Trommeln lernen

von murmichel, 21.05.19.

  1. murmichel

    murmichel Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.11.14
    Beiträge:
    617
    Ort:
    Bonn
    Zustimmungen:
    184
    Kekse:
    1.813
    Erstellt: 21.05.19   #1
    Ich bin kein Schlagzeuger und werde auch keiner mehr, aber um mein Rhythmusgefühl, Timing und Motorik zu verbessern, habe ich vor etwa einem halben Jahr angefangen, mit Stöcken auf ein Übungspad zu klopfen.

    Mein Ehrgeiz geht erstmal nicht sehr weit: Ich möchte 16tel und 16tel-Triolen gleichmäßig in flüssigem Tempo (was immer das sein mag) spielen können.

    Bei der Gleichmäßigkeit liegt allerdings das Problem. Ich habe mich ein paarmal mit einem Schlagzeuger unterhalten und offenbar mache ich nichts grundsätzlich falsch, mir fehlt einfach noch die Übung.

    Bisher ist es so, dass ich täglich grob 10 Minuten trommele. Mal am Stück, mal verteilt. Vielleicht wäre es ja viel sinnvoller, statt dessen einmal in der Woche eine ganze Stunde zu trommeln. Oder einen Monat lang jeden Tag eine Stunde, um eine Lernhürde zu überwinden.

    Wie sind Eure Erfahrungen dazu, vielleicht auch aus dem Unterricht mit Schülern?
     
  2. nils1

    nils1 HCA Drum-Tuning HCA

    Im Board seit:
    08.01.07
    Zuletzt hier:
    24.06.19
    Beiträge:
    499
    Ort:
    Bremen
    Zustimmungen:
    110
    Kekse:
    3.166
    Erstellt: 23.05.19   #2
    Ein Knackpunkt scheint mir die persönliche Motivation zu sein. Mir hat das Pad nicht so viel geholfen, weil es mir einfach keinen Spaß macht. Viel Spaß habe ich dagegen, wenn ich zu Musik am Schlagzeug übe, also Kopfhörer auf und los geht's. So übe ich ganz automatisch intensiver und länger, wodurch ich auch mehr erreiche. Falls du die Chance hast, auf einem Schlagzeug zu spielen statt auf dem Pad, probier es doch mal aus. Ansonsten kannst du mal versuchen, das Klick bei den Padübungen durch Musik zu ersetzen. Mit einer App wie Anytune kann man die verwendete Musik ganz leicht im Tempo verändern.

    Zu Verteilung der Übezeit sind sich die Lehrer und Lerntheoretiker weitgehend einig, dass bei gleicher Gesamtdauer tägliches Üben besser ist als wöchentliches.
     
  3. dubbel

    dubbel Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    13.07.13
    Zuletzt hier:
    24.06.19
    Beiträge:
    3.140
    Zustimmungen:
    2.024
    Kekse:
    8.548
    Erstellt: 23.05.19   #3
    10 minuten sind nicht viel.
    effektiver wär sicher, jeden tag ne halbe stunde am stück zu üben.
    ob das mit einem pad zu ertragen ist, ist ein anderes thema.
     
  4. Korki

    Korki Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    03.08.08
    Beiträge:
    288
    Zustimmungen:
    189
    Kekse:
    1.514
    Erstellt: 23.05.19   #4
    Das ist schon alles gut so. Mein Tipp wäre nur:
    Übe langsam, sauber und hab Geduld.

    Spiel die Sachen so langsam, dass du durchgehend die richtige Technik überprüfen kannst. Wenn du die sauberen Abläufe mal richtig automatisiert hast, kannst du das spielbare Tempo viel leichter erhöhen.

    Also Metronom auf "äußerst langsam" stellen und in Ruhe mittrommeln.
     
  5. murmichel

    murmichel Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.11.14
    Beiträge:
    617
    Ort:
    Bonn
    Zustimmungen:
    184
    Kekse:
    1.813
    Erstellt: 23.05.19   #5
    Danke für die Kommentare. Dann mache ich einfach geduldig mit langsamem Tempo weiter.
     
  6. MS-SPO

    MS-SPO Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    03.05.19
    Zuletzt hier:
    24.06.19
    Beiträge:
    186
    Zustimmungen:
    62
    Kekse:
    274
    Erstellt: 23.05.19   #6
    Das finde ich einen lobenswerten Ansatz :great:

    Dann empfehle auch ich Dir, kleinere Ziele zu stecken. Vom unbetonten Schlagen her ist es kein Unterschied, ob ich 16-tel im 15-er Tempo schlage, oder 8-tel im 30-er, oder Viertel im 60-er ... Schlag ist Schlag und am Ende macht es die Betonung, ob Du 4-tel, 8-tel oder 16-tel in welchem Tempo schlägst.

    Und wenn man das erst einmal geblickt hat, kommen wir nun wirklich zur interessanten Motorik. Wenn R "rechte Hand und "L" linke Hand bedeuten, dann kannst Du ja auf viele Weisen schlagen. Manche fallen leicht, ander muss man erst einmal verdauen. Ein paar Beispiele:

    RLRL RLRL (abwechselnd = Standard)
    RRLL RRLL
    LLRR LLRR
    RRRR LLLL
    LLLL RRRR
    RRRL RRRL
    RLRR LRLL
    usw. Alle, also: alle, müssen sich bei einem gegebenen Tempo gleich anhören. "Gleich" meint dabei den Zeitabstand; einen ganz leichten Klangunterschied gibt's auch beim Profi. Stichworte: Handwechsel, Paradiddle. Denk' dabei an marschierende Trommler, die auch 'mal die eine oder andere Hand entspannen mussten ... Einer ihrer Tricks.

    Mit Triolen haben übrigens nicht nur Schlagzeuger so manche Mühe. Und mit Pausenlängen auch.

    Ein Gespräch mit Deiner lokalenMusikschule hilft da sicherlich. Hier ein paar Ding, ggf. wiederholt, was Du in Richtung Gleichmäßigkeit machen könntest.

    • zum Metronom spielen, mit oder ohne Glocke für die "1"
    • Metronomtempo Wohlfühltempo, dann verlangsamen, dann wieder steigern, dann Limittempo - und zurück
    • einfach gespielte Musik begleiten und dabei auf Dich selbst hören und achten
    • nicht vergessen, die gleichen oder ähnliche Rhythmusübungen an Deinem Instrument zu wiederholen

    Wenn Du wirklich pingeliges Feedback zur (Un-)Gleichmäßigkeit suchst, dann könntest Du auch einen Rhythm Coach erwägen, wie etwa diesen hier: https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/Roland-RMP-5-Rhythm-Coach-/art-DRU0011122-000 (Meinen gebrauchten möchte ich noch verkaufen. Aber das nur nebenbei.)
     
  7. Graf_von_f-Strich

    Graf_von_f-Strich Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    28.02.15
    Zuletzt hier:
    23.06.19
    Beiträge:
    195
    Zustimmungen:
    156
    Kekse:
    1.612
    Erstellt: 23.05.19   #7
    @dubbel hat's ja schon angesprochen:
    An deiner Stelle würde ich mich mal nach gebrauchten bzw. günstigen Percussion-Instrumenten umsehen, ich könnte mir vorstellen, dass damit wesentlich mehr Freude aufkommt als stumpf auf ein Übungspad zu trommeln - Cajon z.B. macht mir sehr viel Spaß und man kann damit z.B. noch wunderbar "Lagerfeuer-Klampfer" begleiten...was ich damit sagen möchte: Lernerfolg und Motivation hat mitunter (zumindest ist das bei mir so) auch nicht unerheblich etwas mit dem Spaß zu tun, den man beim Üben hat.

    Lg.
     
  8. murmichel

    murmichel Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.11.14
    Beiträge:
    617
    Ort:
    Bonn
    Zustimmungen:
    184
    Kekse:
    1.813
    Erstellt: 23.05.19   #8
    Ich muss ein paar Informationen nachlegen. Ich spiele seit meiner Kindheit Klavier, mit Jahrzehnten Unterbrechung. Seit etwas über zwei Jahren lerne ich Cello. Eine Cajon besitze ich und hatte auch mal Unterricht. Ich habe auch "Stick Control for the Snare Drummer" von G.L. Stone. Ich bin also grundsätzlich recht gut gerüstet.

    Worum es mir geht, ist tatsächlich, wie anfangs beschrieben, das motorische Lernen, um mit Stöcken gleichmäßig zu trommeln. Bisher war mein Fortschritt dabei zwar vorhanden, aber doch sehr langsam.

    Das führte mich zu der Frage, ob ich einfach geduldig weiter machen muss, oder ob ich meine Übeweise überdenken sollte.
     
  9. Trommler53842

    Trommler53842 Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    28.06.11
    Zuletzt hier:
    24.06.19
    Beiträge:
    7.238
    Ort:
    Rheinland
    Zustimmungen:
    2.075
    Kekse:
    17.049
    Erstellt: 24.05.19   #9
    Rhythmuspyramide wäre hier ein Tip.
    Allerdings nicht zum Metronom spielen, sondern die Silben zum Metronom sprechen.

    Klingt komisch, aber ähnlich werden anfangs die indischen Trommler ausgebildet, bevor sie das erste Mal das Instrument nutzen dürfen.
     
Die Seite wird geladen...

mapping