[Tutorial] Farin Urlaub - Sonne

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In meinem zweiten Tutorial beschäftige mich mit dem Song „Sonne“ von Farin Urlaub, der mMn zu den besten gehört, die er Solo geschrieben hat. Ich beschreibe hier die Live-Version, das Studio-Orginal ist etwas anders. Zudem erkläre ich beide Gitarren.

Was kann man an dem Song lernen?
An diesem Song kann man eine ganze Menge lernen.
Bei der ersten Gitarre die Barreakkorde und das Solospiel,
bei der zweiten Gitarre Powerchords und den Wechselschlag.


Welche Vorkenntnisse sollte man haben?
Die erste Gitarre ist relativ schwer, Vorkenntnisse über die Barretechnik sind auf jeden Fall hilfreich, mit genügend Übung kann man aber drauf verzichten. Für die zweite Gitarre sind einfache Zupfkentnisse hilfreich. Ich empfehle Anfängern erst die zweite Gitarre zu lernen und dann die erste.

Auf welchem Gitarrentyp wird gespielt und mit welchem Sound
Sonne wird auf einer E-Gitarre gespielt. Zu Farins Sound wurde hier genug geschrieben, grundsätzlich reicht ein angezerrter Sound, solange die Töne nicht matschen. Die zweite Gitarre ist cleaner und leiser.

Vorbereitung
Zuerst muss eure Gitarre gestimmt werden. Bevor die Fortgeschrittenen die Augen verdrehen, weil sie das für selbstverständlich halten, das ist sehr wichtig, da Farin Urlaub bei den meisten seiner Lieder seine Gitarre einen Halbton tiefer gestimmt hat.
Also müsst ihr das auch machen, da bei Leiche auch häufiger leere Saiten angeschlagen werden, sodass man nicht improvisieren kann.

Wenn ihr ein Stimmgerät habt, dass ihr einstellen könnt, gibt es kein Problem.
Solltet ihr jedoch eines besitzen, dass nur die Standardstimmung kennt, hilft ein kleiner Trick. Ihr greift einfach in den ersten Bund und überprüft diesen Ton, allerdings müsst ihr wenn ihr an den Wirbeln dreht kurz wieder loslassen. Das dauert etwas länger, aber ihr müsst nicht erst los und ein neues Stimmgerät besorgen.

Wenn ihr das habt, ist die Vorbereitung abgeschlossen und es kann losgehen.
Los geht’s:
Ich erkläre zu erst die zweite Gitarre, da diese einfacher ist und damit eine gute Vorübung für die erste ist.
Zu dem Teil bis zu der Strophe muss ich eigentlich nicht viel sagen. Prägt euch die Töne ein und spielt zu TuxGuitar mit, der Bass ist bei diesem Lied eine große Hilfe. Schaltet aber zum üben die erste Gitarre erst einmal aus (das geht oben unter Mixer).
Der Refrain wird von Powerchords begleitet. Powerchords sind Akkorde, die aus dem Grundton (das ist der oberste) einer Quarte und dem Grundton eine Oktave höher bestehen.
Etwas Theorie hier zu (wer nur den Song lernen will, kann das auch überspringen):
Es gibt bei Powerchords drei Typen, den E-Typ, den A-Typ und den (unbedeutenden) D-Typ
E-Typ sind die Powerchords die auf der E Saite den Grundton haben, bei A ist der Grundton auf der A Saite und bei D auf der D Saite. Beispiel zu den Typen im Anhang. Powerchords sind geschlechtslos, das bedeutet es gibt kein Dur und Moll.
Powerchords lassen sich einfach zu vollständigen Akorden ergänzen, vergleicht einfach mal die erste und die zweite Gitarre, wobei man dann wieder darauf achten muss, ob ein Dur oder ein Moll Akkord passt. Aber jetzt genug Theorie…

Powerchords greift ihr am besten, indem ihr mit dem Zeigefinger die oberste Saite greift und die darunter liegenden abdämpft, dann greift ihr mit dem Ringfinger die beiden Saiten darunter als kleiner Barre. Das hat den Vorteil, dass ihr den PC viel schneller greifen könnt und es beim verschieben nicht so quietscht. Ihr schlagt beim Powerchords nur die Saiten an die ihr auch greift, deswegen könnt ihr die andern Finger dazu nutzen, die weiteren Saiten abzudämpfen.
Das ganze sieht dann für den ersten Akkord im Refrain so aus:

D#|-|X|-|-|-|
A#|-|X|-|-|-|
F#|-|-|-|R|-|
C#|-|-|-|R|-|
G#|-|Z|-|-|-|
D#|-|-|-|-|-|

Dieses Griffbild verschiebt ihr einfach auf die Position, die in den Tabs steht… Wenn es zu stark quietscht beim Verschieben, dann müsst ihr die Finger kurz hoch nehmen, normalerweise ist das aber beim Greifen mit Barre nicht problematisch. Übt das jetzt langsam, sodass ihr die Positionen blind findet (im Dunkeln üben ist ganz hilfreich :)). Wenn das funktioniert könnt ihr jetzt langsam versuchen zum Backingtrack mit zu spielen. Schlagt die drei Saiten jeweils abwechselnd von oben und von unten an. Für die zweite Strophe gilt das gleiche wie für die erste. Prägt euch die Töne ein und spielt langsam mit. Nach dem zweiten Refrain folgt die Bridge, die aus Powerchords besteht und somit kein Problem darstellen sollte. Wichtig ist hierbei nur, dass ihr den richtigen Rhythmus findet und die Noten nicht nachklingen lasst, indem ihr kurz nach dem Anschlagen die Finger etwas lockert, sodass es abgehackt klingt. Wenn das gut funktioniert, versucht diesen Teil wieder zum Bass mitzuspielen.
Die zweite Bridge sieht auf den ersten Blick sehr einfach aus, hatte aber einen Harken. Greift also den vierten Bund auf der G- Saite. Um jetzt aber die Sechzehntel zusammenhängend und rhythmisch spielen zu können, erkläre ich euch jetzt den Wechselschlag. Spielt am besten ganz langsam zu einem Metronom. Ihr schlagt die Saite abwechselnd von oben und von unten an, dazu packt das Plek relativ weit unten. Wichtig ist, dass ihr aus dem Handgelenk anschlagt und nicht aus dem ArmÜbt das immer wieder und werdet langsam schneller (!!!), lasst erstmal auch das umgreifen sein und bleibt immer im 4 Bund. Wenn ihr damit die sechzehntel bei etwa 120 BPM durchgehend hinbekommt, schaut euch die linke Hand an, die kein Problem darstellen sollte.
Beim Solo der ersten Gitarre spielt ihr nur einige Powerchords. Wenn alle Saiten mit einem X markiert sind, bedeutet das, dass ihr kurz alle Saiten abdämpfen sollt (und trotzdem anschlagt). Dazu könnt ihr den kleinen Finger nehmen, der sich ja sonst eh langweilt :D
Dann folgt noch einmal der Refrain und das wars…
Klappen die Teile einzeln, versucht langsam zum Bass mitzuspielen und wenn, dass auch im Orginaltempo klappt (105 BPM), schaltet die erste Gitarre dazu…

Die erste Gitarre
Farins Gitarre persönlich… :D
Das Introriff läuft eigentlich bis zur Strophe durch und dürfte euch jetzt nicht mehr schocken :). In der Strophe kommen nun allerdings einige knifflige Akkorde. Der erste ist AisMoll. Greift dazu zu erst Amoll im dritten und vierten Bund ohne den Zeigefinger. Wenn das geht, legt ihr den Zeigefinger in den zweiten Bund und drückt alle Saiten herunter. Das müsst ihr jetzt üben, bis alle Saiten sauber klingen. HIER gibt’s einige Hilfen und Infos dazu, keine Sorge da musste jeder Gitarrist durch. Schafft ihr den ersten Griff und könnt auch zu ihm wechseln (also alle Finger wegnehmen und dann direkt greifen), macht euch jetzt an den zweiten, der noch ein bischen schwieriger ist. Greift im siebten Bund A ohne Zeigefinger und legt diesen dann in den fünften, also ist ein Bund zwischen dem Barre und dem A frei. Schöner Griff, oder? Übt ihn und das Wechseln in Ruhe, verzweifelt nicht dran, ihr könnt auch mit den Powerchords der zweiten Gitarre überbrücken. Wenn es klappt, seht ihr in den Tabs, dass dieser Griff nur noch in den dritten Bund verschoben wird. Versucht jetzt den Refrain langsam, aber ohne Wechselpausen, zu spielen. Steigert das Tempo mit einem Metronom oder mit TuxGuitar langsam bis zum Orginaltempo. In der zweiten Strophe habt ihr zu Belohnung auch erst einmal vier Tackte Pause. Bis zur Bridge sollte nun alles kein Problem mehr sein. Die erste Bridge besteht aus dem Griff AisMoll, den ihr ja kennt und der dem selben Rhythmus, wie in der zweiten Gitarre angeschlagen wird. In den letzten drei Tackten wird der Griff einfach weiter nach oben geschoben. Die zweite Bridge ist ähnlich, wie in der zweiten Gitarre. Wendet erneut den Wechselschlag an, dann ist das auch kein Problem. Kommen wir nun zum Knackpunkt des Songs, dem Solo:
Also zuerst macht ihr einen Pickslide, das bedeutet, dass ihr mit zwei Fingern die h und e Saite im höchsten Bund greift und dann mit Druck bis in den ersten Bund rutscht.
Jetzt greift ihr Zeige- und Mittelfinger e und h im siebten Bund und mit dem Ringfinger die G Saite im neunten. Dann schlagt ihr die G-Saite an und drück mit der linken an die Saite beim Anschlagen nach oben bis kurz vor die D Saite (Das nennt man Bending), sodass der Ton „aufheult“ und zieht dann die Saite wieder in die normale Position. Darauf schlagt ihr die beiden unteren Saiten an. Wenn das funktioniert, macht ihr das viermal hintereinander. Dann kommt eine neue Technick, nämlich das Hammering. Beim Hammering haut ihr die Saite so feste aufs Griffbrett, dass sie klingt, ohne dass sie angeschlagen wird. Das macht ihr dann im siebten und im neunten Bund (Hammerings kann man am besten zuerst mit voller Zerre üben und dann stellt man die Zerre immer weiter runter bis es fast clean ist). Schaut in die Tabs für die genaue Reihenfolge. Im dritten Takt bendet ihr wieder im neunten Bund schlagt darauf den siebten Bund der e Saite an, dann greift ihr mit dem kleinen Finger in den zehnten Bund und schlagt mit dem Ringfinger in den siebten Bund und macht das viermal hintereinander. Für den fünften Takt greift ihr mit dem Zeigefinger Barre im zehnten Bund und setzt den Ringfinger dann in den 12 Bund und spielt wie in den Tabs. Nach der neunten Note rutscht ihr mit dem Zeigefinger in den neunten Bund, dann geht der Takt sehr leicht. Die Takte 87-89 sollten kein Problem mehr sein. Fangt den Takt 90 mit dem kleinen Finger an, dann ist auch dieser leicht zu greifen. In den Takten 91,93,95 müsst ihr mit dem kleinen Finger benden, sonst ist das einfach. Zum Schluss wiederholt sich der Refrain noch einmal.

Ich hoffe, ich hab das halbwegs hinbekommen mit der Erklärung und es hilft jemandem. Kommentare und Fragen sind natürlich erwünscht :)
 

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