprobieren?

    Danke schonmal für Eure Antworten!
     
  2. omnimusicus

    omnimusicus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.20   #2
    Ein klein wenig komplexer ist die Auswirkung eines Ton-Poti schon, zumindest bei passiven Instrumenten. Der Kondensator nimmt nicht nur die Höhen zurück, sondern verschiebt auch die Resonanzfrequenz der Tonabnehmer. Die beiden bilden zusammen einen stark gedämpften Schwingkreis. Die klangliche Auswirkung ist aber recht unterschiedlich, je nach Tonabnehmer und Kondensator ... Da gibt's nicht eine Lösung für alle.

    Bei aktiven Tonabnehmern ist es anders, da würden wirklich nur die Höhen zurückgenommen, aber der Effekt ist dann auch anders.
    Ist Dein Bass passiv ?

    So auf die Schnelle könnte ich mir für passive Bässe vorstellen, ein Ton-Poti genauso wie in den Bässen, nur eben in ein externes Gehäuse einzubauen, mit einem Aktivierungsschalter. Habe ich noch nie gemacht, es wäre aber einfach, es mal auszuprobieren. Kondensator, Potentiometer und Schalter. Und hoffen, daß das längere Kabel dazwischen nicht stört ...

    Mit einem EQ könnte man es evtl. auch hinbekommen. Habe ich aber auch noch nicht probiert. Man müßte halt an einer Stelle etwas boosten (Resonanzfrequenz) und drüber was wegnehmen. Versuch macht kluch :-D
    Ein parametrischer EQ macht das Suchen leichter.
     
  3. FixHD

    FixHD Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.20   #3
    Das ist auf jeden Fall gut zu wissen, vielen Dank! Hab ich anscheinend doch sehr unterschätzt was dahinter steckt. :D

    Also an sich ist es ein passiver Jazz-Bass, der per Schalter aktiv mithilfe eines 2-Band-EQs arbeitet. Wenn ich nicht komplett falsch liege, dann sind die Tonabnehmer passiv.

    Das wäre theoretisch kein Problem, da ich "zur Not" über Funk spielen könnte/würde. :)

    Ich denke, darauf wird es hinaus laufen! :D Ich werd's die Tage auf jeden Fall mal versuchen.
     
  4. omnimusicus

    omnimusicus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.20   #4
    Hm, genau das wäre dann kontraproduktiv ;-)

    Sobald sich eine aktive Elektronik zwischen Tonabnehmer und Kondensator befindet, funktioniert natürlich der Schwingkreis nicht mehr ...
    Dann braucht's doch den EQ als Klangformer.

    Bei einer Funkstrecke könnte man theoretisch den Kondensator im Kabel zum Sender unterbringen, ist aber dann eher unpraktisch.

    Das mit dem langen Kabel hatte ich erwähnt, weil ein Kabel ja auch selbst eine Induktivität darstellt, wie ein Tonabnehmer, und das ändert dann möglicherweise das Verhalten des ganzen Konstrukts. Aber vielleicht war das nur ein rein theoretischer Einwand.

    Wenn Du schreibst, daß da ein aktiver 2-Band-EQ mit im Spiel ist (zumindest als Option), dann ist der Bass ab der Klinkenbuchse aber sowieso "aktiv" (auch wenn die Tonabnehmer selbst passiv sind), dann funktioniert auch meine Idee grundsätzlich nicht mehr ...
     
  5. elkulk

    elkulk Bass-Mod & HCA Bass/Elektronik Moderator HCA

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    Erstellt: 14.09.20   #5
    Hi,

    wenn Du über Funk spielst, funktioniert der Tonepoti wieder nicht wie in einem passiven Bass, da die "Funke" genau dasselbe anders macht, wie ein aktiver Bass:
    Das Signal wird von den passiven Tonabnehmern (PUs) abgekoppelt und das Tonepoti kann mit den PUs nicht mehr einen Schwingkreis bilden.

    Als aktive Schaltung bietet sich ein state variable filter an, der wie das Tonepoti im Schwingkreis mit den PUs zusammen zu einer Absenkung der Höhen und einer Verschiebung der Resonanzfrequenz mit einer entsprechenden Pegelanhebung führen kann; vgl. https://www.musiker-board.de/threads/alembic-elektronic-schema-schaltplan.235214/#post2542192

    alembic-like-state-variable-filter-schematic.jpg state-variable-filter_diy-layout-neu.gif alembic-like-state-variable-filter_povray.jpg

    Gruß Ulrich
     
  6. Golo

    Golo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.20   #6
    Hi,

    Ich würde auch sagen, einfach mal ausprobieren.
    Du hast doch mit dem HX Stomp sowohl einen parametrischen EQ als auch einen High Cut als „Effekte“ zur Verfügung. Ich hab selbst einen Helix Floor und würde versuchen, mit den beiden (bzw. Einem von beiden) entweder per Umschaltung oder per Pedal einen vergleichbaren Sound zu basteln. Sollte mit dem Stomp doch auch gehen, oder? Ok... Pedal wäre vermutlich nur extern realisierbar.

    Gruß
    Golo
     
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