Synclavier, die Über-Hybridmaschine

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Na wer hat der kann, wie ;-)
Ganz ehrlich, wenn Du ein Problem mit der Bedienung oder Fragen zur Updates Deiner DAW hast holst Du doch auch keinen Techniker, sondern rufst beim Support an, oder?

Also da habe ich schon den Anspruch mich mit den Werkzeugen die ich so lange nutze auch selber auseinanderzusetzen.
Reparaturen an der Hardware macht dann auch bei mir ein Techniker.



Jedem das Seine. Von welchen Ladezeiten redest Du?
Das Synclavier bootet schneller als mein OSX Mac von SSD.
Samples werden von CF Karte oder direkt von der MAC SSD geladen.

Ich sage nicht, daß die alte Hardware keine Nachteile hätte. Aber sie hat eben auch einige Vorteile.



Du täuscht Dich 100%ig. Is ja nicht ehrenrührig.
Du hast ja geschildert, das Du Dich mit der Technik nicht so auskennst und lieber Musik machst.

Mein neuer Musikrechner steht bereits seit Mai hier halb konfiguriert herum, weil mein PC-Fritzi bisher keine Zeit hatte oder ich ständig unterwegs war.
Er muss nur noch fertig konfiguriert werden, weil ich einfach zu blöd dafür bin. Vielleicht mag ich mich auch einfach damit nicht beschäftigen, da mache ich lieber Musik und verdiene mein Geld.
Der alte Kasten ist 12 Jahre alt, aber läuft ja noch. In den nächsten Wochen kommt er aber endgültig weg, bevor im September mit den neuen Projekte anfangen.
Ich hole mir lieber einen der Ahnung hat, statt selber stundenlang daran herumzubasteln.
Mein Stärken sind dann eher das Soundprogramming, am liebsten an Hardwaresynthies oder im Arrangieren und Komponieren.
Ich arbeite auch viel lieber ganz ohne Rechner mit Modularsystemen und Vintagesynthies und spiele das Zeugs dann direkt auf den HD-24 Recorder drauf.

Die Ladezeiten bezog ich auf meinen Fairlight (CIII), der damals noch mit 8" Disketten und diesen schweren Streamertapes gefüttert werden musste und das hat echt jedesmal ewig gedauert.
Das Synclavier hatte ich eine SCSI-Platte dran, musste aber das OS immer von der Floppy booten, das war auch viel langsamer als das K-250-System.

Nun denn, hier ist ein Teil meines S2-Systems (es gab auch noch ein zweites Rack mit Expansions).
Synclavier-54.jpg
 
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Lediglich die Kombination aus additiver und (echter) FM-Synthese ist, wenn ich mich nicht irre in dieser Form nach wie vor einzigartig.

Ist aber weit weniger spektakulär als man vermuten möchte. Und "echte" FM gibts da laut Unterlagen auch nicht. Es gibt ähnliches als Hardware (z.Bsp. Acxel mit additiver Synthese + FM) und diverse VSTi, die das auch haben (Octopus, Absynth, Serum...). Da muss man aber immer gewisse Abstriche machen und genau dasselbe ist es schon featuremäßig nicht.

Eine Software Simulation wäre, da stimme ich Dir zu, wirklich nur für den FM Synth des Synclavier sinnvoll machbar.
Und auch da würde man sich dem Klang des Originals wohl nur annähern können.

Wie gesagt, ich arbeite dran. Zumindest an einem seeehr engen Verwandten - und solange Mr. Jones als Rechteinhaber nicht sein Veto einlegt, darüber muss dann ggf. mal gesprochen werden. Eigentlich wollte er ja selber was machen, aber wer außer einer Hand voll Nostalgiker findet das Konzept "additiv + fm" überhaupt interessant - angesichts diverser aktueller Synthesemonster???

Und in der Tat wird "mein" Ergebnis anders klingen... aber ein 1:1 Sound ist weder gewollt noch möglich, ohne den Rechner quasi an die Wand zu fahren. Dafür ist es dann (wahrscheinlich) für lau zu haben und immer noch zehn mal besser als das, was so an Notlösungen zur Emulation herhalten muss (Absynths stacken oder ähnliches). Wie oben schon mal geschrieben liegt die Kunst nicht darin, irgendwas "nach Vorlage" abzukupfern (der FM - Teil ist relativ simpel, aber rechenintensiv) , sondern es auf Mamas PC zu laufen zu bringen. D.h. die Technik muss auch ganz anders aufgezogen werden.

Neben dem oben geposteten Zusammenschnitt bei Soundcloud noch mal ein Snippet - da hab ich die Zufallsgeneratoren und einen verbesserten Algo für das Antialiasing getestet, also bitte nicht totschlagen, wenn das nicht wie "best of Mozart" klingt:

http://dl.dropboxusercontent.com/s/j9ogjqbjzwsorid/antialiasing test.mp3

Der Algo funktioniert übrigens mit bis zu 64 Partials im Carrier über ~60 Okaven.
 
Telefunky
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Nun denn, hier ist ein Teil meines S2-Systems (es gab auch noch ein zweites Rack mit Expansions).
samt unkaputtbarem Mac LC der (anscheinend) ersten Generation... mit Mikrofonhalter am Monitor :great:

cheers, Tom
 
Michael Burman
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Hier gibt es noch einen ganz interessanten Text von Christopher Currell, der damals für Michael Jacksons "Bad" Album das Synclavier programmierte
und dann auch auf der anschliessenden Tour spielte:
http://headphone.guru/the-event-horizon-synclavier-music-and-michael-jackson-2/
Vielen Dank für diesen Link! :hat:

Ich habe inzwischen alle 4 Teile gelesen und kann sie nur weiter empfehlen, fand ich sehr interessant:

http://headphone.guru/the-event-horizon-synclavier-music-and-michael-jackson/
http://headphone.guru/the-event-horizon-synclavier-music-and-michael-jackson-2/
http://headphone.guru/the-event-horizon-synclavier-music-and-michael-jackson-3/
http://headphone.guru/the-event-horizon-synclavier-music-and-michael-jackson-part-4/

Allein was den Einsatz von Synclavier angeht, es ist schon Wahnsinn, was da an Arbeit reingesteckt wurde.
 
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...
Neben dem oben geposteten Zusammenschnitt bei Soundcloud noch mal ein Snippet - da hab ich die Zufallsgeneratoren und einen verbesserten Algo für das Antialiasing getestet, also bitte nicht totschlagen, wenn das nicht wie "best of Mozart" klingt:

http://dl.dropboxusercontent.com/s/j9ogjqbjzwsorid/antialiasing test.mp3

Der Algo funktioniert übrigens mit bis zu 64 Partials im Carrier über ~60 Okaven.

WOW! Das klingt echt super. Man hört die Verwandschaft zum Synclavier aber Du hast der Sache einen neuen Dreh gegeben. Bin sehr auf das fertige Instrument gespannt!!
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Die Ladezeiten bezog ich auf meinen Fairlight (CIII), der damals noch mit 8" Disketten und diesen schweren Streamertapes gefüttert werden musste und das hat echt jedesmal ewig gedauert.

Du meinst eher den alten Fairlight II.
Der Fairlight III war schon recht schnell. Er hatte 5 1/4" Laufwerke und SCSI.

Das Synclavier hatte ich eine SCSI-Platte dran, musste aber das OS immer von der Floppy booten, das war auch viel langsamer als das K-250-System.

Da kann dann was nicht stimmen.
Ein Synclavier mit SCSI ist immer von der Festplatte bootfähig.
Auf der Boot-Diskette liegt dann nur noch ein kurzes Script, das die Bootanweisung gibt wenn man den roten Knopf drückt.
Das geht ratz fatz.

Der K250 war ja auch erstmal ein Rompler. Kein Wunder das der schnell hochfährt.
Wollte man ihn als Sampler nutzen musste man einen Mac dran hängen.
Ein K250 mit Mac Editor Software braucht erheblich länger zum booten als das Synclavier.
Von den Ladezeiten für Samples mal ganz zu schweigen.

Wenn ich mir das Foto von Deinem (ex) SII ansehe dann stehen da die uralten DD Floppy Drives von 1980. Die sind natürlich eher langsam.
Eigentlich müssten die mit der SCSI Option durch HD Floppydrives und eine "C" CPU ersetzt worden sein.
Merkwürdig, sieht etwas zusammengebastelt aus.
Hatte Dein S2 denn Midi?
 
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Nöö, das war schon ein CMI Fairlight Series III mit Streamer-Laufwerk und 8" Floppys.
Fairlight-CIIIX.jpg

Hier meine alte Haupt-Workstation, bestehend aus zwei K250 mit Expansions.
Kurzweil-K-250-1.jpg

Mein Synclavier hatte kein Midi und war ein Teil eines sehr großen Systems, vieles anders zusammengestellt, also keine Standardkonfiguration. Man bot mir zwar an es zu erweitern, ich habe Midi aber nicht einbauen lassen, da ich damals eh fast alles über einen Cooper Syncronizer mit Wordclock gesynct hatte, incl. der vier ADATS mit BRC, diverse Effekte usw. hingen ebenso alle da dran.
 
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Nöö, das war schon ein CMI Fairlight Series III mit Streamer-Laufwerk und 8" Floppys.

Stimmt. Da hat Du jetzt mal recht. Hab's grad nochmal nachgelesen.
Anscheinend hat Fairlight auch beim Series III noch an den 8" Floppys festgehalten.
Wieder was gelernt.

Mein Synclavier hatte kein Midi und war ein Teil eines sehr großen Systems, vieles anders zusammengestellt, also keine Standardkonfiguration. Man bot mir zwar an es zu erweitern, ich habe Midi aber nicht einbauen lassen...

Das passt dann zumindest zu den DD Floppys. Vermutlich hattest Du ein "B" Prozessor Synclavier.
Also die Ursprungsversion des SII von 1980. Die SyQuest SCSI Wechselplatte ist allerdings eher untypisch dafür.
 
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Stimmt. Da hat Du jetzt mal recht. Hab's grad nochmal nachgelesen.
Anscheinend hat Fairlight auch beim Series III noch an den 8" Floppys festgehalten.
Wieder was gelernt.



Das passt dann zumindest zu den DD Floppys. Vermutlich hattest Du ein "B" Prozessor Synclavier.
Also die Ursprungsversion des SII von 1980. Die SyQuest SCSI Wechselplatte ist allerdings eher untypisch dafür.

Eine letzte 8" Diskette des Fairlight habe ich hier im Studio mal an die Wand gepinnt, der alten Zeiten wegen.
So ein Streamertape zu laden dauerte immer so 8-12 Minuten, da kann man sich in der Küche genüßlich ein paar Eier backen und aufessen.

Die Festplatte am Synclavier wurde irgendwann mal bei mir nachgerüstet, ebenso wurde das Original Terminal wegen einem Defekt gegen die Pizzaschachtel vom Apple getauscht. Entsprach alles nicht mehr Standard.

Das ganze olle Gerödel ist schon vor vielen Jahren verkauft worden, es ist eben doch irgendwie veraltete Technik.
Natürlich kann man das alles ewig updaten und am Leben erhalten, aber ich würde in einen Oldtimer auch keine Klimaanlage nachträglich einbauen, um ihn alltagstauglicher zu machen, dann doch lieber mal was Neues.
Es gibt auch klanglich kaum etwas, das ich mit anderen Synthies nicht auch hinbekomme, da steht der Platzbedarf einfach nicht im Verhältnis.
Früher war mir das auch ziemlich egal, denn bei über 110qm Studiofläche kommt es ja auf einen Synth mehr oder weniger nicht mehr an.
Trotzdem war es irgendwann schon ziemlich eng. Heute habe ich nur noch die Hälfte an Platz und hab einiges abgespeckt.

Der Fairlight hat mehrere recht laute Lüfter (5 Stück?) und ohne einen separaten Maschinenraum kann das einen ziemlich abnerven, das war der wichtigste Trennungsgrund. Als ich damals meinen ersten K-2500 bekam, hatte der weiße Riese endgültig ausgedient, da lagen natürlich Welten dazwischen, was Speicher und Stimmen betrifft.
 
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WOW! Das klingt echt super. Man hört die Verwandschaft zum Synclavier aber Du hast der Sache einen neuen Dreh gegeben. Bin sehr auf das fertige Instrument gespannt!!

Die Grundstruktur mit den 4 Timbres hab ich so übernommen und beispielsweise um Envelopes für Pitch erweitert. Die Envelopes selber haben eine Stage mehr als das Original und eine wählbare Charakteristik. Ebenso geht Wavesequencing und Resynthese mit den Timbre Frames und es gibt die beiden Chorusse (pro Timbre und global). In den Beispielen hab ich allerdings für alle Timbres dieselben Daten genommen, da ich diese noch per Hand in Listen tippen muss. Ebenso fehlen noch die LFOs und der ganze Midi - Controllerkram.

Im Unterschied zum Original können die Chorusse und das Wavesequencing ohne Minderung der Stimmenzahl eingesetzt werden. Momentan liegt die CPU Last pro Stimme auf einem Athlon II X2 250 bei ca. 2,5 % und die Grundlast im Leerlauf bei 1,6%.

Bis es fertig ist kann es aber noch etwas dauern. Ursprünglich hatte ich Sommer 2016 angepeilt. Aber jetzt bietet sich grad die Möglichkeit, im Bereich Programmierung mal ein paar Wochen als Praktikant zu arbeiten... und ggf. sogar ne Ausbildung machen. Daher wird das Projekt erst mal ein wenig langsamer laufen.
 
Michael Burman
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Hier gibt es noch einen ganz interessanten Text von Christopher Currell, der damals für Michael Jacksons "Bad" Album das Synclavier programmierte
und dann auch auf der anschliessenden Tour spielte:
http://headphone.guru/the-event-horizon-synclavier-music-and-michael-jackson-2/
Ich habe mich übrigens gefragt, warum zu der Zeit nicht schon damals erhältliche günstigere Sampler eingesetzt wurden, und tatsächlich, Greg Phillinganes hatte in seinem Rack außerdem zwei AKAI S900, obwohl er auch auf Synclavier und weitere Synthesizer per MIDI zugegriffen hat. Die haben da außer dem Synclavier also noch jede Menge weiterer Klangerzeuger und Effektgeräte benutzt (wahrscheinlich das meiste, was auch auf den Alben benutzt wurde, weil Michael ja möglichst originale Sounds auch Live immer haben wollte, und dann wohl auch nicht nur abgesampelt. ;)):

http://www.keyboards.musikmachen.de/Magazine/kostenloser-Artikeldownload/(article)/706770

Und obwohl Synclavier auch FM kann und damit bestückt war, wurde jede Menge DX/TX-Zeug von Yamaha verwendet (ok, Yamaha hat sich für die Tour wohl ziemlich spendabel gezeigt. ;)) Außerdem wollte man sich natürlich nicht allein auf Synclavier verlassen usw. Naja, jedenfalls war Synclavier "nur" ein Teil des Ganzen. :cool:
 
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Michael Jackson wollte ja generell immer das Neueste haben ... Als ein Jahr später der Korg M1 rauskam (überhaupt kein Vergleich mit dem Synclavier), hat er auch gleich einen ganzen Haufen davon auf Tour mitgenommen. Wahrscheinlich aber zum großen Teil auch als Masterkeyboards, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Michael viel von den internen Sounds verwendet hat.
 
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... Naja, jedenfalls war Synclavier "nur" ein Teil des Ganzen. :cool:

Klar, schliesslich hat Michael Jackson ja auch noch gesungen. :D


Ich frage mich allerdings wozu die ein fettes NED Direct-to-Disk HD-recording System dabei hatten (kann man auf den Fotos im Currell Artikel sehen).
Das lässt darauf schliessen, daß da ne ganze Menge vom "Band" abgespielt wurde. Vielleicht sogar Gesang.:eek:

Sting wurde ja wohl mal erfolgreich verklagt, weil er in den späten 80gern seine Stimme live vom D-to-D eingespielt hat
und sich aufs Posen beschränkte.

Die MJ Konzerte waren halt vor allem 'ne große Show mit Tanzeinlage.
Wobei, wenn ich Jemandem zutraue beim Rumhüpfen zur Not noch vernünftig zu singen, war es sicherlich MJ.

Ich bezweifele, dass die Verwendung von Einsteigersamplern (S900) Live, Rückschlüsse auf deren Verwendung im Studio zulässt.
Wozu hätte man den S900 im Studio gebrauchen können? Live kann ich das schon eher verstehen.
Das damals live verwendete Synclavier hatte "nur" 32 Sampler Voices.
Da wird's dann schnell eng, wenn jemand auf dem Haltepedal festklebt :)

Was die Yamaha FM Synths angeht, meine ich auf dem Album jedoch schon den einen oder anderen Sound zu hören.
Yamaha FM ermöglicht ja eine etwas andere Soundpalette als das Synclavier.

Während im Studio sicherlich zusätzlich zum Synclavier Einiges an klassischen analog Synthis aufgefahren wurde dann aber nicht oder nur spärlich
eingesetzt wurde, war, wenn ich die Curell Artikel richtig verstehe das Synclavier zu dieser Zeit sowohl im Studio als auch live letztendlich das Hauptinstrument.
Schon deswegen, weil die Songs auf "Bad" stark auf Programming und weniger auf live Performance basieren als noch auf "Thriller".

Die Verwendung von Musikcomputern wie Fairlight/Synclavier wurde damals insbesondere von session Musikern gerne runtergespielt, da sie das Gefühl hatten, es würde ihre Eigenleistung schmälern. Da gab es damals wirklich Konflikte.
Das schreibt Currell ja auch. Die "Thriller" Band war sauer, weil da auf einmal alles von einem Typen mit 'ner Machiene gemacht wurde.
Man darf nicht vergessen, das diese teuren Systeme damals in der Öffentlichkeit als Wundermaschienen galten, die alles konnten, zur Not auch komponieren.
Vergleichbar sind da die damaligen Einschüchterungsversuche der US Musikergewerkschaft gegenüber den Herstellern der ersten Sample-basierten Drumcomputer. Da man Sorge hatte sie würde die Drummer arbeitslos machen.:ugly:

...wenn die gewusst hätten was heute mit Rechnern möglich ist :D
 
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Klar, schliesslich hat Michael Jackson ja auch noch gesungen. :D
Hoffentlich. :D

Ich frage mich allerdings wozu die ein fettes NED Direct-to-Disk HD-recording System dabei hatten (kann man auf den Fotos im Currell Artikel sehen).
Das lässt darauf schliessen, daß da ne ganze Menge vom "Band" abgespielt wurde. Vielleicht sogar Gesang.:eek:
Ich habe mir die Live-Aufnahmen jetzt nicht extra deswegen angehört, aber die Stimme von Michael Jackson wurde ja auf den Alben mehrfach geschichtet - auch viel mehrstimmig. Und obwohl Background-Säger/ingen anwesend waren, andere Stimmen ergeben einen anderen Sound. Wenn Michael live genau so wie auf dem Album klingen wollte, dann wäre das nur dadurch zu erreichen, dass sein eigener Chor-Gesang und sonstige mehrfach-Schichtungen eben auch irgendwie wiedergegeben werden. Die Footsteps wurden ja schließlich auch nicht live mikrofoniert, sondern die vorher gemachten Aufnahmen dazu gespielt.

Die MJ Konzerte waren halt vor allem 'ne große Show mit Tanzeinlage.
Ja, es stand im Artikel ja auch dabei, wenn der Träger entweder das Display oder Lautsprecher halten konnte, dann wurde für das Display entschieden. ;)

Wobei, wenn ich Jemandem zutraue beim Rumhüpfen zur Not noch vernünftig zu singen, war es sicherlich MJ.
Ja, das ist bestimmt auch Song-abhängig. Z.B. ein wenig live schreien, sonstiger Gesang, Schichtungen, Chor usw. kommt vom "Band" - kann man live auch gar nicht alles alleine singen. Und die wenigen Background-Säger/ingen können auch nicht alles abdecken. Das ist kein Eric Clapton Konzert. :D

Ich bezweifele, dass die Verwendung von Einsteigersamplern (S900) Live, Rückschlüsse auf deren Verwendung im Studio zulässt.
Nee, da steht ja auch, dass sie für den Live-Einsatz des S900 extra gesampelt haben. Aber wenn z.B. ein Keyboarder mit seinen S900-Sounds im Studio spielen will, dann werden die Klänge wahrscheinlich nicht mehr in das Synclavier überspielt. Aber der S900 kam auch erst 1986 auf den Markt. Der Einsatz geht dann auch nicht so schnell wie am D50 ein paar Presets spielen. Live waren sie ja schon mit der Anpassung von Presets überfordert, weil es wohl zu viele neue Geräte auf einmal gab. Effekte aus den D50-Presets rausnehmen durfte dann Eric Persing höchstpersönlich. :D

Was die Yamaha FM Synths angeht, meine ich auf dem Album jedoch schon den einen oder anderen Sound zu hören.
Yamaha FM ermöglicht ja eine etwas andere Soundpalette als das Synclavier.
Ja, wenn man einen analogen verwendet, sagt man auch nicht, dass man deswegen keinen weiteren analogen mehr braucht. ;) Jetzt nicht ich, sondern so im Allgemeinen. :D

war, wenn ich die Curell Artikel richtig verstehe das Synclavier zu dieser Zeit sowohl im Studio als auch Live letztendlich das Hauptinstrument.
Es war "sein" Instrument. ;) Aber klar, ich kann schon verstehen, dass man mit Sampling und Sequencing viel machen wollte. Und Quincy Jones wollte ja einiges durch "richtige" Einspielungen ersetzen, aber am Ende hat die Synclavier-Version dann besser gefallen. Im Bad hört man die Bläser-Sätze von Jerry Hey z.B. nur zum Schluss (bzw. gesampelt und gelayert auch im Intro - jetzt im Nachhinein höre ich auch die Schichtung, früher habe ich mir da keine Gedanken drüber gemacht. ;)), wobei Bläser-Sätze von Jerry Hey eigentlich ganze Songs tragen können. Im Pop-Bereich z.B. in "Change" von Lisa Stansfield schön zu hören.

Die Verwendung von Musikcomputern wie Fairlight/Synclavier wurde damals insbesondere von session Musikern gerne runtergespielt, da sie das Gefühl hatten, es würde ihre Eigenleistung schmälern. Da gab es damals wirklich Konflikte.
Ja, Nathan East ist ja deswegen voll ausgeflippt und so. :D

...wenn die gewusst hätten was heute mit Rechnern möglich ist :D
Ja, nicht nur Musik machen, sondern auch kostenlos herunterladen. :twisted:
Weil jeder machen kann und auch ohne Bezahlung herunterladen kann, wird die Qualität aber auch schlechter. Gut, damals wurde auch nicht für jede Produktion so akribisch mit dem Synclavier gearbeitet. Wahrscheinlich kann es auch heute den einen oder anderen Perfektionisten geben, die Bezahlung einer solchen Leistungsmenge wird aber schwieriger.
 
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Bei "Thriller" gab's noch eine komplette (Studio-)Band? Soweit ich mich erinnern kann, wurde aber schon da ein Drumcomputer (LinDrum) eingesetzt ...
 
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Ups! Mir ist gerade in meinem letzten Post aufgefallen: "Maschine" nicht Maschiene/Machiene. Lässt sich anscheinend nicht mehrt ändern, da schon zitiert.
Zu meiner Entschuldigung: Ich liege erkältet im Bett.:engel:


Ja, nicht nur Musik machen, sondern auch kostenlos herunterladen. :twisted:
Weil jeder machen kann und auch ohne Bezahlung herunterladen kann, wird die Qualität aber auch schlechter. Gut, damals wurde auch nicht für jede Produktion so akribisch mit dem Synclavier gearbeitet. Wahrscheinlich kann es auch heute den einen oder anderen Perfektionisten geben, die Bezahlung einer solchen Leistungsmenge wird aber schwieriger.

Ja, heute zählt leider Masse statt Klasse, nicht nur in der Musik.
Die Tendenz dazu gab es vermutlich schon immer, aber durch Leistungsfähigkeit der Rechner werden Produktionszeiten und Personalaufwand immer weiter eingedampft.
Da muss man sich nur mal die schiere Masse an Blockbuster Filmen ansehen, die auf den Markt geschmissen wird.
Vieles ist nur noch lieblose Rechnergraphik.

Im Musikbereich scheint ja derzeit alles ausgelotet zu sein.
Für die klügsten Köpfe ist der Bau innovativer elektronischer Musikinstrumente anscheinend nicht mehr wirklich interessant.
Wenn man sich vorstellt, das die Ingenieure in den 60ger- bis 80ger Jahren aus dem Bereich militärischer Luftfahrt kamen (z.B. AMS-Neve), oder Nuklearphysiker waren (Roger Nichols), oder eben die Entwicklung neuer, leistungsfähiger Rechner über den Verkauf von Synthesizern finanziert wurde (Synclavier), oder Musikinstrumente von High-Tech Laboratorien erfunden wurden (Bel-Labs). Die Musik- und Studioelektronik war damals wirklich mit an der Speerspitze der technischen Entwicklung. Heute werden im besten Falle deren Abfallprodukte verbaut.

Bin gespannt, ob sich das Blatt nochmal wendet...
 
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Naja, heute wird der KnowHow mehr in reine Software gesteckt. Die beste Qualität der Software hilft aber wenig, wenn der Benutzer davor wenig KnowHow übers Music Making und Ausdauer besitzt. Klar gibt es Ausnahmen. Die meisten warten aber wohl auf eine Software mit Schaltflächen wie "Style: Michael Jackson", "Tempo: eher etwas schneller", "Play". Im Prinzip gibt's das schon in Hard- und Software, allerdings noch ohne einen automatischen authentischen Gesang.
 
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Als nächstes wird dann der berühmte "Hit" Knopf Wirklichkeit :igitt:
 
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Sobald ich den Do-what-I-mean Button fertig habe, programmiere ich euch das.
 
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Sobald ich den Do-what-I-mean Button fertig habe, programmiere ich euch das.
Dann aber bitte gleich einen "Do-what-I-mean-and-Sell-it-for-much-Money!" Button! :w00t:
In der Konfiguration wird die Kontoverbindung oder PayPal etc. eingegeben. :cool:
Wer unbezahlte Kunst machen will, soll weiterhin manuell machen. o_O
 
Martman
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Und nein, man muss das Fairlight nicht neu auflegen.
Da gibt es z.T. aktuell spannendere Crossover Ansätze, von Analog, VA, Mod, ...
Das Fairlight ist am bekanntesten für seine Sample-Library. Die kann man absampleroboten. Du brauchst nicht mal Multisamples, weil das Fairlight die nicht konnte. Ein oller S1000PB mit genügend RAM und interner Festplatte kann dir dahingehend ein Fairlight ersetzen.

Gefühlt war das Synclavier seinerzeit sowas wie ein Raumschiff mit Potential zum Marsflug, wie die Bilder beweisen.
Das Synclavier war tatsächlich im Weltall. Die Technik ist von der NASA verwendet worden. Kein Scheiß, Mann.

So ein Streamertape zu laden dauerte immer so 8-12 Minuten, da kann man sich in der Küche genüßlich ein paar Eier backen und aufessen.
Wenn ich so darüber nachdenk: Rüste eine Kurzweil K2000 mit den vollen 64 MB RAM aus und leg es darauf an, die auch zu nutzen. Bis du die von interner SCSI-Platte voll hast, ist auch locker eine Viertelstunde rum.

Das meiste, was ich bisher genutzt hab, waren 20 MB. Und meine Kurzen haben beide 64.

Ich habe mich übrigens gefragt, warum zu der Zeit nicht schon damals erhältliche günstigere Sampler eingesetzt wurden, und tatsächlich, Greg Phillinganes hatte in seinem Rack außerdem zwei AKAI S900, obwohl er auch auf Synclavier und weitere Synthesizer per MIDI zugegriffen hat.
Der S900 war nur ein 12-Bit-Sampler – in einer Zeit, als das Synclavier zur Höllenmaschine mit Sampleraten von bis zu 100 kHz geworden war.

Interessant wurden Akais erst wirklich, als der 16bittige S1000 rauskam. Deswegen verkaufte der sich auch wie geschnitten Brot. Und weil etliche davon eh nie als Sampler eingesetzt wurden (z. B. die in den Liverigs, während die in den Studios auch mal als kostengünstiger Bandmaschinenersatz fungierten), sondern nur als Fertigklang-Schleudern, reichte Akai den um das eigentliche Sampling reduzierten S1000PB (für Playback) nach.


Martman
 

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