UDO Audio Super 6: Das nächste Hybrid-Ding

Martman
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Neue Marke, altes Gesicht (George Hearn), neues Gerät: UDO Audio Super 6. Amazona kündigt da was an, Gearnews auch. Mehr als die zwei Bildlis gibt's noch nicht, Suchen zwecklos.

Was wissen wir bis jetzt über das Ding? Erstmal gibt's ein Stahlblechgehäuse in einem Design von Axel Hartmann (kein Plastik, aber auch keine Holzseitenteile – wobei sowas wohl leicht nachrüstbar wär), ein internes Netzteil (keine Wandwarze) und eine rolandeske Bedienung überwiegend mit Fadern, außerdem 49 Tasten mit Velocity und, wie es aussieht, auch Aftertouch (aber keine Garantie für eine TP/8S). Die Tastatur steht leicht über, ist aber, wie es aussieht, geschützt – im Gegensatz zur Mitte/Ende-70er-ARP-Unsitte.

Die Oszillatoren sind digital. Okay, keine diskreten VCOs, aber diskrete VCOs können keine Wavetables. Einer der beiden Oszis des Super 6 kann die, was mit blumigen Worten beschrieben wird, wo noch keiner weiß, was die bedeuten könnten. Der andere hat andere lustige Features wie FM, Sync und einen Suboszi. Zumindest VCFs dürfte es geben, wir wissen aber noch nicht, was für welche. Von der Modulation her soll der Super 6 sich auch nicht lumpen lassen. Zwei Effekte gibt's, ein Delay mit allem, was man braucht (außer vielleicht Clock Sync, aber wenn sogar Kebu auf asynchrone Delays schwört...), und einen Chorus mit zwei Stufen I und II (Juno-106, anyone?). Allem Anschein nach gibt's auch eine potente Arpeggiator- und Sequencer-Sektion.

Der eigentliche Knaller dürfte sein, daß der Synth technisch gesehen 12 Stimmen hat, aber nur mit 6 beworben wird. Der Grund: Der ganze Synth kann in Stereo arbeiten! Dafür braucht es jeweils eine Stimme hart links und rechts im Panorama. Natürlich ist das nicht mit der Funktionsweise eines Romplers oder moderneren Samplers zu vergleichen, wo Stereo-Samples durch Stereofilter laufen, die links und rechts exakt identisch sind. Mit VCFs geht das nicht, die sind immer mono, und man hat nie zwei vollkommen identisch funktionierende und/oder vollkommen identisch eingestellte. Aber genau das macht hier den Reiz der "binauralen Synthese" aus, daß links und rechts immer subtil unterschiedlich klingen. Wenn man dann auch noch die Oszis der Stränge gegeneinander verstimmt (gibt's einen eigenen Regler für), ist das Synthex-Feeling komplett, nur mit mehr Stimmen. Man fühlt sich auch ein bißchen an den Evolver erinnert, der das auch konnte, und zwar mit jeweils einem analogen und einem digitalen Oszillator.

Unterm Strich scheint der Super 6 das zu sein, was der DeepMind 12 nicht so ganz geschafft hat: ein Juno auf richtig gutem Koks zu sein.

Auf der Superbooth wird der Super 6 ausgestellt. Ich werde nach Möglichkeit versuchen, ihn anzutesten, wenn nicht der Hype so schnell so groß wird wie damals beim Minilogue. Bezüglich Anschaffungswiderstand: schwer zu sagen, ich rechne aber mit einer Preisregion à la Modal. (Wenn das aber so weitergeht, ist er trotzdem irgendwann billiger als ein Juno-106.)


Martman
 
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